{"id":144268,"date":"2026-05-29T09:59:14","date_gmt":"2026-05-29T09:59:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/144268\/"},"modified":"2026-05-29T09:59:14","modified_gmt":"2026-05-29T09:59:14","slug":"nach-20-jahren-suche-extreme-supernova-bestaetigt-magnetar-modell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/144268\/","title":{"rendered":"Nach 20 Jahren Suche: Extreme Supernova best\u00e4tigt Magnetar-Modell"},"content":{"rendered":"<p>Nach 20 Jahren Suche: Extreme Supernova best\u00e4tigt Magnetar-Modell &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>Nach 20 Jahren Suche: Ist das R\u00e4tsel extrem heller Supernovae gel\u00f6st?<\/p>\n<p>Eine jahrzehntelange Suche war n\u00f6tig, um Gammastrahlung von einer besonders leuchtkr\u00e4ftigen Klasse von Supernovae eindeutig nachzuweisen. Die Beobachtungsdaten von SN\u00a02017egm st\u00e4rken die Annahme, dass ein schnell rotierender Magnetar die enorme Leuchtkraft der gewaltigen Explosion antreibt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Ein farbenpr\u00e4chtiges astronomisches Bild zeigt den Krebsnebel, eine Supernova-\u00dcberrestwolke im Weltraum. Die Aufnahme zeigt leuchtende Gas- und Staubwolken in Blau-, Rot- und Oranget\u00f6nen, die sich in komplexen Mustern ausbreiten. Im Zentrum befindet sich ein heller, pulsierender Neutronenstern, der als Pulsar bekannt ist. Der Hintergrund ist mit zahlreichen kleinen Sternen \u00fcbers\u00e4t. Dieses Bild veranschaulicht die dynamischen Prozesse und die Sch\u00f6nheit kosmischer Strukturen.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/timelapse_crab_nebula_sml.jpg\" title=\"Ein farbenpr\u00e4chtiges astronomisches Bild zeigt den Krebsnebel, eine Supernova-\u00dcberrestwolke im Weltraum. Die Aufnahme zeigt leuchtende Gas- und Staubwolken in Blau-, Rot- und Oranget\u00f6nen, die sich in komplexen Mustern ausbreiten. Im Zentrum befindet sich ein heller, pulsierender Neutronenstern, der als Pulsar bekannt ist. Der Hintergrund ist mit zahlreichen kleinen Sternen \u00fcbers\u00e4t. Dieses Bild veranschaulicht die dynamischen Prozesse und die Sch\u00f6nheit kosmischer Strukturen.\"\/><\/p>\n<p> Messier 1\u00a0entstand im Jahr 1054 als Folge einer Supernova-Explosion. In seinem Zentrum befindet sich ein isolierter Neutronenstern, der sich etwa 30-mal pro Sekunde um sich selbst dreht. Die schnelle Rotation treibt einen hochenergetischen Teilchenwind an, der intensive R\u00f6ntgen- und Gammastrahlung in einer gro\u00dfr\u00e4umigen Struktur\u00a0\u2013 dem Pulsarwindnebel\u00a0\u2013 abstrahlt. Das Kompositbild besteht aus R\u00f6ntgendaten des NASA-Weltraumteleskops Chandra (bl\u00e4ulich wei\u00df) und Infrarotdaten des James-Webb-Weltraumteleskops. <\/p>\n<p>Fast 20\u00a0Jahre lang suchten Astronomen in den Daten des Weltraumteleskops Fermi der NASA von Tausenden besonders leuchtkr\u00e4ftiger Supernovae (englisch: superluminous supernova,\u00a0SLSN) nach Gammastrahlensignalen. Es fanden sich einige vielversprechende Kandidaten, doch keiner lie\u00df sich eindeutig best\u00e4tigen. Nun gelang einem internationalen Team um den Astronomen Fabio Acero am franz\u00f6sischen Centre national de la recherche scientifique und der Universit\u00e4t Paris-Saclay der Durchbruch: SN\u00a02017egm ist die erste Supernova, bei der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.aanda.org\/articles\/aa\/full_html\/2026\/05\/aa58547-25\/aa58547-25.html\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">zweifelsfrei eine Gammastrahlensignatur nachgewiesen<\/a> werden konnte. Die Entdeckung liefert damit den bislang besten Hinweis auf einen zentralen, extrem magnetisierten Neutronenstern,\u00a0einen Magnetar, als Energiequelle f\u00fcr die extreme Leuchtkraft\u00a0\u2013 auch lange nach der eigentlichen Explosion. <\/p>\n<p>SN 2017egm wurde bereits im Mai 2017 in der rund 440\u00a0Millionen Lichtjahre von uns entfernten Galaxie NGC\u00a03191\u00a0im Sternbild Gro\u00dfer B\u00e4r entdeckt und geh\u00f6rt zu einer seltenen Klasse von Sternexplosionen, deren visuelle Helligkeit jene normaler <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/lexikon\/astronomie\/supernova\/465\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Kernkollaps-Supernovae<\/a> um das 10- bis 100-Fache \u00fcbertreffen kann (siehe \u00bbVom Licht geblendet\u00ab). W\u00e4hrend in Letzteren die Energie f\u00fcr das Nachleuchten vor allem aus dem radioaktiven Zerfall des Isotops Nickel-56\u00a0stammt, reicht dieser Prozess nicht aus, um die enorme Leuchtkraft von SLSNs\u00a0zu erkl\u00e4ren. <\/p>\n<p> Vom Licht geblendet | <\/p>\n<p>Die extrem leuchtkr\u00e4ftige Supernova SN\u00a02017egm wurde am 23.