{"id":169864,"date":"2026-06-16T02:10:26","date_gmt":"2026-06-16T02:10:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/169864\/"},"modified":"2026-06-16T02:10:26","modified_gmt":"2026-06-16T02:10:26","slug":"zuwanderung-stimmberechtigte-sind-in-basel-keine-mehrheit-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/169864\/","title":{"rendered":"Zuwanderung: Stimmberechtigte sind in Basel keine Mehrheit mehr"},"content":{"rendered":"<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/512193479_highres.jpg\" width=\"1300\" height=\"865\" alt=\"Person\" loading=\"eager\" decoding=\"sync\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>                Basel-Stadt stellt gewissermassen die Spitze des Eisbergs einer Entwicklung dar, die einen grossen Teil des Landes betrifft.<\/p>\n<p>            Keystone \/ Georgios Kefalas        <\/p>\n<p>        Basel-Stadt ist der erste Kanton mit mehr unter 18-J\u00e4hrigen und Ausl\u00e4nder:innen als Stimmberechtigten. Das wirft Fragen auf.\n<\/p>\n<p>        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht    <\/p>\n<p>        15. Juni 2026 &#8211; 11:00\n<\/p>\n<p>Wenn in Basel-Stadt eine Abstimmung heute klar entschieden wird, kann man dennoch nicht mehr ohne Weiteres von einem \u00abMehrheitsentscheid\u00bb sprechen: Inzwischen sind in Basel die Stimm- und Wahlberechtigten in der Minderheit.<\/p>\n<p>Von den insgesamt 211\u2019000 Menschen in Basel-Stadt d\u00fcrfen 50,3% nicht an die Urne, weil sie die Staatsb\u00fcrgerschaft nicht haben, unter 18 Jahre alt sind, eine Beistandschaft haben oder Wochenaufenthalter sind.<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/6c2ebb1.webp\" width=\"960\" height=\"540\" alt=\"Grafik\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>                Die Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4nder inklusive Minderj\u00e4hrige machen den L\u00f6wenanteil der Nicht-Stimmberechtigten aus.            <\/p>\n<p>            SRF        <\/p>\n<p>Im Kanton Genf ist zwar der Ausl\u00e4nderanteil mit 42% h\u00f6her als in Basel-Stadt mit 39%. Aber weil dort rund 35\u2019000 Auslandschweizer:innen kantonal mit abstimmen d\u00fcrfen (in BS nur national), ist unter dem Strich eine Mehrheit der Genfer Bev\u00f6lkerung stimmberechtigt.<\/p>\n<p>So wackle die Legitimation von Urneng\u00e4ngen: \u00abWenn immer mehr Menschen von der Demokratie ausgeschlossen sind, widerspricht das dem Ziel, das staatliche Handeln m\u00f6glichst breit abzust\u00fctzen, um Akzeptanz zu verschaffen\u00bb, sagt die Politologin Eva Gschwind.<\/p>\n<p>\u00abRegierung und Parlament haben dann nicht mehr die n\u00f6tige Orientierung, was die Bev\u00f6lkerung \u00fcberhaupt will.\u00bb Das habe Folgen: \u00abSo geraten Regierung und Parlament immer st\u00e4rker in einen Blindflug.\u00bb<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/658026429_highres.jpg\" width=\"1300\" height=\"867\" alt=\"Stadt Freiburg\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Die besten Inhalte der SRG\n        <\/p>\n<p>        Warum Ausl\u00e4nder:innen kaum w\u00e4hlen \u2013 und was Freiburg dagegen tut    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht                    <\/p>\n<p>                        19. Sep. 2025                    <\/p>\n<p>                40\u2019000 Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4nder d\u00fcrfen in Freiburg w\u00e4hlen, doch kaum jemand tut es. Jetzt reagiert der Kanton.            <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/die-besten-inhalte-der-srg\/warum-ausl%c3%a4nder-kaum-w%c3%a4hlen-und-was-freiburg-dagegen-tut\/90010500\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>            Mehr Warum Ausl\u00e4nder:innen kaum w\u00e4hlen \u2013 und was Freiburg dagegen tut<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr Gschwind ist der Stadtkanton Vorreiter eines Trends: \u00abDie gesamte Schweiz w\u00e4chst nur noch durch Zuwanderung.\u00bb Die Frage, wie man mehr Menschen zur politischen Teilhabe bekomme, stelle sich daher f\u00fcr das ganze Land.<\/p>\n<p>Nicht nur die Wirtschaft am Rheinknie mit erfolgreichen Pharma-Weltkonzernen zieht seit vielen Jahren viele Fachleute aus dem Ausland an. Auch andere Regionen. Schweizerinnen und Schweizer zogen einige weg, die Zahl der Einb\u00fcrgerungen machte dies jedoch nicht wett.<\/p>\n<p>L\u00f6sungsans\u00e4tze<\/p>\n<p>Auf dem H\u00f6hepunkt punkto Stimmberechtigten lag Basel-Stadt vor 37 Jahren. Damals wurde das Stimmrechtsalter von 20 auf 18 Jahre gesenkt, und gut zwei Drittel der Bev\u00f6lkerung durften mitbestimmen. Heute k\u00f6nnte eine Senkung des kantonalen Stimmrechtsalters von 18 auf 16 Jahre \u2013 was bisher nur im Kanton Glarus gilt \u2013 die Proportionen verschieben.