{"id":154900,"date":"2026-06-05T13:27:10","date_gmt":"2026-06-05T13:27:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/154900\/"},"modified":"2026-06-05T13:27:10","modified_gmt":"2026-06-05T13:27:10","slug":"brutaler-mord-an-erntehelfern-in-italien-basta-es-reicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/154900\/","title":{"rendered":"Brutaler Mord an Erntehelfern in Italien: Basta, es reicht!"},"content":{"rendered":"<p>Der grausame Mord an vier zugewanderten Erntehelfern in S\u00fcditalien, die gegen ihre Ausbeutung aufbegehrten, hat \u00fcber das Land hinaus f\u00fcr Emp\u00f6rung gesorgt. Francesco Savino, Bischof von Cassano All\u2019Jonio und Vizepr\u00e4sident der Italienischen Bischofskonferenz, prangert im Interview mit Radio Vatikan an: \u201eIllegale Vermittlung von Arbeitskr\u00e4ften ist kein Kavaliersdelikt. Es ist ein System. Es ist eine Herrschaftsstruktur. Wir m\u00fcssen sagen: Es reicht!\u201c <\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/welt\/news\/2026-05\/italien-amokfahrt-kirche-betroffenheit-opfer-gebet-modena.html\" title=\"Italiens Kirche zu Modena: Akt sinnloser Gewalt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/ansa\/2026\/05\/16\/17\/1778946499380.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Italiens Kirche zu Modena: Akt sinnloser Gewalt\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Nach der mutma\u00dflichen Amokfahrt von Samstag in Modena mit mehreren Schwerverletzten trauert Italiens Kirche mit den Betroffenen.\n     <\/p>\n<p>Federico Piana,\u00a0Alessandro Guarasci und Stefanie Stahlhofen &#8211; Vatikanstadt<\/p>\n<p>Eine \u00dcberwachungskamera an der Tankstelle hat die schreckliche Tat dokumentiert: Zwei M\u00e4nner pumpen Benzin ins Innere eines Fiat, setzen das Fahrzeug in Brand, halten von au\u00dfen die T\u00fcren zu, dann laufen sie weg. Im Auto: f\u00fcnf Erntehelfer aus Afghanistan\u00a0und\u00a0Pakistan, einer von ihnen kann sich aus dem in Flammen stehenden Auto befreien, er \u00fcberlebt mit schweren Verbrennungen, die anderen sterben. Die beiden T\u00e4ter, die wohl selbst aus Pakistan stammen, sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.\u00a0<\/p>\n<p>\n   Zum H\u00f6ren: Der grausame Mord an vier zugewanderten Erntehelfern in S\u00fcditalien hat \u00fcber das Land hinaus f\u00fcr Emp\u00f6rung gesorgt. Francesco Savino, Bischof von Cassano All\u2019Jonio und Vizepr\u00e4sident der Italienischen Bischofskonferenz, prangert im Interview mit Radio Vatikan das Schweigen gegen\u00fcber der dahintersteckenden Mafia an (Audio-Beitrag f\u00fcr Radio Vatikan)\n  <\/p>\n<p>Erste Ermittlungsergebnisse zeigen, dass die Mafia eine dominierende Rolle spielt. F\u00fcr das Schweigen und Wegschauen, das vielerorts bei kriminellen Aktionen der Mafia herrscht, gibt es im Italienischen ein eigenes Wort: Omert\u00e0. Damit muss endlich Schluss sein, fordert der Vizepr\u00e4sident der italienschen Bischofskonferenz, Bischof\u00a0Francesco Savino:<\/p>\n<p>\u201eBasta, Schluss mit dem schmutzigen Schweigen der Bequemlichkeit! Es braucht eine zivilgesellschaftliche Mobilisierung, die mehr ist als blo\u00dfe Rituale, Auftritte oder momentane Emotionen, die nach ein paar Tagen wieder verpuffen. Ich rufe zu einem Aufstand des Gewissens auf, zu einem moralischen Aufbegehren der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, der Gl\u00e4ubigen und Nichtgl\u00e4ubigen \u2013 hier steht wahrhaftig die Menschenw\u00fcrde auf dem Spiel.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch rufe zu einem Aufstand des Gewissens auf, zu einem moralischen Aufbegehren der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, der Gl\u00e4ubigen und Nichtgl\u00e4ubigen \u2013 hier steht wahrhaftig die Menschenw\u00fcrde auf dem Spiel\u201c<\/p>\n<p>Staat mu\u00df endlich wirksam gegen illegale Arbeitsverh\u00e4ltnisse vorgehen <\/p>\n<p>Der Bischof von Cassano All\u2019Jonio findet f\u00fcr die Horror-Tat selbst kaum Worte, wird aber deutlich in Richtung Politik. Hintergrund der Tat sind n\u00e4mlich Menschenhandel und Ausbeutung durch illegale Arbeitsverh\u00e4ltnisse. Bischof Savino fordert daher neben Zivilcourage auch politische Ma\u00dfnahmen:\u00a0<\/p>\n<p>\u201eIch denke, dass der Staat \u2013 in seinen verschiedenen Bereichen und Zust\u00e4ndigkeiten \u2013 vor allem auch auf dem Land pr\u00e4sent sein sollte, in den landwirtschaftlichen Produktionsketten, an den Orten der Arbeitskr\u00e4fteanwerbung, in den unw\u00fcrdigen Unterk\u00fcnften, bei den undurchsichtigen Transporten, bei den irregul\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen, in den Nischen der Schutzlosigkeit, in denen das illegale Vermittlungswesen Fu\u00df fasst.