{"id":151794,"date":"2026-06-03T14:13:11","date_gmt":"2026-06-03T14:13:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/151794\/"},"modified":"2026-06-03T14:13:11","modified_gmt":"2026-06-03T14:13:11","slug":"fraunhofer-revolutioniert-die-produktion-von-mrna-arzneimitteln-2026-aktuelles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/151794\/","title":{"rendered":"Fraunhofer revolutioniert die Produktion von mRNA-Arzneimitteln &#8211; 2026 &#8211; Aktuelles"},"content":{"rendered":"<p>Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, was mRNA-Technologie leisten kann: In Rekordzeit wurden Impfstoffe entwickelt und produziert. Doch was in der Pandemie unter enormem Ressourceneinsatz gelang, st\u00f6\u00dft im regul\u00e4ren Klinikalltag schnell an Grenzen. F\u00fcr individualisierte Krebstherapien, seltene Erbkrankheiten oder ma\u00dfgeschneiderte Zelltherapeutika reicht die bisherige Produktionsinfrastruktur nicht aus \u2013 sie ist zu langsam, zu aufwendig und zu teuer.<\/p>\n<p>Genau hier setzt das Forschungsprojekt RNAuto an, das von sieben Fraunhofer-Instituten gemeinsam realisiert wurde. Unter der Leitung von Prof. Ulrike K\u00f6hl , Institutsleiterin des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Zelltherapie und <a href=\"https:\/\/www.hcm-magazin.de\/aktuelles\/2026\/neurologische-krankheiten-immunologisch-therapieren.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Immunologie <\/a>(IZI) in Leipzig und Expertin f\u00fcr Immunonkologie, entstand eine modulare, vollautomatisierte Produktionsanlage mit integrierter Echtzeit-Qualit\u00e4tskontrolle.<\/p>\n<p>Das zentrale Problem: Manuelle Prozesse bremsen die Medizin der Zukunft<\/p>\n<p>mRNA-basierte Wirkstoffe transportieren den genetischen Bauplan eines <a href=\"https:\/\/www.hcm-magazin.de\/aktuelles\/2026\/ein-protein-koennte-die-herzinfarkt-therapie-revolutionieren.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Proteins <\/a>in K\u00f6rperzellen. Die Medizin nutzt sie f\u00fcr Impfstoffe, Gen- und Zelltherapeutika als hochwirksame Mittel gegen Infektions- und Erbkrankheiten sowie gegen Krebs. Doch ihre Produktion erfordert immer wieder manuelle Kontrollen und Zwischenschritte, die den Prozess verlangsamen und Fehlerquellen erzeugen.<\/p>\n<p>\u201eSo entstand im Projekt unter anderem ein hochqualitativer Prozess zur mRNA-Entwicklung f\u00fcr\u00a0<br \/>Zell- und Gentherapeutika.&#187;<\/p>\n<p>Dr. Sandy Tretbar, Molekularbiologin am Fraunhofer IZI<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung: Ein flie\u00dfender Prozess ohne Unterbrechungen<\/p>\n<p>Das Herzst\u00fcck von RNAuto ist eine modular aufgebaute Anlage, in der Herstellung und Qualit\u00e4tskontrolle nahtlos ineinandergreifen. Der Prozess verl\u00e4uft ohne Unterbrechungen:<\/p>\n<p>mRNA-Molek\u00fcle werden in einem Mikromischer kontinuierlich mit Lipiden zu sch\u00fctzenden Lipidnanopartikeln formuliert \u2013 \u00e4hnlich wie Zellmembranen k\u00f6nnen diese mit der Zielzelle fusionieren und den Wirkstoff freisetzenDie L\u00f6sung wird anschlie\u00dfend stabilisiert, neutralisiert und filtriertDie DLS-Analytik (dynamische Lichtstreuung) \u00fcberwacht dabei in Echtzeit Gr\u00f6\u00dfe und Verteilung der Nanopartikel \u2013 als vollst\u00e4ndig integrierte, sensorbasierte Qualit\u00e4tskontrolle ohne manuelle Probenentnahme<\/p>\n<p>Jeder Komponente der Anlage ist ein Digitaler Zwilling zugeordnet, der technische Parameter speichert und kontinuierlich Produktionsdaten erfasst.<\/p>\n<p>\u201eS\u00e4mtliche Prozessdaten werden systematisch erfasst und in einer strukturierten digitalen Dokumentation hinterlegt, wodurch eine fundierte Grundlage f\u00fcr die datengetriebene Optimierung nachfolgender Produktionszyklen geschaffen wird.&#187;<\/p>\n<p>Rolf Hendrik van Lengen, Fraunhofer IESE<\/p>\n<p>Modular, flexibel und GMP-kompatibel<\/p>\n<p>Ein entscheidender Vorteil des RNAuto-Systems ist seine Flexibilit\u00e4t. Der modulare Aufbau erm\u00f6glicht die Anpassung an neue Bioprozesse und unterschiedliche Wirkstoffvarianten. Ein zentrales Kriterium f\u00fcr die Entwicklung personalisierter Therapien, bei denen sich Wirkstoffe von Patient zu Patient unterscheiden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eDer modulare Aufbau des Systems erm\u00f6glicht eine flexible Anpassung an neue Bioprozesse und unterschiedliche Wirkstoffvarianten.&#187;<\/p>\n<p>Niels K\u00f6nig, Fraunhofer IPT<\/p>\n<p>Dabei wurden von Anfang an die relevanten GMP-Standards (Good Manufacturing Practice) mitgedacht \u2013 eine wichtige Voraussetzung daf\u00fcr, dass die Technologie den Weg in die klinische Anwendung und letztlich in die regul\u00e4re Arzneimittelproduktion findet.<\/p>\n<p>Sieben Institute, eine Plattform<\/p>\n<p>Die St\u00e4rke von RNAuto liegt in der interdisziplin\u00e4ren Zusammenarbeit: Molekularbiologie, Mikrotechnik, Softwareentwicklung und Produktionstechnologie wurden unter einem Projektziel geb\u00fcndelt. Das Ergebnis ist nicht nur eine Anlage, sondern eine Technologieplattform , die Industriekunden ma\u00dfgeschneiderte Bioprozesse und Produktionsl\u00f6sungen f\u00fcr die z\u00fcgige Entwicklung neuer mRNA-basierter Wirkstoffe bietet.<\/p>\n<p>F\u00fcr Pharmaunternehmen und Biotechfirmen, die Varianten eines Wirkstoffs testen oder modifizierte Impfstoffe entwickeln wollen, bietet RNAuto einen direkten Einstieg in eine skalierbare, kosteneffiziente Produktion, ganz ohne die langen Vorlaufzeiten herk\u00f6mmlicher Verfahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, was mRNA-Technologie leisten kann: In Rekordzeit wurden Impfstoffe entwickelt und produziert. 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