{"id":161094,"date":"2026-06-10T04:10:20","date_gmt":"2026-06-10T04:10:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/161094\/"},"modified":"2026-06-10T04:10:20","modified_gmt":"2026-06-10T04:10:20","slug":"fcas-ende-chance-fuer-saab-gripen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/161094\/","title":{"rendered":"FCAS-Ende &#8211; Chance f\u00fcr Saab Gripen"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Abk\u00fcrzung steht f\u00fcr Future Combat Air System. Mit FCAS wollten Frankreich, Deutschland und Spanien gemeinsam einen Kampfjet der sechsten Generation entwickeln &#8211; erg\u00e4nzt durch Drohnenschw\u00e4rme, vernetzte Sensoren und eine digitale Combat Cloud. Nun ist das Herzst\u00fcck des Projekts beerdigt worden.<\/p>\n<p>Dassault-Chef \u00c9ric Trappier hatte bereits im M\u00e4rz das Scheitern von <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/verteidigung\/fcas-am-scheideweg-fuer-einen-neuen-kampfjet-in-europa\/kb9n38x\" id=\"313f1553-c4f5-42ad-a82e-0135b879dc9a\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">FCAS <\/a>prophezeit. Das europ\u00e4ische Airbus-Konsortium, allen voran die deutschen Vertreter, wollte eine gleichberechtigte Planungs- und Designmitsprache. Doch die Franzosen beharrten auf einer F\u00fchrungsrolle. Diese Position, die Paris bis aufs Blut verteidigte, besiegelte das Aus des Projekts.<\/p>\n<p>Ein Projekt, das an sich selbst scheiterte<\/p>\n<p>Nach jahrelangen Streitigkeiten zwischen den Industriepartnern Airbus und Dassault kamen die Regierungen in Paris und Berlin nicht mehr auf einen gemeinsamen Nenner. FCAS wurde 2017 von Berlin und Paris ins Leben gerufen. Schon fr\u00fch zeigte sich jedoch, dass politische Ambitionen und industrielle Realit\u00e4t nicht miteinander harmonierten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Frankreich darauf bestand, dass der neue Kampfjet von Dassault gef\u00fchrt wird und auch die besonderen Anforderungen der franz\u00f6sischen Nuklearstreitkr\u00e4fte sowie deren Flugzeugtr\u00e4ger erf\u00fcllen muss, verlangten Deutschland und Spanien eine gleichberechtigte industrielle Beteiligung \u00fcber Airbus.<\/p>\n<p>Europas Kampfjet-Landschaft wird neu gemischt<\/p>\n<p>Franz\u00f6sische Sonderwege sind kein Novum in der Verteidigungspolitik. In den fr\u00fchen 1980er-Jahren arbeiteten Frankreich, Deutschland, Gro\u00dfbritannien, Italien und Spanien gemeinsam an einem zuk\u00fcnftigen europ\u00e4ischen Kampfjet. Frankreich verlangte jedoch \u2013 genau wie bei FCAS \u2013 eine f\u00fchrende Rolle f\u00fcr Dassault und die F\u00e4higkeit zum Einsatz auf Flugzeugtr\u00e4gern. Als keine Einigung erzielt wurde, verlie\u00df Frankreich 1985 das Projekt.<\/p>\n<p>Das Scheitern von FCAS hinterl\u00e4sst ein strategisches Vakuum. Europa verf\u00fcgt zwar \u00fcber moderne Modelle wie Eurofighter Typhoon und Dassault Rafale, doch viele Luftwaffen m\u00fcssen in den kommenden Jahrzehnten Ersatz f\u00fcr ihre alternden Flotten beschaffen. Und doch k\u00f6nnten sich in der Sackgasse neue T\u00fcren \u00f6ffnen. Unter den Optionen sind: Kooperation mit Saab, Konzentration auf das britisch-japanisch-italienische Programm GCAP und Entwicklung eines eigenen Airbus-Kampfflugzeugs.<\/p>\n<p>Warum Saab profitieren k\u00f6nnte<\/p>\n<p>Zudem heben Experten die moderne Sensorik und elektronische Kampff\u00fchrung sowie eine hohe Interoperabilit\u00e4t mit Nato-Systemen hervor. FCAS\u2019 Geburtsjahr war 2017, als Schweden noch neutral war, doch entschieden sich die Nordeurop\u00e4er im Jahr 2024, der Nato beizutreten \u2013 ein weiterer Punkt f\u00fcr die Saab Gripen.<\/p>\n<p>Kooperation mit Airbus?<\/p>\n<p>Gerade die Erfahrungen des Ukraine-Krieges haben gezeigt, dass robuste und kosteneffiziente Systeme oft wertvoller sein k\u00f6nnen als extrem komplexe Prestigeprojekte. Die Ukraine hat sich inzwischen f\u00fcr Saab Gripen entschieden, was dem Modell erm\u00f6glicht, seine F\u00e4higkeiten in einem hochintensiven Konflikt zu demonstrieren.