{"id":167429,"date":"2026-06-14T13:19:14","date_gmt":"2026-06-14T13:19:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/167429\/"},"modified":"2026-06-14T13:19:14","modified_gmt":"2026-06-14T13:19:14","slug":"hoehere-huerden-fuer-zivildienst-schweiz-nimmt-aenderung-des-zivildienstgesetzes-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/167429\/","title":{"rendered":"H\u00f6here H\u00fcrden f\u00fcr Zivildienst: Schweiz nimmt \u00c4nderung des Zivildienstgesetzes an"},"content":{"rendered":"<p>        Die H\u00fcrden f\u00fcr den Zivildienst werden erh\u00f6ht. W\u00e4hrend die Vorlage in der Westschweiz mehrheitlich abgelehnt wird, hat sie in allen bisher ausgez\u00e4hlten Deutschschweizer Kantonen eine Mehrheit gefunden.\n<\/p>\n<p>        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht    <\/p>\n<p>        14. Juni 2026 &#8211; 12:00\n<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/upload-temp-file-10ef4b43-feb8-44d9-ae2b-df5bd26cce99-75309453.png\" width=\"1000\" height=\"1000\" alt=\"\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>\n                Mein Fokus liegt auf dem Besonderen und Allt\u00e4glichen der Schweiz. F\u00fcr ein internationales Publikum schreibe ich Artikel dar\u00fcber, wie das Land funktioniert und wie die Menschen hier leben.<br \/>\nNach dem Germanistik- und Skandinavistikstudium in Z\u00fcrich und Oslo habe ich die Journalismusschule MAZ abgeschlossen und als Journalistin f\u00fcr verschiedene Schweizer Tageszeitungen sowie als freie Autorin eine Vielzahl von Themen abgedeckt. Seit 2023 bin ich Teil von SWI swissinfo.ch.            <\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/author\/janine-gloor\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                Mehr von dieser Autorin \/ diesem Autoren            <\/a><\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/department\/deutschsprachige-redaktion\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                Deutschsprachige Redaktion            <\/a><\/p>\n<p>\n        Fran\u00e7ais    <\/p>\n<p>\n        fr    <\/p>\n<p>            L\u2019acc\u00e8s au service civil sera plus difficile en Suisse        <\/p>\n<p>            Original\n            <\/p>\n<p>    <a class=\"article-translations-item__link\" lang=\"fr\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/fre\/politique-suisse\/lacc%c3%a8s-au-service-civil-sera-plus-difficile-en-suisse\/91555960\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>            Mehr L\u2019acc\u00e8s au service civil sera plus difficile en Suisse<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>Mit 7211 Zulassungen haben sich 2025 so viele Menschen f\u00fcr den Zivildienst entschieden wie noch nie. Der Bundesrat und die Mehrheit des Parlaments halten diese Entwicklung f\u00fcr problematisch. Und wie am Abstimmungssonntag schnell klar wurde, spricht sich auch das Stimmvolk f\u00fcr eine Zivildienstgesetzes aus.<\/p>\n<p>Die ersten Hochrechnungen des Forschungsinstituts gfs.bern wiesen einen Ja-Anteil von 53 Prozent aus. Das Nein-Lager konnte im Endspurt <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/schweizer-politik\/j%c3%bcngste-umfrage-sagt-nein-zu-keine-schweiz-mit-10-millionen-voraus\/91515521\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zwar zulegen<\/a>, doch Politologe Lukas Golder sah schon fr\u00fch am Nachmittag trotz starker Mobilisierung in den St\u00e4dten keinen Weg mehr zu einem Nein.<\/p>\n<p>Die bereits ausgez\u00e4hlten Kantone zeigen, dass die Vorlage in der Westschweiz mehrheitlich abgelehnt wird, w\u00e4hrend bislang alle Deutschschweizer Kantone daf\u00fcr gestimmt haben. Besonders deutlich f\u00e4llt das Ja in der Innerschweiz mit einem Anteil von 63% aus (Schwyz, Nidwalden, Obwalden). Der Kanton Jura ist mit 60% Nein-Stimmen am deutlichsten gegen die Versch\u00e4rfung des Zivildienstgesetzes.<\/p>\n<p>Im Ja-Lager machen sich verhaltener Jubel und Erleichterung breit. \u00abWir verlieren jedes Jahr eine Brigade\u00bb, sagt Stefan Holenstein, Pr\u00e4sident des Verbands Milit\u00e4rischer Gesellschaften Schweiz, zu SRF. \u00abMit der Revision k\u00f6nnen wir dieses Loch stopfen.\u00bb Diejenigen, die Milit\u00e4rdienst geleistet haben, sollen mit der \u00absanften Revision\u00bb an einem Wechsel in den Zivildienst gehindert werden. Holenstein glaubt nicht, dass sich jetzt mehr Personen wegen Untauglichkeit aus der Armee verabschieden werden.<\/p>\n<p>\u00abAuch eine knappe Niederlage zeigt, wie wichtig Zivildienstleistende f\u00fcr den Zusammenhalt der Bev\u00f6lkerung sind\u00bb, sagt Magdalena Erni, Co-Pr\u00e4sidentin der Jungen Gr\u00fcnen, zu SRF. Ihre Partei hat das Referendum gegen die Vorlage ergriffen. Erni sagt, sie k\u00f6nne sich nicht vorstellen, dass Personen, die nicht motiviert seien, ihren Dienst in der Armee leisten w\u00fcrden. Sie betont, dass die Revision Teil einer Salamitaktik sei. Weitere Massnahmen wie die Einf\u00fchrung einer Gewissenspr\u00fcfung w\u00fcrden ebenfalls bek\u00e4mpft werden.