{"id":168292,"date":"2026-06-15T03:00:22","date_gmt":"2026-06-15T03:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/168292\/"},"modified":"2026-06-15T03:00:22","modified_gmt":"2026-06-15T03:00:22","slug":"massive-proteste-vor-g7-gipfel-in-frankreich-genf-im-ausnahmezustand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/168292\/","title":{"rendered":"Massive Proteste vor G7-Gipfel in Frankreich: Genf im Ausnahmezustand"},"content":{"rendered":"<p>\n\t14.06.2026 um 19:58 Uhr |\t<\/p>\n<p>Lesedauer: 3 min<\/p>\n<p>In der Schweizer Grenzstadt Genf haben Tausende gegen den G7-Gipfel in Frankreich demonstriert. Der Protest richtete sich vor allem gegen den Kapitalismus. Gut 7.000 Sicherheitskr\u00e4fte hatten bis zu 50.000 Demonstranten auf der Schweizer Seite des Genfersees erwartet. Am Nachmittag brennt ein Auto. Die Polizei setzt Tr\u00e4nengas ein.<\/p>\n<p>Das Treffen der G7-Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Gro\u00dfbritannien, Italien, Kanada, Japan und den USA beginnt an diesem Montag in \u00c9vian auf der franz\u00f6sischen Uferseite. Die Stadt liegt rund 50 Kilometer entfernt, aber Frankreich wollte nach Angaben der Genfer Stadtregierung keine Proteste dulden. Deshalb meldeten die Organisatoren die Demonstration in Genf unter dem Motto \u201eNo G7\u201c an. Die Veranstalter sprachen am sp\u00e4ten Nachmittag von \u201ezehntausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern\u201c. <\/p>\n<p>Der Protestzug verlief bis zum sp\u00e4ten Nachmittag entlang der genehmigten Route. Es gab zun\u00e4chst keine Anzeichen von Konfrontation. Viele Plakate richteten sich gegen US-Pr\u00e4sident Donald Trump. Die Polizei hielt sich zun\u00e4chst im Hintergrund und war entlang der Route kaum zu sehen. Dennoch kam es zu Steinw\u00fcrfen gegen die Polizei. Tr\u00e4nengas kam zum Einsatz.<\/p>\n<p>Einzelne Demonstranten rissen im Verlauf der Demonstration Sperrholzplatten, die an hunderten Gesch\u00e4ften angebracht waren, um Schaufenster zu sch\u00fctzen, teils ab. Scheiben gingen zu Bruch, etwa an einer Bank und einem Gesch\u00e4ft f\u00fcr Mopeds. Nahe dem Busbahnhof geriet ein Tesla-Auto in Brand.<\/p>\n<p>Einige Demonstranten skandierten nahe den Polizeiketten: \u201eDie ganze Welt hasst die Polizei\u201c. Sie zogen aber auf der vorgeschriebenen Route friedlich weiter. Es seien mehrere Gegenst\u00e4nde sichergestellt worden, die offenbar f\u00fcr Konfrontationen mit der Polizei vorgesehen waren, teilte die Polizei auf Facebook mit.<\/p>\n<p>Genf f\u00fcrchtete Ausschreitungen in Erinnerung an verheerende Sch\u00e4den und Gesch\u00e4ftspl\u00fcnderungen bei einer Demonstration im Jahr 2003 gegen die damalige G8 noch mit Russland. Hunderte Genfer Gesch\u00e4ftsleute und Hoteliers verriegelten seit Tagen ihre Schaufenster mit Sperrholz.<\/p>\n<p>Die Ereignisse von 2003 seien ein Trauma f\u00fcr die Genfer Polizei, sagte die Polizeichefin des Kantons, Monica Bonfanti. Die Genfer Polizei hat Verst\u00e4rkung aus dem ganzen Land aufgeboten. Mehrere tausend Polizistinnen und Polizisten kontrollieren seit zwei Tagen \u00fcberall in der Stadt Autos und Personalien von Passanten.<\/p>\n<p>Bei strahlendem Sonnenschein sammelten sich am Treffpunkt in einem Park direkt am Genfersee nach ersten Sch\u00e4tzungen mehrere tausende Menschen mit Plakaten. Viele Teilnehmer trugen Pal\u00e4stinenserfahnen. Der Marsch wurde von einer Koalition aus rund 60 verschiedenen Gruppen organisiert, darunter auch Feministinnen, Gewerkschaftsvertreter, Kurden und ein \u201erevolution\u00e4rer Block\u201c, wie eine Sprecherin vorher angek\u00fcndigt hatte.<\/p>\n<p>Die \u201eNo G7\u201c-Koalition protestierte laut einem Manifest gegen US-Milit\u00e4rbasen in Europa, f\u00fcr h\u00f6here Mindestl\u00f6hne, kostenlose Verh\u00fctungsmittel, grenzenlose Freiz\u00fcgigkeit f\u00fcr Arbeitende aus aller Welt und die Streichung der Angabe des Geschlechts aus allen Ausweisdokumenten. <\/p>\n<p>Die G7 erw\u00e4hnen sie auch. Das sei eine \u201eillegitime und \u00fcberholte Institution, ein privater Club, der nicht mehr der heutigen Welt entspricht\u201c. Dort f\u00e4llten \u201eGro\u00dfm\u00e4chte Entscheidungen zugunsten der privilegiertesten Minderheit der Welt und zum Nachteil von mehr als 90 Prozent der Bev\u00f6lkerung.\u201c <\/p>\n<p> G7-Delegationen reisen \u00fcber Genf an.<\/p>\n<p>Die Aufgabe der Schweizer Sicherheitskr\u00e4fte war nicht nur die Bew\u00e4ltigung der Demonstration. Sie m\u00fcssen auch die Sicherheit der anreisenden Staats- und Regierungschefs garantieren. In Genf liegt der n\u00e4chstgelegene Flughafen zu \u00c9vian, die meisten Delegationen sollen dort am Montag eintreffen. <\/p>\n<p>Genf ist wie eine Enklave auf franz\u00f6sischem Gebiet. Die Schweizer haben die rund 30 Grenz\u00fcberg\u00e4nge bis auf sieben geschlossen und f\u00fchrten schon am Freitag Personenkontrollen in der Stadt durch. (dpa\/nico) <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"14.06.2026 um 19:58 Uhr | Lesedauer: 3 min In der Schweizer Grenzstadt Genf haben Tausende gegen den G7-Gipfel&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":168293,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[26,27],"tags":[4961,863,32476,115,114,39180,12304,45],"class_list":["post-168292","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-geneve","category-genf","tag-ausnahmezustand","tag-frankreich","tag-g7-gipfel","tag-geneve","tag-genf","tag-massive","tag-proteste","tag-schweiz"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116751887437126927","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/168292","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=168292"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/168292\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/168293"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=168292"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=168292"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=168292"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}