{"id":182721,"date":"2026-06-24T20:31:14","date_gmt":"2026-06-24T20:31:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/182721\/"},"modified":"2026-06-24T20:31:14","modified_gmt":"2026-06-24T20:31:14","slug":"schauspielerin-teresa-rizos-ueber-deepfakes-es-war-fuer-alle-oeffentlich-sichtbar-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/182721\/","title":{"rendered":"Schauspielerin Teresa Rizos \u00fcber Deepfakes: &#171;Es war f\u00fcr alle \u00f6ffentlich sichtbar\u201c &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Es ist ein Zufallsfund im Internet, der damals bei <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/teresa-rizos-servus-baby-marilyn-monroe-maxi-schafroth-1.5782370\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Teresa Rizos<\/a> einen \u201eRiesenschock\u201c ausl\u00f6st, sagt die Schauspielerin aus <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a>. \u00dcber eine Suchmaschine st\u00f6\u00dft sie vor einigen Jahren auf ein Bild von sich. Oder genauer: auf das Foto eines nackten Frauenk\u00f6rpers in pornografischer Pose \u2013 mit ihrem Gesicht.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dieses manipulierte Bild, ein sogenanntes Deepfake, \u201ehat relativ echt ausgesehen\u201c, erz\u00e4hlt Teresa Rizos. \u201eEs war direkt in der ersten Zeile und f\u00fcr alle \u00f6ffentlich sichtbar.\u201c Dies habe ein Gef\u00fchl der Scham bei ihr ausgel\u00f6st, sagt die heute 39-J\u00e4hrige. \u201eMan f\u00fchlt sich irgendwie ertappt, obwohl man gar nichts gemacht hat.\u201c Inzwischen sehe sie das anders, betont Teresa Rizos. \u201eAber damals habe ich die Dimension der Sache nicht verstanden \u2013 dass das genauso Missbrauch ist und genauso bestraft werden sollte wie physische Gewalt, auch wenn es virtuelle Gewalt ist.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Genau diese Forderung erhebt auch der bayerische Justizminister <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Georg_Eisenreich\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Georg Eisenreich<\/a> (<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/CSU\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">CSU<\/a>). Er hat Teresa Rizos an diesem Vormittag in den M\u00fcnchner Justizpalast zu einer Pressekonferenz zum Thema <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Deepfakes\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deepfakes<\/a> eingeladen, damit die Schauspielerin aus der Sicht einer Betroffenen berichten kann. 90 Prozent der mithilfe von k\u00fcnstlicher Intelligenz gef\u00e4lschten Bilder und Videos tauchten in den Bereichen Pornografie und Nacktheit auf, sagt der Minister. Die Opfer seien in aller Regel weiblich. \u201ePornografische Deepfakes sollen vor allem Frauen und M\u00e4dchen blo\u00dfstellen und erniedrigen\u201c, sagt Eisenreich.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ihm zufolge werden die F\u00e4lschungen zum Mobben, in Rachepornos oder in betr\u00fcgerischer Absicht eingesetzt. \u201eSie verf\u00fcgen \u00fcber ein \u00e4hnlich hohes Schadenspotenzial wie eine K\u00f6rperverletzung. Diesem besonderen Unrecht muss das Strafrecht gerecht werden.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Konkret moniert der Justizminister, dass es noch keinen eigenen Straftatbestand f\u00fcr das Ph\u00e4nomen der Deepfakes gibt. Dies habe der Bundesrat auf Initiative Bayerns 2024 gefordert, jedoch sei die Ampelregierung in der Folge unt\u00e4tig geblieben. Vor einem Jahr beschloss die L\u00e4nderkammer den bayerischen Gesetzentwurf erneut, und inzwischen steht das Thema nicht nur im Koalitionsvertrag, sondern das Bundesjustizministerium plant derzeit auch ein Gesetz gegen digitale sexualisierte Gewalt. Hierzu liegt ein Referentenentwurf aus dem Haus von Stefanie Hubig (SPD) vor, den er ausdr\u00fccklich begr\u00fc\u00dfe, sagt Eisenreich. In einigen Punkten gehe ihm die Vorlage aber nicht weit genug.