{"id":168738,"date":"2026-06-15T09:29:08","date_gmt":"2026-06-15T09:29:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/168738\/"},"modified":"2026-06-15T09:29:08","modified_gmt":"2026-06-15T09:29:08","slug":"steve-jobs-letzte-apple-keynote-der-abschied-und-die-icloud","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/168738\/","title":{"rendered":"Steve Jobs\u2019 letzte Apple-Keynote: Der Abschied und die iCloud"},"content":{"rendered":"<p>            <a name=\"body\"\/><\/p>\n<p>Das Jahr 2011 begann turbulent f\u00fcr Apple. Im Januar lie\u00df sich Apple-Chef Steve Jobs von seinen T\u00e4tigkeiten freistellen. Das hatte (erneut) gesundheitliche Gr\u00fcnde. Bereits in fr\u00fcheren Jahren k\u00e4mpfte Jobs mit seiner Gesundheit. 2003 erhielt er eine Krebsdiagnose. Im Sommer 2004 wurde ihm ein Tumor operativ entfernt. 2009 sollte ihn eine Lebertransplantation endg\u00fcltig auf den Weg der Heilung bringen. Die Ank\u00fcndigung seiner Freistellung Anfang 2011 sorgte zwar f\u00fcr Schlagzeilen, folgte dennoch einem bereits etablierten Prozedere. Der damalige Chef f\u00fcr operative T\u00e4tigkeiten, Tim Cook, \u00fcbernahm erneut \u00fcbergangsweise die Rolle als CEO. Jobs lieferte trotz seiner gesundheitlichen Probleme weiterhin Input. Im M\u00e4rz 2011 f\u00fchrte er durch die Pr\u00e4sentation des neuen iPad 2. Am 6. Juni 2011 betrat er sichtlich geschw\u00e4cht die gro\u00dfe B\u00fchne der Worldwide Developer Conference (WWDC). Dies sollte seine letzte Keynote-Pr\u00e4sentation f\u00fcr ein Apple-Event werden. Seinen letzten \u00f6ffentlichen Auftritt vor seinem Ableben im Oktober 2011 lieferte er nur einen Tag sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Der letzte Applaus<\/p>\n<p>Ein sichtlich geschw\u00e4chter Steve Jobs betrat die B\u00fchne der WWDC-Er\u00f6ffnung unter Standing Ovations. Das Publikum aus Presse, Entwicklern und Fans \u00fcbersch\u00fcttete den Apple-Chef mit Applaus, ein einzelner \u201eWir lieben dich\u201c-Zuruf machte Jobs ungew\u00f6hnlich sprachlos. Allen schien klar zu sein, dass sich Jobs\u2019 Gesundheitszustand seit dem letzten Auftritt im M\u00e4rz noch einmal deutlich verschlechterte. W\u00e4hrend der gesamten Pr\u00e4sentation fehlte Jobs einiges an Energie und er machte ungewohnt viele Fehler.<\/p>\n<p>Anders als sonst stand Jobs nicht die vollen zwei Stunden auf der B\u00fchne. Nach der Begr\u00fc\u00dfung und einem groben \u00dcberblick zu den anstehenden Themen \u00fcbergab Jobs das Zepter an Marketing-Chef Phil Schiller und Jobs zog sich vorerst von der B\u00fchne zur\u00fcck. Schiller lieferte zun\u00e4chst Updates zu den Verkaufszahlen des Mac. Anschlie\u00dfend pr\u00e4sentierte er das n\u00e4chste gro\u00dfe Update f\u00fcr das Mac-Betriebssystem. Mit OS X Lion sollten mehr als 250 neue Funktionen bereitstehen. Zehn davon pr\u00e4sentierte Schiller in Zusammenarbeit mit Software-Chef Craig Federighi, der f\u00fcr die Demonstrationen der vorgestellten Funktionen zust\u00e4ndig war. Phil Schiller \u00fcbergab das Zepter anschlie\u00dfend an Scott Forstall, den damaligen Chef f\u00fcr die iPhone-Software. Dieser lieferte ebenfalls beeindruckende Zahlen zum iPhone und iPad. Sein Hauptthema sollten allerdings die Neuerungen von iOS 5 sein. Hier versprach Apple 200 neue Funktionen, von denen Forstall ebenfalls zehn im Detail und mit Demonstrationen genauer vorstellte.