{"id":170150,"date":"2026-06-16T07:25:16","date_gmt":"2026-06-16T07:25:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/170150\/"},"modified":"2026-06-16T07:25:16","modified_gmt":"2026-06-16T07:25:16","slug":"kontroverse-buehrle-sammlung-das-kunstmuseum-zuerich-versucht-eine-weitere-ausstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/170150\/","title":{"rendered":"Kontroverse B\u00fchrle-Sammlung: Das Kunstmuseum Z\u00fcrich versucht eine weitere Ausstellung"},"content":{"rendered":"<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Ausstellungsansicht_Buehrle_DSC6541.jpg\" width=\"4724\" height=\"3150\" alt=\"Das Kunstmuseum Z\u00fcrich versucht nach wie vor, sich mit B\u00fchrles komplexer Schenkung auseinanderzusetzen. Diesmal hat das Museum die gesamte Sammlung wie verschiedene Fundst\u00fccke in einer Truhe zusammengestellt.\" loading=\"eager\" decoding=\"sync\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>                 Das Kunstmuseum Z\u00fcrich setzt sich weiterhin mit dem umstrittenen Erbe der Sammlung von Emil B\u00fchrle auseinander. Diesmal werden die Werke wie die Fundst\u00fccke einer Schatzkiste pr\u00e4sentiert.            <\/p>\n<p>            Kunsthaus Z\u00fcrich        <\/p>\n<p>        Die Kunstsammlung von Emil G. B\u00fchrle, die als Leihgabe im Kunsthaus Z\u00fcrich gezeigt wird, sorgt seit Jahren f\u00fcr Kontroversen. Nun \u00fcbernimmt das gr\u00f6sste Kunstmuseum der Schweiz die Verantwortung f\u00fcr die Erforschung der Besitzgeschichte der Gem\u00e4lde, von denen viele einst j\u00fcdischen Sammler:innen geh\u00f6rten, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Gleichzeitig hat es eine neue Ausstellung er\u00f6ffnet.\n<\/p>\n<p>        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht    <\/p>\n<p>        16. Juni 2026 &#8211; 08:00\n<\/p>\n<p>In einem transparenten weissen Gewand, das wenig der Fantasie \u00fcberl\u00e4sst, zeigt sich \u00c9douard Manets \u00abLa Sultane\u00bb \u2013 entstanden um 1871 \u2013 im Kunsthaus an einer \u00fcberf\u00fcllten Wand, eingezw\u00e4ngt zwischen anderen, ebenso wertvollen Gem\u00e4lden.<\/p>\n<p>In der im April er\u00f6ffneten Ausstellung gibt es keine Beschriftungen, die den Namen der K\u00fcnstler:innen, den Titel oder die Datierung der jeweiligen Gem\u00e4lde nennen \u2013 geschweige denn deren Eigentumsgeschichte. Aufschlussreicher sind die Informationen auf einem Bildschirm im ersten Saal: Dort erfahren die Besucher:innen, dass \u00abLa Sultane\u00bb einst dem deutsch-j\u00fcdischen Industriellen Max Silberberg geh\u00f6rte, der 1942 deportiert und vermutlich in Auschwitz ermordet wurde.\u00a0<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/csm_Manet_Sultane_82b6487afd-3.jpg\" width=\"1399\" height=\"1800\" alt=\"Edouard Manets \u201eLa Sultane\u201c, 1871.\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>                Edouard Manets \u201eLa Sultane\u201c, 1871.            <\/p>\n<p>            Sammlung Emil B\u00fchrle        <\/p>\n<p>Silberberg verkaufte das Gem\u00e4lde 1937 an den Kunsth\u00e4ndler Paul Rosenberg, von dem Emil B\u00fchrle es 1953 erwarb. B\u00fchrle, damals der reichste Mann der Schweiz, machte sein Verm\u00f6gen, indem er die in seinen Fabriken produzierten Flugabwehrkanonen an Nazi-Deutschland verkaufte.<\/p>\n<p>Er trug eine umfangreiche und sehr wertvolle Kunstsammlung zusammen, die 2021 erstmals in einem grossen neuen Erweiterungsbau des Kunsthauses zu sehen war. Von einigen der Bilder, die er kaufte, ist bekannt, dass sie J\u00fcdinnen und Juden geraubt wurden.<\/p>\n<p>Im Fall von \u00abLa Sultane\u00bb erzielte die Stiftung Sammlung E. G. B\u00fchrle im vergangenen Jahr eine vertrauliche Einigung mit den Erb:innen Silberbergs. Diese hatten argumentiert, Silberberg habe das Gem\u00e4lde infolge der nationalsozialistischen Verfolgung verkauft \u2013 eine Auffassung, die die Stiftung bestritt.