{"id":151164,"date":"2026-06-03T05:21:15","date_gmt":"2026-06-03T05:21:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/151164\/"},"modified":"2026-06-03T05:21:15","modified_gmt":"2026-06-03T05:21:15","slug":"innsbrucker-virologin-leitet-millionenschweres-eu-projekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/151164\/","title":{"rendered":"Innsbrucker Virologin leitet millionenschweres EU-Projekt"},"content":{"rendered":"<p>Das Chikungunya-Fieber, eine von der Asiatischen Tigerm\u00fccke \u00fcbertragene schmerzhafte Virus-Erkrankung wurde in \u00d6sterreich bislang nur durch importierte Reisef\u00e4lle registriert. Mit der durch den Klimawandel bedingten Ausbreitung der Tigerm\u00fccke gibt es aber auch in Europa seit 2007 lokale Ausbr\u00fcche. Ein k\u00fcrzlich gestartetes und von der Med Uni Innsbruck koordiniertes EU-Projekt untersucht nun Sicherheit und Wirksamkeit eines in Europa bereits zugelassenen Impfstoffs in Afrika. Die Studienergebnisse werden auch f\u00fcr Personen in Europa von Bedeutung sein.<\/p>\n<p>&#171;Das Chikungunya-Virus ist ein klassisches zoonotisches Virus, das in Afrika in Affen vorkommt und durch M\u00fccken von den Affen auf den Menschen \u00fcbertragen wird. Das Virus kann durch Stechm\u00fccken von Mensch zu Mensch \u00fcbertragen werden. Eine direkte Ansteckung des Chikungunya-Fiebers von Mensch zu Mensch ist jedoch nicht m\u00f6glich. Doch die klimabedingte Erw\u00e4rmung sorgt auch in unseren Breiten f\u00fcr eine Zunahme der Asiatischen Tigerm\u00fccke und erh\u00f6ht damit das Risiko lokaler Ausbr\u00fcche und steigender Infektionszahlen&#187;, wei\u00df Gisa Gerold, Direktorin des Instituts f\u00fcr Virologie an der Medizinischen Universit\u00e4t Innsbruck.<\/p>\n<p>Seit dem 1. Mai leitet die Virologin das im Rahmen des Horizon-Europe-Programms EDCTP (European and Developing Countries Clinical Trials Partnership) mit knapp 14 Millionen Euro gef\u00f6rderte Forschungsprojekt \u201eEuropean-African Vaccine Initiative\u201c, kurz EAVI. In den kommenden f\u00fcnf Jahren werden europ\u00e4ische und afrikanische Partner darin zusammenarbeiten, um Chikungunya- und andere Infektionskrankheiten zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Das Chikungunya-Virus \u2013 der Name stammt aus einer ostafrikanischen Stammessprache und bedeutet so viel wie \u201egeb\u00fcckt gehen und sich kr\u00fcmmen&#187; \u2013 verursacht starke Gelenk- und Muskelschmerzen, die Monate oder sogar jahrelang anhalten k\u00f6nnen. 2025 wurden weltweit rund eine halbe Million F\u00e4lle, darunter \u00fcber Tausend in Europa registriert. Der erste, durch eingeschleppte M\u00fccken lokal \u00fcbertragene Chikungunya-Ausbruch in Europa ereignete sich 2007 in Norditalien.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Impfstoff-Sicherheit im Fokus<\/p>\n<p>\u201eEs besteht ein dringender Bedarf, Impfstoffe gegen die Chikungunya-Infektion in den betroffenen Bev\u00f6lkerungsgruppen in Subsahara-Afrika zu testen, zuzulassen und zu verteilen\u201c, betont Gerold. Im Rahmen des von ihr koordinierten Projekts arbeitet ein Konsortium aus sieben Partnerinstitutionen in Kenia (Kenya Medical Research Institute), Tansania (Ifakara Health Institute), der Schweiz (EPFL, Eidgen\u00f6ssische Technische Hochschule Lausanne), Schweden (Karolinska Institut), Spanien (Universit\u00e4t Carlos III) und dem Impfstoffunternehmen Valneva Austria (Impfstoff IXCHIQ\u00ae) zusammen und vereint damit die multidisziplin\u00e4re Expertise von Kliniker:inen, Statistiker:innen, Epidemiolog:innen, Immunolog:innen, Virolog:innen und Impfstoffherstellern. Mit Whitney Weber konnte zudem eine erfahrene Wissenschafterin der Stanford University