<\/p>\n<p>Forstall \u00fcbergab nach seiner Pr\u00e4sentation zur\u00fcck an Steve Jobs, der Apples neue \u201eiCloud\u201c genauer vorstellen sollte. Diese erw\u00e4hnte Apple ungew\u00f6hnlicherweise bereits eine Woche vorher in einer Pressemitteilung als Apples \u201ek\u00fcnftiges Angebot an Diensten auf Cloud-Computing-Basis\u201c. Was genau damit gemeint war, zeigte Jobs zum Abschluss der Keynote im Detail.<\/p>\n<p><a class=\"zoom lupe\" title=\"Den Gro\u00dfteil der Keynote-Pr\u00e4sentation musste Jobs abgeben, doch bei der Vorstellung der neuen iCloud-Funktionen \u00fcbernahm der Chef wieder selbst.\" href=\"https:\/\/www.maclife.de\/media\/maclife\/styles\/tec_frontend_fullscreen\/public\/images\/editors\/2026_25\/image-127198--4620535.jpg?itok=koQGU0fi\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"lazyload final \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/image-127198--4620535.jpg\" alt=\"Den Gro\u00dfteil der Keynote-Pr\u00e4sentation musste Jobs abgeben, doch bei der Vorstellung der neuen iCloud-Funktionen \u00fcbernahm der Chef wieder selbst.\" width=\"770\" height=\"578\"\/>Den Gro\u00dfteil der Keynote-Pr\u00e4sentation musste Jobs abgeben, doch bei der Vorstellung der neuen iCloud-Funktionen \u00fcbernahm der Chef wieder selbst. (Bild: Apple)<\/a>\n<\/p>\n<p>\u201eIt just works\u201c<\/p>\n<p>Jobs\u2019 letzter Akt auf einer Apple-B\u00fchne war ein fundamentaler. In seiner Pr\u00e4sentation sollte es um Apples zuk\u00fcnftige Cloud-Strategie gehen. Apple war zu dem Zeitpunkt ein Nachz\u00fcgler, was Cloud-Dienste und -Funktionen betraf. Jobs selbst gab dies in seiner Einleitung zur neuen iCloud zu. Zun\u00e4chst aber erinnerte er an das Jahr 2001. Zu Beginn des neuen Jahrtausends pr\u00e4sentierte er Apples neue Strategie, die er damals als \u201eDigital Hub\u201c bezeichnete (siehe Mac Life Nr. 294). Dabei stand der Mac im Zentrum des digitalen Alltags und kommunizierte mit anderen Ger\u00e4ten wie Videokameras, Digitalkameras oder dem iPod. Der Mac \u00fcbernahm dabei die Rolle als zentraler Datenspeicher. Doch das h\u00e4tte sich in der Gegenwart durch eine Vielzahl neuer Ger\u00e4te wie dem iPhone und iPad zu einem Problem entwickelt. Das st\u00e4ndige Synchronisieren all dieser Ger\u00e4te untereinander ist nach der Meinung von Jobs zu einem gro\u00dfen Problem geworden. Die L\u00f6sung: Der Mac sollte fortan ein ebenb\u00fcrtiges Ger\u00e4t zu allen anderen werden und die Cloud sollte fortan das neue digitale Zentrum f\u00fcr alle Daten werden. Apples eigene iCloud w\u00fcrde aber mehr sein als eine simple Festplatte in der Wolke. Durch spezielle und clevere Funktionen sollte die iCloud nicht nur Daten speichern k\u00f6nnen, sondern automatisch \u00c4nderungen an alle Ger\u00e4te kommunizieren und beispielsweise neu gekaufte Musik aus dem iTunes Store auf alle Ger\u00e4te drahtlos herunterladen.