<\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4t von B\u00fchrles Sammlung ist unbestritten: Sie umfasst Meisterwerke von Claude Monet, Vincent van Gogh, Paul C\u00e9zanne und Auguste Renoir. Doch viele Kritiker:innen \u2013 Historiker:innen, Provenienzforscher:innen, Kunstschaffende und Kommentator:innen \u2013 erkl\u00e4rten, das Kunsthaus habe einen historischen Fehler begangen, als es die langfristige Leihgabe von 205 Kunstwerken jener Stiftung annahm, die 1960 von B\u00fchrles Witwe und seinen Kindern gegr\u00fcndet worden war.<\/p>\n<p>Seit die Kunstsammlung 2021 erstmals gezeigt wurde, sorgt sie in der \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr Best\u00fcrzung und Emp\u00f6rung \u2013 im Zentrum stehen die Herkunft von B\u00fchrles Verm\u00f6gen und die dunkle Provenienz einiger seiner Gem\u00e4lde.<\/p>\n<p>Das Gewicht dieser Leihgabe ist so gross, dass das Museum nun zum dritten Mal versucht, sich \u00f6ffentlich mit der Sammlung und ihrer schwierigen, ungel\u00f6sten Geschichte auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/6990f32620d6df062c9b25b40dd09cd5-20841875_highres-data.jpg\" width=\"1300\" height=\"1062\" alt=\"\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Geschichte\n        <\/p>\n<p>        Emil B\u00fchrle: Die Kunst des Krieges    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht                    <\/p>\n<p>                        23. Dez. 2020                    <\/p>\n<p>                Seine Kunstsammlung wird 2021 ihren Platz im Kunsthaus Z\u00fcrich einnehmen. Aber seine Geschichte wird weiter debattiert. Wer war Emil B\u00fchrle?            <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/wirtschaft\/geschichte_emil-buehrle-die-kunst-des-krieges\/46229522\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>            Mehr Emil B\u00fchrle: Die Kunst des Krieges<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>Die Leihgabe<\/p>\n<p>B\u00fchrles Verbindungen zum Kunsthaus reichen bis 1940 zur\u00fcck, als er Mitglied der Z\u00fcrcher Kunstgesellschaft wurde. Er finanzierte einen fr\u00fcheren Erweiterungsbau, der 1958 fertiggestellt wurde. Eine B\u00fcste und eine Gedenktafel im Museum w\u00fcrdigen seinen Beitrag.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Stadt Z\u00fcrich vor der Pr\u00e4sentation der Sammlung bei der Universit\u00e4t Z\u00fcrich einen Bericht zu B\u00fchrles Biografie und Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit in Auftrag gab, lag die Aufsicht \u00fcber die Erforschung der Besitzgeschichte einzelner Gem\u00e4lde bei der von seiner Familie gegr\u00fcndeten Stiftung. In seinem Buch \u00abDas kontaminierte Museum\u00bb bezeichnete der Historiker Erich Keller die Provenienzforschung der Stiftung als \u00abeinen Filter, der entscheidende Fakten zur\u00fcckh\u00e4lt\u00bb.<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/PF14_10_Tanner_fig2.jpg\" width=\"687\" height=\"515\" alt=\"B\u00fchrles B\u00fcste steht noch immer am Eingang des Museumsgeb\u00e4udes.\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>                B\u00fchrles B\u00fcste steht noch immer am Eingang des Museumsgeb\u00e4udes.             <\/p>\n<p>            Jakob Tanner        <\/p>\n<p>Die erste Ausstellung der Sammlung wurde scharf kritisiert, weil sie sich auf diese Forschung st\u00fctzte. Der Aufruhr veranlasste Kanton und Stadt Z\u00fcrich sowie die Verantwortlichen des Kunsthauses, einen unabh\u00e4ngigen Bericht zur Provenienzforschung der Stiftung in Auftrag zu geben. Das Expert:innenteam unter der Leitung des Pr\u00e4sidenten des Deutschen Historischen Museums, Raphael Gross, stellte in mehrfacher Hinsicht M\u00e4ngel fest.