{"id":183193,"date":"2026-06-25T07:39:08","date_gmt":"2026-06-25T07:39:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/183193\/"},"modified":"2026-06-25T07:39:08","modified_gmt":"2026-06-25T07:39:08","slug":"fettleber-druck-im-leberkreislauf-zeigt-risiko-fuer-schwere-komplikationen-an-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/183193\/","title":{"rendered":"Fettleber: Druck im Leberkreislauf zeigt Risiko f\u00fcr schwere Komplikationen an"},"content":{"rendered":"<p>Ein internationales Forschungsteam unter Federf\u00fchrung der Medizinischen Universit\u00e4t Wien hat untersucht, wie sich das Risiko f\u00fcr schwere Komplikationen bei fortgeschrittener steatotischer Lebererkrankung \u2013 fr\u00fcher h\u00e4ufig als Fettlebererkrankung bezeichnet \u2013 besser absch\u00e4tzen l\u00e4sst. Die Studie zeigt: Entscheidend ist vor allem, wie stark der Druck im Blutkreislauf der Leber bereits erh\u00f6ht ist. Wird die Schwere der Erkrankung ber\u00fccksichtigt, ist das Risiko f\u00fcr Komplikationen bei alkoholbedingten, stoffwechselbedingten und gemischten Formen der Erkrankung vergleichbar. Die Ergebnisse wurden aktuell im Journal \u201eClinical Gastroenterology and Hepatology\u201c ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">Steatotische Lebererkrankungen sind h\u00e4ufig und k\u00f6nnen unterschiedliche Ursachen haben. Sie k\u00f6nnen vor allem mit \u00dcbergewicht, Diabetes oder anderen Stoffwechselst\u00f6rungen zusammenh\u00e4ngen, durch Alkohol verursacht sein oder durch eine Kombination mehrerer Faktoren entstehen. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann die Leber zunehmend vernarben. Im weiteren Verlauf drohen schwere Komplikationen wie Bauchwasser, Blutungen aus Krampfadern der Speiser\u00f6hre oder Leberversagen.<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">Eine zentrale Rolle spielt dabei der sogenannte Pfortaderhochdruck. Damit ist ein erh\u00f6hter Druck in jenem Venensystem gemeint, das Blut zur Leber transportiert. Ist dieser Druck deutlich erh\u00f6ht, steigt das Risiko f\u00fcr Komplikationen. Direkt messen l\u00e4sst sich dieser Druck mit einer spezialisierten Untersuchung, dem hepatisch-ven\u00f6sen Druckgradienten. Diese Methode ist sehr aussagekr\u00e4ftig, aber nicht \u00fcberall verf\u00fcgbar. Deshalb sind Tests wichtig, die ohne direkten Eingriff auskommen, etwa Messungen der Lebersteifigkeit und Blutwerte.<\/p>\n<p>Einfachere Einordnung des tats\u00e4chlichen Risikos<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">F\u00fcr die Studie wurden Daten von 696 Patient aus 17 europ\u00e4ischen Zentren ausgewertet. Alle hatten eine fortgeschrittene, aber noch stabile chronische Lebererkrankung. Die Forscher:innen verglichen drei Gruppen: Patient:innen mit alkoholbedingter Lebererkrankung, mit metabolisch-bedingter Lebererkrankung und mit einer Mischform.<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">Auf den ersten Blick traten Komplikationen bei alkoholbedingter Lebererkrankung h\u00e4ufiger auf. Die genauere Analyse zeigte jedoch: Das lag vor allem daran, dass diese Patient:innen zu Beginn bereits st\u00e4rker erkrankt waren. Wurden Krankheitsstadium und Pfortaderhochdruck ber\u00fccksichtigt, unterschieden sich die drei Gruppen beim Komplikationsrisiko nicht mehr wesentlich.<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">\u201eUnsere Ergebnisse zeigen, dass die portale Hypertension \u00fcber das gesamte Spektrum fortgeschrittener steatotischer Lebererkrankungen ein zentraler prognostischer Faktor ist\u201c, sagt Benedikt Hofer, Erstautor der Studie. \u201eDas ist klinisch relevant, weil wir damit Patientinnen und Patienten besser nach ihrem tats\u00e4chlichen Risiko einordnen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Nicht-invasive Tests helfen im klinischen Alltag<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">Die Studie best\u00e4tigt auch, dass nicht-invasive Tests f\u00fcr die Risikoeinsch\u00e4tzung n\u00fctzlich sind. Besonders ein Modell, das Lebersteifigkeit, Blutpl\u00e4ttchenzahl und Body-Mass-Index kombiniert, konnte \u00fcber die verschiedenen Krankheitsformen hinweg gut anzeigen, ob ein klinisch relevanter Pfortaderhochdruck vorliegt. Solche Verfahren k\u00f6nnen \u00c4rzt:innen helfen, Patient:innen mit erh\u00f6htem Risiko fr\u00fcher zu erkennen und gezielter zu betreuen.<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">\u201eNicht-invasive Tests ersetzen nicht in jeder Situation spezialisierte Untersuchungen, sie k\u00f6nnen aber die Risikoeinsch\u00e4tzung deutlich erleichtern\u201c, sagt Georg Semmler (Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr Innere Medizin III, Klinische Abteilung f\u00fcr Gastroenterologie und Hepatologie der MedUni Wien), einer der Studienleiter. \u201eGerade bei einer h\u00e4ufigen Erkrankung wie der steatotischen Lebererkrankung ist es wichtig, jene Patientinnen und Patienten fr\u00fch zu erkennen, die ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Komplikationen haben.\u201c<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">Die Ergebnisse k\u00f6nnen dazu beitragen, Patient:innen mit fortgeschrittener Lebererkrankung im klinischen Alltag besser zu beraten. Wichtig ist dabei nicht nur, wodurch die Erkrankung entstanden ist, sondern vor allem, wie weit sie bereits fortgeschritten ist und ob ein relevanter Pfortaderhochdruck besteht.<\/p>\n<p class=\"BINBoilerS\">Publikation: Clinical Gastroenterology and Hepatology<br \/>Hepatic venous pressure gradient, non-invasive tests, and prognosis across the subtypes of advanced steatotic liver disease.<br \/>Benedikt S. Hofer, Sarah Shalaby, Wilhelmus Kwanten et al.; <br \/>Baveno Cooperation: an EASL consortium.<br \/>DOI: 10.1016\/j.cgh.2026.05.033<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein internationales Forschungsteam unter Federf\u00fchrung der Medizinischen Universit\u00e4t Wien hat untersucht, wie sich das Risiko f\u00fcr schwere Komplikationen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":183194,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[32591,32593,46,1356,67,66,330,32592,45,44,2131],"class_list":["post-183193","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-apa","tag-apa-ots","tag-ch","tag-forschung","tag-gesundheit","tag-health","tag-medizin","tag-ots","tag-schweiz","tag-switzerland","tag-universitaet"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116809606739022988","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/183193","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=183193"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/183193\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/183194"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=183193"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=183193"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=183193"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}