{"id":163314,"date":"2026-06-11T14:06:18","date_gmt":"2026-06-11T14:06:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/163314\/"},"modified":"2026-06-11T14:06:18","modified_gmt":"2026-06-11T14:06:18","slug":"ozeane-riesiger-walfriedhof-ist-seit-millionen-jahren-aktiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/163314\/","title":{"rendered":"Ozeane: Riesiger Walfriedhof ist seit Millionen Jahren aktiv"},"content":{"rendered":"<p>Ozeane: Riesiger Walfriedhof ist seit Millionen Jahren aktiv &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a> Ozeane: Riesiger Walfriedhof ist seit Millionen Jahren aktiv<\/p>\n<p>Im Indischen Ozean haben Forscher einen Walfriedhof mit gigantischen Ausma\u00dfen entdeckt. Die frischen Kadaver dienen einem artenreichen \u00d6kosystem als Grundlage.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Unterwasseraufnahme eines Walkadavers auf dem Meeresboden, bedeckt mit verschiedenen Meereslebewesen wie Schw\u00e4mmen und Seesternen. Die Szene ist in gr\u00fcnliches Licht getaucht, das die Tiefe des Ozeans widerspiegelt.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/8_Fragmentary_whale_skeletal_remains_on_the_deep_seafloor.jpg\" title=\"Unterwasseraufnahme eines Walkadavers auf dem Meeresboden, bedeckt mit verschiedenen Meereslebewesen wie Schw\u00e4mmen und Seesternen. Die Szene ist in gr\u00fcnliches Licht getaucht, das die Tiefe des Ozeans widerspiegelt.\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 Global TREnD \/ IDSSE (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Ein toter Wal ern\u00e4hrt zahlreiche andere Tiere \u00fcber Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte \u2013 diesen Einblick bekamen Forscher im Indischen Ozean an der Diamantina-Bruchzone. <\/p>\n<p>Wenn tote Wale in der Tiefsee versinken, <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/walkadaver-tote-wale-koennen-jahrelang-ein-eigenes-oekosystem-ernaehren\/2325103\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">erbl\u00fcht dort rasch das Leben<\/a>: Es entwickelt sich ein artenreiches \u00d6kosystem, das noch wenig erforscht ist. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41586-026-10546-z\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Als wissenschaftlichen Gl\u00fccksfall kann man deshalb die Entdeckung eines riesigen Walfriedhofs in der Diamantina-Bruchzone im Indischen Ozean westlich von Australien betrachten<\/a>. Eine Expedition von Xiaotong Peng von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Sanya und seinem Team stie\u00df in mehreren Tausend Metern Tiefe auf eine rund 1200\u00a0Kilometer lange Zone mit mindestens f\u00fcnf aktiv besiedelten Walkadavern aus der j\u00fcngeren Vergangenheit und mit 485\u00a0fossilen \u00dcberresten, die bis ins fr\u00fche Plioz\u00e4n vor 5,3\u00a0Millionen Jahren zur\u00fcckreichen. Es handle sich um die tiefste und gr\u00f6\u00dfte \u00bbWal-Nekropolis\u00ab, die bislang entdeckt wurde, <a href=\"https:\/\/www.eurekalert.org\/news-releases\/1131566\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">schreiben die Wissenschaftler in einer Mitteilung<\/a>.<\/p>\n<p>Das Team um Peng schickte Tauchroboter w\u00e4hrend der Erkundung mehr als 30-mal bis in eine Tiefe von 7000\u00a0Metern, wo sie immer wieder auf die \u00dcberreste der Meeress\u00e4uger stie\u00dfen. Der vorherige Tiefenrekord f\u00fcr einen Walfriedhof lag bei 4200\u00a0Metern im s\u00fcdwestlichen Atlantik\u00a0\u2013 im Untersuchungsgebiet waren die ersten Kadaver in rund 4600\u00a0Metern Tiefe zu finden. Mithilfe von Greifarmen bargen die Forscher verschiedene Knochen und andere Proben, deren Alter sie mit Isotopenanalysen bestimmten. Zudem dokumentierten sie die Fundstellen mit zahlreichen Bildern.