\u00a0Mai\u00a02017 von der europ\u00e4ischen Gaia-Mission entdeckt und explodierte in der massereichen Balkenspiralgalaxie NGC\u00a03191.\u00a0Die Aufnahmen im visuellen Spektralbereich zeigen die Wirtsgalaxie vor der Supernova-Explosion (links) sowie etwas mehr als einen Monat danach, am\u00a01.\u00a0Juli 2017 (rechts)\u00a0\u2013 deutlich ist eine helle Emissionsregion zu sehen, welche die gesamte Galaxie \u00fcberstrahlt.\u00a0 <\/p>\n<p>Hier setzt nun das Magnetar-Modell an: Der nach der Explosion eines massereichen Sterns verbleibende Neutronenstern rotiert Hunderte Male pro Sekunde und besitzt extreme Magnetfelder. Innerhalb von diesen werden hochenergetische, geladene Teilchen in Gammastrahlung umgewandelt. Doch in der fr\u00fchen Phase einer Supernova sind die \u00dcberbleibsel des Vorg\u00e4ngersterns noch zu dicht, sodass die hochenergetische Strahlung zun\u00e4chst absorbiert und in niedrigeren Wellenl\u00e4ngenbereichen reemittiert wird. Das erkl\u00e4rt die enorme Helligkeit im Visuellen. Erst nach ausreichender Expansion und Abk\u00fchlung des Materials kann die Gammastrahlung \u00bbdurchsickern\u00ab. Entsprechend schlugen die Instrumente an Bord von Fermi im Fall von SN\u00a02017egm erst 50\u00a0bis 160\u00a0Tage nach der Explosion\u00a0aus.<\/p>\n<p>Als alternative Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Gammastrahlung wurde lange auch eine Wechselwirkung mit zirkumstellarer Materie (CSM) diskutiert, doch das Verh\u00e4ltnis von Gamma- zu visueller Leuchtkraft ist bei SN\u00a02017egm nahe\u00a01\u00a0und damit um den Faktor 100\u00a0h\u00f6her als bei CSM-getriebenen Ereignissen wie den wiederkehrenden Novae. Dar\u00fcber hinaus zeigt das Spektrum der extrem leuchtkr\u00e4ftigen Supernova Sauerstofflinien, die auf eine Anregung durch nichtthermische Strahlung hindeuten. Das Magnetar-Modell erweist sich f\u00fcr den Fall SN\u00a02017egm daher als das \u00fcberlegene.<\/p>\n<p>Die Gruppe untersuche au\u00dferdem, wie gut zuk\u00fcnftige bodengebundene Gammastrahlenteleskope wie das Cerenkov Telescope Array Observatory \u00e4hnliche Ereignisse nachweisen k\u00f6nnten. Mit rund 50\u00a0Stunden Beobachtungszeit, so das Team, lie\u00dfen sich derartige Supernovae bis in eine Entfernung von rund 500\u00a0Millionen Lichtjahren nachweisen. <\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist Astrophysiker und Redakteur f\u00fcr Astronomie. <\/p>\n<p>Digitalausgaben Printausgaben Topseller Bundles<\/p>\n<p> Acero, F. et al., Astronomy &amp; Astrophysics 10.1051\/0004\u20136361\/202558547, 2026 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/32e8fc4556b947b788f431c4dcc481b5.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach 20 Jahren Suche: Extreme Supernova best\u00e4tigt Magnetar-Modell &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltNach 20 Jahren Suche: Ist&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":144269,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[15],"tags":[293,46,35180,35181,35182,35178,12506,35183,45,60,59,35177,35179,7224,44,64,61,24587,63,62],"class_list":["post-144268","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-astronomie","tag-ch","tag-fermi","tag-gammastrahlen","tag-gammastrahlung","tag-magnetar","tag-neutronenstern","tag-ngc-3191","tag-schweiz","tag-science","tag-science-technology","tag-slsn","tag-sn-2017egm","tag-supernova","tag-switzerland","tag-technik","tag-technology","tag-weltraumteleskop","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116657275201464244","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/144268","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=144268"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/144268\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/144269"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=144268"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=144268"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=144268"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}