{"id":183283,"date":"2026-06-25T09:03:16","date_gmt":"2026-06-25T09:03:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/183283\/"},"modified":"2026-06-25T09:03:16","modified_gmt":"2026-06-25T09:03:16","slug":"heiliger-stuhl-stuetzt-un-erklaerung-die-aussetzung-der-leihmutterschaft-fordert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/183283\/","title":{"rendered":"Heiliger Stuhl st\u00fctzt UN-Erkl\u00e4rung, die Aussetzung der Leihmutterschaft fordert"},"content":{"rendered":"<p>                  <a href=\"https:\/\/de.catholicnewsagency.com\/author\/577\/alexander-folz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" class=\"author-image m-0 mr-4\" width=\"48\" height=\"48\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/dsc02361-1_1758270875.jpg\" alt=\"Alexander Folz\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n                  <\/a><\/p>\n<p>Von <a href=\"https:\/\/de.catholicnewsagency.com\/author\/577\/alexander-folz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alexander Folz<\/a><\/p>\n<p class=\"post-info\">Redaktion &#8211;<br \/>\n              Mittwoch, 24. Juni 2026, 15:30 Uhr.<\/p>\n<p>Italien, Chile, Kamerun und der Heilige Stuhl haben am Montag beim UN-Menschenrechtsrat in Genf eine gemeinsame politische Erkl\u00e4rung vorgestellt. Sie fordert ein internationales Moratorium, also eine vor\u00fcbergehende Aussetzung der Leihmutterschaft als Zwischenschritt zu einem v\u00f6lkerrechtlich bindenden Verbot, wie\u00a0<a href=\"https:\/\/adfinternational.org\/news\/landmark-declaration-calls-for-international-moratorium-on-surrogacy\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ADF International<\/a> berichtet.<\/p>\n<p>\u201eLeihmutterschaft ist l\u00e4ngst keine Frage mehr, die sich auf nationale Gesetzgebung oder individuelle Entscheidungen beschr\u00e4nkt\u201c, sagte die italienische Familienministerin Eugenia Roccella bei der Vorstellung der Erkl\u00e4rung in Genf. \u201eAls politische Entscheidungstr\u00e4ger haben wir die Verantwortung, eine grundlegende Frage zu stellen: Erkennen wir noch jeden Menschen als Person an, die es zu respektieren gilt, oder sind wir bereit, Situationen zu akzeptieren, in denen Menschen zum Mittel werden, um die Interessen und W\u00fcnsche anderer zu befriedigen?\u201c<\/p>\n<p>Vorgestellt wurde die Erkl\u00e4rung bei einer Nebenveranstaltung der 62. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats. Italien, Chile, Kamerun und der Heilige Stuhl waren Mitveranstalter, ADF International moderierte das Treffen. Kurz darauf legte die UN-Sonderberichterstatterin f\u00fcr Gewalt gegen Frauen und M\u00e4dchen, Reem Alsalem, dem Menschenrechtsrat einen neuen Bericht zu Gewalt gegen M\u00fctter vor, der Leihm\u00fctter als besonders gef\u00e4hrdete Gruppe einstuft.<\/p>\n<p>Auch der chilenische Menschenrechtsdirektor im Au\u00dfenministerium, Felipe Kipreos Palau, beteiligte sich an der Vorstellung. \u201eDie wachsende Globalisierung von Leihmutterschaftsvereinbarungen, insbesondere kommerzieller und grenz\u00fcberschreitender Praktiken, hat komplexe rechtliche, ethische und menschenrechtliche Fragen aufgeworfen\u201c, erkl\u00e4rte er. Unterschiedliche nationale Regelungen beg\u00fcnstigten den Transfer von Risiken \u00fcber Grenzen hinweg.<\/p>\n<p>In Chile lag zu diesem Zeitpunkt ein Gesetzentwurf vor, der Leihmutterschaft vollst\u00e4ndig verbieten und unter Strafe stellen sollte. Die zust\u00e4ndige Kommission im chilenischen Nationalkongress brachte den Entwurf im Januar 2026 voran, ein endg\u00fcltiger Beschluss stand noch aus.<\/p>\n<p>Italien dagegen hat die Praxis bereits 2004 im eigenen Land untersagt und seit 2024 auch die Beauftragung zur Leihmutterschaft im Ausland durch italienische Staatsb\u00fcrger unter Strafe gestellt. Die Slowakei verbot die Praxis im September 2025 per Verfassungs\u00e4nderung.