<\/p>\n<p>Anhand der \u00dcberreste identifizierten Peng und Co verschiedene Schnabelwal-Arten, darunter mehrere Exemplare des Layard-Schnabelwals\u00a0(Mesoplodon layardii); au\u00dferdem konnten sie Sch\u00e4del ausgestorbenen Arten der Gattungen Pterocetus und\u00a0Izikoziphius zuweisen. Auch einen Zwergwal (Balaenoptera bonaerensis) sowie einen Seiwal (Balaenoptera borealis) machten sie aus. <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/cuvier-schnabelwal-auf-rekord-tieftauchgang\/1777509\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Schnabelwale tauchen bekannterma\u00dfen bis in gro\u00dfe Tiefen<\/a>. Dort fanden manche Exemplare wahrscheinlich auch ihr Ende; andere Kadaver sanken aus h\u00f6heren Wasserschichten bis auf den Grund. Mit den Fossilien konnte die Arbeitsgruppe sogar eine neue Schnabelwalart namens\u00a0Pterocetus diamantinae beschreiben. Hochgerechnet k\u00f6nnten hier Millionen Wale ihre letzte Ruhe gefunden haben.<\/p>\n<p>Artenreich mit teilweise wohl noch nicht wissenschaftlich beschriebenen Spezies pr\u00e4sentierten sich zudem die Lebensgemeinschaften auf den j\u00fcngeren Kadavern. Neben dem notorischen Besiedler von Walknochen, Osedax\u00a0\u2013 Bartw\u00fcrmer, die sich in das Skelett bohren\u00a0\u2013, fanden sich zum Beispiel verschiedene Schlangensterne und Muscheln. Die Forscher entdeckten drei Arten von Schlangensternen, die ausschlie\u00dflich auf Walskeletten vorkommen und sich offenbar speziell an dieses Substrat angepasst haben. Zudem dokumentierten sie erstmals auf einem toten Wal eine Seeanemone aus der Gattung Xyloplax, die normalerweise mit Holz assoziiert ist. Das stellt den bisher tiefsten Fund dieser Gattung dar, die zuvor lediglich von Holzablagerungen und hydrothermalen Quellen bekannt war. Dass sich einige Arten nicht nur an kalten Tiefseequellen und Schwarzen Rauchern finden lassen, sondern auch an Walkadavern, st\u00fctzt die Vermutung, dass die toten Meeress\u00e4uger die Ausbreitung und Vernetzung von speziellen Lebensgemeinschaften in der Tiefsee f\u00f6rdern, schreiben die Wissenschaftler.<\/p>\n<p>Sie haben auch eine Theorie, warum sich in der Diamantina-Bruchzone eine derart gro\u00dfe Wal-Nekropolis ausbilden konnte: Viele Schnabelwale suchen hier nach Nahrung und verenden dabei mitunter. Die v-f\u00f6rmige Struktur der Bruchzone lenkt zudem herabsinkende Kadaver wie ein Trichter in den Tiefseegraben. Da in diesem Teil des Ozeans jedoch wenige Sedimente nach unten verfrachtet werden, bleiben die Leichen der Wale l\u00e4ngere Zeit frei zug\u00e4nglich, bis sie schlie\u00dflich doch bedeckt und fossilisiert werden. <\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist Chefredakteur bei Spektrum der Wissenschaft. <\/p>\n<p>Digitalausgaben Printausgaben Topseller Bundles<\/p>\n<p>Peng, X. et al., Nature 10.1038\/s41586\u2013026\u201310\u00a0546-z, 2026 <\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ozeane: Riesiger Walfriedhof ist seit Millionen Jahren aktiv &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum Inhalt Ozeane: Riesiger Walfriedhof ist&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":163315,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[11],"tags":[38300,4009,46,38304,41,38303,33545,42,43,38302,40,38301,45,44,14365,38,36,37,39,18626,38299],"class_list":["post-163314","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-aas","tag-biologie","tag-ch","tag-diamantina-bruchzone","tag-headlines","tag-indischer-ozean","tag-kadaver","tag-nachrichten","tag-news","tag-pliozaen","tag-schlagzeilen","tag-schnabelwale","tag-schweiz","tag-switzerland","tag-tiefsee","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews","tag-wale","tag-walfriedhof"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116731856772387961","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/163314","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=163314"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/163314\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/163315"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=163314"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=163314"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=163314"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}