{"id":130332,"date":"2026-05-19T13:41:30","date_gmt":"2026-05-19T13:41:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/130332\/"},"modified":"2026-05-19T13:41:30","modified_gmt":"2026-05-19T13:41:30","slug":"jupitermond-zweifel-an-wasserfontaenen-auf-europa-wachsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/130332\/","title":{"rendered":"Jupitermond: Zweifel an Wasserfont\u00e4nen auf Europa wachsen"},"content":{"rendered":"<p>Neue Hubble-Analysen stellen fr\u00fchere Hinweise auf Wasserfont\u00e4nen am Jupitermond Europa infrage. Forschende bewerten alte Daten neu.<\/p>\n<p>        <img width=\"1200\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Investigating_Europa-68801-Full-size-RGB-JPG-1-e1779172316283-1200x600.jpg\" class=\"single__post-image wp-post-image\" alt=\"Jupitermond Europa\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\"  \/><\/p>\n<p>Eine neue Studie des SwRI hat Zweifel an der Existenz von Wasserdampfwolken auf dem Jupitermond Europa aufkommen lassen, die urspr\u00fcnglich auf der Grundlage von Beobachtungen des Hubble-Weltraumteleskops aus dem Jahr 2012 gemeldet worden waren. <\/p>\n<p class=\"wp-caption-source\">Foto: Nasa, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/publicdomain\/mark\/1.0\/deed.en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Public Domain<\/a><\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/6849df94013044cabb6ee974f9599151.gif\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"\" class=\"vg-wort-pixel\" style=\"position: absolute;\" loading=\"eager\" data-no-lazy=\"1\" data-skip-lazy=\"1\"\/><\/p>\n<p>Der Jupitermond Europa gilt seit Jahren als einer der spannendsten Orte im Sonnensystem. Unter seiner kilometerdicken Eiskruste vermuten Forschende einen gewaltigen Salzwasser-Ozean. Genau deshalb sorgte eine Studie aus dem Jahr 2014 f\u00fcr gro\u00dfes Interesse. Damals glaubte ein Forschungsteam, Hinweise auf Wasserdampffont\u00e4nen entdeckt zu haben, die aus dem Inneren Europas ins All schie\u00dfen.<\/p>\n<p>Nun ger\u00e4t diese Interpretation ins Wanken. Forschende des Southwest Research Institute haben 14 Jahre Beobachtungsdaten des Hubble-Weltraumteleskop erneut ausgewertet. Das Ergebnis: Die fr\u00fcheren Hinweise auf Wasserdampf sind deutlich unsicherer als zun\u00e4chst angenommen.<\/p>\n<p>Alte Daten neu bewertet<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der Analyse standen sogenannte Lyman-Alpha-Signale. Dabei handelt es sich um ultraviolettes Licht, das von Wasserstoffatomen ausgesendet oder gestreut wird. Solche Signale k\u00f6nnen Hinweise auf entweichenden Wasserdampf liefern.<\/p>\n<p>Die Forschenden nutzten daf\u00fcr Daten des Instruments STIS an Bord des Hubble-Teleskops. Zwischen 2012 und 2014 arbeiteten sie dabei offenbar bereits an den Grenzen der technischen M\u00f6glichkeiten. \u201eDie Beweise f\u00fcr Wasserdampfwolken auf Europa sind nicht so stichhaltig, wie wir zun\u00e4chst angenommen hatten\u201c, sagte Dr. Kurt Retherford vom SwRI.<\/p>\n<p>Ein zentrales Problem lag offenbar in der exakten Positionierung Europas auf den Aufnahmen. Schon minimale Abweichungen konnten die Ergebnisse beeinflussen. \u201eWenn die Position von Europa auch nur um ein oder zwei Pixel abweicht, k\u00f6nnte dies die Interpretation der Daten beeinflussen\u201c, erkl\u00e4rte Retherford.