{"id":170142,"date":"2026-06-16T07:16:13","date_gmt":"2026-06-16T07:16:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/170142\/"},"modified":"2026-06-16T07:16:13","modified_gmt":"2026-06-16T07:16:13","slug":"linux-7-1-mit-neuem-ntfs-und-fred-erschienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/170142\/","title":{"rendered":"Linux 7.1 mit neuem NTFS und FRED erschienen"},"content":{"rendered":"<p>              Linux 7.1 mit neuem NTFS und FRED erschienen<\/p>\n<p>Dieses Mal etwas fr\u00fcher als gewohnt, erschien der neue Kernel Linux 7.1 bereits auch in unseren Breiten noch am Sonntag gegen 17:00 Uhr und nicht erst in den fr\u00fchen Morgenstunden des Montags. Was Uneingeweihten ein extrem \u201eglattes\u201c Release suggeriert, hatte einen ganz anderen banalen Grund. Linus Torvalds hielt sich in einer anderen Zeitzone auf, in der es bereits Sonntagnachmittag war. Daher f\u00fchrte er den Release zur \u201egewohnten Zeit \u2013 nur nicht in der regul\u00e4ren Zeitzone\u201c aus.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Neben einigen Neuerungen wie ein neuer NTFS-Treiber oder die Nutzung von Intel FRED zur Leistungssteigerung, macht sich der Einsatz von k\u00fcnstlicher Intelligenz im Entwicklungsprozess bemerkbar.<\/p>\n<p>NTFS reloaded \u2013 erneut?<\/p>\n<p>Bereits in 2021 mit dem <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Linux-5-15-mit-frischem-NTFS-Treiber-und-SMB-Server-6237969.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Release von Linux 5.15<\/a> erhielt der Kernel einen frischen Treiber f\u00fcr Microsofts NTFS-Dateisystem. Dieser von der Paragon Software GmbH beigesteuerte Treiber ntfs3 schien die geeignete L\u00f6sung f\u00fcr das Arbeiten mit Windows-Datentr\u00e4gern zu sein.<\/p>\n<p>Bis dato hatte der Kernel selbst lediglich einen Treiber namens ntfs f\u00fcr rein lesenden Zugriff in petto. F\u00fcr Schreibzugriff konnten die Anwenderinnen und Anwender lediglich auf den FUSE-Treiber (Filesystem in USErspace) ntfs-3g zur\u00fcckgreifen. Der krankte aber an unvollst\u00e4ndiger Kompatibilit\u00e4t mit der NTFS-Spezifikation und konnte nach Abst\u00fcrzen Dateisysteme besch\u00e4digt zur\u00fccklassen. ntfs3 hingegen war ein waschechter Kernel-Treiber (kein FUSE) und konnte lesend und schreibend auf NTFS zugreifen. Er setzte die volle NTFS-Spezifikation 3.1 um; inklusive Unterst\u00fctzung unter anderem f\u00fcr Access Control Lists (ACL), erweiterte Attribute, Kompression und das wichtige Journaling-Replay.<\/p>\n<p>Obwohl ntfs3 im Grunde das lieferte, was das Nutzerherz begehrt, und eine gute Basis zum Weiterentwickeln bot, liefert Linux 7.1 einen weiteren Treiber f\u00fcr das Dateisystem aus Redmond. Die Unzufriedenheit mit der Entwicklungsgeschwindigkeit und der Wartung von ntfs3 war so gro\u00df, dass der neue Treiber trotzdem den Weg in den Mainline-Kernel fand.<\/p>\n<p>Standards nutzen<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Der neue NTFS-Treiber ist eine moderne grundlegende Neuimplementierung als Kernel-Treiber. Da der urspr\u00fcngliche alte \u201enur lesen\u201c-Kernel-Treiber in Linux 6.9 entfernt wurde, erh\u00e4lt der neue Treiber nun den Namen des alten: ntfs. Anders als der alte Treiber bietet der Neue native Schreibunterst\u00fctzung im Kernel. Eine zentrale technische \u00c4nderung ist der Umstieg auf iomap. Eng damit verbunden ist der Verzicht auf buffer_head-basierte Pfade. Stattdessen nutzt der Treiber <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Linux-5-16-beschleunigt-Spiele-und-steigert-die-Systemleistung-6325850.