{"id":171583,"date":"2026-06-17T03:53:28","date_gmt":"2026-06-17T03:53:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/171583\/"},"modified":"2026-06-17T03:53:28","modified_gmt":"2026-06-17T03:53:28","slug":"technologie-ist-bereit-weltgroesster-wasserstoffmotor-startet-im-netz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/171583\/","title":{"rendered":"&#171;Technologie ist bereit&#187;: Weltgr\u00f6\u00dfter Wasserstoffmotor startet im Netz"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Powerpoint_Optimised_Image-Waertsilae_bermeo_8june26_high-8_1_-69aa12a403068555.jpeg\"  width=\"1620\" height=\"911\"  alt=\"Industrielle Anlage mit der Aufschrift \" hydrogen=\"\" und=\"\" rohren=\"\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"caption akwa-caption__text\">W\u00e4rtsil\u00e4 hat in Bermeo im Norden Spaniens mit der Erprobung eines neuen, zu 100 % mit Wasserstoff betriebenen Motors zur Einspeisung in das spanische Stromnetz begonnen \u2013 dies ist weltweit der erste Einsatz eines gro\u00dftechnischen, zu 100 % mit Wasserstoff betriebenen Motors.<\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0W\u00e4rtsil\u00e4 Corporation)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Ein neuer Riesenmotor startet in zwei Minuten. Doch wegen der Brennstoffkosten von 470 Euro je Megawattstunde bleibt es ein teures Experiment.<\/p>\n<p>An der nordspanischen K\u00fcste ist ein technologischer Durchbruch mit extremem Preisschild gelungen: Erstmals speist ein gro\u00dftechnischer Verbrennungsmotor, der ausschlie\u00dflich mit reinem Wasserstoff l\u00e4uft, Strom in ein nationales \u00dcbertragungsnetz ein.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Der W\u00e4rtsil\u00e4 31H2 \u2013 laut Hersteller der gr\u00f6\u00dfte reine Wasserstoffmotor der Welt \u2013 kann innerhalb von nur zwei Minuten von null auf Volllast hochfahren. Damit eignet sich das Aggregat ideal als schneller L\u00fcckenf\u00fcller f\u00fcr das Stromnetz.<\/p>\n<p>Doch die Flexibilit\u00e4t ist teuer: Die reinen Brennstoffkosten liegen bei rund 470 Euro pro Megawattstunde.<\/p>\n<p>Genau hier soll die neue, hochflexible Motorentechnik als Puffer ansetzen. Seit Juni 2026 absolviert das Aggregat vor Ort sein Validierungsprogramm unter realen Netzbedingungen \u2013  <a href=\"https:\/\/www.wartsila.com\/ind\/media\/news\/11-06-2026-world-s-first-large-scale-100-hydrogen-engine-tested-at-wartsila-s-bermeo-laboratory-to-support-the-spanish-grid-3760292\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">wie W\u00e4rtsil\u00e4 mitteilt<\/a>.<\/p>\n<p>Der 31H2 basiert auf der bew\u00e4hrten 31er-Plattform, einem mittelschnelllaufenden Viertakt-Mehrstoffmotor mit 8 bis 16 Zylindern. Die Erdgasvariante liefert rund 12 MW elektrische Leistung pro Aggregat. Im Wasserstoffbetrieb f\u00e4llt die Leistung etwas geringer aus \u2013 konkrete Werte will W\u00e4rtsil\u00e4 erst nach Abschluss der Tests ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Ziel ist es, mehrere Aggregate zu Kraftwerken mit einer Kapazit\u00e4t von mehreren hundert Megawatt zu kombinieren, die  <a href=\"https:\/\/www.euronews.com\/next\/2026\/06\/13\/worlds-first-large-scale-hydrogen-engine-starts-generating-electricity\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">energieintensive Abnehmer wie Hyperscaler-Rechenzentren<\/a> versorgen k\u00f6nnten, berichtet Euronews.<\/p>\n<p>Zwei Minuten von null auf Volllast<\/p>\n<p>Technisch sticht vor allem die Reaktionsgeschwindigkeit hervor. Wie Anders Lindberg, Pr\u00e4sident der W\u00e4rtsil\u00e4-Energiesparte, gegen\u00fcber  <a href=\"https:\/\/www.spglobal.com\/energy\/en\/news-research\/latest-news\/energy-transition\/061126-wartsila-tests-large-scale-hydrogen-fired-engine-on-spanish-power-grid\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">S&amp;P Global Commodity Insights erkl\u00e4rte<\/a>, k\u00f6nnen die Motoren innerhalb von rund zwei Minuten von null auf volle Leistung hochfahren. Das macht sie zu schnellen L\u00fcckenf\u00fcllern, wenn Wind- und Solaranlagen bei Flaute oder Dunkelheit nicht liefern.