{"id":132888,"date":"2026-05-21T06:30:08","date_gmt":"2026-05-21T06:30:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/132888\/"},"modified":"2026-05-21T06:30:08","modified_gmt":"2026-05-21T06:30:08","slug":"kuenstliche-intelligenz-analysiert-ganze-mauskoerper-bis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/132888\/","title":{"rendered":"K\u00fcnstliche Intelligenz analysiert ganze Mausk\u00f6rper bis \u2026"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein internationales Forschungsteam um LMU-Professor Ali Ert\u00fcrk hat mit K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) eine neue Methode entwickelt, mit der sich komplette Mausk\u00f6rper bis auf Ebene einzelner Zellen analysieren lassen. Das System mit dem Namen \u201eMouseMapper\u201c kombiniert moderne Gewebeaufbereitung, Lichtblattmikroskopie und Deep Learning, um Nervenbahnen, Immunzellen sowie 31 verschiedene Organe und Gewebe automatisiert im gesamten K\u00f6rper sichtbar zu machen. Dar\u00fcber berichten die Forschenden des von Helmholtz Munich und LMU geleiteten Projekts in der Fachzeitschrift Nature.<\/p>\n<p>\u201eMit MouseMapper k\u00f6nnen wir erstmals krankheitsbedingte Ver\u00e4nderungen im gesamten K\u00f6rper auf zellul\u00e4rer Ebene sichtbar machen\u201c, sagt <a href=\"https:\/\/www.erturk-lab.com\/\" class=\"is-external\" title=\"Link \u00f6ffnet in neuem Fenster\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Professor Ali Ert\u00fcrk<\/a> vom Institut f\u00fcr Schlaganfall- und Demenzforschung der LMU und von Helmholtz Munich. \u201eDas er\u00f6ffnet v\u00f6llig neue M\u00f6glichkeiten, Krankheiten bereits in sehr fr\u00fchen Stadien zu erkennen \u2013 lange bevor erste Symptome auftreten.\u201c<\/p>\n<p>Die vollst\u00e4ndigen Ganzk\u00f6rperdaten stellt sein Team online zur Verf\u00fcgung, um anderen Forschenden weltweit den Zugang zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>\tKI kartiert Nerven, Immunzellen und Organe automatisch<\/p>\n<p>Technisch basiert MouseMapper auf sogenannten Foundation-Modellen, also gro\u00dfen KI-Modellen, die mit enormen Mengen an Daten trainiert werden, um allgemeine Muster zu erkennen. Anders als klassische KI-Systeme sind sie nicht nur f\u00fcr eine einzige Aufgabe gedacht, sondern k\u00f6nnen flexibel f\u00fcr viele verschiedene Anwendungen angepasst werden. Dadurch funktioniert das System nicht nur bei einer bestimmten Krankheit oder Bildgebungsmethode, sondern l\u00e4sst sich flexibel auf andere Datens\u00e4tze \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Die KI erkennt automatisch feinste Nervenstrukturen, Ansammlungen von Immunzellen sowie anatomische Regionen im gesamten K\u00f6rper. Auf diese Weise k\u00f6nnen Forschende Ver\u00e4nderungen systematisch vergleichen und auff\u00e4llige Regionen gezielt f\u00fcr weitere molekulare Analysen ausw\u00e4hlen.<\/p>\n<p>\tUnerwartete Nervensch\u00e4den durch fettreiche Ern\u00e4hrung<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ali-ertuerk_portraet_1_1_format_s.jpg\" alt=\"Prof. Ali Ert\u00fcrk\" title=\"Prof. Ali Ert\u00fcrk | \u00a9 Helmholtz Munich | Matthias Tunger\" data-\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tVergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p class=\"figure__caption-content\">Professor Ali Ert\u00fcrk | \u00a9 Helmholtz Munich | Matthias Tunger <\/p>\n<p>Die Forschenden nutzten MouseMapper unter anderem, um Auswirkungen von Adipositas auf den gesamten Organismus von M\u00e4usen zu untersuchen. Dabei entdeckten sie bislang unbekannte strukturelle Sch\u00e4den an sensiblen Gesichtsnerven des Trigeminussystems. Betroffen war insbesondere der Infraorbitalnerv, der f\u00fcr die Tastwahrnehmung \u00fcber die Schnurrhaare zust\u00e4ndig ist. M\u00e4use mit fettreicher Ern\u00e4hrung zeigten deutlich weniger Nervenverzweigungen und reagierten schlechter auf Ber\u00fchrungsreize.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzliche molekulare Analysen zeigten Ver\u00e4nderungen in Signalwegen, die mit Entz\u00fcndungen sowie Umbau- und Degenerationsprozessen von Nervenzellen zusammenh\u00e4ngen. Besonders bemerkenswert: Die gleichen molekularen Muster fanden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch in Gewebeproben von Menschen mit Adipositas. Damit gelang erstmals eine direkte Verbindung zwischen Beobachtungen im Mausmodell und Ver\u00e4nderungen beim Menschen.<\/p>\n<p>\u201eBesonders \u00fcberrascht hat uns, dass Adipositas offenbar sensorische Gesichtsnerven sch\u00e4digen kann\u201c, erkl\u00e4rt Erstautorin Dr. Doris Kaltenecker. \u201eDie Tatsache, dass wir dieselben molekularen Muster auch beim Menschen gefunden haben, macht die Ergebnisse besonders relevant.\u201c<\/p>\n<p>Neben Nervensch\u00e4den dokumentierte MouseMapper umfangreiche Entz\u00fcndungsprozesse in verschiedenen Organen adip\u00f6ser Tiere. Besonders stark betroffen waren das Fettgewebe, die Leber und der Bauchraum. Dort konnten die Forschenden gr\u00f6\u00dfere Ansammlungen von Immunzellen finden: ein Hinweis auf chronische Entz\u00fcndungsreaktionen im gesamten Organismus.<\/p>\n<p>\tAusblick: Mit digitalen Zwillingen Krankheiten simulieren<\/p>\n<p>Langfristig verfolgt Ert\u00fcrks Team das Ziel, umfassende Zellatlanten gesunder und kranker Organismen zu erstellen. \u201eUnser Ziel ist, digitale Zellatlanten des K\u00f6rpers zu erstellen, die wie virtuelle Zwillinge funktionieren\u201c, sagt der Wissenschaftler. \u201eDamit k\u00f6nnten wir Krankheiten k\u00fcnftig am Computer analysieren und neue Therapien deutlich schneller testen.\u201c<\/p>\n<p>Digitale Zwillinge sind virtuelle Modelle biologischer Organismen, die mithilfe von KI, Bildgebung und molekularen Daten m\u00f6glichst realit\u00e4tsnah den K\u00f6rper auf Zellebene abbilden. Forschende k\u00f6nnten damit k\u00fcnftig Krankheiten simulieren, Therapien digital testen und Krankheitsprozesse besser verstehen \u2013 teilweise sogar ohne zus\u00e4tzliche Tierversuche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein internationales Forschungsteam um LMU-Professor Ali Ert\u00fcrk hat mit K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) eine neue Methode entwickelt, mit der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":132889,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[46,1356,67,66,5100,5101,5099,688,45,44,2131],"class_list":["post-132888","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-ch","tag-forschung","tag-gesundheit","tag-health","tag-lehrangebot","tag-lmu","tag-ludwig-maximilians-universitaet","tag-muenchen","tag-schweiz","tag-switzerland","tag-universitaet"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116611154521808734","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/132888","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=132888"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/132888\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/132889"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=132888"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=132888"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=132888"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}