<\/p>\n<p>                    Neuer \u00abBev\u00f6lkerungsrat\u00bb als Input-Gremium                <\/p>\n<p>Demokratieaktivisten schlagen in Basel-Stadt f\u00fcr mehr Partizipation eine neue Institution vor, einen \u00abBev\u00f6lkerungsrat\u00bb. Laut Projektleiterin Claire Sch\u00e4rer soll dieser m\u00f6glichst repr\u00e4sentativ zusammengesetzt sein. Das soll ein zweistufiges Verfahren per Los erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Auch Minderj\u00e4hrige und Menschen ohne Schweizer Pass k\u00f6nnten teilnehmen. \u00abDemokratie bedeutet ja: Eine Stimme, eine Person. Das haben wir in der Realit\u00e4t nicht.\u00bb<\/p>\n<p>Dieses neue Gremium soll komplexe Themen zusammen mit Fachpersonen er\u00f6rtern und breit abgest\u00fctzte Empfehlungen in die regul\u00e4re Politik einspeisen. Dort entscheidet dann wieder die faktische Minderheit der Wohnbev\u00f6lkerung \u00fcber die Inputs.<\/p>\n<p>In der Schweiz gab es etwas \u00c4hnliches mit dem \u00abZukunftsrat U24\u00bb, wo per Los bestimmte 16- bis 24-J\u00e4hrige mitwirken konnten. Geplant ist ein mehrj\u00e4hriges Pilotprojekt. Die Initianten w\u00fcnschen sich, dass andere dem Basler Beispiel sp\u00e4ter folgen.<\/p>\n<p>In Basel-Stadt war das Stimmrechtsalter 16 zuletzt 2009 abgelehnt worden, doch letzten Herbst hat die Kantonsregierung einen neuen\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bs.ch\/medienmitteilungen\/2025-aktives-stimm-und-wahlrecht-fuer-16-jaehrige\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Vorschlag\u00a0Externer Link<\/a>dazu pr\u00e4sentiert. Konkret br\u00e4chte das rund 3000 Stimmberechtigte mehr. Auf Gemeindeebene war dieses Anliegen in Riehen BS 2024 jedoch deutlich abgelehnt worden, trotz Unterst\u00fctzung des Einwohnerrates.<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/534309715_highres.jpg\" width=\"1300\" height=\"867\" alt=\"Extinction Rebellion\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Schweizer Demokratie\n        <\/p>\n<p>        Abgesagter B\u00fcrgerrat: Ein schlechtes Signal aus der Schweiz in Zeiten von Demokratieabbau?    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht                    <\/p>\n<p>                        01. Apr. 2026                    <\/p>\n<p>                In Genf wird ein B\u00fcrgerrat kurz vor Beginn durch die Politik abgesagt. Auch international sind \u00e4hnliche Tendenzen erkennbar.            <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/schweizer-demokratie\/abgesagter-b%c3%bcrgerrat-ein-schlechtes-signal-aus-der-schweiz-in-zeiten-von-demokratieabbau\/91188669\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>            Mehr Abgesagter B\u00fcrgerrat: Ein schlechtes Signal aus der Schweiz in Zeiten von Demokratieabbau?<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>Ein anderer Ansatz ist das kantonale\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/asset\/de\/15464769\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Stimmrecht f\u00fcr Ausl\u00e4nderExterner Link<\/a>, das bisher nur die Kantone Jura und Neuenburg kennen. Anl\u00e4ufe dazu scheiterten aber in mehreren Kantonen, auch schon in Basel-Stadt sowie Ende 2025 in den Kantonen Waadt und Appenzell Ausserrhoden.<\/p>\n<p>Das kommunale Stimmrecht ist f\u00fcr ans\u00e4ssige Ausl\u00e4nderinnen in der Deutschschweiz rar, in der Romandie verbreiteter.<\/p>\n<p>Immer wieder diskutiert werden auch erleichterte Einb\u00fcrgerungen. Basel-Stadt hat die Geb\u00fchren unl\u00e4ngst stark gesenkt, mit der Hoffnung auf eine markante Zunahme der Stimmberechtigten.<\/p>\n<p>Eine tiefe Stimmbeteiligung sei kein Argument gegen erweiterte Stimmrechte, mahnt Gschwind: \u00abEs ist ein grosser Unterschied, ob man nicht abstimmen darf oder nicht abstimmen will.\u00bb<\/p>\n<p>Keine Premiere<\/p>\n<p>Das faktische Diktat der Minderheit ist \u00fcbrigens nicht neu: Erst mit dem Frauenstimmrecht durften Mehrheiten der Wohnbev\u00f6lkerung an die Urne. \u00abVor der Einf\u00fchrung des Frauenstimmrechts hatte immer eine Minderheit \u00fcber die Mehrheit bestimmt\u00bb, sagt Gschwind.<\/p>\n<p>        Artikel in dieser Story    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Basel-Stadt stellt gewissermassen die Spitze des Eisbergs einer Entwicklung dar, die einen grossen Teil des Landes betrifft. 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