\u201c<\/p>\n<p>Ausbeutung und Gewalt <\/p>\n<p>Der \u00fcberlebende Erntehelfer will nun vor Gericht aussagen. Seinen Angaben zufolge war der Mord an seinen vier Kollegen eine Reaktion darauf, dass sie gewagt hatten, gegen die menschenunw\u00fcrdigen Arbeits- und Lebensbedingungen aufzubegehren. Die M\u00e4nner seien f\u00fcr die Arbeit auf den Erdbeerfeldern nicht wie vereinbart entlohnt worden und sollten zudem noch f\u00fcr den Transport auf die Felder bezahlen. Untergebracht waren sie auf engstem Raum.\u00a0<\/p>\n<p>Bischof Savino prangert die \u201emenschenw\u00fcrdigen Lebensbedingungen\u201c der Erntehelfer an. Und er fragt: \u201eIst uns denn bewusst, dass zehn Menschen in einem winzigen, beengten Haus lebten? Wie ist es \u00fcberhaupt m\u00f6glich, dass wir auch heute noch solche Lebensformen sehen m\u00fcssen, die wir nicht als menschlich bezeichnen k\u00f6nnen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWie ist es \u00fcberhaupt m\u00f6glich, dass wir auch heute noch solche Lebensformen sehen m\u00fcssen, die wir nicht als menschlich bezeichnen k\u00f6nnen?\u201c<\/p>\n<p>Vorherrschaft der Mafia <\/p>\n<p>Auf den Feldern herrsche \u201eeine m\u00e4chtige Mafia der Vorarbeiter\u201c, sagt der einzige \u00fcberlebende des Massakers den Ermittlern. Insbesondere die pakistanische Mafia sei im Zusammenhang mit der illegalen Vermittlung ausl\u00e4ndischer Arbeitskr\u00e4fte auf den Feldern aktiv. Ein Ph\u00e4nomen, das in der Region schon seit langem Gegenstand gerichtlicher Ermittlungen ist. So kam ein kriminelles System ans Licht, das die Schutzlosigkeit ausl\u00e4ndischer Arbeiter und die Schwierigkeit, die Ausbeuter anzuzeigen, ausnutzt. Die Mafia hat\u00a0offenbar die Oberhand gewonnen, ohne dass es bisher wirklich gelingt, dieser modernen Form der Sklaverei ein Ende zu setzen.<\/p>\n<p>\u201eAuch die K\u00e4ufer m\u00fcssen in der Lage sein, aus Gewissensgr\u00fcnden bestimmte Produkte abzulehnen, die nicht das Ergebnis legaler und wirtschaftlich-finanziell transparenter Prozesse sind\u201c<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Der Vizepr\u00e4sident der italienschen Bischofskonferenz, Bischof Savino, sieht allerdings auch die Konsumenten in der Pflicht:<\/p>\n<p>\u201eAuch die K\u00e4ufer m\u00fcssen in der Lage sein, aus Gewissensgr\u00fcnden bestimmte Produkte abzulehnen, die nicht das Ergebnis legaler und wirtschaftlich-finanziell transparenter Prozesse sind.&#187;<\/p>\n<p>(vatican news &#8211; sst)\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der grausame Mord an vier zugewanderten Erntehelfern in S\u00fcditalien, die gegen ihre Ausbeutung aufbegehrten, hat \u00fcber das Land&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":154901,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[9],"tags":[1872,37085,3933,1323,643,1568,30452,37084,42,40,1161,49,176,48,47,644],"class_list":["post-154900","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-arbeit","tag-gerechtigkeit","tag-gewalt","tag-italien","tag-katholische-kirche","tag-kriminalitaet","tag-menschenhandel","tag-migranten-und-fluechtlinge","tag-nachrichten","tag-schlagzeilen","tag-tod","tag-welt","tag-wirtschaft","tag-world","tag-world-news","tag-zivilgesellschaft"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116697729050785412","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/154900","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=154900"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/154900\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/154901"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=154900"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=154900"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=154900"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}