{"id":170559,"date":"2026-06-16T12:00:58","date_gmt":"2026-06-16T12:00:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/170559\/"},"modified":"2026-06-16T12:00:58","modified_gmt":"2026-06-16T12:00:58","slug":"warum-frankreich-und-die-schweiz-wegen-g7-aneinandergeraten-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/170559\/","title":{"rendered":"Warum Frankreich und die Schweiz wegen G7 aneinandergeraten &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Am sp\u00e4ten Nachmittag brannte das erste Auto, nat\u00fcrlich ein Tesla. Die Proteste in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Genf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Genf<\/a> gegen das G-7-Treffen im nahen franz\u00f6sischen \u00c9vian eskalierten am Sonntag. Eine Gruppe Protestierender griff laut Berichten immer wieder die Polizei an, es kam zu kleineren Auseinandersetzungen. In Erwartung der Proteste hatten viele Gesch\u00e4fte und Einrichtungen in der Genfer Innenstadt ihre Fassaden mit Holzplatten verkleidet. Die Nachfrage soll so gro\u00df gewesen sein, dass die Schreinereien in Genf den Bedarf nicht decken konnten. Trotz schlugen gewaltbereite Demonstranten auch viele Scheiben ein, von Gesch\u00e4ften, Bushaltestellen und den Eing\u00e4ngen von Einrichtungen der Vereinten Nationen. Auch M\u00fclltonnen und Fahrr\u00e4der wurden in Brand gesteckt. Die Polizei setzte Tr\u00e4nengas und Wasserwerfer ein.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Unter dem Banner der G-7-Proteste hatte sich eine bunte Mischung von Interessensgruppen versammelt: von Feministinnen, die eigentlich am sogenannten feministischen Streik teilnahmen, der zuf\u00e4llig auch am Sonntag in der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Schweiz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schweiz<\/a> stattfand, \u00fcber Pro-Pal\u00e4stina-Aktivisten bis zu verschiedenen linken und linksradikalen Gruppierungen. Sie alle geben an, eine \u201ekapitalistische und imperialistische Politik\u201c abzulehnen, f\u00fcr die in ihren Augen besonders die G-7-Staaten stehen, also die USA, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Frankreich\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreich<\/a>, Kanada, Deutschland, Italien, Japan und Gro\u00dfbritannien. Laut Polizei nahmen an der Demonstration gut 20 000 Menschen teil. Die gewaltbereiten Teilnehmer werden in manchen Berichten auf etwa 600 gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Krawalle hatten in der Schweiz b\u00f6se Erinnerungen an den G-8-Gipfel von 2003 geweckt, der ebenfalls in \u00c9vian stattfand, damals noch mit Russland als Mitglied. Bei den Protesten in Genf und Lausanne war es zu Pl\u00fcnderungen und heftigen Ausschreitungen gekommen. In der Schweiz stie\u00df es deshalb schon vor Wochen auf Unverst\u00e4ndnis, dass die franz\u00f6sische Regierung den Gipfel abermals in \u00c9vian am Genfer See abh\u00e4lt \u2013 und sich offenbar anders als 2003 nicht an den Kosten f\u00fcr die Sicherheit und m\u00f6gliche Sch\u00e4den beteiligen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>In \u00c9vian sind w\u00e4hrend des Gipfels keine Proteste erlaubt<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Denn die n\u00e4chsten gro\u00dfen Ballungszentren sind eben Genf und Lausanne. In \u00c9vian selbst sollen w\u00e4hrend des Gipfels gar keine Proteste erlaubt sein. Den Demonstrierenden bleibt wegen der geografischen Lage also fast nichts anderes \u00fcbrig, als in die Schweiz auszuweichen. Dazu kommt, dass die G-7-Teilnehmer auch \u00fcber den Flughafen Genf anreisen. Das alles ist sehr teuer und aufwendig \u2013 dabei ist die Schweiz gar nicht Teil der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/G7\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">G7<\/a> und auch zu dem Gipfel nicht eingeladen. Die Abgeordnete Sibel Arslan von den Schweizer Gr\u00fcnen sagte im Schweizer Rundfunk: \u201eEs stimmt, dass wir hier nicht involviert worden sind.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In Genf und Umgebung sind etwa 4000 Schweizer Soldaten im Einsatz, dazu Polizisten aus dem ganzen Land. Laut dem Schweizer Au\u00dfenministerium k\u00fcmmern sie sich um den \u201eSchutz sensibler Infrastrukturen, \u00dcberwachung, Aufkl\u00e4rung und Logistik\u201c sowie \u201espezialisierte Unterst\u00fctzung, etwa in den Bereichen Wahrung der Lufthoheit, Lufttransport, Cybersicherheit, ABC-Schutz sowie auf dem Genfersee\u201c. Derzeit \u00fcbernimmt in der Schweiz der Bund 80 Prozent der Kosten f\u00fcr den Einsatz. \u00a0Den Rest tragen die Kantone Wallis, Waadt und Genf. Noch ist unklar, ob sich Frankreich beteiligen wird.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Beziehungen zwischen Bern und Paris sind derzeit k\u00fchl, auch, weil die Schweiz keine franz\u00f6sischen Rafale-Kampfjets kaufen wollte und sich stattdessen f\u00fcr die amerikanischen F-35 entschied. Laut Medienberichten schickte der derzeitige Schweizer Bundespr\u00e4sident Guy Parmelin bereits im Mai einen Brief an den franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Emmanuel_Macron\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Emmanuel Macron<\/a>, in dem er die Wahl \u00c9vians als Ort des Treffens kritisierte und unter anderem einen Bereich f\u00fcr Proteste auf der franz\u00f6sischen Seite der Grenze forderte. Im \u00c9lys\u00e9e-Palast soll man \u00fcber den Brief nicht erfreut gewesen sein. Wahrscheinlich wird in Paris bald auch noch eine Rechnung aus Bern eingehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am sp\u00e4ten Nachmittag brannte das erste Auto, nat\u00fcrlich ein Tesla. 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