<\/p>\n<p>Sonderberichterstatterin Alsalem stellte sich hinter die Initiative der vier Staaten. \u201eDie Staaten, die sich heute der Erkl\u00e4rung anschlie\u00dfen, erkennen an, dass Leihmutterschaft grundlegende Fragen der Menschenw\u00fcrde und der Kommodifizierung von Frauen und Kindern aufwirft\u201c, sagte sie. \u201eDiese Erkl\u00e4rung zeigt, dass politisches Handeln m\u00f6glich ist.\u201c<\/p>\n<p>\tErhalten Sie Top-Nachrichten von CNA Deutsch direkt via WhatsApp und Telegram.<\/p>\n<p class=\"box-desc\">Schluss mit der Suche nach katholischen Nachrichten \u2013 Hier kommen sie zu Ihnen.<\/p>\n<p>Bei der anschlie\u00dfenden Sitzung des Menschenrechtsrats\u00a0<a href=\"https:\/\/www.deseret.com\/politics\/2026\/06\/22\/italy-chile-moratorium-on-surrogacy\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">widersprachen<\/a> mehrere Staaten dem Vorsto\u00df. Im Namen von 26 EU-Mitgliedstaaten wandte sich Irland gegen strengere globale Vorgaben zur Leihmutterschaft.<\/p>\n<p>                    Mehr in Deutschland &#8211; \u00d6sterreich &#8211; Schweiz<\/p>\n<p>Eine Regulierung w\u00fcrde \u201eunterschiedliche Lebensrealit\u00e4ten ausl\u00f6schen\u201c und \u201eGeschlechterstereotype verst\u00e4rken, die zu Diskriminierung und Gewalt beitragen\u201c, argumentierte die irische Vertreterin. Auch Kanada und Mexiko kritisierten Alsalems Vorschlag, den Begriff Mutter an das weibliche Reproduktionsverm\u00f6gen zu binden.<\/p>\n<p>Bereits im M\u00e4rz 2026 hatte sich der Heilige Stuhl bei den Vereinten Nationen in New York gegen Leihmutterschaft ausgesprochen. Gemeinsam mit Italien, der T\u00fcrkei und Paraguay organisierte die St\u00e4ndige Vertretung des Heiligen Stuhls am Rand der 70. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission eine Nebenveranstaltung zum Thema.<\/p>\n<p>Erzbischof Gabriele Caccia, damals St\u00e4ndiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei der UN, hatte dabei Papst Leo XIV. <a href=\"https:\/\/ewtn.de\/2026\/03\/17\/vatikan-fordert-bei-der-un-weltweites-verbot-der-leihmutterschaft\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zitiert<\/a>, demzufolge Leihmutterschaft \u201edie W\u00fcrde sowohl des Kindes, das zu einem \u201aProdukt\u2018 reduziert wird, als auch der Mutter, indem sie ihren K\u00f6rper und den Zeugungsprozess ausbeutet\u201c, verletze.<\/p>\n<p>Das globale Marktvolumen der Leihmutterschaftsindustrie wurde 2024 auf rund 22,4 Milliarden US-Dollar gesch\u00e4tzt, bis 2034 soll es laut Analysen auf \u00fcber 200 Milliarden US-Dollar steigen. Weltweit kommt es nach Sch\u00e4tzungen zu rund 4.000 Leihmutterschaften pro Jahr.<\/p>\n<p>Ein Bericht des UN-Menschenrechtsb\u00fcros von Oktober 2025 dokumentierte ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Geburtskomplikationen bei Leihm\u00fcttern: Sie traten in 7,8 Prozent der F\u00e4lle auf, gegen\u00fcber 2,3 Prozent bei nat\u00fcrlicher Empf\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>                  <a href=\"https:\/\/de.catholicnewsagency.com\/author\/577\/alexander-folz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/1782378196_36_dsc02361-1_1758270875.jpg\" alt=\"Alexander Folz\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n                  <\/a><\/p>\n<p>Alexander Folz ist freier Journalist bei CNA Deutsch und schreibt vor allem zu den Themen Glaube, Politik und Kultur. Er wuchs im Saarland auf und schloss sein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Leibniz Universit\u00e4t Hannover mit dem Bachelor of Science ab.\u00a0Besonders interessiert er\u00a0sich f\u00fcr die katholische Soziallehre, in der er eine Br\u00fccke zwischen Glaube und wirtschaftlicher Praxis sieht. Dar\u00fcber hinaus hat er f\u00fcr die Magazine Lebensforum, Corrigenda und die katholische Wochenzeitung Die Tagespost geschrieben. Im Jahr 2024 nahm er an der Sommerakademie von EWTN in Rom teil.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von Alexander Folz Redaktion &#8211; Mittwoch, 24. Juni 2026, 15:30 Uhr. 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