{"id":1261,"date":"2026-02-12T16:08:16","date_gmt":"2026-02-12T16:08:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/1261\/"},"modified":"2026-02-12T16:08:16","modified_gmt":"2026-02-12T16:08:16","slug":"importe-nach-china-brechen-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/1261\/","title":{"rendered":"Importe nach China brechen ein"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/China-Gold-Importe.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-379236 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/China-Gold-Importe.jpg\" alt=\"China Gold\" width=\"828\"\/><\/a>Foto: Rainbow Stock &#8211; Freepik.com<\/p>\n<p>China f\u00fchrt deutlich weniger Gold ein als in den Vorjahren. Trotz hoher Preise schrumpfen die Mengen, Lieferketten verschieben sich und der private Konsum zieht sich zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Gold: Importe nach China brechen ein<\/p>\n<p>Die Goldimporte nach China sind sp\u00fcrbar zur\u00fcckgegangen. W\u00e4hrend die Zentralbank weiter zukauft, sinken die Einfuhren insgesamt deutlich und der Markt ordnet sich neu. Parallel dazu steigen die staatlichen Goldreserven weiter an und gewinnen innerhalb der W\u00e4hrungsreserven an Gewicht.<\/p>\n<p>China stockt Goldreserven weiter auf <\/p>\n<p>Die chinesische Zentralbank (PBoC) hat ihre K\u00e4ufe von Gold auch im Januar <a href=\"https:\/\/investinglive.com\/news\/china-gold-reserves-climb-further-buying-continues-for-a-15th-straight-month-20260207\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">weiter fortgesetzt<\/a>. Zum Monatsende beliefen sie sich auf 74,19 Millionen Feinunzen, was rund 2.307 Tonnen entspricht. Gegen\u00fcber Dezember erh\u00f6hte sich der Bestand um 40.000 Unzen. Der Marktwert der Goldbest\u00e4nde stieg deutlich von 319,45 auf 369,58 Milliarden US-Dollar. Treiber dieser Entwicklung waren anhaltende K\u00e4ufe der PBoC, inzwischen im f\u00fcnfzehnten Monat in Folge, sowie stark steigende Goldpreise, die im Januar zeitweise knapp unter 5.600 US-Dollar je Unze lagen. Der Goldanteil an den gesamten W\u00e4hrungsreserven erreichte damit rund 9,7 Prozent und blieb unter dem weltweiten Durchschnitt von etwa 15 Prozent.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/China-Gold-Reserven-steigen.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-379228 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/China-Gold-Reserven-steigen.jpg\" alt=\"China Gold Reserven steigen\" width=\"903\" height=\"457\"  \/><\/a><\/p>\n<p>Auch die gesamten Devisenreserven legten <a href=\"https:\/\/www.brecorder.com\/news\/40406076\/chinas-forex-reserves-grow-more-than-expected-in-january\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">weiter zu<\/a>. Im Januar erreichten sie 3,3991 Billionen US-Dollar. Gegen\u00fcber Dezember entsprach dies einem Anstieg um 41,2 Milliarden US-Dollar oder 1,23 Prozent. Es war der siebte Zuwachs in Folge und zugleich der h\u00f6chste Stand seit November 2015. Unterst\u00fctzt wurde diese Entwicklung durch einen schw\u00e4cheren US-Dollar-Index, freundliche globale Finanzm\u00e4rkte sowie robuste wirtschaftliche Fundamentaldaten in China. Insgesamt zeigen die Daten eine stabile Entwicklung der Reserven mit einer klaren Verschiebung hin zu einem h\u00f6heren Goldgewicht.