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Bestehende Erdgasmotoren der V31-Baureihe lassen sich bereits heute mit bis zu 25 Prozent Wasserstoff betreiben. Eine vollst\u00e4ndige Umr\u00fcstung auf 100 Prozent Wasserstoff sei m\u00f6glich, sobald sich das wirtschaftlich rechne, so Lindberg.<\/p>\n<p>Den Wasserstoff f\u00fcr den Test in Bermeo liefert ein nahegelegener Elektrolyseur von Air Liquide. S&amp;P Global bezifferte die Kosten f\u00fcr EU-konform erzeugten gr\u00fcnen Wasserstoff in Spanien zuletzt auf 6,29 Euro pro Kilogramm.<\/p>\n<p>Bei einem gesch\u00e4tzten elektrischen Wirkungsgrad von etwa 40 Prozent ergeben sich daraus reine Brennstoffkosten in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von rund 470 Euro pro Megawattstunde \u2013 deutlich mehr als bei konventionellen Gaskraftwerken, die typischerweise bei 50 bis 100 Euro pro Megawattstunde liegen.<\/p>\n<p>Teure Flexibilit\u00e4t ohne Infrastruktur<\/p>\n<p>Das grunds\u00e4tzliche Problem bleibt: Die Motorentechnik ist bereit, doch die n\u00f6tige Wasserstoff-Infrastruktur existiert im gro\u00dfen Ma\u00dfstab nicht.<\/p>\n<p>Rasmus Teir, bei W\u00e4rtsil\u00e4 verantwortlich f\u00fcr Technologiestrategie und Dekarbonisierung, machte in der Erkl\u00e4rung des Unternehmens deutlich:<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">&#171;Wir haben bewiesen, dass die Technologie bereit ist. Jetzt muss der Fokus darauf liegen, das richtige Umfeld f\u00fcr ihre Skalierung zu schaffen, gest\u00fctzt durch entschlossene Regulierung, Investitionsklarheit und die Infrastruktur, die erforderlich ist, um das Wachstum erneuerbarer Energien und nachhaltiger Kraftstoffe wie Wasserstoff zu beschleunigen. Die Technologie ist da \u2013 jetzt ist es an der Zeit, sie zu skalieren.&#187;<\/p>\n<p>Lindberg kritisierte zudem, dass nicht fehlende Technik, sondern unflexible Netze und Marktstrukturen den Ausbau erneuerbarer Energien bremsten: &#171;Das ist nicht die Schuld der erneuerbaren Energien&#187;. Vielmehr liege das Problem bei einem System, das nicht an Erneuerbare angepasst sei.<\/p>\n<p>F\u00fcr den europ\u00e4ischen Markt, insbesondere den DACH-Raum, bleibt der Weg lang. Zwar plant die EU \u00fcber den European Hydrogen Backbone ein paneurop\u00e4isches Pipelinenetz, und Deutschland treibt H2-Kernnetze von Nordseeh\u00e4fen zu Industrieclustern voran.<\/p>\n<p>Doch ohne Subventionen oder Kapazit\u00e4tszahlungen d\u00fcrften reine Wasserstoff-Motorenkraftwerke vorerst Nischen besetzen \u2013 etwa als Notstrom f\u00fcr kritische Infrastruktur oder an Standorten mit extremen Preisspitzen.<\/p>\n<p>F\u00fcr KI-Rechenzentren, die zunehmend unter Netzanschluss-Engp\u00e4ssen leiden, k\u00f6nnte sich die Technik langfristig als Baustein eines hybriden Versorgungskonzepts etablieren. Bis dahin bleibt Bermeo eine teure, aber technisch \u00fcberzeugende Demonstration.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00e4rtsil\u00e4 hat in Bermeo im Norden Spaniens mit der Erprobung eines neuen, zu 100 % mit Wasserstoff betriebenen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":171584,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[14],"tags":[57,46,52,51,11483,16846,53,56,4274,1436,45,4623,44,55,54,24181],"class_list":["post-171583","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-unternehmen-maerkte","tag-business","tag-ch","tag-companies","tag-companies-markets","tag-energiewende","tag-klimaschutz","tag-markets","tag-maerkte","tag-nachhaltigkeit","tag-regulierung","tag-schweiz","tag-spanien","tag-switzerland","tag-unternehmen","tag-unternehmen-maerkte","tag-wasserstoff"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116763420871624881","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/171583","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=171583"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/171583\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/171584"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=171583"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=171583"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=171583"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}