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Folios, also die modernere Speicherverwaltungsabstraktion<\/a> des Kernels.<\/p>\n<p>F\u00fcr Schreibzugriffe implementiert der neue Treiber \u201eDelayed Allocation\u201c. Zum Treiber geh\u00f6rt au\u00dferdem eine begleitende Userspace-Programmsammlung. Die Aufnahme in den Mainline-Kernel ist mit Linux 7.1 erfolgt. Der produktive Einsatz von ntfs wird von einem vollst\u00e4ndigen und funktionsf\u00e4higen Journaling abh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Right said FRED<\/p>\n<p>Linux 7.1 aktiviert Intels \u201eFlexible Return and Event Delivery\u201c (FRED) auf unterst\u00fctzten x86_64-Systemen standardm\u00e4\u00dfig. FRED modernisiert einen der empfindlichsten Bereiche der x86-Architektur, n\u00e4mlich den \u00dcbergang zwischen Benutzer- und Kernelmodus sowie die Behandlung von Interrupts, Exceptions und anderen Ereignissen. Technisch ersetzt FRED klassische Kontrollfluss\u00fcberg\u00e4nge \u00fcber die Interrupt Descriptor Table (IDT) und R\u00fcckkehrpfade \u00fcber IRET durch neue, spezialisierte Mechanismen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Linux-Kernel bedeutet FRED allerdings nicht nur das Setzen eines CPU-Flags. FRED verspricht niedrigere Latenzen bei Systemaufrufen, Interrupts und Exceptions und reduziert zugleich alte x86-Sonderf\u00e4lle im Entry-Code.<\/p>\n<p>AI \u2013 Fluch und Segen?<\/p>\n<p>Bei Linux 7.1 kamen AI-gest\u00fctzte Werkzeuge zum Einsatz, um Bugs zu finden, Patches vorzubereiten, Code-Reviews zu unterst\u00fctzen und sicherheitsnahe Probleme in alten oder wenig beachteten Codepfaden aufzusp\u00fcren. Gleichzeitig zeigte Linux 7.1 die Schattenseite: Linus Torvalds kritisierte eine Flut von AI-generierten Bugreports, die die Security-Liste nahezu unbeherrschbar gemacht habe.<\/p>\n<p>Die Kernel-Community reagierte pragmatisch mit strengeren Regeln f\u00fcr Transparenz und Verantwortlichkeit. AI-unterst\u00fctzte Beitr\u00e4ge sollen \u00fcber Assisted-by: gekennzeichnet werden. Die wichtigste Lehre aus dem AI-Einsatz in Linux 7.1 lautet: AI kann im Kernel-Projekt produktiv sein, wenn sie menschliche Analyse erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>Neues rein, Altes raus<\/p>\n<p>Knapp die H\u00e4lfte der Code-\u00c4nderungen und -Neuerungen in Linux 7.1 entfallen auf die Pflege von Treibern. Gleichzeitig beginnt der Kernel, sehr alte x86-Altlasten loszuwerden. IPv6 verliert den Status als nachladbares Modul; es ist nun entweder fest im Kernel enthalten oder vollst\u00e4ndig deaktiviert.<\/p>\n<p>BPF bleibt ein Schwerpunkt. io_uring kann nun BPF verwenden, um die zentrale Dispatch-Schleife zu ersetzen. In der Speicherverwaltung wurde der alte Swap-Map-Code entfernt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/cdn.kernel.org\/pub\/linux\/kernel\/v7.x\/ChangeLog-7.1\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Linux 7.1<\/a> bringt kein neues, revolution\u00e4res \u201eKiller-Feature\u201c. Viele kleine Verbesserungen und ein Zuwachs an Treibern lassen mehr auf ein Wartungsrelease schlie\u00dfen. Der neue Kernel steht wie \u00fcblich unter <a href=\"https:\/\/kernel.org\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">kernel.org<\/a> zum Download bereit.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:dmk@heise.de\" title=\"Dirk Knop\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dmk<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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