{"id":18093,"date":"2026-02-24T08:43:14","date_gmt":"2026-02-24T08:43:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/18093\/"},"modified":"2026-02-24T08:43:14","modified_gmt":"2026-02-24T08:43:14","slug":"mehr-optionen-mehr-druck-warum-medizintechnik-in-deutschland-jetzt-liefern-muss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/18093\/","title":{"rendered":"Mehr Optionen, mehr Druck: Warum Medizintechnik in Deutschland jetzt liefern muss"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" width=\"300\" height=\"58\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Precisis_Logo.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" decoding=\"async\"  \/><\/p>\n<p class=\"postDate\">23.02.2026 16:55<\/p>\n<p class=\"postExcerpt\">Weltweit leben 52 Millionen [1] Menschen mit Epilepsie und statistisch erleidet jeder Zehnte einmal im Leben einen Anfall. Doch f\u00fcr viele Patientinnen und Patienten beginnt eine ganz andere Herausforderung, wenn Medikamente versagen: Es folgt ein jahrelanger Entscheidungsprozess \u00fcber weiterf\u00fchrende Therapieoptionen. Doch viele dieser Ans\u00e4tze sind wenig bekannt.<\/p>\n<p>In diesem Spannungsfeld zwischen Hoffnung auf Besserung und der Verantwortung f\u00fcr evidenzbasiertes Handeln ger\u00e4t das Gesundheitssystem unter Druck. In der Pflicht stehen dabei nicht nur das medizinische Behandlungsteam, sondern auch die Medizintechnik, durch Forschung und neue Daten zur Orientierung beizutragen. Wie sich dieser Anspruch in der Praxis umsetzen l\u00e4sst, erl\u00e4utern Prof. Dr. Martin Holtkamp von der Charit\u00e9 Berlin und Karl Stoklosa, CEO von Precisis, am Beispiel des Neuroimplantats EASEE.<\/p>\n<p>Der K\u00f6rper erstarrt, die Kontrolle geht verloren, Sekunden werden zu Minuten. Ein epileptischer Anfall ist eine vor\u00fcbergehende St\u00f6rung im Gehirn durch \u00fcberschie\u00dfende elektrische Aktivit\u00e4t. F\u00fcr Au\u00dfenstehende ist es ein pl\u00f6tzliches Ereignis, f\u00fcr Betroffene Ausdruck einer Erkrankung, die den Alltag dauerhaft pr\u00e4gt. Doch das eigentliche Drama beginnt oft erst danach: Wenn Medikamente nicht oder nicht ausreichend wirken, gilt ein Patient oder eine Patientin als pharmakoresistent. Das betrifft knapp 30 Prozent der Betroffenen<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Die Feststellung einer Resistenz gegen\u00fcber Medikamenten kann bis zu f\u00fcnf Jahre dauern<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Dann muss eine Entscheidung \u00fcber das weitere Vorgehen getroffen und neue Therapieoptionen abgewogen werden. \u201eIn pharmakoresistenten Situationen gibt es selten schnelle oder einfache Antworten\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Dr. med. Martin Holtkamp, Medizinischer Direktor des Epilepsie-Zentrums Berlin-Brandenburg und Inhaber der Professur f\u00fcr Epileptologie an der Charit\u00e9 \u2013 Universit\u00e4tsmedizin Berlin. Laut ihm bed\u00fcrfen solche Entscheidungen viel Zeit: \u201eWir sprechen \u00fcber komplexe Abw\u00e4gungen, die im interdisziplin\u00e4ren Team getroffen werden m\u00fcssen, mit Blick auf Risiken, Lebensqualit\u00e4t und langfristige Perspektiven.\u201c Jede therapeutische Entscheidung \u2013 ob medikament\u00f6s, chirurgisch oder di\u00e4tetisch \u2013 wird zudem dokumentiert und in ihrer Begr\u00fcndung festgehalten. Hinzu kommen zahlreiche Therapieversuche und lange Beobachtungszeitr\u00e4ume. Ressourcen, die durch Personalengp\u00e4sse und \u00f6konomische Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem zus\u00e4tzlich unter Druck stehen. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie gro\u00df die Anforderungen an medizinische Entscheidungsprozesse geworden sind: \u201eTherapieentscheidungen werden immer komplexer und erfordern einen kontinuierlichen Zugang zu neuen Methoden und aktueller Evidenz\u201c, erl\u00e4utert Karl Stoklosa, CEO von Precisis. Aus seiner Sicht sind deshalb nicht nur \u00c4rztinnen und \u00c4rzte und ihre Patientinnen und Patienten gefordert, sondern auch Medizintechnikunternehmen, die durch Forschung, klinische Studien und die systematische Auswertung von Daten zur besseren Orientierung in der Versorgung beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mehr Optionen, h\u00f6here Anforderungen: Therapieentscheidungen im Wandel<\/p>\n<p>Die