{"id":170763,"date":"2026-06-16T14:18:10","date_gmt":"2026-06-16T14:18:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/170763\/"},"modified":"2026-06-16T14:18:10","modified_gmt":"2026-06-16T14:18:10","slug":"die-supernova-aus-der-tiefsee-saechsische-forscher-finden-spuren-einer-gewaltigen-sternenexplosion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/170763\/","title":{"rendered":"Die Supernova aus der Tiefsee: S\u00e4chsische Forscher finden Spuren einer gewaltigen Sternenexplosion"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/supernova-124.webp\" alt=\"Ein hell leuchtender Stern \" title=\"Ein hell leuchtender Stern  | picture alliance\/dpa\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Dresdner Forscher entdecken Anzeichen f\u00fcr besondere Sternenexplosion (2 Min)<\/p>\n<p class=\"topline\">Astrophysik &amp; Supernova<\/p>\n<p>\n                Stand: 16.06.2026 16:15 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Im Pazifik haben Wissenschaftler aus Dresden und Australien Hinweise auf ein seltenes Ereignis vor Millionen Jahren im All gefunden. Die Forschenden untersuchten Mangankrusten vom Meeresboden und fanden au\u00dfergew\u00f6hnliche Isotope. Die geben einen Hinweis auf einen ungew\u00f6hnlichen Prozess im All, der schwere Elemente entstehen lie\u00df.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von MDR WISSEN<\/p>\n<p class=\"\">Wollen wir das Universum verstehen, lohnt sich manchmal der Blick in die Tiefe mehr als der ins Teleskop. Genauer gesagt: ein Blick in die Tiefsee. Dort lagern sich Isotope ab, also Varianten von chemischen Elementen mit unterschiedlicher Anzahl von Neutronen im Kern. Etwa in Mangankrusten. Diese Ansammlungen von Mineralien wachsen sehr langsam, \u00fcber Millionen von Jahren. Und sind ein besonderes Archiv des Universums. Ein internationales Team von Forschenden unter Leitung des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) hat eine solche Kruste analysiert und dabei Hinweise auf ein besonderes kosmisches Ereignis gefunden.<\/p>\n<p>    Fingerabdruck aus dem All<\/p>\n<p class=\"\">Vom Boden des Pazifiks kommend, haben die Sachsen gemeinsam mit Kollegen aus Sydney und Canberra das geologische Archiv mit neusten Messmethoden untersucht. Und dabei den Fokus auf ein seltenes Isotop gelegt. Plutonium-244 entsteht im sogenannten r-Prozess (englisch f\u00fcr &#171;rapid neutron-capture process&#187;). Dieser hochexplosive Vorgang, bei dem Atomkerne in sehr kurzer Zeit extrem viele Neutronen nacheinander einfangen, herrscht vermutlich bei der Verschmelzung von zwei Neutronensternen. Oder in besonders energiereichen, sehr seltenen Supernovae.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/schmetterlings-nebel-astronomie-102.webp\" alt=\"Supernova Explosion \u00dcberreste\" title=\"Supernova Explosion \u00dcberreste | NASA, ESA and the Hubble SM4 ERO Team\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Astrophysik<\/p>\n<p>Erde und Sonnensystem durchqueren derzeit eine gewaltige interstellare Wolke, die Staub aus einer fr\u00fcheren Sternexplosion enth\u00e4lt. Das k\u00f6nnen Wissenschaftler aus Dresden jetzt dank Eis aus der Antarktis nachweisen.<\/p>\n<p class=\"\">Das Team um die Dresdner hat in der Mangankruste neben dem Plutonium-Isotop auch noch das radioaktive Eisen-60 und Curium-247 begutachtet. &#171;Eisen-60 ist ein klarer Fingerabdruck von regul\u00e4ren Supernovae. Daher haben wir sowohl nach Eisen-60 als auch nach Plutonium-244 gesucht und deren Spuren verglichen&#187;, erkl\u00e4rt <a href=\"https:\/\/www.br.de\/radio\/podcasts\/science-tea-time-wissen-auf-eine-tasse-tee\/wie-viel-sternenstaub-steckt-in-uns-menschen-dominik-koll-106.html\" title=\"Science TeaTime Sternenstaub\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dominik Koll<\/a> vom Institut f\u00fcr Ionenstrahlphysik und Materialforschung am HZDR. Dieser Vergleich zeigte: Im Gegensatz zum Eisen kann das Plutonium nicht aus Sternexplosionen der letzten Millionen Jahre stammen.<\/p>\n<p>    Kosmische Explosion vor 100 Millionen Jahren<\/p>\n<p class=\"\">Das Verh\u00e4ltnis von Plutonium zu Curium in der Probe habe diese Theorie untermauert. Beide Isotope entstehen nur in r-Prozessen, wobei Curium deutlich schneller zerf\u00e4llt als Plutonium. Die Analyse der beiden Isotope diente den Wissenschaftlern daher als Datierungswerkzeug f\u00fcr den letzten solchen kosmischen Vorfall. Der liegt \u00fcber 100 Millionen Jahre zur\u00fcck, erkl\u00e4ren die Wissenschaftler in der neuen Studie.