<\/p>\n<p>Vielleicht nur statistisches Rauschen<\/p>\n<p>Genau das k\u00f6nnte nun passiert sein. Was damals wie ein schwaches Signal einer Wasserfont\u00e4ne aussah, k\u00f6nnte schlicht statistisches Rauschen gewesen sein.<\/p>\n<p>Dr. Lorenz Roth, Hauptautor der neuen Studie, formuliert das deutlich: \u201eUnsere erneute Analyse hat unsere urspr\u00fcngliche 99,9-prozentige Sicherheit hinsichtlich der Existenz der Font\u00e4nen auf weniger als 90 Prozent reduziert.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr die Forschenden reicht das nicht mehr aus, um die damaligen Aussagen mit derselben Sicherheit aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Das bedeutet allerdings nicht, dass Europa definitiv keine Wasserfont\u00e4nen besitzt. Die aktuelle Untersuchung schw\u00e4cht lediglich die bisherigen Hinweise.\u00a0 Retherford betont deshalb: \u201eDie Beschreibung des Ph\u00e4nomens h\u00e4lt einer \u00dcberpr\u00fcfung einfach nicht mehr stand.\u201c<\/p>\n<p>Europa bleibt trotzdem hochinteressant<\/p>\n<p>Trotz der neuen Zweifel bleibt Europa eines der wichtigsten Ziele der Planetenforschung. Der Mond besitzt vermutlich einen globalen Ozean unter seiner Eisdecke. Viele Forschende halten es weiterhin f\u00fcr m\u00f6glich, dass Wasser durch Risse im Eis an die Oberfl\u00e4che gelangt.<\/p>\n<p>Andere Monde liefern daf\u00fcr Beispiele. Auf dem Saturnmond Enceladus wurden Wasserdampffont\u00e4nen eindeutig nachgewiesen. Beim Jupitermond Io schleudern Vulkane Schwefeldioxid ins All.<\/p>\n<p>Die Hoffnung richtet sich nun auf die NASA-Mission Europa Clipper. Die Raumsonde soll ab 2030 das Jupitersystem untersuchen und Europas Oberfl\u00e4che sowie m\u00f6gliche Ausgasungen deutlich genauer analysieren.<\/p>\n<p>Warum Europa f\u00fcr Forschende so wichtig ist<\/p>\n<p>Europa z\u00e4hlt seit Jahren zu den spannendsten Zielen der Planetenforschung. Unter der dicken Eisschicht des Jupitermonds vermuten Forschende einen riesigen Salzwasser-Ozean. Einige Modelle gehen sogar davon aus, dass Europa insgesamt mehr Wasser enth\u00e4lt als die Erde. Genau das macht den Mond f\u00fcr die Wissenschaft so interessant. Wo fl\u00fcssiges Wasser existiert, k\u00f6nnten grunds\u00e4tzlich auch Bedingungen entstehen, die einfaches Leben erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Besonders spannend w\u00e4re der Nachweis von Wasserfont\u00e4nen. Sollten tats\u00e4chlich Wasser und Eispartikel aus dem Inneren Europas ins All geschleudert werden, k\u00f6nnten Raumsonden dieses Material direkt untersuchen. Eine Landung auf der vereisten Oberfl\u00e4che w\u00e4re daf\u00fcr zun\u00e4chst gar nicht n\u00f6tig. K\u00fcnftige Missionen k\u00f6nnten durch solche Font\u00e4nen fliegen und die enthaltenen Teilchen analysieren. Forschende hoffen dabei unter anderem auf Hinweise auf chemische Verbindungen, die R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Bedingungen im verborgenen Ozean zulassen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.aanda.org\/articles\/aa\/full_html\/2026\/05\/aa59406-26\/aa59406-26.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hier geht es zur Originalpublikation<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neue Hubble-Analysen stellen fr\u00fchere Hinweise auf Wasserfont\u00e4nen am Jupitermond Europa infrage. Forschende bewerten alte Daten neu. 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