{"id":178239,"date":"2026-06-21T20:02:17","date_gmt":"2026-06-21T20:02:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/178239\/"},"modified":"2026-06-21T20:02:17","modified_gmt":"2026-06-21T20:02:17","slug":"kettcar-beim-traumzeit-festival-duisburg-starker-auftakt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/178239\/","title":{"rendered":"Kettcar beim Traumzeit-Festival Duisburg: Starker Auftakt"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Um kurz vor Mitternacht, im fernen Seattle hat die USA gerade den zweiten Sieg erspielt, setzt Marcus Wiebusch den fu\u00dfballkulturellen Kontrastpunkt. Dort, bei der WM, bietet der generische David-Guetta-Sound von \u201eDNA&#187; die perfekte Kommerz-Nebenbeschallung. Hier, beim Duisburger <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/traumzeit-festival\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Traumzeit-Festival<\/a>, spricht und singt sich der Kettcar-Frontmann durch \u201eDer Tag wird kommen&#187;. Ein lyrisches Kunstwerk \u00fcber einen schwulen Fu\u00dfballer, der noch immer nicht zu seiner Sexualit\u00e4t stehen kann. \u201eEiner wird es schaffen, aber ich bin es nicht.&#187;<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mit der ihr eigenen Mischung aus politischem Erz\u00e4hllied und Indie-Liebeshymne steht die Hamburger Band am Ende des ersten Festivaltags auf der Cowperb\u00fchne mit Blick auf den roterleuchteten alten W\u00e4rmespeicher im <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/landschaftspark-duisburg-nord\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Landschaftspark Duisburg-Nord<\/a>.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Den Anfang macht rund f\u00fcnf Stunden zuvor <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/soeren-link\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">S\u00f6ren Link<\/a> nebenan in der Giesshalle, auf der industrieromantischsten der drei Festivalb\u00fchnen. \u201eHerzlich willkommen zum Sommerkino&#187;, sagt Link dort. Ein Witz, der zwei Dinge zeigt: Er f\u00fchlt sich wohl und die Stimmung ist gut. Sehr gut sogar. Festival- und Campingtickets waren schon vor Beginn ausverkauft, nur f\u00fcr Freitag und Sonntag gab es noch Tageskarten f\u00fcr Spontane. W\u00e4hrend viele kleine Festivals in Deutschland schw\u00e4cheln, scheinen sie in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/duisburg\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Duisburg<\/a> etwas sehr richtig zu machen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Vielleicht liegt es auch an der Tradition, die sie hier nach 29 Jahren Traumzeit noch immer sehr hoch halten. Denn gleich nach Link und der Verabschiedung des langj\u00e4hrigen Festival-Organisator Frank Jebavy, war wie immer der Knappenchor an der Reihe. Zwar nicht mehr \u201eRheinland&#187; aus Moers, der sich k\u00fcrzlich endg\u00fcltig aufl\u00f6sen musste. Aber auch die nachgefolgten Kollegen aus Gelsenkirchen verwandelten erst die Trib\u00fcne in einen Steigerlied-Chor der Tausenden Kehlen. Dann feuchteten sie die ihrigen mit einer von Link servierten Runde Schnaps. Die Traumzeit 2026 konnte beginnen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Publikum zwischen Park und Industriebrache ist zum Auftakt sehr gemischt. Fast alles ist vertreten, was nicht jugendlich ist. \u00dc-30 dominiert im Duisburger Norden, dazwischen auch viele Kinder. Wer hier hinkommt, sieht nicht wirklich nach Festival aus. Eher nach Menschen, die sich f\u00fcr einen netten Sommer-Ausgehabend zurechtgemacht haben. Hier essen, da trinken, dort tanzen. Festival light in sch\u00f6n beleuchteter Atmosph\u00e4re. Das funktioniert.