\u00a0<\/p>\n<p>Unter gro\u00dfem Gel\u00e4chter und Applaus witzelte Jobs dabei \u00fcber die bis dato mangelnde Qualit\u00e4t von Apples Cloud-Diensten. MobileMe, der Vorl\u00e4ufer von Apples iCloud, konnte sich nach einem desastr\u00f6sen Start im Jahr 2008 nie wieder von seinem ramponierten Image l\u00f6sen. Der Dienst galt als unzuverl\u00e4ssig und war nach Jobs\u2019 eigener Aussage \u201enicht Apples beste Stunde\u201c. Aber man habe eine Menge daraus gelernt und diese Erkenntnisse nun in iCloud gesteckt. Diese stellte Jobs dann mit neuen iCloud-Apps und -Funktionen vor.<\/p>\n<p>Neben einem eigenen E-Mail-Dienst sollte sich iCloud fortan um die Synchronisierung von Kalendern, Kontakten sowie Eink\u00e4ufen aus dem App Store, dem iTunes Store und dem iBookstore k\u00fcmmern. Clevere Funktionen wie der drahtlose Austausch von Lesezeichen in der iBooks-App oder geteilte Kalender machten iCloud damals schon zu mehr als einem simplen Cloud-Speicher. Hinzu kamen weitere iCloud-Funktionen wie automatische Backups von iOS-Ger\u00e4ten, eine neue Fotostream-Funktion f\u00fcr iPhoto sowie Cloud-Dokumente f\u00fcr Apples iWork-Apps Pages, Numbers und Keynote. Einen klassischen Cloud-Speicher mit 5 Gigabyte stellte Apple ebenfalls bereit. All diese Funktionen sollten fortan kostenfrei angeboten werden. Details zu erweiterten Speichergr\u00f6\u00dfen erw\u00e4hnte Jobs allerdings nicht auf der B\u00fchne.\u00a0<\/p>\n<p>Daf\u00fcr pr\u00e4sentierte er eine \u00dcberraschung. Mit seiner ber\u00fchmten Formulierung \u201eOne more thing\u201c verk\u00fcndete er sonst gro\u00dfe Neuerungen, sodass auch dieses Mal das Publikum jubelte. Er d\u00e4mpfte die Erwartungen aber schnell mit der Erg\u00e4nzung, dass es sich um eine \u201ekleine\u201c \u00dcberraschung handeln w\u00fcrde. Diese war iTunes Match. Mit dem kostenpflichtigen Abo konnten Nutzer ihren gesamten Musikkatalog in die Cloud bringen und damit auf allen Ger\u00e4ten drahtlos austauschen und nutzen. Der Clou: iTunes Match verglich die lokale Musikmediathek mit Apples umfangreichem iTunes-Katalog und lud nur die Tracks in die Cloud, die es nicht bei iTunes gab. Das sollte die Ladezeiten verk\u00fcrzen und in vielen F\u00e4llen die alten MP3-Dateien mit Apples besser codierten Songs ersetzen.<\/p>\n<p>Steves letzter \u00f6ffentlicher Auftritt?<\/p>\n<p><a class=\"zoom lupe\" title=\"\" href=\"https:\/\/www.maclife.de\/media\/maclife\/styles\/tec_frontend_fullscreen\/public\/images\/editors\/2026_25\/image-127198--4620536.jpg?itok=kzZ3hXFY\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"lazyload final \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/image-127198--4620536.jpg\" alt=\"\" width=\"770\" height=\"578\"\/>(Bild: Apple)<\/a>\n<\/p>\n<p>Die Er\u00f6ffnungspr\u00e4sentation der WWDC 2011 war zwar Steve Jobs\u2019 letzte Apple-Pr\u00e4sentation, allerdings nicht seine letzte Pr\u00e4sentation als Apple-CEO. Einen Tag nach der WWDC-Keynote