{"id":177259,"date":"2026-06-21T04:02:33","date_gmt":"2026-06-21T04:02:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/177259\/"},"modified":"2026-06-21T04:02:33","modified_gmt":"2026-06-21T04:02:33","slug":"art-basel-eroeffnet-auch-kunst-wird-immer-mehr-online-gekauft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/177259\/","title":{"rendered":"Art Basel er\u00f6ffnet: Auch Kunst wird immer mehr online gekauft"},"content":{"rendered":"<p>Die internationale Kunstwelt trifft sich derzeit bei der Art Basel. Die muss sich aber Tricks einfallen lassen, damit die Kundschaft auch wirklich anreist.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich meint man, in einem Tempel zu stehen oder einem Kloster. Wohlige, tiefe Schl\u00e4ge eines Gongs ziehen vor\u00fcber, als wollten sie zum Gebet rufen, zu Demut und Einkehr. Von wegen: Auf der Art Basel ist Bescheidenheit eigentlich ein Fremdwort und erst Recht bei der Sektion \u201eUnlimited\u201c, auf der Kunstwerke gro\u00df und manchmal durchaus gro\u00dfspurig daherkommen. Da w\u00e4chst eine gigantische Hochglanzblume von Yayoi Kusama in die H\u00f6he, oder man staunt \u00fcber ein 17 Meter langes marodes Rohr, das aus der Kanalisation stammen k\u00f6nnte. Und dazwischen pl\u00f6tzlich die Glocken von Tuan Andrew Nguyen, auf die das Publikum schlagen darf \u2013 es sind ehemalige Bomben, die diese meditativen Kl\u00e4nge verbreiten. <\/p>\n<p>Bis Sonntag trifft sich die Kunstwelt wieder auf der Art Basel \u2013 und so zielsicher, wie die zahllosen internationalen Besucherinnen und Besucher schon am ersten Tag unterwegs waren, ahnt man: Die Gesch\u00e4fte werden auch dieses Jahr wieder gut laufen. Auf der Art Basel wird nicht nur flaniert, sondern will man neue Troph\u00e4en erwerben. Das passt zu einer Studie der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Kunstmesse\" title=\"Kunstmesse\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kunstmesse<\/a>, die davon ausgeht, dass die weltpolitische Lage den internationalen Kunstmarkt bisher nicht tangiert habe. Weltweit h\u00e4tten die Verk\u00e4ufe im vergangenen Jahr sogar wieder leicht zugelegt. <\/p>\n<p>Who\u2019s who der zeitgen\u00f6ssischen Kunst <\/p>\n<p>Deshalb ist Max Mayer auch guter Dinge. Viele Museen haben heute h\u00f6chstens noch einen kleinen Ankaufsetat, der nicht ann\u00e4hernd f\u00fcr das Premium-Angebot in Basel reicht. Bei dem Berliner Galeristen hat aber schon bei der Er\u00f6ffnung ein Museumsdirektor vorbeigeschaut, der sehr interessiert ist an einer Arbeit von Ei Arakawa-Nash. Verst\u00e4ndlich: Der Performance-K\u00fcnstler hat gerade Schlagzeilen mit seinem Beitrag auf der Biennale von Venedig gemacht, wo die Besucher des japanischen Pavillons Babypuppen die Windeln wechseln sollen. Da war klar, dass es auch in Basel Interesse geben wird an seinem Stoffbild \u2013 einem Portr\u00e4t aus bunten LED-L\u00e4mpchen f\u00fcr 26.000 Euro. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.ca5ea9a3-4337-49be-a602-eff1d9648591.original1024.media.jpeg\"\/>     Gigantische Hochglanzblume von Yayoi Kusama    Foto: Art Basel    <\/p>\n<p>Vieles, was bis Sonntag in Basel zum Verkauf steht, hat museale Qualit\u00e4t, wobei die riesige Guillotine von Diamand Stingily so wenig f\u00fcrs Wohnzimmer geeignet ist wie das Schaf, das Damien Hirst in einer Art Aquarium in Formaldehyd konserviert. Kreuz und quer geht es durch das Who\u2019s who der modernen und zeitgen\u00f6ssischen Kunst: Picasso und Warhol, Marlene Dumas und Francis Bacon. Aus aktuellem Anlass haben viele Galerien schnell noch Werke von Georg Baselitz mitgebracht, weil sein Tod im April den Handel mit dessen Kopf stehenden Motiven anheizen wird. <\/p>\n<p>Galerien vor allem aus den USA und Westeuropa <\/p>\n<p>Sowohl bei den K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern als auch bei den Galerien liegt auch in diesem Jahr der Schwerpunkt klar auf den USA und Westeuropa. Allein aus New York sind mehr als vierzig H\u00e4ndler angereist. Dabei haben sich wieder Tausende um einen der knapp 300 begehrten Pl\u00e4tze beworben, auf die es immerhin auch Galerien aus Beirut und Kapstadt geschafft haben, aus Dubai und der Elfenbeink\u00fcste. Aber w\u00e4hrend sich die Sammler bei den sogenannten \u201eTop-Galerien\u201c wie Gagosian gegenseitig auf die F\u00fc\u00dfe treten, herrscht in der Galerie Vitamin aus Peking g\u00e4hnende Leere. Die zarte Tuschezeichnung \u201eDas gr\u00fcne Gras am Ufer\u201c von Yvan Jai hat es schwer neben den vielen gro\u00dfen Namen, die im westlichen Markt als wichtig gelten. <\/p>\n<p>Viele Kunden sparen sich die Reise nach Basel <\/p>\n<p>Trotzdem ist auch die Art Basel l\u00e4ngst kein Selbstl\u00e4ufer mehr und erprobt immer neue Wege. Seit zwei Jahren wird die Stadt offensiv eingebunden beim Art-Basel-\u201eParcours\u201c, der unter anderem in leer stehende Gesch\u00e4fte f\u00fchrt. In diesem Jahr wurde auch der Innenhof des Messegeb\u00e4udes von einem Landschaftsb\u00fcro in eine gr\u00fcne Idylle verwandelt, sodass man seinen Kaffee nun in einer \u201eimmersiven Naturlandschaft\u201c mit seltenen B\u00e4umen schl\u00fcrft. <\/p>\n<p>Gro\u00dfen Anklang findet auch das neue Format \u201eBasel Exclusive\u201c, bei dem die Galerien ein Werk mitbringen, das erst zur Vernissage enth\u00fcllt wird. Was wie ein Marketing-Gag klingt, hat durchaus strategische Gr\u00fcnde. Denn viele Gesch\u00e4fte werden bereits vor der VIP-Er\u00f6ffnung \u201eFirst Choice Preview\u201c eingef\u00e4delt, weshalb sich immer mehr Kunden die Reise nach Basel gleich ganz sparen. Dem gilt es gegenzusteuern, schlie\u00dflich profitieren viele von der Art Basel. Dem lokalen Tourismus werden an den Messetagen allein um die hundert Millionen Franken in die Kassen gesp\u00fclt . <\/p>\n<p> Pl\u00f6tzlich taucht Oskar Schlemmer auf <\/p>\n<p>In der Praxis funktioniert die Idee f\u00fcr \u201eBasel Exclusive\u201c allerdings nur bedingt. Karsten Greve hat zum Beispiel Cy Twombly zum Exklusivk\u00fcnstler gek\u00fcrt, obwohl der K\u00f6lner Galerist dessen Werke seit 52 Jahren bei der Messe ausstellt. Auch wenn es sich bei den exklusiven \u00dcberraschungen um Entdeckungen handle, m\u00f6chte er \u201enicht kommentieren, ob es eine besonders kluge Idee ist\u201c. <\/p>\n<p>Aber die eigentlichen \u00dcberraschungen lauern bei einer Messe dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung ohnehin eher am Rand. So staunt man, dass auf der \u201eUnlimited\u201c zwischen der gro\u00dfen maroden Strandh\u00fctte von Tracey Emin oder den mehr als 1000 Sake-Flaschen von Theaster Gates pl\u00f6tzlich Oskar Schlemmer auftaucht, der bereits vor hundert Jahren gro\u00df dachte und Figuren und Profile quasi mit Metallrohren auf Fassaden zeichnete.<\/p>\n<p> Der eigentliche Star der \u201eUnlimited\u201c aber ist winzig klein: bei Ryan Ganders Installation scheint sich eine Maus durch eine Stellwand gefuttert zu haben und tr\u00e4gt dem entz\u00fcckten Publikum philosophische Weisheiten vor. <\/p>\n<p> Rapper gesichtet <\/p>\n<p class=\"infobox\"> Promis<br \/>Jedes Jahr ist auch immer die gro\u00dfe Frage, welche Stars sich auf der Art Basel die Ehre geben werden. Einer wurde bereits gesichtet: der US-Rapper Kanye West mit seiner Ehefrau Bianca Censori.<\/p>\n<p class=\"infobox\"> Info<br \/>Die<a href=\"https:\/\/www.artbasel.com\/?lang=de\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> Art Basel <\/a>ist bis Sonntag, 21. Juni, ge\u00f6ffnet von 11 bis 19 Uhr. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die internationale Kunstwelt trifft sich derzeit bei der Art Basel. 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