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Viel politische Schwere bringt hingegen Marlo Grosshardt mit, der zweite Act an diesem Hamburger Hauptb\u00fchnen-Abend. Wie bei Kettcar geht es meist um Politik, Liebe oder gleich beides. Nur eine Spur j\u00fcnger und radikaler. Im Stile eines linken Liedermachers der Gen Z singt Grosshardt begleitet von seiner f\u00fcnfk\u00f6pfigen Band dar\u00fcber, beim Krieg nicht mitzumachen, sich gegen den Faschismus aufzulehnen und ein fatalistisches letztes Liebeslied, bevor \u201ealle krepieren\u201c. Zwei Songs stechen besonders hervor: \u201eOma\u201c, das sich in seiner Angst vor der politischen Zukunft an seine verstorbene Gro\u00dfmutter richtet und ein viraler Internet-Hit wurde, sowie \u201eAstronaut\u201c, eine Hommage an den Umgang seiner Eltern mit ihm, ihrem als Kind schwer lungenkranken Sohn. Es ist der Auftritt eines jungen Musikers, der sich aufmacht, einer der ganz Gro\u00dfen zu werden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Stimmung am ersten Traumzeit-Tag ist durchweg gut. Knappenchor, Grosshardt und Kettcar werden ebenso wie die auf dem Gel\u00e4nde verteilt spielenden kleineren Acts dazwischen von viel Applaus begleitet. Dass es hingegen in der Duisburger Festival-Geschichte schon bewegungsfreudigere Publikums gab, l\u00e4sst sich wohl in Teilen dem Wetter zuschreiben. Da startete das Programm schon erst am Abend und dennoch waren es noch deutlich mehr als 30 Grad. Dass es auch noch nachts tropisch warm war, lag am Gl\u00fcck der Verantwortlichen. Das Gewitter samt Unwetter, das D\u00fcsseldorf am Abend traf, trug im Duisburger Norden mit seinen fernen Blitzen allenfalls zu einer noch stimmungsvolleren Kulisse bei.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Abseits vom Hamburger Liedermachen bot das Programm der \u00fcbrigen B\u00fchnen zum Auftakt mehr musikalische Vielfalt. Takeshi&#8217;s Cashew muteten wie eine spontane Jam Session einiger Hochbegabter an, die sich an Melodien zwischen Balkan und Orient bedienten. Florence Road pr\u00e4sentierten gef\u00e4lligen irischen Indie-Rock, dem die letzte Besonderheit fehlte.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Neft lieferten sehr tanzbare House-Beats, unterbrochen von harten B\u00e4ssen, die man so eher bei der Nature One als der Traumzeit erwartet h\u00e4tte. Am Samstag werden dann rund um die Londoner Alternative-Band White Lies auch die Hauptacts internationaler sein.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nach den \u201ePolit-Brechern\u201c \u00fcber Rassismus, Flucht und die Wendejahre k\u00fcndigt Kettcar-S\u00e4nger Marcus Wiebusch den Emo-Block aus Liebesliedern an. Im Duo mit seinem in wenigen Tagen nach 25 Jahren aus der Band aussteigenden Bruder Lars am Keyboard singt er das gef\u00fchlvoll-reduzierte \u201eBalu\u201c. Zwischendurch geht es immer wieder auch um Duisburg, die guten Erinnerungen an ihre beiden vorherigen Traumzeit-Auftritte und die fehlenden an einen aus dem Jahr 2003, bei dem die Band heute die Location nicht mehr wei\u00df.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mit Hinweis auf den gr\u00f6\u00dften Binnenhafen Europas leiten Kettcar \u201eLandungsbr\u00fccken raus\u201c ein, dann ist es nicht mehr lange bis zum abschlie\u00dfenden \u201eDeiche\u201c. Und der darin enthaltenen Botschaft, mit der die Band ihr Publikum in die warme Nacht entl\u00e4sst. \u201eNur weil man sich so dran gew\u00f6hnt hat, ist es nicht normal. Nur weil man es nicht besser kennt, ist es nicht, noch lange nicht, egal.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Um kurz vor Mitternacht, im fernen Seattle hat die USA gerade den zweiten Sieg erspielt, setzt Marcus Wiebusch&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":178240,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[17686,40753,40755,710,40757,46,2703,40752,68,2492,40756,40754,36359,36506,85,86,45,40751,44,40750,69],"class_list":["post-178239","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-musik","tag-abend","tag-auftakt","tag-ausgehabend","tag-band","tag-buehnen","tag-ch","tag-duisburg","tag-duisburger","tag-entertainment","tag-festival","tag-festivalbuehnen","tag-festivaltags","tag-hamburger","tag-kettcar","tag-music","tag-musik","tag-schweiz","tag-soeren-link","tag-switzerland","tag-traumzeit","tag-unterhaltung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116789879668240307","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/178239","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=178239"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/178239\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/178240"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=178239"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=178239"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=178239"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}