stellte Jobs dem Stadtrat von Cupertino Apples Pl\u00e4ne f\u00fcr ein neues Firmengel\u00e4nde vor. Das damalige Problem: Apple wuchs als Unternehmen rapide, sodass die eigene Belegschaft nur noch verstreut in Apples Heimatstadt arbeiten konnte. Apple kaufte deshalb mehrere Grundst\u00fccke auf, um dort einen neuen Firmensitz zu bauen. Jobs pr\u00e4sentierte die Baupl\u00e4ne f\u00fcr den neuen Apple Campus, um die n\u00f6tigen Genehmigungen f\u00fcr den Bau zu erhalten. Diese gab es allerdings erst im Oktober 2013, also zwei Jahre nach Jobs\u2019 Ableben. Die Pr\u00e4sentation vor dem Stadtrat sollte Jobs\u2019 letzten \u00f6ffentlichen Auftritt vor seinem Tod im Oktober 2011 darstellen. Der neue Apple Campus \u00f6ffnete im April 2017 seine T\u00fcren f\u00fcr die Apple-Belegschaft.<\/p>\n<p>Jobs\u2019 letzter Auftritt<\/p>\n<p>Steve Jobs brachte die Er\u00f6ffnungspr\u00e4sentation der WWDC 2011 mit hoffnungsvollen Gedanken zu Ende. Er beschw\u00f6rte Apples Einsatz beim Ausbau der neuen iCloud-Infrastruktur, indem er Fotos vom Baufortschritt eines neuen Datencenters f\u00fcr genau diesen Einsatzzweck zeigte. Er beendete die Pr\u00e4sentation mit Zahlen und Statistiken zur WWDC-Entwicklungskonferenz. Was wie eine gew\u00f6hnliche Apple-Veranstaltung ausklang, war aber r\u00fcckblickend ein besonderer Moment. Jobs war im Sommer 2011 ungew\u00f6hnlich schwach auf der B\u00fchne. Seine Stimme war deutlich kraftloser als sonst, es fehlte ihm an Energie. Seine Ausf\u00fchrungen waren ungewohnt fehlerhaft, kleine Versprecher woben sich durch die iCloud-Ausf\u00fchrungen. Die Demonstrationen von neuen iCloud-Funktionen \u00fcbergab er ebenfalls an andere, statt sie selbst zu pr\u00e4sentieren. Kurzum: Steve Jobs\u2019 letzter Keynote-Auftritt konnte nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass es mit seiner Gesundheit alles andere als gut stand. Dennoch \u00fcberraschten die Ereignisse der folgenden Wochen und Monate sowohl Apple-Fans als auch Freunde, Familie und Mitarbeiter von Apple. Steve Jobs verstarb am 5. Oktober 2011 an den Folgen einer Krebserkrankung.<\/p>\n<p>Christian Steiner \/\/ Freier Autor<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Christian Steiner\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/christian-2.jpg\"\/><\/p>\n<p>F\u00fcr Christian Steiner, derzeit in Wuppertal lebend, ist Apple-Geschichte kein Nostalgietrip, sondern Aufkl\u00e4rungsarbeit. In seiner Rubrik \u201eEin Blick zur\u00fcck\u201c bei der Mac Life nimmt er die wichtigen Momente aus Apples Unternehmensgeschichte unter die Lupe, ordnet sie ein und erkl\u00e4rt, warum sie bis heute nachwirken. Als junger Familienvater interessiert ihn dabei auch, wie Apple-Produkte das Familienleben verbessern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.maclife.de\/profile\/christian-steiner\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Weitere Artikel von Christian Steiner<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Jahr 2011 begann turbulent f\u00fcr Apple. 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