{"id":177845,"date":"2026-06-21T13:29:27","date_gmt":"2026-06-21T13:29:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/177845\/"},"modified":"2026-06-21T13:29:27","modified_gmt":"2026-06-21T13:29:27","slug":"kunstmesse-basel-setzt-2026-mit-exklusiven-werken-neue-preismassstaebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/177845\/","title":{"rendered":"Kunstmesse Basel setzt 2026 mit exklusiven Werken neue Preisma\u00dfst\u00e4be"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Mitunter geht das Produzieren und Verkaufen von Kunst rasend schnell. Im ersten Halbjahr 2026 beendete der\u00a073-j\u00e4hrige US-K\u00fcnstler Robert Longo, in Deutschland auch durch seine (geschiedene) Ehe mit Schauspielerin Barbara Sukowa bekannt, eine wandf\u00fcllende Holzkohlezeichnung \u2013 darauf zu sehen die Nahsicht eines Waldes, zwischen dessen St\u00e4mmen Nebel oder Rauch wallt. Jetzt war die Arbeit auf der Art Basel zu sehen, dieser weltweit bedeutendsten Messe f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst und solche der klassischen Moderne. Aber sie war unter dem Titel \u201eGerhard\u2019s Forest\u201c f\u00fcr Stunden nur zu sehen, dann wurde sie in der von New York aus global agierenden Galerie Pace verkauft und umgehend ausgetauscht \u2013 gegen andere Schaufensterware. Wie es zum Titel der erneut beeindruckenden Arbeit Longos kam? Sie ist <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/kultur\/der-kunstmarkt-brummt-rothko-pollok-und-brancusi-erzielen-in-new-york-spitzenpreise-114282173\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">eine Hommage an Gerhard Richter<\/a>, seinen deutschen Kollegen, sowie an dessen Wald-Gem\u00e4lde und Wald-Fotografien. 750.000 US-Dollar waren, wir sind in der Schweiz, zu berappen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ob der Verkauf im gehobenen Preissegment nun die Galerie Pace zum Umdenken bringt, die wenige Tage vor Messebeginn bekannt gegeben hatte, dass sie sich von Dutzenden von Angestellten und K\u00fcnstlern trennt, darunter wohl auch vom \u00d6sterreicher Hermann Nitsch, das wei\u00df man nicht. Aber so viel entgeht dem Aufmerksamen auf der Art Basel nicht: dass nach zwei Tagen Dauer bereits etliches ausgetauscht ist und dass bei Fragen zu bestimmten Werken zur Antwort gleich die Info \u201eVerkauft!\u201c mitgegeben wird. War es die starke Entspannung im USA-Iran-Konflikt kurz vor Messe-Start, die kauffreudiger stimmte, als zu erwarten gewesen war? Die Galerie-Fluktuation 2026 ist gleichwohl kaum zu \u00fcbersehen.\n  <\/p>\n<p>            Viele Galerien weisen \u201emarktfrische\u201c Kunst aus<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Genutzt haben d\u00fcrfte dem \u00fcberraschend guten und stark frequentierten Messestart sicherlich auch\u00a0folgende Idee: Daraus, dass der Einzelhandel klagt, es werde zu viel von zu Hause aus vor dem PC geordert und nicht mehr im Ladengesch\u00e4ft gekauft, hat die Art Basel zumindest zum Teil die Konsequenz gezogen und Galerien aufgefordert, auch solche Kunst zu zeigen, die nicht schon vor der Messe in Mails angepriesen wird, sondern tats\u00e4chlich eine \u00dcberraschung darstellt. \u201eBasel exclusive\u201c hei\u00dft dieses Programm. Viele Galerien halten sich daran und weisen tats\u00e4chlich \u201emarktfrische\u201c Kunst entsprechend aus. Wobei allerdings die Preise oftmals auch als \u201eexclusive\u201c gelten d\u00fcrfen. 5,8 Millionen US-Dollar etwa braucht es in der Galerie Yares\/New York f\u00fcr eine au\u00dferordentlich spannungsvolle Gro\u00df-Komposition der US-Malerin Helen Frankenthaler (1928\u20132011), der im Basler Kunsthaus gerade eine Retrospektive ausgerichtet wird. Und immerhin noch 1.250.000 Dollar ben\u00f6tigt bei Luxembourg\/London eine wunderbar gegen das Licht gearbeitete Graphit-Zeichnung von Georges Seurat. Weitere \u201eBasel exclusive\u201c-Angebote: ein Kleinformat Cy Twomblys bei Greve\/K\u00f6ln f\u00fcr acht, eine Bruce-Naumann-Plastik mit drei geh\u00e4uteten F\u00fcchsen plus vier Hammer bei Goodman\/New York f\u00fcr 2,5, ein Elizabeth-Peyton-Selbstportr\u00e4t bei Zwirner\/New York f\u00fcr eine Million Dollar.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die einzige K\u00fcnstlerin, die als \u201eBasel exclusive\u201c einen Galerie-Stand alleine besetzt, ist eine deutsch-deutsche K\u00fcnstlerin. Rund 20 Arbeiten, von der Zeichnung \u00fcber \u00d6l auf Papier bis hin zum gro\u00dfen Gem\u00e4lde, zeigt Pilar Corrias\/London von Sabine Moritz, geboren 1969 in Quedlinburg, kein wirklich gel\u00e4ufiger Name. Moritz hat sich in den vergangenen Jahren beachtlich entwickelt und erstaunt jetzt ebenso mit einer Totenkopf-Zeichnung, inspiriert von \u201eHamlet\u201c (20.000 Euro), wie mit gro\u00dfformatigen flammend-starkfarbigen Dschungel-Kompositionen (345.000 Euro). Sie hat es schwerer und leichter zugleich auf dem Kunstmarkt. Ihre Ehe h\u00e4ngt sie verst\u00e4ndlicherweise nicht an die gro\u00dfe Glocke. Sie war Studentin und ist dritte Ehefrau von Gerhard Richter.\n  <\/p>\n<p>            Werke von Picasso sind umlagert<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wer wohl an K\u00fcnstlern bestens pr\u00e4sent war in Basel 2026? Die Antwort erstaunt nicht;<a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/kultur\/marilyn-monroe-bleibt-ein-mythos-gerade-weil-wir-sie-nie-ganz-zu-greifen-bekommen-114282508\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\"> es sind wohl Picasso und Warhol<\/a>. Und es ist einmal mehr der j\u00fcngst verstorbene Georg Baselitz, vertreten in erklecklich vielen Galerien \u2013 von der Radierung (Knust Kunz\/M\u00fcnchen) f\u00fcr 5200 Euro \u00fcber das Mischtechnik-Mittelformat bei Werner\/Berlin (95.000 Euro) bis hin zum Monumentalformat \u201eDue donna senza ombre\u201c f\u00fcr 1,9 Millionen Euro am oft publikumsbelagerten Stand von Ropac\/Salzburg. Und auch dem verstorbenen David Hockney wird nat\u00fcrlich in vielen Techniken und Preisklassen gedacht. Doch den Acryl-\u201eRittersporn an meinem Gartentisch\u201c von 2025 muss man bei einem Preis von 12 Millionen Dollar nicht wirklich haben.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mitunter geht das Produzieren und Verkaufen von Kunst rasend schnell. 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