Therapielandschaft wird offener und vielf\u00e4ltiger. Bei pharmakoresistenter Epilepsie kommen heute epilepsiechirurgische Eingriffe ebenso infrage wie gering-invasive neurostimulative Verfahren. Therapieentscheidungen werden in der Regel evidenzbasiert und interdisziplin\u00e4r getroffen: In Fallkonferenzen w\u00e4gen Fachrichtungen gemeinsam Risiken, Nutzen und Lebensperspektiven ab. \u201eWo m\u00f6glich, orientieren sich Diagnostik und Therapie an den aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Neurologie. Mehr Optionen erm\u00f6glichen individuellere Entscheidungen, machen sie aber auch anspruchsvoller\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Holtkamp. Dass sich neue Therapieans\u00e4tze zunehmend in der Versorgung etablieren, zeigt sich auch international: Das Neuroimplantat EASEE wird inzwischen in mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern eingesetzt, darunter in Italien und im Vereinigten\u00a0K\u00f6nigreich. \u201eDiese Entwicklung verweist auf den bestehenden Bedarf an alternativen Behandlungswegen und unterstreicht die Bedeutung belastbarer Daten f\u00fcr fundierte Therapieentscheidungen\u201c, so Karl Stoklosa. Zugleich habe sich der Anteil pharmakoresistenter Verl\u00e4ufe nicht deutlich verringert, weshalb f\u00fcr einige neue nicht-pharmakologische Verfahren derzeit randomisierte kontrollierte Studien zur unabh\u00e4ngigen Wirksamkeitspr\u00fcfung liefen, erg\u00e4nzt Holtkamp<\/p>\n<p>Mehr als Anfallskontrolle: Therapieentscheidungen f\u00fcr junge Patientinnen und Patienten<\/p>\n<p>Wie komplex diese Abw\u00e4gungen sind, zeigt sich besonders bei jungen Menschen mit Epilepsie. Auch bei ihnen k\u00f6nnen Medikamente ihre Wirkung verlieren \u2013 mit Folgen, die weit \u00fcber die unmittelbare Anfallskontrolle hinausreichen: \u201eBei j\u00fcngeren Patientinnen und Patienten geht es nicht nur um Anfallskontrolle, sondern um Entwicklung, Selbstst\u00e4ndigkeut und Lebensqualit\u00e4t \u00fcber Jahrzehnte\u201c, erkl\u00e4rt Holtkamp. Gerade nach dem Eintritt einer medikament\u00f6sen Therapieresistenz stellt sich daher fr\u00fchzeitig die Frage nach wirksamen, gleichzeitig aber m\u00f6glichst schonenden Alternativen. Vor diesem Hintergrund untersucht die Studie EASEE4YOU die Wirksamkeit des Neuroimplantats EASEE von Precisis bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren, um eine gesicherte Datenbasis f\u00fcr diese Altersgruppe zu schaffen. Stoklosa sieht die Rolle der Medizintechnik dabei nicht allein in der Entwicklung neuer Verfahren. \u201eUnser Beitrag muss sein, Innovationen durch verl\u00e4ssliche Daten, transparente Studien und kontinuierlichen Austausch so in die Versorgung zu bringen, dass sie \u00c4rztinnen und \u00c4rzte bei ihren Entscheidungen unterst\u00fctzen und Patientinnen und Patienten tats\u00e4chlich erreichen\u201c, sagt der CEO von Precisis. \u201eDabei geht es nicht darum, Innovationen zur\u00fcckzuhalten, bis jede Frage beantwortet ist, sondern sie verantwortungsvoll und nachvollziehbar dort einzusetzen, wo der klinische Bedarf am gr\u00f6\u00dften ist.\u201c<\/p>\n<p>Wie K\u00fcnstliche Intelligenz Therapieentscheidungen pr\u00e4ziser macht<\/p>\n<p>Therapieentscheidungen werden zunehmend datenbasierter und individueller \u2013 nicht zuletzt, weil immer mehr klinische Informationen verf\u00fcgbar sind. K\u00fcnstliche Intelligenz kann dabei helfen, diese Datenmengen systematisch auszuwerten, Muster zu erkennen und Therapieeffekte besser einzuordnen. \u201eDie Medizin bewegt sich klar in Richtung personalisierter, datengetriebener Entscheidungen\u201c, erkl\u00e4rt Holtkamp. F\u00fcr Entwickler von Medizintechnik ist das ein langfristiger Prozess: \u201eDie Weiterentwicklung der Neuromodulation und datenbasierter Methoden hat nicht nur f\u00fcr Epilepsie Relevanz, sondern perspektivisch auch f\u00fcr andere neurologische Erkrankungen wie Depression oder Parkinson\u201c erl\u00e4utert Precisis-CEO Stoklosa.