<\/p>\n<p>In einem Interview mit Swissinfo aus dem Jahr 2024 bezeichnete Gross die Sammlung als \u00abhistorisch besonders belastet, in einem Ausmass, das in der Schweiz m\u00f6glicherweise einzigartig ist\u00bb. Dem Bericht zufolge befanden sich 133 der 205 Gem\u00e4lde, welche die B\u00fchrle-Stiftung dem Kunsthaus ausgeliehen hat, vor 1945 zeitweise in j\u00fcdischem Besitz. Viele dieser Werke waren in der Forschung der Stiftung nicht als Bilder mit fr\u00fcheren j\u00fcdischen Eigent\u00fcmer:innen verzeichnet.<\/p>\n<p>Im April \u00fcbernahm das Museum die Provenienzforschung zur Sammlung in einem f\u00fcnfj\u00e4hrigen Projekt, nachdem die Stadt Z\u00fcrich daf\u00fcr 3,86 Millionen Franken bewilligt hatte. Doch das Museum ringt offenbar weiterhin damit, wie es dieses sperrige Erbe am besten pr\u00e4sentieren soll: Die neue Ausstellung, die am 10. April er\u00f6ffnet wurde und bis 2027 l\u00e4uft, bezeichnet es als \u00abZwischenstand\u00bb.<\/p>\n<p>\u00abDa die Forschungsarbeiten nun begonnen haben, wollten wir eine Pr\u00e4sentation zeigen, die den Charakter einer Zwischenbilanz hat und einen \u00dcberblick dar\u00fcber gibt, was sich eigentlich in der Sammlung befindet und was nun geschehen wird\u00bb, sagt Kristin Steiner, Sprecherin des Museums.<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/618010355_highres.jpg\" width=\"1300\" height=\"867\" alt=\"Gross vor einer Projektion mit historischen Bildern.\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Kultur\n        <\/p>\n<p>        B\u00fchrles belastete Kunstsammlung braucht viel mehr Provenienzforschung    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht                    <\/p>\n<p>                        16. Juli 2024                    <\/p>\n<p>                Ein unabh\u00e4ngiger Bericht \u00fcber die Provenienzforschung der B\u00fchrle Stiftung f\u00e4llt vernichtend aus.            <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/kultur\/b%c3%bchrles-belastete-kunstsammlung-braucht-viel-mehr-provenienzforschung\/83852632\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>            Mehr B\u00fchrles belastete Kunstsammlung braucht viel mehr Provenienzforschung<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>Lagerbestand<\/p>\n<p>Am Eingang zu den Ausstellungsr\u00e4umen stellt eine Wandtafel die Fragen, die sich das Kunsthaus selbst gestellt hat: \u00abWie kann eine derart illustre, zugleich aber umstrittene Privatsammlung in einem Museum mit \u00f6ffentlichem Auftrag gezeigt werden? Wie l\u00e4sst sich der historische Kontext in einem Kunstmuseum vermitteln?\u00bb<\/p>\n<p>Drinnen h\u00e4ngen die Gem\u00e4lde dicht an dicht, viele weit \u00fcber Augenh\u00f6he, in dem, was das Museum als \u00abPetersburger H\u00e4ngung\u00bb bezeichnet \u2013 eine f\u00fcr Salons des 19. Jahrhunderts typische Pr\u00e4sentationsform. F\u00fcr heutige Betrachter:innen, die grossz\u00fcgige Abst\u00e4nde zwischen den Bildern gewohnt sind, kann das chaotisch und \u00fcberw\u00e4ltigend wirken.<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Ausstellungsansicht_Buehrle_DSC6613.jpg\" width=\"3543\" height=\"2362\" alt=\"Skulpturen und Statuen, die bei der dritten Ausgabe der B\u00fchrle-Sammlung im Z\u00fcrcher Kunsthaus in einer zuf\u00e4lligen Anordnung pr\u00e4sentiert wurden.\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>                Skulpturen und Statuen, die in einer scheinbar zuf\u00e4lligen Anordnung in der dritten Ausgabe der B\u00fchrle-Sammlung im Kunsthaus Z\u00fcrich ausgestellt sind.            <\/p>\n<p>            Kunsthaus Z\u00fcrich        <\/p>\n<p>Skulpturen dr\u00e4ngen sich in einem einzigen Raum auf Sockeln unterschiedlicher H\u00f6he vor einem Hintergrund aus gr\u00fcnem Teppich \u2013 ein Sammelsurium aus mittelalterlichen Piet\u00e0s, Madonnen mit Kind, Heiligenfiguren und einer unpassend wirkenden Kindert\u00e4nzerin von Edgar Degas im vorderen Zentrum. Wer Informationen zu den Werken erhalten will, etwa zu K\u00fcnstler:in, Datum und Titel, muss auf die in jedem Ausstellungsraum bereitliegenden Brosch\u00fcren zur\u00fcckgreifen.