{"id":13999,"date":"2026-02-21T07:27:07","date_gmt":"2026-02-21T07:27:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/13999\/"},"modified":"2026-02-21T07:27:07","modified_gmt":"2026-02-21T07:27:07","slug":"wohnhaus-am-fuss-der-pyrenaeen-stammt-von-antoni-gaudi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/13999\/","title":{"rendered":"Wohnhaus am Fu\u00df der Pyren\u00e4en stammt von Antoni Gaud\u00ed"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/berghuette-spanien-100.jpg\" alt=\"Ein Besucher spaziert um die Bergh\u00fctte Xalet del Catllaras in den Pyren\u00e4en herum.\" title=\"Ein Besucher spaziert um die Bergh\u00fctte Xalet del Catllaras in den Pyren\u00e4en herum. | REUTERS\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 20.02.2026 \u2022 18:43 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Ein neues Reiseziel f\u00fcr Architekturfans: Schon lange wurde \u00fcber ein kunstvoll gestaltetes, dreist\u00f6ckiges Wohnhaus in einem spanischen Pyren\u00e4endorf spekuliert. Nun steht fest, dass es von Stararchitekt Antoni Gaud\u00ed stammt.\n    <\/p>\n<p>Von Hans-G\u00fcnter Kellner, ARD Madrid\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Chalet von Catllar\u00e0s mit seinem langen und hohen Gew\u00f6lbe in Pobla de Lillet sieht ein wenig aus wie eine Kirche. Aber es ist ein Wohngeb\u00e4ude. Zw\u00f6lf Fenster sind auf jeder Geb\u00e4udeseite symmetrisch angeordnet. Eine kunstvoll, wie ein Korkenzieher in die H\u00f6he gezogene Wendeltreppe f\u00fchrt zu den zwei h\u00f6heren Etagen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zwei Jahre lang hat der spanische Architektur-Professor Galdric Santana das Haus mitten im Wald vor den Pyren\u00e4en untersucht. F\u00fcr ihn steht jetzt fest: &#171;Das wichtigste ist, dass diese L\u00e4ngsachse allein ausreicht, um die Stockwerke zu tragen. Gew\u00f6lbe haben Architekten auch schon im 19. Jahrhundert gezeichnet. Aber Antoni Gaud\u00ed l\u00e4sst das Gew\u00f6lbe die h\u00f6heren Stockwerke tragen.&#187;<\/p>\n<p>                    So etwas hat sich zu dieser Zeit nur er getraut. Die Stockwerke sind aufgrund der markanten Form der Au\u00dfenw\u00e4nde nicht gleich gro\u00df, sondern werden kleiner. Dies Technik wurde nur von Gaud\u00ed verwendet.<\/p>\n<p>Professor Galdric Santana, Polytechnische Universit\u00e4t von Katalonien<\/p>\n<p>Antoni Gaud\u00ed<\/p>\n<p>        Der Architekt Antoni Gaud\u00ed lebte von 1852\u00a0bis 1926\u00a0und gilt als einer der herausragendsten Vertreter der\u00a0katalanischen\u00a0Bewegung des &#171;Modernisme&#187;. Zu seinen bekanntesten Geb\u00e4uden z\u00e4hlt die Basilika Sagrada Familia in Barcelona.<\/p>\n<p>    Hinweise auf den Urheber<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Professor der Polytechnischen Universit\u00e4t von Katalonien hat nach Baupl\u00e4nen gesucht und nach Schrifts\u00e4tzen aus der Bauzeit zwischen 1902 und 1908. Aber: die gibt es nicht. So ist die Art, wie das Haus in den Pyren\u00e4en angelegt ist, f\u00fcr Santana der einzige Hinweis daf\u00fcr, dass Gaud\u00ed das Haus entworfen hat, und nicht etwa seine Sch\u00fcler.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die haben jedoch das urspr\u00fcngliche Projekt ein wenig verw\u00e4ssert. &#171;Der Entwurf ist so gewagt, so neu, es gab keine Pr\u00e4zedenzf\u00e4lle daf\u00fcr. Und es steht seit \u00fcber 100 Jahren hier, ohne Probleme&#187;, sagt Santana. Aber der Bauort sei weit entfernt von Barcelona und Gaud\u00ed habe in jenen Jahren viele Auftr\u00e4ge gehabt. &#171;Darum hat er den Bau nicht selbst geleitet. Und seine Sch\u00fcler haben seinen Berechnungen misstraut&#187;, so Santana.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#171;Sie haben \u00fcberfl\u00fcssige tragende W\u00e4nde eingezogen. Dabei hatte die Form als Gew\u00f6lbe den Zweck, die Struktur des Hauses zu tragen, die Balken f\u00fcr die oberen Stockwerke&#187;, f\u00fcgt er hinzu. &#171;Wegen dieser \u00c4nderung wird Gaud\u00ed auch nicht gesagt haben: &#8218;Seht her, das Haus habe ich gebaut.'&#187;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Antoni Gaud\u00ed schuf auch Profanbauten, wie das Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus Casa Batll\u00f3 in Barcelona.\n                    <\/p>\n<p>    Ingenieure lebten hier zu Beginn des 20. Jahrhunderts<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bekannt ist schon lange: Das Chalet de Catllar\u00e0s wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Auftrag von Eusebi G\u00fcell errichtet. Er war ein enger Freund und M\u00e4zen Gaud\u00eds, f\u00fcr ihn baute der Architekt den ber\u00fchmten Park G\u00fcell in Barcelona. G\u00fcell besa\u00df in der N\u00e4he des Orts eine Kohlemine und eine Zementfabrik. Die Ingenieure lebten in dem Geb\u00e4ude mit ihren Familien.