<\/p>\n<p>Mehr Therapieentscheidungen bedeuten mehr Wissen, Optionen und bessere Strukturen<\/p>\n<p>Am Ende geht es bei all dem technologischen und medizinischen Fortschritt um etwas sehr Konkretes: darum, Entscheidungen in Situationen zu erm\u00f6glichen, in denen einfache Antworten fehlen. Gerade bei Patientinnen und Patienten mit medikamentenresistenter Epilepsie entsteht dieser Entscheidungsdruck oft fr\u00fch und verlangt nach weiterf\u00fchrenden Therapieoptionen. Wenn Evidenz auf Leidensdruck trifft, braucht es Strukturen, die Orientierung geben \u2013 und Instrumente, die Komplexit\u00e4t handhabbar machen. Das Neuroimplantat EASEE ist ein solches Instrument: Es erweitert den therapeutischen Handlungsspielraum genau dort, wo Medikamente nicht mehr ausreichend wirken, und bietet eine wirksame, gleichzeitig schonende Behandlungsoption. F\u00fcr Patientinnen und Patienten bedeutet das vor allem die Chance auf passgenauere, nachvollziehbare und gemeinsam getragene Therapieentscheidungen. Medizintechnik, klinische Forschung und datenbasierte Methoden werden dabei zunehmend zu einem Teil dieser Entscheidungsarchitektur \u2013 nicht als Ersatz f\u00fcr \u00e4rztliche Erfahrung, sondern als Grundlage f\u00fcr fundierte, verantwortungsvolle Versorgung. EASEE steht exemplarisch f\u00fcr diesen Ansatz: als Technologie, die Versorgung konkret verbessert und dazu beitr\u00e4gt, dass mehr Patientinnen und Patienten Zugang zu einer wirksamen Therapie erhalten, wenn Medikamente allein nicht mehr ausreichen.<\/p>\n<p>\u00dcber Precisis<\/p>\n<p>Die PRECISIS GmbH ist ein innovatives Medizintechnikunternehmen mit Sitz in Heidelberg, Deutschland, das sich der Weiterentwicklung neuromodulatorischer L\u00f6sungen f\u00fcr Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen widmet. Seit ihrer Gr\u00fcndung im Jahr 2014 hat sich PRECISIS mit dem EASEE\u00ae-System \u2013 ihrem wegweisenden, minimalinvasiven Gehirnschrittmacher f\u00fcr medikamentenresistente fokale Epilepsie \u2013 auf Basis belastbarer klinischer Evidenz etabliert. Ausgezeichnet mit dem renommierten Health-i Award des Handelsblatts f\u00fcr diesen Durchbruch und als Gewinner des Shark Tank-Wettbewerb der American Epilepsy Foundation demonstriert PRECISIS sowohl technologische Exzellenz als auch ein tiefes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse von Patientinnen, Patienten und behandelnden \u00c4rztinnen und \u00c4rzten.<\/p>\n<p>Mit einem Fokus auf Europa und die Vereinigten Staaten verfolgt das Unternehmen das Ziel, die Lebensqualit\u00e4t weltweit nachhaltig zu verbessern, indem es fr\u00fche, wirksame Therapieoptionen bereitstellt und neue Standards in der Neuromodulation setzt.<\/p>\n<p>Weitere Informationen finden Sie unter <a href=\"https:\/\/precisis.de\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">https:\/\/precisis.de<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"\/>Literatur<a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"\/><\/p>\n<p>[1] <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/news\/weltweit-etwa-52-millionen-menschen-von-epilepsie-betroffen-2d6018f2-1381-43ce-854b-5e1402aee01d\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">https:\/\/www.aerzteblatt.de\/news\/weltweit-etwa-52-millionen-menschen-von-epilepsie-betroffen-2d6018f2-1381-43ce-854b-5e1402aee01d<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"\/>[2] <a href=\"https:\/\/hirnstiftung.org\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/DHS_Patientenleitlinie_Epilepsie_Stand-November-2024.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">https:\/\/hirnstiftung.org\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/DHS_Patientenleitlinie_Epilepsie_Stand-November-2024.pdf<\/a><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"23.02.2026 16:55 Weltweit leben 52 Millionen [1] Menschen mit Epilepsie und statistisch erleidet jeder Zehnte einmal im Leben&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":18094,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[46,67,66,7133,45,44],"class_list":{"0":"post-18093","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-ch","9":"tag-gesundheit","10":"tag-health","11":"tag-indikationen","12":"tag-schweiz","13":"tag-switzerland"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18093","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18093"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18093\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18094"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18093"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18093"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18093"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}