rekrutiert werden, um die Innsbrucker Forschung zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>In einer klinischen Phase-IIIb-Studie wird der Impfstoff nun erstmals auch in jenen L\u00e4ndern getestet, in denen das Chikungunya-Virus bereits seit langem vorkommt. \u201eParadoxerweise ist der Impfstoff gerade in Afrika, wo das Virus zirkuliert und wiederholt zu Ausbr\u00fcchen f\u00fchrt, noch nicht lizensiert. Wir m\u00f6chten erreichen, dass im Falle eines gro\u00dfen Ausbruchs in Afrika so schnell wie m\u00f6glich eine Impfkampagne erfolgen kann\u201c, betont Gerold.<\/p>\n<p>Um das volle Potenzial der Studie aussch\u00f6pfen zu k\u00f6nnen, werden zudem Technologien zur Charakterisierung der Immunantworten eingesetzt und etwa generierte Antik\u00f6rper und m\u00f6gliche Kreuzreaktionen mit verwandten Alphaviren mittels Elektronenmikroskopie analysiert. So l\u00e4sst sich absch\u00e4tzen, ob der Impfstoff auch gegen andere Alphaviren einsetzbar w\u00e4re.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Know-How-Transfer und Studierendenaustausch<\/p>\n<p>Neben der klinischen Studie ist au\u00dferdem ein aktiver Technologietransfer zwischen Europa und Afrika vorgesehen, um die Impfstoffproduktion langfristig und zu einem leistbaren Preis vor Ort zu sichern. Zur Erfassung der Dunkelziffer, Verbesserung der Diagnostik \u2013 u. a. die Abgrenzung zum eng verwandten O&#8217;nyong&#8217;nyong-Virus (ONNV) \u2013 werden im Rahmen einer weiteren Kohortenstudie M\u00fcckenpopulationen in Kenia und Tansania gesammelt und auf ihre Viruslast untersucht.<\/p>\n<p>Im Rahmen des EU-Projekts erhalten junge Forschende beider Kontinente au\u00dferdem die M\u00f6glichkeit, in den jeweiligen Partnerlabors zu arbeiten. Bereits Ende Juni dieses Jahres kommt das gesamte Konsortium zum Kick-off Meeting in Innsbruck zusammen.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zum Chikungunya-Virus, seine Ausbreitung und sein Gefahrenpotential gibt Gisa Gerold im neuen Medizin Uni Innsbruck Podcast \u201eFrag die Medizin\u201c \u2013 zu finden auf allen g\u00e4ngigen Podcast-Plattformen. Weitere Informationen: <a href=\"https:\/\/www.i-med.ac.at\/de\/frag-die-medizin\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.i-med.ac.at\/de\/frag-die-medizin\/<\/a><\/p>\n<p>02. Juni 2026 | AutorIn: top.tirol Redaktion | Foto: Medizin Universit\u00e4t Innsbruck<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Chikungunya-Fieber, eine von der Asiatischen Tigerm\u00fccke \u00fcbertragene schmerzhafte Virus-Erkrankung wurde in \u00d6sterreich bislang nur durch importierte Reisef\u00e4lle&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":151165,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[81,14456,46,36436,36438,215,67,66,15608,934,36437,36439,193,45,44],"class_list":["post-151164","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-afrika","tag-asiatische-tigermuecke","tag-ch","tag-chikungunya-fieber","tag-eu-projekt","tag-europa","tag-gesundheit","tag-health","tag-impfstoff","tag-klimawandel","tag-lokale-ausbrueche","tag-med-uni-innsbruck","tag-oesterreich","tag-schweiz","tag-switzerland"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116684493722290365","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/151164","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=151164"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/151164\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/151165"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=151164"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=151164"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=151164"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}