{"id":12802,"date":"2026-02-20T07:40:07","date_gmt":"2026-02-20T07:40:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/12802\/"},"modified":"2026-02-20T07:40:07","modified_gmt":"2026-02-20T07:40:07","slug":"blue-velvet-im-4k-heimkinotest-die-gewalt-die-wir-sehen-wollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/12802\/","title":{"rendered":"Blue Velvet im 4K-Heimkinotest: Die Gewalt, die wir sehen wollen"},"content":{"rendered":"<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/tests\/Blue-Velvet-in-4K-Home-Cinema-Test-The-Violence-We-Want-to-See-11183119.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>David Lynch geh\u00f6rt zu den eigensinnigsten und provokantesten Regisseuren der Filmgeschichte. Seit den 1980er Jahren w\u00fchlte er im Unbewussten und tauchte in die Abgr\u00fcnde der menschlichen Seele hinab. Statt alles haarklein zu erkl\u00e4ren, arbeitete er mit surrealen Bildern und Traumsequenzen, die Zuschauer absichtlich im Unklaren lie\u00dfen. Sie sollten seine Filme f\u00fchlen und weniger \u00fcber sie nachdenken.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Das hat heute Seltenheitswert. Umso erfreulicher ist es, dass Plaion nun eines seiner zentralen Werke \u201eBlue Velvet\u201c von 1986 in einem aufwendigen Set aus einer Ultra HD Blu-ray (UHD) und zwei Blu-ray Discs im Mediabook f\u00fcr 40 Euro neu aufgelegt hat. P\u00fcnktlich zum 40. Geburtstag ist der Film damit erstmals auch in Deutschland in seiner restaurierten Fassung in 4K erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/0\/3\/0\/7\/5\/8\/Zaun-c8dc4f186122037b.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Vorgartenzaun\" height=\"2922\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 5193 \/ 2922; object-fit: cover;\" width=\"5193\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Der wei\u00dfe Vorgartenzaun vor dem blauen Himmel mit den roten Rosen greift Farben und Form der US-Flagge auf. Lumberton k\u00f6nnte eine x-beliebige Kleinstadt in den USA sein.<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0De Laurentiis)\n    <\/p>\n<p>In dieser ausf\u00fchrlichen Besprechung gehen wir zun\u00e4chst auf die filmhistorische Bedeutung sowie ab Seite 4 auf die technischen Besonderheiten und Unterschiede der neuen Restauration ein und vergleichen sie mit den g\u00fcnstigeren Fassungen, die auf Blu-ray Disc und im Stream auf AppleTV\/iTunes verf\u00fcgbar sind. Wir zeigen, ob UHD und Dolby Vision sichtbar mehr leisten als die alte Blu-ray, welche Tonspur der Intention der Macher am n\u00e4chsten kommt und warum die Streaming-Version klanglich wie visuell mit der neuen Disc-Ausgabe nicht mithalten kann.<\/p>\n<p>Die Handlung wollen wir keinesfalls spoilern und setzen sie als bekannt voraus (sonst hilft <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blue_Velvet_(Film)\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Wikipedia<\/a> auf die Spr\u00fcnge). J\u00fcngeren Lesern, die David Lynch vielleicht noch nicht kennen, sei verraten, dass hier eine moralische Achterbahn auf sie wartet, die in heutigen Zeiten, wo Fifty Shades of Grey bereits als verrucht gelten und Blockbuster die ewig gleichen Helden- und Liebesgeschichten erz\u00e4hlen, wohl noch verst\u00f6render wirkt als damals. Umso gr\u00f6\u00dfer der Spa\u00df, in diese bizarre Welt einzutauchen.<\/p>\n<p>Der surreale Urknall des Lynch-Universums<\/p>\n<p>Als David Lynch im August 1985 als damals 39-j\u00e4hriger Regisseur mit den Dreharbeiten zu Blue Velvet begann, hatte er gerade eine schmerzhafte Kollision mit dem Blockbuster-System der Hollywood-Studios hinter sich. Anderthalb Jahre hatte er in Mexiko f\u00fcr Dino De Laurentiis an der Verfilmung von <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/meinung\/Dune-Teil-2-Fortsetzung-mit-Wumms-9642035.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dune<\/a> gearbeitet. Das Studio hatte gro\u00dfe Pl\u00e4ne mit dem epischen Stoff von Frank Herbert. Er sollte die Erfolge von Star Wars wiederholen, mehrere Fortsetzungen und weitere Big-Budget-Produktionen mit Lynch waren bereits vertraglich vereinbart.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/0\/3\/0\/7\/5\/8\/Badalamenti-6218be584e8fe8a8.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Nachtclub\" height=\"2956\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 5255 \/ 2956; object-fit: cover;\" width=\"5255\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Dorothy bringt Frank im Nachtclub mit ihrer Interpretation von \u201eBlue Velvet\u201c zum Weinen. Komponist Angelo Badalamenti musste behutsam mit der nicht im Gesang ausgebildeten Isabella Rossellini \u00fcben, bis sie die richtige Fragilit\u00e4t in den Song von Bobby Vinton von 1964 legte.<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0De Laurentiis)\n    <\/p>\n<p>Doch der Film geriet zum Desaster. Lynch kam von der Malerei und war zu sehr K\u00fcnstler und Vision\u00e4r, als dass er sich in die engen Vorgaben des Studios zw\u00e4ngen und den Produzenten und Vermarktern beugen wollte. Heraus kam ein v\u00f6llig zerschnittener Filmtorso, der an den Kassen folgerichtig floppte \u2013 ein Gl\u00fcck f\u00fcr das Autorenkino, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte.<\/p>\n<p>Lynch stand wieder bei Null und sehnte sich in die Zeit zur\u00fcck, als er kleine Filme wie \u201eEraserhead\u201c drehte und die volle k\u00fcnstlerische Kontrolle hatte. De Laurentiis schlug ihm einen teuflischen Deal vor: Lynch k\u00f6nne \u201eBlue Velvet\u201c drehen, wenn er und die Schauspieler auf ihre Gage weitgehend verzichteten und er mit einem Budget von nur 6 Millionen US-Dollar ausk\u00e4me. Er bek\u00e4me die volle k\u00fcnstlerische Kontrolle und eine m\u00fcndliche Zusage \u00fcber den Final Cut. Lynch willigte ein, \u00fcberarbeitete das Script und trommelte das damalige Who is Who der exzentrischen Schauspieler und Schauspielerinnen zusammen \u2013 und solche, die es werden wollten.<\/p>\n<p>Gewerkschaften hatten damals nicht viel mitzureden: Die Crew drehte 18 bis 19 Stunden am Tag bis zur Ersch\u00f6pfung. Aber zumindest Lynch hatte wieder Spa\u00df am Filmemachen und fieberte jedem Drehtag entgegen.<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"close notice This article is also available in English. 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