<\/p>\n<p>Interessant ist, dass Saab bereits \u00f6ffentlich signalisiert hat, bei einem Scheitern von FCAS eine engere Zusammenarbeit mit Airbus nicht auszuschlie\u00dfen. Konzernchef Micael Johansson sagte, dass der Konzern offen f\u00fcr Kooperationen bei zuk\u00fcnftigen Kampfjets sei. Gleichzeitig arbeiten die Konzerne bereits bei Technologien f\u00fcr unbemannte Begleitflugzeuge zusammen.<\/p>\n<p>Saab Gripen schneller verf\u00fcgbar<\/p>\n<p>Sollte die deutsche Luftwaffe nach dem FCAS-Aus eine Alternative zur vollst\u00e4ndigen Abh\u00e4ngigkeit von US-Tarnkappenj\u00e4ger <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/verteidigung\/preis-pro-flugstunde-35000-dollar\/gv9rx0k\" id=\"9484e948-1253-4f50-9c74-4ff535b638a4\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lockheed Martin F-35 Lightning II<\/a> suchen, k\u00f6nnte eine europ\u00e4isch-schwedische Kooperation pl\u00f6tzlich sehr attraktiv erscheinen. Airbus w\u00fcrde seine industrielle Basis behalten, w\u00e4hrend Saab jahrzehntelange Erfahrung im eigenst\u00e4ndigen Kampfflugzeugbau einbringen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Noch wahrscheinlicher als ein v\u00f6llig neues Gemeinschaftsflugzeug w\u00e4re allerdings ein kurzfristiger Erfolg der Saab Gripen E selbst. Staaten, die urspr\u00fcnglich auf FCAS als zuk\u00fcnftige L\u00f6sung hofften, k\u00f6nnten nun nach einem verf\u00fcgbaren europ\u00e4ischen Modell suchen. Die <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/ticker-verteidigung\/brasilien-interessiert-sich-fuer-20-weitere-saab-gripen-ef\/7v1h95c\" id=\"870d9af8-aac4-4dea-addf-ee19e720430f\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gripen<\/a> bietet hierbei mehrere Vorteile. Sie ist sofort verf\u00fcgbar, eine europ\u00e4ische Produktion, billiger als die F-35 und dank ihres modernen AESA-Radars fit f\u00fcr die elektronische Kampff\u00fchrung. Und er lie\u00dfe sich besser in europ\u00e4ische Waffensysteme integrieren. F\u00fcr kleinere und mittlere Luftwaffen k\u00f6nnte dies attraktiver sein als jahrzehntelang auf ein neues Sechstgenerationsflugzeug zu warten.<\/p>\n<p>R\u00fcckschlag als Neustart?<\/p>\n<p>Parallel existiert bereits das britisch-italienisch-japanische Programm GCAP (Global Combat Air Programme), das aus dem fr\u00fcheren Tempest-Projekt hervorgegangen ist. Damit steht Europa vor der Frage, ob ein einziger gro\u00dfer Masterplan ausreicht oder ob mehrere nationale beziehungsweise regionale L\u00f6sungen besser sind.<\/p>\n<p>365 Tage Luftfahrtjournalismus \u2013 fair, fundiert und unabh\u00e4ngig. Damit das so bleibt, brauchen wir Ihre Unterst\u00fctzung. Schon f\u00fcr den Preis eines Getr\u00e4nks am Flughafen genie\u00dfen Sie aeroTELEGRAPH werbefrei. <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/insider\" id=\"46cbc577-8594-4b4f-84c6-24f1e26f65c7\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jetzt hier klicken und abonnieren<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Abk\u00fcrzung steht f\u00fcr Future Combat Air System. Mit FCAS wollten Frankreich, Deutschland und Spanien gemeinsam einen Kampfjet&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":161095,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[11],"tags":[46,37990,41,42,43,17062,40,45,44,38,36,37,39],"class_list":["post-161094","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-ch","tag-future-combat-air-system-fcas","tag-headlines","tag-nachrichten","tag-news","tag-saab-gripen-e","tag-schlagzeilen","tag-schweiz","tag-switzerland","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116723851026142982","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/161094","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=161094"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/161094\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/161095"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=161094"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=161094"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=161094"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}