<\/p>\n<p>Virtuelle Gewalt sei gleichzusetzen mit realer Gewalt, findet Eisenreich<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">So kritisiert der Minister den vorgeschlagenen Strafrahmen von bis zu zwei Jahren als zu niedrig. Virtuelle Gewalt sei gleichzusetzen mit realer Gewalt, findet Eisenreich. \u201eF\u00fcr schwerwiegende F\u00e4lle wie der Verbreitung von pornografischen Deepfakes hatte ich deshalb bis zu f\u00fcnf Jahre Haft gefordert.\u201c Als weiteren Kritikpunkt nennt der Minister das Fehlen einer Regelung zu Identit\u00e4tsmissbrauch. Bei diesem ebenfalls stark verbreiteten Ph\u00e4nomen t\u00e4uschen Kriminelle im Internet die Identit\u00e4t einer anderen Person vor, um dann den Ruf ihrer Opfer zu ruinieren oder sich zu bereichern. Als Beispiel f\u00fchrt Eisenreich den Telefonbetrug mittels Schockanrufen oder Enkeltrick an, bei dem die Stimmen von Verwandten t\u00e4uschend echt imitiert werden, um die Opfer etwa zur Herausgabe von Geld oder Schmuck zu bewegen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eDie aktuelle Debatte um Deepfakes und weit verbreitete Cybercrime-Betrugsmethoden durch Nutzung von Fake-Profilen zeigt, dass gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht\u201c, sagt Eisenreich. Zugleich will er aber auch die gro\u00dfen Online-Plattformen st\u00e4rker in die Pflicht nehmen. \u201eEs kann nicht sein, dass ein paar Techkonzerne unglaubliche Summen an Geld verdienen, aber die Probleme die Gesellschaft und der Staat tragen m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Mit Blick auf die Verfolgung von Straftaten im digitalen Raum sieht Eisenreich den Freistaat gut aufgestellt. F\u00fcr \u201egro\u00dfe F\u00e4lle\u201c gebe es die Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg. \u00dcberdies h\u00e4tten s\u00e4mtliche 22 Staatsanwaltschaften entsprechende Sonderdezernate, \u201edie sich mit diesen Themen gut auskennen\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Teresa Rizos hat sich damals nicht gegen das pornografische Deepfake-Bild von ihr zur Wehr gesetzt \u2013 auch aus Unkenntnis, wie sie heute sagt. \u201eIch bin gar nicht auf die Idee gekommen, zur Polizei zu gehen.\u201c Zudem sei ihr die Sache \u201eviel zu unangenehm gewesen, um mit irgendjemandem dar\u00fcber zu sprechen\u201c, sagt die Schauspielerin. \u201eIch habe es verdr\u00e4ngt und gehofft, dass es von allein weggeht. Und ich hatte Gl\u00fcck: Nach ein paar Monaten war das Bild wieder verschwunden.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Heute w\u00fcrde sie anders reagieren, betont Rizos \u2013 wobei sie davon abr\u00e4t, auf eigene Faust nach Deepfakes zu suchen. \u201eAuch wenn ich w\u00fcsste, dass solche Bilder oder Videos von mir kursieren, w\u00fcrde ich das nicht selbst anschauen\u201c, sagt sie. \u201eSondern ich w\u00fcrde das abgeben und mir Hilfe suchen.\u201c Beratung zu allen Formen digitaler Gewalt gibt es beispielsweise anonym beim Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen unter der Nummer 116 016.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist ein Zufallsfund im Internet, der damals bei Teresa Rizos einen \u201eRiesenschock\u201c ausl\u00f6st, sagt die Schauspielerin aus&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":182722,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[24],"tags":[101,46,8594,4219,20667,68,41535,1568,12744,688,102,45,689,44,69],"class_list":["post-182721","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-prominente","tag-celebrities","tag-ch","tag-csu","tag-cyberkriminalitaet","tag-deepfakes","tag-entertainment","tag-georg-eisenreich","tag-kriminalitaet","tag-leben-und-gesellschaft-in-muenchen","tag-muenchen","tag-prominente","tag-schweiz","tag-sueddeutsche-zeitung","tag-switzerland","tag-unterhaltung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116806980382393543","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/182721","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=182721"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/182721\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/182722"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=182721"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=182721"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=182721"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}