<\/p>\n<p>Die Logik hinter dieser \u00dcbergangsausstellung ist schwer zu erkennen. Die Neue Z\u00fcrcher Zeitung beschrieb sie als \u00abso lieblos wie ein Lagerbestand\u00bb. Die vorherige Ausstellung, die 2023 nach der Emp\u00f6rung \u00fcber die erste Schau eingerichtet worden war, beleuchtete den historischen Kontext der Sammlung, die Eigentumsgeschichte einzelner Kunstwerke und verschiedene Perspektiven darauf, wie \u00f6ffentliche Museen mit NS-Raubkunst umgehen sollten.<\/p>\n<p>Eine Kritik nach der anderen<\/p>\n<p>Doch selbst diese wichtige Ausstellung \u2013 die erste, die B\u00fchrles Erbe direkt thematisierte \u2013 wurde heftig kritisiert. Das gesamte Expert:innenteam, das f\u00fcr die Planung verantwortlich war, trat noch vor der Er\u00f6ffnung zur\u00fcck. Es protestierte dagegen, dass die Schicksale der fr\u00fcheren j\u00fcdischen Eigent\u00fcmer:innen der von B\u00fchrle gekauften Gem\u00e4lde nicht ausreichend beleuchtet w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die neue Ausstellung erm\u00f6glicht es dem Kunsthaus, fast alle Werke der Leihgabe auf einmal zu zeigen \u2013 ein Punkt, den die Kurator:innen offenbar f\u00fcr wichtig halten. Doch der Fokus auf Vollst\u00e4ndigkeit f\u00fchrt zu einigen merkw\u00fcrdigen Begegnungen in der Schau: Ein Gem\u00e4lde der Taufe Christi von 1520 von Joachim Patinir h\u00e4ngt neben einer Werkstattkopie. Eine Kopie eines Selbstportr\u00e4ts von van Gogh aus den Jahren 1897\u20131898 h\u00e4ngt dicht neben einem Original.<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/csm_Patinir_Taufe_Christi_2_abb6fa704f-4.jpg\" width=\"2400\" height=\"1740\" alt=\"Joachim Patinir (?), \u201eDie Taufe Christi und die Predigt des Heiligen Johannes\u201c, um 1520.\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>                Joachim Patinir, Die Taufe Christi und die Predigt des Johannes des T\u00e4ufers, um 1520.            <\/p>\n<p>            Sammlung Emil B\u00fchrle        <\/p>\n<p>Ein leerer, an die Wand gezeichneter Rahmen symbolisiert jeweils ein Werk, das nicht gezeigt werden kann. Ein Foto und ein Text erkl\u00e4ren zum Beispiel, dass das Werk als Leihgabe in einer Ausstellung im Leopold Museum in Wien zu sehen ist \u2013 oder im Fall einiger Arbeiten auf Papier, dass sie zu empfindlich sind, um dauerhaft ausgestellt zu werden.<\/p>\n<p>In einigen F\u00e4llen ist die Erkl\u00e4rung komplizierter. Etwa bei van Goghs \u00abDer alte Turm\u00bb von 1884. \u00abDas Kunstwerk wurde von einem fr\u00fcheren Eigent\u00fcmer w\u00e4hrend der NS-verfolgungsbedingten Emigration zwischen 1933 und 1945 ausserhalb Deutschlands und von den Nationalsozialisten kontrollierten Gebieten verkauft\u00bb, heisst es dort. \u00abEs gilt daher als ein NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut. Die B\u00fchrle-Stiftung als heutige Eigent\u00fcmerin verhandelt mit den Rechtsnachfolgern \u00fcber eine faire und gerechte L\u00f6sung.\u00bb<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/csm_van_Gogh_Turm_61e02d9557-3.jpg\" width=\"2092\" height=\"1800\" alt=\"Vincent van Gogh, \u201eDer alte Turm\u201c, 1884.\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>                Vincent van Gogh, \u201eDer alte Turm\u201c, 1884.            <\/p>\n<p>            Sammlung Emil B\u00fchrle        <\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Kapitel<\/p>\n<p>Das weckt nat\u00fcrlich Neugier auf das n\u00e4chste Kapitel. F\u00fcr 2027 ist eine weitere Ausstellung zur Sammlung geplant. Diesmal, so das Museum, werde der kunsthistorischen Kontext und die Rolle j\u00fcdischer Sammler:innen in der Moderne im Vordergrund stehen. Geplant ist auch ein Film, der sich auf den Kontext der Sammlung und B\u00fchrles Verh\u00e4ltnis zum Kunsthaus konzentriert.