<\/p>\n<p>Worum geht es bei der \u00c4nderung des Zivildienstgesetzes?<\/p>\n<p>Der Zivildienst ist f\u00fcr diensttaugliche Menschen, die einen Einsatz in der Armee nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren k\u00f6nnen, ein Ersatz f\u00fcr den Milit\u00e4rdienst. Er dauert anderthalbmal so lang wie der Milit\u00e4rdienst und wird zum Beispiel im Sozialbereich, im Gesundheits- oder Bildungswesen absolviert.<\/p>\n<p>Es ist m\u00f6glich, vom Milit\u00e4rdienst in den Zivildienst zu wechseln, ein Drittel der Zulassungsgesuche wurde 2025 nach der Rekrutenschule eingereicht.<\/p>\n<p>Mit der Revision soll die Zahl der j\u00e4hrlichen Zulassungen zum Zivildienst von derzeit rund 7200 auf 4000 sinken.<\/p>\n<p>Unseren ausf\u00fchrlichen Artikel \u00fcber die Vorlage finden Sie hier:<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/1781443154_98_378439544_highres.jpg\" width=\"1300\" height=\"867\" alt=\"Im Muotatal im Kanton Schwyz f\u00fchren Personen im Rahmen ihres Zivildienstes Renovierungsarbeiten an Trockenmauern durch.\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Schweizer Politik\n        <\/p>\n<p>        Abstimmung vom 14. Juni: Soll der Zugang zum Zivildienst eingeschr\u00e4nkt werden?    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht                    <\/p>\n<p>                        07. Apr. 2026                    <\/p>\n<p>                Das Parlament m\u00f6chte die Zugangsbedingungen zum Zivildienst versch\u00e4rfen, um den Bestand der Armee zu st\u00e4rken. Dagegen wurde das Referendum ergriffen.            <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/schweizer-politik\/abstimmung-vom-14-juni-soll-der-zugang-zum-zivildienst-eingeschr%c3%a4nkt-werden\/91149058\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>            Mehr Abstimmung vom 14. Juni: Soll der Zugang zum Zivildienst eingeschr\u00e4nkt werden?<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>Verschiedene Massnahmen sollen den Zivildienst weniger attraktiv machen. So soll es auch f\u00fcr diesen Dienst eine Art \u00abWiederholungskurs\u00bb geben.<\/p>\n<p>Die Ersatzdienste w\u00fcrden sich immer auf mindestens 150 Tage belaufen, ungeachtet des Dienstgrades und der bereits absolvierten Milit\u00e4rdiensttage. Der Einsatz soll j\u00e4hrlich stattfinden und kann so weniger flexibel geplant werden.<\/p>\n<p>Die Vorlage wird von Bundesrat, einer Parlamentsmehrheit sowie den b\u00fcrgerlichen Parteien SVP, FDP und Die Mitte unterst\u00fctzt. R\u00fcckhalt erh\u00e4lt sie zudem von der Schweizerischen Offiziersgesellschaft (SOG) und weiteren armeenahen Organisationen. Gegen die Gesetzes\u00e4nderung stellen sich SP, Gr\u00fcne und GLP sowie der Zivildienstverband Civiva, der zusammen mit den Jungen Gr\u00fcnden das Referndum ergriffen hat.<\/p>\n<p>Das sind die Argumente der Bef\u00fcrworter:innen<\/p>\n<p>Bundesrat Guy Parmelin argumentierte in der Parlamentsdebatte, dass der Zivildienst zu einem \u00abproblematischen Massenph\u00e4nomen\u00bb geworden sei, entgegen seinem urspr\u00fcnglichen Ziel als Ausnahme f\u00fcr Personen mit Gewissenskonflikt.<\/p>\n<p>Mit den versch\u00e4rften Zugangsbedingungen sollen die Abg\u00e4nge begrenzt und der Personalbestand der Armee gesichert werden. Hintergrund ist die angespannte geopolitische Lage mit dem Ukrainekrieg.<\/p>\n<p>Das sind die Argumente der Gegner:innen<\/p>\n<p>Die Gegner:innen betonen dagegen die wichtige Rolle des Zivildienstes f\u00fcr das Gesundheits- und Sozialwesen. Eine deutliche Reduktion der Zivildienstleistenden w\u00fcrde den Personalmangel in diesen Bereichen versch\u00e4rfen. Zu den Gegner:innen der Vorlage geh\u00f6rt <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/referendum-ergriffen-allianz-warnt-vor-leistungsschwund-beim-zivildienst?utm_source=chatgpt.com\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">auch die Kleinbauern-VereinigungExterner Link<\/a>.<\/p>\n<p>Zudem bezweifeln sie, dass die Armee von den Versch\u00e4rfungen profitiert, da Dienstpflichtige weiterhin die M\u00f6glichkeit h\u00e4tten, sich medizinisch ausmustern zu lassen. Die Reform sei Teil einer \u00abSalamitaktik\u00bb, die den Zivildienst schrittweise schw\u00e4chen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>        Artikel in dieser Story    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die H\u00fcrden f\u00fcr den Zivildienst werden erh\u00f6ht. 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