{"id":158668,"date":"2026-06-08T12:54:13","date_gmt":"2026-06-08T12:54:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/158668\/"},"modified":"2026-06-08T12:54:13","modified_gmt":"2026-06-08T12:54:13","slug":"onedrive-microsoft-loescht-firmendaten-ab-juli-automatisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/158668\/","title":{"rendered":"OneDrive: Microsoft l\u00f6scht Firmendaten ab Juli automatisch"},"content":{"rendered":"<p>\n        08. Juni 2026<\/p>\n<p>                Matthias Lindner<\/p>\n<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/shutterstock_2493256911-00af88da51a12c74.jpeg\"  width=\"2818\" height=\"1583\"  alt=\"Microsoft office building\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0JeanLucIchard\/Shutterstock.com)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Nicht lizenzierte OneDrive-Konten durchlaufen ab Juli 2026 einen festen L\u00f6sch-Zyklus. Admins sollten jetzt ihre Altlasten pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Ein Mitarbeiter verl\u00e4sst das Unternehmen, die IT entzieht die Microsoft-365-Lizenz, das OneDrive-Konto bleibt unangetastet. Bislang schlummerten solche Datenleichen oft jahrelang vor sich hin, ohne dass jemand eingreifen musste.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Damit ist bald Schluss: Wie  <a href=\"https:\/\/learn.microsoft.com\/en-us\/sharepoint\/unlicensed-onedrive-accounts\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Microsoft in seiner Dokumentation beschreibt<\/a>, durchlaufen nicht lizenzierte OneDrive-Konten ab Juli 2026 einen automatischen Lebenszyklus mit harten Fristen \u2013 am Ende steht die unwiderrufliche L\u00f6schung.<\/p>\n<p>Als &#171;unlicensed&#187; gilt ein OneDrive-Konto, sobald es nicht mehr mit einer aktiven Microsoft-365- oder Office-365-Lizenz verkn\u00fcpft ist. Das passiert typischerweise, wenn ein Admin die Lizenz entzieht oder den Benutzer in Entra ID l\u00f6scht.<\/p>\n<p>Auch Konten ohne zugewiesenen Besitzer oder versehentlich angelegte Dubletten fallen darunter .<\/p>\n<p>Praktisch jedes Unternehmen mit nennenswerter Fluktuation d\u00fcrfte solche Altlasten im Tenant haben \u2013 oft ohne es zu wissen.<\/p>\n<p>Die Durchsetzung begann laut Microsoft bereits am 27. Januar 2025 und wird schrittweise ausgerollt. EDU-, GCC- und DoD-Tenants sind ausdr\u00fccklich ausgenommen .<\/p>\n<p>Schreibschutz, Archiv, L\u00f6schung \u2013 der Countdown<\/p>\n<p>Der neue Lifecycle folgt einem festen Stufenplan:<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Am 60. Tag nach Lizenzentzug wird das Konto schreibgesch\u00fctzt. Nutzer k\u00f6nnen Inhalte noch lesen, aber nichts mehr \u00e4ndern.Ab Tag 93 archiviert Microsoft das Konto \u2013 der direkte Zugriff ist dann gesperrt. Inhalte bleiben zwar f\u00fcr eDiscovery und Legal Holds verf\u00fcgbar, doch Endnutzer kommen nicht mehr heran.Ist kein Billing f\u00fcr unlizenzierte Konten aktiviert, beginnt Microsoft am 93. Tag den unwiderruflichen L\u00f6schprozess. Bei aktiviertem Billing bleibt das Konto dagegen dauerhaft archiviert und wird nicht automatisch gel\u00f6scht. .<\/p>\n<p>Besonders heikel: Selbst bestehende Retention Policies oder Legal Holds sch\u00fctzen die Daten nicht zuverl\u00e4ssig, wenn weder eine Lizenz noch eine Archiv-Abrechnung aktiviert ist.<\/p>\n<p>Wer sich allein auf Aufbewahrungsrichtlinien verl\u00e4sst, riskiert Datenverlust \u2013 ein Punkt, den  <a href=\"https:\/\/ms365news.com\/blogs\/f\/your-onedrive-data-now-has-an-expiry-data\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">auch Fachblogs kritisch hervorheben<\/a>.<\/p>\n<p>DSGVO-Risiko und fehlende Offboarding-Prozesse<\/p>\n<p>F\u00fcr Unternehmen in der EU versch\u00e4rft der neue Mechanismus ein ohnehin bestehendes Problem: Sobald ein Konto im Schreibschutz oder Archiv landet, k\u00f6nnen betroffene Personen ihre Daten nicht mehr selbst einsehen oder exportieren.<\/p>\n<p>F\u00fcr Auskunfts- und Daten\u00fcbertragbarkeitsanfragen nach Art. 15 und 20 DSGVO ist das relevant \u2013 zumal ehemalige Mitarbeiter solche Rechte durchaus geltend machen .<\/p>\n<p>Das eigentliche Problem liegt allerdings tiefer. Viele Organisationen haben schlicht keinen sauberen Prozess daf\u00fcr, was beim Offboarding mit Cloud-Daten geschieht.<\/p>\n<p>Wer ist verantwortlich? Wohin werden Dateien migriert? Wann darf gel\u00f6scht werden? Microsoft zwingt Unternehmen jetzt zu Entscheidungen, die l\u00e4ngst h\u00e4tten fallen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Vier Optionen gegen den Datenverlust<\/p>\n<p>Admins haben bis zur endg\u00fcltigen L\u00f6schung mehrere M\u00f6glichkeiten: Sie k\u00f6nnen dem Konto eine Lizenz neu zuweisen, wodurch es sofort aus dem Enforcement herausf\u00e4llt. Alternativ l\u00e4sst sich eine Pay-as-you-go-Abrechnung f\u00fcr Microsoft 365 Archive aktivieren \u2013 bei Speicherkosten von 0,05 US-Dollar pro GB und Monat; bei der Reaktivierung eines archivierten Kontos f\u00e4llt zus\u00e4tzlich eine einmalige Reaktivierungsgeb\u00fchr von 0,60 US-Dollar pro GB an .<\/p>\n<p>Relevante Inhalte k\u00f6nnen vor Tag 93 in andere OneDrive- oder SharePoint-Speicherorte migriert werden. Und wenn die Daten tats\u00e4chlich nicht mehr gebraucht werden, ist bewusstes Nichthandeln eine legitime Strategie.<\/p>\n<p>Der erste Schritt sollte jetzt ein Audit sein: Im SharePoint Admin Center l\u00e4sst sich ein Report aller unlizenzierter OneDrive-Konten inklusive Speicherverbrauch und Unlicensed-Grund als CSV exportieren . Wer das bis Juli nicht erledigt hat, spielt russisches Roulette mit Firmendaten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"08. Juni 2026 Matthias Lindner (Bild:\u00a0JeanLucIchard\/Shutterstock.com) Nicht lizenzierte OneDrive-Konten durchlaufen ab Juli 2026 einen festen L\u00f6sch-Zyklus. 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