<\/p>\n<p>Und danach? Die B\u00fchrle-Stiftung \u00e4nderte im vergangenen Jahr ihre Statuten, damit die Sammlung auch ausserhalb Z\u00fcrichs verliehen werden kann. Zuvor hielten diese ausdr\u00fccklich fest, dass sie in der Stadt gezeigt werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Die Leihgabe an das Kunsthaus l\u00e4uft 2034 aus. Ob sie dar\u00fcber hinaus verl\u00e4ngert wird, ist fraglich. An diesem Punkt ist es verlockend, zu spekulieren, ob ihr Abzug Tr\u00e4nen des Bedauerns oder ein grosses Aufatmen ausl\u00f6sen w\u00fcrde \u2013 und es ist schwer vorstellbar, dass ein anderes europ\u00e4isches Museum bereit w\u00e4re, diese betr\u00e4chtliche Last zu schultern.<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Ausstellungsansicht_Buehrle_DSC6745.jpg\" width=\"3543\" height=\"2362\" alt=\"Eine Ausnahme in der Ausstellung: Auguste Renoirs \u201eIr\u00e8ne Cahen d\u2019Anvers\u201c (Die kleine Ir\u00e8ne, 1880) nimmt aufgrund der besonderen Entstehungsgeschichte des Gem\u00e4ldes einen herausragenden Platz ein.\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>                Eine Ausnahme in der Menge: Auguste Renoirs \u00abIr\u00e8ne Cahen d\u2019Anvers\u00bb (Die kleine Ir\u00e8ne, 1880) nimmt aufgrund der bemerkenswerten Provenienz des Gem\u00e4ldes einen herausragenden Platz ein \u2013 siehe den Artikel weiter unten.            <\/p>\n<p>            Kunsthaus Z\u00fcrich        <\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/60957e8a7f3c06a5a350725b7e2f4b55-589495415_highres-data.jpg\" width=\"1300\" height=\"867\" alt=\"Ann Demeester am Eingang zur Ausstellung der Sammlung B\u00fchrle\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Kultur\n        <\/p>\n<p>        Sammlung B\u00fchrle: Das Kunsthaus Z\u00fcrich will kein \u00absch\u00f6ner Bilderpalast\u00bb mehr sein    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht                    <\/p>\n<p>                        03. Nov. 2023                    <\/p>\n<p>                Raubkunst: Das Kunsthaus Z\u00fcrich unternimmt einen weiteren Versuch, sich mit der umstrittenen Sammlung B\u00fchrle auseinanderzusetzen.            <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/kultur\/sammlung-buehrle-das-kunsthaus-zuerich-will-kein-schoener-bilderpalast-mehr-sein\/48946812\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>            Mehr Sammlung B\u00fchrle: Das Kunsthaus Z\u00fcrich will kein \u00absch\u00f6ner Bilderpalast\u00bb mehr sein<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>Editiert von Virginie Mangin und Eduardo Simantob, \u00dcbertragung aus dem Englischen: Michael Heger\/me<\/p>\n<p>        Artikel in dieser Story    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Kunstmuseum Z\u00fcrich setzt sich weiterhin mit dem umstrittenen Erbe der Sammlung von Emil B\u00fchrle auseinander. Diesmal werden&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":170151,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[25],"tags":[122,13864,17112,13870,2317,13867,1497,120,45,104],"class_list":["post-170150","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-zuerich","tag-article","tag-arts-general","tag-beat-culture","tag-beat-swiss-fine-arts","tag-history","tag-library-and-museum","tag-multi","tag-production-type-adaptation","tag-schweiz","tag-zuerich"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116758591368147056","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/170150","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=170150"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/170150\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/170151"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=170150"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=170150"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=170150"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}