{"id":143191,"date":"2026-05-28T15:04:09","date_gmt":"2026-05-28T15:04:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/143191\/"},"modified":"2026-05-28T15:04:09","modified_gmt":"2026-05-28T15:04:09","slug":"verzoegert-china-airbus-abnahmen-um-seine-c919-schneller-easa-zugelassen-zu-bekommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/143191\/","title":{"rendered":"Verz\u00f6gert China Airbus-Abnahmen, um seine C919 schneller EASA-zugelassen zu bekommen?"},"content":{"rendered":"<p>Die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters meldeten den Sachverhalt am Mittwoch. Demnach habe Airbus bei der Bekanntgabe der j\u00fcngsten Quartalszahlen einger\u00e4umt, dass Chinas Luftfahrtbeh\u00f6rde CAAC die Zulassung von rund 20 Airbus-Flugzeugen schon monatelang herausz\u00f6gere. Finanzvorstand Thomas T\u00f6pfer habe den Wert dieses nicht ausgelieferten &#171;Inventars&#187; mit rund f\u00fcnf Milliarden Euro beziffert. Bloomberg vermutet, dass China die Flugzeuge als Faustpfand nutzen m\u00f6chte, um eine schnellere Zulassung des eigenen Verkehrsflugzeugs COMAC C919 durch die EASA zu bewirken. Der in China bereits im t\u00e4glichen Einsatz befindliche, moderne Zweistrahler zielt auch auf westliche M\u00e4rkte und braucht daf\u00fcr, neben der bereits vorhandenen chinesischen Zulassung, westliche FAA- und EASA-Zulassungen.<\/p>\n<p>Die EASA hatte zu Jahresbeginn mit eigenen Testpiloten Erprobungsfl\u00fcge mit der C919 in Schanghai aufgenommen. EASA-Exekutivdirektor Florian Guillermet hatte allerdings zuvor eine l\u00e4ngere, drei- bis sechsj\u00e4hrige Pr\u00fcfungsdauer in Aussicht gestellt. Die europ\u00e4ische Luftfahrtbeh\u00f6rde muss die Konstruktionsprinzipien, die Systeme, die Fertigungsmethoden und die Zuverl\u00e4ssigkeit eines Flugzeugs bewerten und die \u00dcbereinstimmung mit den EASA-Zulassungsvorschriften pr\u00fcfen. Dabei entscheidet sie ausdr\u00fccklich unabh\u00e4ngig von politischem Einfluss nach rein technischen Kriterien. Bei Flugzeugprogrammen in den USA und Europa besteht inzwischen eine enge Zusammenarbeit der Zulassungsbeh\u00f6rden FAA und EASA. Die jeweils ortsans\u00e4ssige Beh\u00f6rde \u00fcbernimmt die F\u00fchrung, die &#171;Gastbeh\u00f6rde&#187; stellt bei Bedarf jederzeit zus\u00e4tzlich eigene R\u00fcckfragen und entscheidet am Ende eigenst\u00e4ndig, ob sie das Flugzeugmuster zul\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die jetzt strittige C919 ist Chinas erste, moderne Verkehrsflugzeug-Eigenentwicklung, die auch auf den Exportmarkt zielt. In China werden bereits Flugzeuge der A320neo-Familie nach EASA-Regeln gebaut, mit aus China zugelieferten Fl\u00fcgeln, die am Ende eine EASA-Zulassung erhalten. Dazu betreibt Airbus in Tianjin mit chinesischen Partnern ein eigenes A320-Endmontagewerk. Wie kompliziert das Thema Flugzeugzulassung aber ist, sah man zuvor am chinesischen Regionaljet COMAC C909. Das urspr\u00fcnglich ARJ21  genannte Flugzeug basierte auf der bew\u00e4hrten westlichen Zelle der MD-90 von McDonnell-Douglas, die mit einem neuen Fl\u00fcgel, den Chinas \u00f6stlicher Partner Russland seinerzeit bei Antonow in der Ukraine nach russischen Standards entwickeln lie\u00df, und westlichen CF-34-10-Triebwerken von General Electric kombiniert wurde. China gab das Ziel einer westlichen Zulassung schlie\u00dflich auf, nachdem die daf\u00fcr n\u00f6tigen Zulassungsnachweise aus Ost und West wegen uneinheitlicher Dokumentationsarten nicht komplett erbracht werden konnten. Das Flugzeug wird aber in Serie produziert und fliegt in China im regul\u00e4ren Einsatz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters meldeten den Sachverhalt am Mittwoch. 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