{"id":168534,"date":"2026-06-15T07:13:43","date_gmt":"2026-06-15T07:13:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/168534\/"},"modified":"2026-06-15T07:13:43","modified_gmt":"2026-06-15T07:13:43","slug":"steine-fliegen-scheiben-bersten-protest-gegen-g7-in-genf-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/168534\/","title":{"rendered":"Steine fliegen, Scheiben bersten: Protest gegen G7 in Genf"},"content":{"rendered":"<p>Feuer, Tr\u00e4nengas und zersplitterte Scheiben: In Genf eskaliert der Protest gegen den G7-Gipfel. Die Polizei ist mit einem Gro\u00dfaufgebot vor Ort. <\/p>\n<p>Ein zun\u00e4chst friedlicher Protest gegen den bevorstehenden G7-Gipfel in Frankreich ist in Genf am Sonntag zunehmend eskaliert. Am Sp\u00e4tnachmittag und Abend schmissen Vermummte zahlreiche Scheiben ein, die Polizei setzte mehrfach Tr\u00e4nengas ein. <\/p>\n<p>Ein Block aus einigen Hundert schwarz gekleideten Mitl\u00e4ufern st\u00f6rte die lange Zeit friedliche Atmosph\u00e4re der Demonstranten. Die Vermummten rissen Pflastersteine aus dem Boden und Sperrholzverkleidungen von Schaufenstern, setzte ein Auto und M\u00fcllcontainer in Brand und warf zahlreiche Scheiben ein, sowohl von Gesch\u00e4ften als auch an Bushaltestellen, Reklametafeln sowie den Eing\u00e4ngen von UN-Organisationen. <\/p>\n<p>            &#13;<br \/>\n              Polizei mit Gro\u00dfaufgebot <\/p>\n<p>Die Polizei sprach von mindestens 20.000 Teilnehmenden, die Organisatoren von Zehntausenden. Die Polizei war mit rund 7.000 Sicherheitskr\u00e4ften im Einsatz. Sie hielt sich lange im Hintergrund. Abseits der genehmigten Marschroute riegelte sie aber mit gro\u00dfem Aufgebot etwa die wichtigste Br\u00fccke \u00fcber die Rhone zu den Haupteinkaufsstra\u00dfen und an anderer Stelle den Hauptsitz der Vereinten Nationen ab. <\/p>\n<p>Die Polizei berichtete auf Facebook, dass sie mehrere Gegenst\u00e4nde konfiszierte, die offenbar f\u00fcr Konfrontationen mit der Polizei vorgesehen gewesen seien. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/in-frankreich-duerfen-die-g7-gegner-nicht-protestieren-so-782261.jpg\" title=\"Steine fliegen, Scheiben bersten: Protest gegen G7 in Genf - Foto: Martial Trezzini\" alt=\"In Frankreich d\u00fcrfen die G7-Gegner nicht protestieren, so weichen sie auf die Schweizer Seite des Genfersees aus.  - Foto: Martial Trezzini\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>In Frankreich d\u00fcrfen die G7-Gegner nicht protestieren, so weichen sie auf die Schweizer Seite des Genfersees aus.  <\/p>\n<p class=\"image-credit\">Foto: Martial Trezzini<\/p>\n<p> Gro\u00dfe Bandbreite an Protestthemen <\/p>\n<p>Die \u201eNo G7\u201c-Koalition aus 60 Organisationen protestierte laut einem Manifest gegen US-Milit\u00e4rbasen in Europa, f\u00fcr h\u00f6here Mindestl\u00f6hne, kostenlose Verh\u00fctungsmittel, grenzenlose Freiz\u00fcgigkeit f\u00fcr Arbeitende aus aller Welt und die Streichung der Angabe des Geschlechts aus allen Ausweisdokumenten.\u00a0 <\/p>\n<p>Die G7 bezeichneten sie als \u201eillegitime und \u00fcberholte Institution, ein privater Club, der nicht mehr der heutigen Welt entspricht\u201c. Dort f\u00e4llten \u201eGro\u00dfm\u00e4chte Entscheidungen zugunsten der privilegiertesten Minderheit der Welt und zum Nachteil von mehr als 90 Prozent der Bev\u00f6lkerung.\u201c <\/p>\n<p>Genf aus Ausweichort <\/p>\n<p>Das Treffen der G7-Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Gro\u00dfbritannien, Italien, Kanada, Japan und den USA beginnt an diesem Montag in \u00c9vian auf der franz\u00f6sischen Uferseite des Genfersees. Genf liegt rund 50 Kilometer entfernt, aber Frankreich wollte nach Angaben der Genfer Stadtregierung keine Proteste dulden. Deshalb meldeten die Organisatoren die Demonstration in Genf an. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/in-genf-kommt-es-bei-protesten-gegen-den-g7-gipfel-in-evian-782264.jpg\" title=\"Steine fliegen, Scheiben bersten: Protest gegen G7 in Genf - Foto: Michael Kappeler\" alt=\"In Genf kommt es bei Protesten gegen den G7-Gipfel in \u00c9vian zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. - Foto: Michael Kappeler\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>In Genf kommt es bei Protesten gegen den G7-Gipfel in \u00c9vian zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. <\/p>\n<p class=\"image-credit\">Foto: Michael Kappeler<\/p>\n<p> Gro\u00dfteil der Demonstranten war friedlich <\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Demonstranten blieb friedlich. Aus Riesenlautsprechern dr\u00f6hnte bei dem Marsch Musik, und abgesehen von dem offenbar gewaltbereiten schwarzen Block tanzten die Demo-Teilnehmerinnen und &#8211; Teilnehmer bei strahlendem Sonnenwetter und guter Laune. <\/p>\n<p>Genfs Trauma 2003 <\/p>\n<p>Genf hatte sich f\u00fcr Ausschreitungen\u00a0gewappnet, in Erinnerung an verheerende Sch\u00e4den und Gesch\u00e4ftspl\u00fcnderungen bei einer Demonstration im Jahr 2003 gegen die damalige G8 noch mit Russland. Hunderte Gesch\u00e4ftsleute und Hoteliers hatten ihre Schaufenster und Eing\u00e4nge deshalb mit Sperrholzplatten verriegelt. <\/p>\n<p>Die Ereignisse von 2003 seien ein Trauma f\u00fcr die Genfer Polizei, sagte die Polizeichefin des Kantons, Monica Bonfanti. Damals waren nur wenige Dutzend Beamte im Einsatz, die von der Gewalt v\u00f6llig \u00fcberrumpelt wurden. Dieses Mal hatte sie Verst\u00e4rkung aus dem ganzen Land aufgeboten. Mehrere Tausend Polizistinnen und Polizisten kontrollieren seit zwei Tagen \u00fcberall in der Stadt Autos und Personalien von Passanten. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/im-protestzug-sind-viele-palaestinenserflaggen-zu-sehen-782263.jpg\" title=\"Steine fliegen, Scheiben bersten: Protest gegen G7 in Genf - Foto: Cyril Zingaro\" alt=\"Im Protestzug sind viele Pal\u00e4stinenserflaggen zu sehen. - Foto: Cyril Zingaro\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>Im Protestzug sind viele Pal\u00e4stinenserflaggen zu sehen. <\/p>\n<p class=\"image-credit\">Foto: Cyril Zingaro<\/p>\n<p> G7-Delegationen reisen \u00fcber Genf an <\/p>\n<p>Die Aufgabe der Schweizer Sicherheitskr\u00e4fte war nicht nur die Bew\u00e4ltigung der Demonstration. Sie m\u00fcssen auch die Sicherheit der anreisenden Staats- und Regierungschefs garantieren. In Genf liegt der n\u00e4chstgelegene Flughafen zu \u00c9vian, die meisten Delegationen sollen dort am Montag eintreffen. <\/p>\n<p>Genf ist wie eine Enklave auf franz\u00f6sischem Gebiet. Die Schweizer haben die rund 30 Grenz\u00fcberg\u00e4nge bis auf sieben geschlossen und f\u00fchrten schon am Freitag Personenkontrollen in der Stadt durch. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/genfer-geschaeftsinhaber-befuerchten-krawalle-wie-2003-782262.jpg\" title=\"Steine fliegen, Scheiben bersten: Protest gegen G7 in Genf - Foto: Baz Ratner\" alt=\"Genfer Gesch\u00e4ftsinhaber bef\u00fcrchten Krawalle wie 2003. (Archivbild) - Foto: Baz Ratner\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>Genfer Gesch\u00e4ftsinhaber bef\u00fcrchten Krawalle wie 2003. (Archivbild) <\/p>\n<p class=\"image-credit\">Foto: Baz Ratner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Feuer, Tr\u00e4nengas und zersplitterte Scheiben: In Genf eskaliert der Protest gegen den G7-Gipfel. 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