{"id":178723,"date":"2026-06-22T07:11:10","date_gmt":"2026-06-22T07:11:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/178723\/"},"modified":"2026-06-22T07:11:10","modified_gmt":"2026-06-22T07:11:10","slug":"krebstherapien-im-koerpereigenen-tumormilieu-testen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/178723\/","title":{"rendered":"Krebstherapien im k\u00f6rpereigenen Tumormilieu testen"},"content":{"rendered":"<p>Forscher:innen der Medizinischen Universit\u00e4t Wien haben im Rahmen des Comprehensive Cancer Center Vienna von MedUni Wien und AKH Wien ein neues Labormodell entwickelt, mit dem m\u00f6gliche Kombinationen aus Strahlen- und Immuntherapie an Tumor- und Immunzellen einzelner Patient:innen getestet werden k\u00f6nnen. Dabei zeigte eine Kombination aus Strahlentherapie und der Aktivierung des STING-Signalwegs besonders starke Wirkung. Die Ergebnisse wurden im Journal of Experimental &amp; Clinical Cancer Research ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">Bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen k\u00f6nnen sich im Brust- oder Bauchraum b\u00f6sartige Fl\u00fcssigkeitsansammlungen bilden. Diese enthalten oft Tumorzellen. Das Forschungsteam nutzte solche Proben (\u201epatient-derived autologous tumor-immune effusion cocultures\u201c, kurz PATEC), um daraus im Labor Tumorzellen zu gewinnen und gemeinsam mit Immunzellen derselben Patient:innen zu untersuchen. <\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">So entstand ein patient:innennahes Modell des Tumorumfelds. Es zeigt nicht nur, wie Tumorzellen allein reagieren, sondern auch, wie sie mit den k\u00f6rpereigenen Immunzellen zusammenspielen. Das ist besonders wichtig, weil Immuntherapien genau von diesen Wechselwirkungen abh\u00e4ngen. <\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">\u201eMit PATEC k\u00f6nnen wir Therapiekombinationen nicht nur an Tumorzellen, sondern im Zusammenspiel mit den k\u00f6rpereigenen Immunzellen der Patient:innen untersuchen. Das ist entscheidend, denn gerade Immuntherapien h\u00e4ngen von diesen Interaktionen ab\u201c, erkl\u00e4rt Rebecca Zirnbauer von der Klinischen Abteilung f\u00fcr Viszeralchirurgie an der Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr Allgemeinchirurgie der MedUni Wien und des AKH Wien.<\/p>\n<p>STING-Aktivierung verst\u00e4rkt Wirkung der Strahlentherapie<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">In der Studie testeten die Forschenden Strahlentherapie, verschiedene Immunaktivatoren und Immuncheckpoint-Inhibitoren in unterschiedlichen Kombinationen. Immuncheckpoint-Inhibitoren sind Medikamente, die \u201eBremsen\u201c des Immunsystems l\u00f6sen sollen, damit Immunzellen Krebszellen besser angreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">Die st\u00e4rkste Wirkung zeigte eine Kombination aus Strahlentherapie und einem sogenannten STING-Agonisten. STING ist ein Signalweg der angeborenen Immunabwehr. Wird er gezielt aktiviert, kann das Immunsystem st\u00e4rker auf Tumorzellen reagieren. In den Labormodellen f\u00fchrte diese Kombination zur st\u00e4rksten Abt\u00f6tung von Tumorzellen.<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">Die Studie zeigte auch: Der direkte Kontakt zwischen Tumor- und Immunzellen ist dabei entscheidend. Wurden beide Zelltypen voneinander getrennt, war die Wirkung deutlich schw\u00e4cher.<\/p>\n<p>Schritt in Richtung Pr\u00e4zisionsonkologie<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">Die Ergebnisse zeigen, dass Proben aus b\u00f6sartigen Fl\u00fcssigkeitsansammlungen nicht nur f\u00fcr die Diagnose, sondern auch f\u00fcr die Erforschung neuer Therapiekombinationen genutzt werden k\u00f6nnen. Das Modell k\u00f6nnte k\u00fcnftig helfen, besser zu verstehen, warum bestimmte Patient:innen st\u00e4rker auf eine Therapie ansprechen als andere.<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">\u201eUnsere Daten zeigen, dass nicht jede Probe gleich reagiert. Genau diese Heterogenit\u00e4t ist klinisch relevant. Ein funktionelles Ex-vivo-System wie PATEC kann helfen, wirksame Kombinationen gezielter zu untersuchen, bevor sie in gr\u00f6\u00dferen klinischen Studien weiter gepr\u00fcft werden\u201c, so das Forschungsteam.<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">Noch ist die Methode ein Forschungsmodell. Bevor daraus konkrete Therapieentscheidungen f\u00fcr einzelne Patient:innen abgeleitet werden k\u00f6nnen, sind weitere Studien mit gr\u00f6\u00dferen Patient:innenzahlen und klinischen Verlaufsdaten notwendig.<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">Vertreter:innen der beteiligten Forschungsgruppe (bestehend aus der Klinischen Abteilung f\u00fcr Viszeralchirurgie an der Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr Allgemeinchirurgie sowie der Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr Thoraxchirurgie der MedUni Wien und des AKH Wien) werden im Rahmen des Programms Klinische Forschungsgruppen durch das Bundesministerium f\u00fcr Frauen, Wissenschaft und Forschung und die Ludwig Boltzmann Gesellschaft gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">Publikation: Journal of Experimental &amp; Clinical Cancer Research<br \/>Autologous tumor-immune effusion cocultures enable ex vivo functional profiling of radiotherapy-immunotherapy combinations.<br \/>Zirnbauer R, Ammon D, Mosleh B, Speiser N, Theophil A, Fabits M, Hoda MAR, Bergmann M, Laengle J.<br \/>J Exp Clin Cancer Res. 2026 Apr 14;45(1):129. doi: 10.1186\/s13046-026-03707-5<\/p>\n<p>Comprehensive Cancer Center Vienna<br \/>Das Comprehensive Cancer Center (CCC) Wien der MedUni Wien und des AKH Wien vernetzt alle Berufsgruppen dieser beiden Institutionen, die Krebspatient:innen behandeln, Krebserkrankungen erforschen und in der Lehre bzw. der Ausbildung in diesem Bereich aktiv sind. <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" href=\"https:\/\/ccc.meduniwien.ac.at\/\"><a href=\"https:\/\/ccc.meduniwien.ac.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">https:\/\/ccc.meduniwien.ac.at\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Forscher:innen der Medizinischen Universit\u00e4t Wien haben im Rahmen des Comprehensive Cancer Center Vienna von MedUni Wien und AKH&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":178724,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[32591,32593,46,1356,67,66,330,32592,45,44,2131],"class_list":["post-178723","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-apa","tag-apa-ots","tag-ch","tag-forschung","tag-gesundheit","tag-health","tag-medizin","tag-ots","tag-schweiz","tag-switzerland","tag-universitaet"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116792509838860635","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/178723","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=178723"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/178723\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/178724"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=178723"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=178723"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=178723"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}