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/schwarzes-loch-220.webp\" alt=\"Visualisierung eines Schwarzen Lochs\" title=\"Visualisierung eines Schwarzen Lochs | IMAGO \/ Cover-Images\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Wissen-News<\/p>\n<p>Eigentlich wird vermutet, dass Schwarze L\u00f6cher ruhen. Nun haben Forschende wom\u00f6glich beobachtet, wie eines von ihnen aktiv geworden ist. Den Hinweis darauf gab Licht.<\/p>\n<p class=\"\">&#171;Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Plutonium aus sehr seltenen kosmischen Explosionen stammt, wie sie etwa beim Verschmelzen zweier Neutronensterne oder sehr energiereichen Supernovae auftreten w\u00fcrden. Seitdem hat es sich im interstellaren Medium verteilt&#187;, sagt Anton Wallner, Leiter der Abteilung Beschleuniger-Massenspektrometrie und Isotopenforschung am HZDR. In der Kruste am Meeresboden hat sich das Plutonium seit 100 Millionen Jahren kontinuierlich abgesetzt.<\/p>\n<p>    Schwere Elemente entstehen nur in besonderen Momenten<\/p>\n<p class=\"\">Auf Grundlage der Daten aus der Mangankruste geht der Blick jetzt aber ins All. Proben vom Mond sollen die Theorie verfestigen und dabei helfen, den r-Prozess genauer zu studieren. Mit neusten Messmethoden wollen die Dresdner darin weitere radioaktive Isotope nachweisen. In der Hoffnung, dass diese Daten noch mehr Erkenntnisse dar\u00fcber geben, wie seltenere Elemente <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/woher-kommt-das-gold-neue-theorie-schwarze-loecher-100.html\" title=\"Extremer Ort: Gold kann in Materiescheiben um Schwarze L\u00f6cher entstehen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wie etwa Gold<\/a> in unserem Universum entstanden sind.<\/p>\n<p class=\"\">F\u00fcr uns werden solche kosmischen Ereignisse im \u00dcbrigen nicht so schnell gef\u00e4hrlich, da die Ozonschicht <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s43247-024-01490-9.pdf\" title=\"NASA Ozon\" class=\"extlink-preface\" data-type=\"external\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die meisten Auswirkungen von der Erde abh\u00e4lt<\/a>. Die NASA nimmt an, dass kosmische Explosionen erst f\u00fcr uns Menschen zum Problem werden, wenn sie weniger als 26 Lichtjahre entfernt stattfinden. Der n\u00e4chste Stern, der zu explodieren droht ist <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/spica-100.html\" title=\"Spica\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Spica<\/a>, ein Doppelstern in 260 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Jungfrau.<\/p>\n<p class=\"\">Liebe Lesende,<br \/>\n <br \/>wir stellen unser Online-Angebot auf ein neues technisches System um. Auch das Kommentartool wird erneuert und steht in K\u00fcrze wieder zur Verf\u00fcgung. Wie immer erreicht Ihr uns aber weiter \u00fcber unser Kontaktformular.<br \/>\n <br \/>Eure MDR WISSEN-Redaktion<\/p>\n<p class=\"\">jar\/idw<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Dresdner Forscher entdecken Anzeichen f\u00fcr besondere Sternenexplosion (2 Min) Astrophysik &amp; Supernova Stand: 16.06.2026 16:15 Uhr Im&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":170764,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[15],"tags":[14401,46,39553,1941,19204,39551,39549,39550,39548,39552,45,60,59,8771,39547,7224,44,64,61,7715,63,62],"class_list":["post-170763","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-all","tag-ch","tag-curium","tag-eisen","tag-elemente","tag-helmholtz-zentrum-dresden-rossendorf","tag-hzdr","tag-mdrgebiet","tag-neutronensterne","tag-plutonium","tag-schweiz","tag-science","tag-science-technology","tag-stern","tag-sternenexplosion","tag-supernova","tag-switzerland","tag-technik","tag-technology","tag-universum","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116760214987201831","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/170763","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=170763"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/170763\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/170764"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=170763"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=170763"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=170763"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}