<\/p>\n<p>Gold: Zufuhr nach China schrumpft<\/p>\n<p>Dagegen nahmen die Importe von Gold im letzten Jahr deutlich zur\u00fcck. China importierte 892 Tonnen Goldbarren, 426 Tonnen weniger als im Vorjahr. Trotz der massiv gestiegenen Goldpreise sank der Gesamtwert der Einfuhren leicht auf 97,12 Milliarden US-Dollar. Im Jahr zuvor hatte China noch 1.318 Tonnen im Wert von 98,08 Milliarden Dollar importiert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/China-Goldbarren-Importe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-379229 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/China-Goldbarren-Importe.jpg\" alt=\"China Goldbarren Importe\" width=\"681\" height=\"406\"  \/><\/a><\/p>\n<p>Dieser Einschnitt markiert das Ende einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Phase. Innerhalb weniger Jahre hatte China seine Goldimporte vervielfacht. Ausgehend von gut zweihundert Tonnen stiegen die Einfuhren zun\u00e4chst sprunghaft, erreichten \u00fcber dreizehnhundert Tonnen und schlie\u00dflich ein Rekordniveau von knapp eineinhalbtausend Tonnen. Diese Phase war getragen von niedrigen Preisen, geopolitischer Unsicherheit und dem Aufbau strategischer Reserven.<\/p>\n<p>In den Importdaten zeigt sich eine Verschiebung der Lieferketten. Neben h\u00f6heren direkten Lieferungen aus Russland f\u00e4llt Gold auf, das China \u00fcber Drittl\u00e4nder erreicht. Besonders Kirgisistan, Kasachstan und Hongkong stechen hervor. Ihre Ausfuhren nach China nahmen zu, ohne dass dort eine entsprechende Ausweitung der Goldproduktion stattfand. Diese L\u00e4nder fungieren <a href=\"https:\/\/finanzmarktwelt.de\/china-ist-die-gold-waschanlage-fuer-russland-378018\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">als Zwischenstationen<\/a>. Russisches Gold verl\u00e4sst das Land, wird umdeklariert und gelangt mit ver\u00e4nderter Herkunftsangabe nach China.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-379231\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/China-Gold-Supplier-300x220.jpg\" alt=\"China Gold Supplier\" width=\"300\" height=\"220\"  \/><\/p>\n<p>Gleichzeitig brachen die Lieferungen aus etablierten westlichen Handelspl\u00e4tzen ein. Die Schweiz verlor mehr als 300 Tonnen, Kanada und Australien folgten mit deutlichen R\u00fcckg\u00e4ngen, ebenso S\u00fcdafrika. Das fr\u00fchere Importnetz wurde damit teilweise ersetzt. Weniger Gold floss insgesamt nach China, aber ein gr\u00f6\u00dferer Anteil lief \u00fcber politisch unkritischere Routen.<\/p>\n<p>BRICS liefern kaum Gold<\/p>\n<p>Besonders herausstechend ist <a href=\"https:\/\/businesstech.co.za\/news\/business-opinion\/848191\/iconic-south-african-industry-goes-from-best-to-one-of-the-worst-in-the-world\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">der R\u00fcckgang<\/a> der Goldimporte aus S\u00fcdafrika, handelt es sich dabei doch um ein zentrales BRICS-Bruderland. Die Lieferungen brachen deutlich ein, denn die s\u00fcdafrikanische Goldindustrie leidet unter alten und tiefen Minen, steigenden Kosten, instabiler Stromversorgung und zunehmenden Sicherheitsproblemen. Die nationale F\u00f6rderung ist seit Jahren r\u00fcckl\u00e4ufig. F\u00fcr China ist S\u00fcdafrika damit kein verl\u00e4sslicher Anker mehr.<\/p>\n<p>Politisch ist das bemerkenswert, da In der BRICS-Rhetorik Gold eine zentrale Rolle spielt, sei es als bilaterales Tauschmittel oder als angebliche Basis einer goldgedeckten BRICS-W\u00e4hrung. Die Handelsdaten st\u00fctzen dieses Narrativ nicht. W\u00e4hrend Chinas Exporte in andere BRICS-L\u00e4nder zunehmen, gehen die Goldimporte aus genau diesem Kreis zur\u00fcck. Au\u00dfer Russland liefert kaum ein BRICS-Partner nennenswerte Mengen. S\u00fcdafrika verliert an Bedeutung, die Emirate bleiben marginal, der Rest ist faktisch irrelevant.