{"id":125430,"date":"2026-05-15T23:07:29","date_gmt":"2026-05-15T23:07:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/125430\/"},"modified":"2026-05-15T23:07:29","modified_gmt":"2026-05-15T23:07:29","slug":"wie-anymal-die-industrie-revolutioniert-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/125430\/","title":{"rendered":"Wie \u00abANYmal\u00bb die Industrie revolutioniert"},"content":{"rendered":"\n<p>Die industrielle Instandhaltung steht vor einem Paradigmenwechsel: weg von der reaktiven Reparatur, hin zur l\u00fcckenlosen, autonomen \u00dcberwachung. Was in der Inspektion von Energieanlagen, Chemiewerken und Offshore-Plattformen zunehmend als Benchmark gilt, nahm seinen Anfang in den Laboren der ETH Z\u00fcrich. Das Spin-off Anybotics hat den Sprung aus der akademischen Forschung in die industrielle Realit\u00e4t geschafft. W\u00e4hrend herk\u00f6mmliche Rad- oder Kettenroboter an Treppen und komplexen Hindernissen an ihre Grenzen stossen, imitiert der vierbeinige Roboter \u00abANYmal\u00bb die Mobilit\u00e4t biologischer Vorbilder. Es ist kein Spielzeug, sondern ein hoch pr\u00e4zises Mess- und Inspektionsinstrument, das darauf ausgelegt ist, in Umgebungen zu arbeiten, die f\u00fcr Menschen zu gef\u00e4hrlich oder zu monoton sind. Das Unternehmen selbst sitzt in Oerlikon, wobei hier der Fokus auf der Entwicklung von Software und Hardware liegt. Immer mit dem Ziel, dass kritische Infrastrukturen ohne ungeplante Stillst\u00e4nde betrieben werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Schutz vor Milliardenverlusten<br \/>\nDoch was macht Anybotics so erfolgreich, und warum investieren Weltkonzerne Millionen in diese Technologie? Die Antwort: Das Interesse liegt in der radikalen Reduktion von Risiken und Kosten. P\u00e9ter Fankhauser, Co-Founder und CEO von Anybotics, beschreibt die urspr\u00fcngliche Motivation so: \u00abUnsere Vision war, Roboter zu bauen, die sich ganz nat\u00fcrlich in allt\u00e4glichen Umgebungen bewegen k\u00f6nnen.\u00bb Doch aus der Forschung wurde schnell ein konkreter Business-Case. In grossen Anlagen wie Raffinerien oder Offshore-Windparks ist die Sensorik oft statisch verbaut, was L\u00fccken hinterl\u00e4sst. \u00abMan braucht eigentlich einen mobilen Sensor, der \u00e4hnlich wie ein Mensch durch die Anlage l\u00e4uft, die Daten aber noch pr\u00e4ziser auswertet und niemanden in Gefahr bringt\u00bb, erkl\u00e4rt Fankhauser. Ziel ist, Mitarbeitende von risikoreichen Routineaufgaben zu entlasten und gleichzeitig die Datenqualit\u00e4t zu erh\u00f6hen. \u00abDie Anlagenverf\u00fcgbarkeit wird durch Daten gesichert, die ein Mensch gar nicht erfassen k\u00f6nnte, denn ANYmal h\u00f6rt Lagersch\u00e4den im Ultraschallbereich oder erkennt via Thermografie kleinste Temperaturunterschiede, bevor ein Brand entsteht.\u00bb Und genau das ben\u00f6tigt die globale Industrie. Denn findet ein Roboter eine Leckage, bevor sie zur Katastrophe f\u00fchrt, wird Technik lebensrettend.<\/p>\n<p>KI als digitaler Assistent<br \/>\nDoch der Weg bis zu dem Punkt, an dem Branchengr\u00f6ssen auf sie vertrauten, war nicht immer einfach. Besonders herausfordernd war dabei vor allem das Gewicht. \u00abAm Anfang war es extrem schwierig, ein Ger\u00e4t zu konstruieren, das leicht genug ist und trotzdem die n\u00f6tige Kraft besitzt\u00bb, erkl\u00e4rt der Co-Founder. \u00abWir mussten schmerzhaft lernen, dass Standardkomponenten aus der Industrie hier nicht funktionieren.\u00bb Doch man hat es vom ersten handgefertigten Prototypen bis zur Serienproduktion im Jahr 2021 geschafft. Und das auch, weil man enorm interessant f\u00fcr internationale Talente ist. Dass Z\u00fcrich zum Zentrum der Laufrobotik wurde, liegt n\u00e4mlich auch an der Sogwirkung der ETH Z\u00fcrich. Die fachliche \u00dcberlegenheit von Anybotics basiert auf einer Methode, die Robotik mit k\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) auf eine Weise verbindet, die vor wenigen Jahren noch undenkbar war. Ein entscheidender Durchbruch war der Einsatz von Deep Reinforcement Learning. Statt jede Bewegung starr zu programmieren, lernt die Maschine in Simulationen selbstst\u00e4ndig das Laufen. \u00abDie gesamte Motorik ist vom Roboter gelernt; ein neuronales Netzwerk f\u00fchrt diese Bewegungen aus\u00bb, so Fankhauser. Doch die Hardware ist nur das Vehikel. Die eigentliche Arbeit findet in der Datenverarbeitung statt. \u00abWir sammeln mit unserer Flotte \u00fcber 150&#8217;000 Inspektionspunkte pro Monat. Kein Mensch k\u00f6nnte diese Flut an Informationen sichten.\u00bb Die KI transformiert diese Rohdaten in wertvolle Insights. Zurzeit agiert das System dabei wie ein intelligenter Assistent: Missionen laufen autonom, Auff\u00e4lligkeiten werden markiert, die Bewertung bleibt jedoch stets beim Menschen. Ein besonderer Meilenstein ist ein neuer Roboter f\u00fcr die Chemie- und Gasindustrie. Er wurde f\u00fcr den Einsatz in explosionsgef\u00e4hrdeten Zonen zertifiziert.<\/p>\n<p>Der Weg von Anybotics zeigt, dass technologische Souver\u00e4nit\u00e4t nicht nur im Silicon Valley entsteht. Mit \u00fcber 200 Mitarbeitenden und rund 120 Millionen Franken an Investorengeldern hat das Team bewiesen, dass Schweizer Pr\u00e4zision und moderne KI eine weltweite Marktl\u00fccke f\u00fcllen. Die Akzeptanz bei den Kunden ist l\u00e4ngst da. Fankhauser fasst final zusammen: \u00abHeutzutage ist Automatisierung f\u00fcr Grosskonzerne keine Frage des Ob mehr, sondern ein strategisches Mandat.\u00bb Und ob in den USA, Japan oder auf der Nordsee \u2013 die Roboter aus Z\u00fcrich \u00fcbernehmen die gef\u00e4hrliche Arbeit, damit Menschen sich auf die L\u00f6sung komplexer Probleme konzentrieren k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die industrielle Instandhaltung steht vor einem Paradigmenwechsel: weg von der reaktiven Reparatur, hin zur l\u00fcckenlosen, autonomen \u00dcberwachung. 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