{"id":150852,"date":"2026-06-02T21:15:17","date_gmt":"2026-06-02T21:15:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/150852\/"},"modified":"2026-06-02T21:15:17","modified_gmt":"2026-06-02T21:15:17","slug":"genf-ein-el-nino-steht-an-was-das-fuer-die-welt-bedeutet-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/150852\/","title":{"rendered":"Genf | Ein El Ni\u00f1o steht an &#8211; was das f\u00fcr die Welt bedeutet"},"content":{"rendered":"<p>Genf (dpa) &#8211; Die Welt muss sich verst\u00e4rkt f\u00fcr Extremwetter wappnen. Das Klimaph\u00e4nomen El Ni\u00f1o steht nach Angaben der Weltwetterorganisation WMO) vor der T\u00fcr, und vorherige Episoden zeigen, was das je nach Weltregion bedeuten kann: verheerende D\u00fcrren und \u00dcberschwemmungen sowie eine globale Durchschnittstemperatur, die den Rekord von 2024 brechen k\u00f6nnte.\u00a0<\/p>\n<p>Was kommt auf uns zu?\u00a0<\/p>\n<p>Dass El Ni\u00f1o kommt und das Wetter mindestens bis Ende des Jahres beeinflusst, steht mit hoher Wahrscheinlichkeit fest. Wie stark die Auswirkungen sein werden, ist schwer zu sagen. In Medien und Teilen der Forschungsgemeinschaft wird \u00fcber einen Super-El-Ni\u00f1o spekuliert, ein besonders starkes Ereignis. Das letzte, 2023\/24, geh\u00f6rte zu den f\u00fcnf st\u00e4rksten seit Beginn der Aufzeichnungen 1950. Wie stehen die Chancen? 50 zu 50, sagt Klimaforscher Mojib Latif vom Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Ozeanforschung Kiel. \u00abEs kann sein, kann aber auch nicht sein.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Welche Auswirkungen gibt es f\u00fcr Mitteleuropa?<\/p>\n<p>Eher wenige, sagt Daniela Domeisen von der ETH Z\u00fcrich. \u00abDas erkl\u00e4rt sich vor allem daraus, dass Europa nun mal sehr weit weg liegt vom tropischen Pazifik, und bis das Signal zu uns gelangt, wird es von vielen anderen atmosph\u00e4rischen und ozeanischen Einfl\u00fcssen gest\u00f6rt.\u00bb Wenn \u00fcberhaupt, sei eher mit k\u00e4lterem und nasserem Wetter als \u00fcblich zu rechnen.\u00a0<\/p>\n<p>Armin Bunde, Emeritus von der Universit\u00e4t Gie\u00dfen, der selbst El Ni\u00f1os berechnet hat, verweist auf indirekte Auswirkungen: \u00abSo k\u00f6nnen schlechte Ernten im Pazifikraum zu h\u00f6heren Preisen f\u00fcr Zucker, Kaffee und Kakao f\u00fchren\u00bb, sagt er.<\/p>\n<p>Wovon h\u00e4ngt die Entwicklung eines Super-El-Ni\u00f1os ab?<\/p>\n<p>Entscheidend f\u00fcr die Entwicklung und die St\u00e4rke seien Windschwankungen, die schwer vorherzusagen seien, erkl\u00e4rt Latif. Grunds\u00e4tzlich ziehen bei dem Klimaph\u00e4nomen in \u00c4quatorn\u00e4he im Pazifik warmes Wasser und Wolken an die sonst trockene K\u00fcste S\u00fcdamerikas. Dies kann &#8211; oft in S\u00fcdamerika und in der Folge auch in einigen Staaten Ostafrikas &#8211; f\u00fcr verheerende \u00dcberschwemmungen sorgen. In S\u00fcdostasien, Ostaustralien und bis nach S\u00fcdostafrika h\u00e4ufen sich dagegen D\u00fcrren und Waldbr\u00e4nde. Zwischen den El-Ni\u00f1o-Episoden zeigt sich ein Wetterph\u00e4nomen mit genau umgekehrten Vorzeichen. Es wird La Ni\u00f1a genannt.<\/p>\n<p>Macht der Klimawandel El Ni\u00f1os st\u00e4rker?<\/p>\n<p>Dazu gibt es bislang keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, betont die WMO. El Ni\u00f1os dauern meist neun bis zw\u00f6lf Monate, erreichen den H\u00f6hepunkt zwischen November und Februar und passieren alle zwei bis sieben Jahre. Seit dem letzten (2023\/24) sind erst zwei Jahre vergangen, der Abstand zum El Ni\u00f1o davor waren sieben Jahre (2015\/16).\u00a0<\/p>\n<p>Das Ph\u00e4nomen kann aber die Folgen des Klimawandels verst\u00e4rken. Bei einem El Ni\u00f1o sind der tropische Pazifische Ozean und die Atmosph\u00e4re w\u00e4rmer, und dies kann mehr Energie und Feuchtigkeit f\u00fcr extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen und Starkregen bedeuten, so die WMO.\u00a0<\/p>\n<p>Wird das bislang hei\u00dfeste Jahr 2024 \u00fcbertroffen?<\/p>\n<p>Die Wahrscheinlichkeit, dass eines der Jahre 2026 bis 2030 eine noch h\u00f6here globale Durchschnittstemperatur aufweist als 2024, liegt nach einem aktuellen WMO-Bericht bei 86 Prozent. Wegen des El Ni\u00f1o k\u00f6nne dies schon 2027 der Fall sein. 2024 lag der Wert rund 1,55 Grad \u00fcber dem vorindustriellen Niveau (1850-1900).\u00a0<\/p>\n<p>Im 2015 in Paris verabschiedeten Weltklimavertrag haben L\u00e4nder zugesagt, den menschengemachten Temperaturanstieg durch eine Minderung beim Treibhausgasaussto\u00df begrenzen zu wollen. Damit sollen die schlimmsten Folgen des Klimawandels abgewendet werden. Die globale Durchschnittstemperatur soll m\u00f6glichst nicht mehr als 1,5 Grad \u00fcber vorindustriellem Niveau liegen. Das Klimaziel gilt nach bisher verbreitet verwendeter Definition als gerissen, wenn die Durchschnittstemperatur in einem Mittel von 20 Jahren dar\u00fcber liegt.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen L\u00e4nder sich auf El-Ni\u00f1o-Auswirkungen vorbereiten?\u00a0<\/p>\n<p>Die WMO empfiehlt, dass Regierungen und humanit\u00e4re Organisationen sich auf Folgen f\u00fcr klimasensible Sektoren wie Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Energie- und Wasserwirtschaft einstellen. Sie sollten Pl\u00e4ne f\u00fcr die Nahrungsmittelsicherheit und die Belastung des Gesundheitswesens ausarbeiten. \u00abFr\u00fchzeitige saisonale Vorhersagen und Fr\u00fchwarnungen sind entscheidend, um Leben zu retten und die Auswirkungen auf unsere Wirtschaft und unsere Gemeinden abzufedern\u00bb, so WMO-Chefin Celeste Saulo.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Genf (dpa) &#8211; Die Welt muss sich verst\u00e4rkt f\u00fcr Extremwetter wappnen. 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