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass Gaud\u00ed hinter dem Bau steht, \u00fcberrascht im Dorf Pobla de Lillet niemanden, auch Restaurantbetreiber Marc Rovira nicht: &#171;Wir haben schon immer gewusst, dass dieses Haus von Gaud\u00ed ist.&#187; Das sei auch bei dem Park des Dorfes der Fall, sagt er. &#171;Nach und nach wurde es auch hier in Katalonien bekannt, aber bislang ist niemand hergekommen, der das best\u00e4tigt h\u00e4tte. Jetzt haben sie uns Recht gegeben.&#187;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Menschen im Ort kennen das Haus auch deshalb so gut, weil es weiter genutzt wurde, als Mine und Zementwerk l\u00e4ngst stillgelegt waren. Auch der Wirt hat daran gute Erinnerungen: &#171;Das liegt ja mitten im Gebirge und war ein Landschulheim. Ich selbst war dort im Ferienlager. Es gab Stockbetten und Duschen, eine K\u00fcche. Wir haben dort viel Zeit im Freien verbracht.&#187;<\/p>\n<p>    Hoffnung auf mehr Touristen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit der offiziellen Anerkennung als Geb\u00e4ude Gaud\u00eds hoffen die Menschen in Pobla de Lillet nat\u00fcrlich auch von der Strahlkraft des Namens des Architekten zu profitieren, dessen ber\u00fchmtestes Bauwerk, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/regional\/badenwuerttemberg\/sagrada-familia-ulmer-muenster-100.html\" title=\"Sagrada Fam\u00edlia ist h\u00f6her: Ulmer M\u00fcnster nicht mehr h\u00f6chster Kirchturm\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die Kirche Sagrada Familia in Barcelona<\/a>, jedes Jahr fast f\u00fcnf Millionen Besucherinnen und Besucher anzieht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ganz so viele sollen es in Pobla de Lillet dann aber doch nicht werden, hofft der B\u00fcrgermeister Enric Pla. &#171;Unsere G\u00e4rten werden schon von 40.000 Menschen im Jahr besucht. Und wir haben ja auch noch den Tourismuszug zu der alten Zementfabrik, die die industrielle Revolution hier dokumentiert. Wir freuen uns nat\u00fcrlich, dass jetzt auch Gaud\u00eds Chalet hier weitere Leute anzieht.&#187; Man wolle aber nicht den d\u00f6rflichen Charakter verlieren und die eigene Art, vor Ort zu leben, sagt der B\u00fcrgermeister.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Das vermutlich bekannteste Geb\u00e4ude des Architekten: Die Basilika Sagrada Familia in Barcelona.\n                    <\/p>\n<p>    Klein im Vergleich mit anderen Gaud\u00ed-Geb\u00e4ude<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gegen die ber\u00fchmten Gaud\u00ed-Geb\u00e4ude in Barcelona wirke das Chalet von Catllar\u00e0s recht klein, sagt Architekturprofessor Galdric Santana. Aber im Gesamtwerk Gaud\u00eds d\u00fcrfe es nicht untersch\u00e4tzt werden. &#171;Dieses Werk ist eine Synthese von Gaud\u00eds damaligem Verst\u00e4ndnis von Architektur: die Formen, die sich an die Natur anlehnen. Er hat hier an einem Ort gebaut, an dem er sich v\u00f6llig frei f\u00fchlen konnte, nicht in einer st\u00e4dtischen Umgebung mit anderen umliegenden Geb\u00e4uden.&#187;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Denn nur dort habe Gaud\u00ed alle Freiheiten f\u00fcr sein eigenes, modernes Verst\u00e4ndnis von Architektur gehabt, glaubt Architektur-Professor Santana.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 20.02.2026 \u2022 18:43 Uhr Ein neues Reiseziel f\u00fcr Architekturfans: Schon lange wurde \u00fcber ein kunstvoll gestaltetes, dreist\u00f6ckiges&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14000,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[23],"tags":[611,97,96,46,98,68,100,99,4002,5843,45,4623,44,69],"class_list":{"0":"post-13999","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-architektur","9":"tag-art","10":"tag-art-and-design","11":"tag-ch","12":"tag-design","13":"tag-entertainment","14":"tag-kunst","15":"tag-kunst-und-design","16":"tag-kuenstler","17":"tag-pyrenaeen","18":"tag-schweiz","19":"tag-spanien","20":"tag-switzerland","21":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13999","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13999"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13999\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14000"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13999"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13999"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13999"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}