<\/p>\n<p>Schmuckzufuhr versiegt<\/p>\n<p>Parallel zu den sinkenden Barrenimporten entwickelte sich ein zweiter Trend, der deutlich weniger Aufmerksamkeit erhielt. Die Importe von Goldschmuck brachen ein. Nach einem H\u00f6hepunkt vor wenigen Jahren halbierten sich die Mengen nahezu. Auch wertm\u00e4\u00dfig schrumpfte der Markt erheblich. Der Preisauftrieb bei Gold d\u00e4mpfte den Wertverlust, \u00e4nderte aber nichts am grundlegenden Befund.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/China-Schmuckimporte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-379233 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/China-Schmuckimporte.jpg\" alt=\"China Schmuckimporte\" width=\"695\" height=\"391\"  \/><\/a><\/p>\n<p>Besonders stark traf es den Markt f\u00fcr Goldschmuck aus Diamanten. Die importierten Mengen gingen fast um die H\u00e4lfte zur\u00fcck. Der Wertverlust fiel noch st\u00e4rker aus. Trotz der hohen Goldpreise fielen die Preise f\u00fcr Diamantschmuck auf das Niveau von mehreren Jahren zuvor zur\u00fcck. Hochpreisige St\u00fccke fanden offenbar kaum noch Abnehmer. Der Markt f\u00fcr extremen Luxus schrumpfte besonders schnell.<\/p>\n<p>Auch sonstiger Goldschmuck ohne Diamanten verlor erheblich an Volumen. Die Mengen gingen um \u00fcber vierzig Prozent zur\u00fcck. Anders als beim Diamantschmuck stiegen hier die Preise kontinuierlich. Der Preis folgte dem Goldwert nahezu eins zu eins. Das deutet darauf hin, dass weniger gekauft wurde, nicht billiger. Wer noch kaufte, zahlte f\u00fcr Material, nicht f\u00fcr Marke oder Status.<\/p>\n<p>Gold wird zur Staatssache<\/p>\n<p>Zusammengenommen zeigt sich mehr als eine blo\u00dfe Konsumverschiebung. China reduzierte seine Goldimporte trotz steigender Preise, w\u00e4hrend zugleich der Schmuckkonsum einbrach. Damit fallen zwei zentrale private Wertspeicher gleichzeitig aus. Nachdem Immobilien ihre Funktion als Verm\u00f6gensanker verloren haben, wird auch Gold von privaten Haushalten nicht mehr im erwarteten Umfang nachgefragt. Das verweist nicht auf Entspannung, sondern auf eine Erosion der privaten Verm\u00f6gensbildung.<\/p>\n<p>Der starke R\u00fcckgang bei hochpreisigem Schmuck zeigt, dass selbst wohlhabendere K\u00e4ufer vorsichtiger agieren. Gold wird kaum noch als Status- oder Sicherheitsobjekt genutzt, sondern gemieden. Wo noch gekauft wird, z\u00e4hlt der Materialwert, nicht das Prestige.<br \/>Parallel dazu stockt der Staat seine Goldreserven weiter auf, w\u00e4hrend private Nachfrage ausf\u00e4llt. Wertspeicherung verlagert sich vom privaten in den staatlichen Bereich. F\u00fcr europ\u00e4ische Luxuskonzerne ist das ein Warnsignal. Der gleichzeitige Einbruch bei Gold, Schmuck und Luxusg\u00fctern spricht f\u00fcr eine breite Nachfrageschw\u00e4che im chinesischen Markt.<\/p>\n<p><p class=\"dspcl-author-box__name\">\u00dcber den RedakteurD\u00f3i Ennoson<\/p>\n<p class=\"dspcl-author-box__areas hidden\">China-Experte<\/p>\n<p class=\"dspcl-author-box__teaser\">D\u00f3i Ennoson schreibt unter einem Pseudonym. Er ist China-Experte und vermittelt tiefgreifende<br \/>\nEinblicke in das Reich der Mitte.<\/p>\n<p> <a class=\"eoc btn\" href=\"#comments\">Kommentare lesen und schreiben, hier klicken<\/a>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Foto: Rainbow Stock &#8211; Freepik.com China f\u00fchrt deutlich weniger Gold ein als in den Vorjahren. 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