{"id":185944,"date":"2026-06-27T06:56:16","date_gmt":"2026-06-27T06:56:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/185944\/"},"modified":"2026-06-27T06:56:16","modified_gmt":"2026-06-27T06:56:16","slug":"faekalphysik-wattwuermer-offenbaren-gravitationsgesetz-der-kothaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/185944\/","title":{"rendered":"F\u00e4kalphysik: Wattw\u00fcrmer offenbaren Gravitationsgesetz der Kothaufen"},"content":{"rendered":"<p>F\u00e4kalphysik: Wattw\u00fcrmer offenbaren Gravitationsgesetz der Kothaufen &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a> F\u00e4kalphysik: Wattw\u00fcrmer offenbaren Gravitationsgesetz der Kothaufen<\/p>\n<p>Anders als in der Tierwelt \u00fcblich, sto\u00dfen Wattw\u00fcrmer ihre Ausscheidungen von unten nach oben aus. Untersuchungen dazu, wie sich die schnurf\u00f6rmigen Kotstr\u00e4nge in Schlingen legen, erlauben neue Einblicke in die Physik von H\u00e4ufchenstrukturen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Ein ausgeschiedener Haufen eines Wattwurms auf einem sandigen Strand, im Vordergrund des Bildes. Der Hintergrund zeigt verschwommen das Meer mit sanften Wellen unter einem blauen Himmel. Der Haufen legt sich in mehreren Schlingen zu einem kleinen T\u00fcrmchen.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/GettyImages-541843900.jpg\" title=\"Ein ausgeschiedener Haufen eines Wattwurms auf einem sandigen Strand, im Vordergrund des Bildes. Der Hintergrund zeigt verschwommen das Meer mit sanften Wellen unter einem blauen Himmel. Der Haufen legt sich in mehreren Schlingen zu einem kleinen T\u00fcrmchen.\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 R_Tee \/ Getty Images \/ iStock (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Die verbotenen Spaghetti des\u00a0Watts: W\u00fcrmer, die unter der Oberfl\u00e4che leben, verspeisen den n\u00e4hrstoffreichen Sand und scheiden die Reste nach oben hin aus. <\/p>\n<p>Was seine Form angeht, erinnert der prototypische Kothaufen an Softeis: Auf einer breiten Basis der braunen Substanz schl\u00e4ngelt sich eine immer d\u00fcnnere Spitze empor. Das liegt daran, dass die weiche Masse von oben herabf\u00e4llt. Wird sie stattdessen von unten nach oben gepresst, t\u00fcrmt sie sich in gleichm\u00e4\u00dfig weiten Schlingen auf. Wie ein Forscherteam bei eingehenden Untersuchungen von Wurmkot und einer Ersatzmasse aus Erbsenbrei herausgefunden hat, l\u00e4sst sich die Entstehung dieser Struktur durch ein einfaches, allgemeines Gesetz beschreiben. Ihre Erkenntnisse <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-026-72566-7\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">publizierten die Wissenschaftler im April 2026 im Fachjournal \u00bbNature Communications\u00ab<\/a>.<\/p>\n<p>Die drei Physiker Mehdi Habibi, Neil Ribe und Daniel Bonn untersuchen seit mehr als 20\u00a0Jahren, wie sich elastische F\u00e4den auf- und abwickeln. Das Trio von der niederl\u00e4ndischen Universit\u00e4t Wageningen, der Universit\u00e9 Paris-Saclay und der Universiteit van Amsterdam hat in der Zeit unterschiedlichste z\u00e4hfl\u00fcssige Fluide analysiert und beispielsweise erkl\u00e4rt, <a href=\"https:\/\/journals.aps.org\/prl\/abstract\/10.1103\/PhysRevLett.93.214502\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">warum flie\u00dfender Honig sich in Schlaufen aufs Brot legt<\/a>.<\/p>\n<p>In ihrer neuen Arbeit nahmen sich die Forscher eines Themas an, dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Bildung_der_Ackererde_durch_die_T%C3%A4tigkeit_der_W%C3%BCrmer\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">bereits Charles Darwin ein ganzes Buch\u00a0\u2013 das letzte vor seinem Tod\u00a0\u2013 gewidmet hat<\/a>: den Exkrementen von W\u00fcrmern. Schon Darwin stellte fasziniert fest, dass sich die Ausscheidungen als gleichbleibend breite T\u00fcrmchen aufstapeln. Habibi, Ribe und Bonn fanden eine mathematische Beschreibung, mit der sich diese Erscheinung allein anhand materialtypischer Parameter herleiten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Im Labor mischten sie Erbsenmehl mit Wasser und erzeugten so eine Masse, die sich physikalisch genauso verh\u00e4lt wie Wurmkot. Mit einer D\u00fcse nach oben gespritzt, legte sie sich in Schlaufen. Mithilfe eines theoretischen Modells ermittelten sie, dass deren Gr\u00f6\u00dfe vom Gleichgewicht zwischen der Schwerkraft und den elastischen Kr\u00e4ften in der Kotmasse abh\u00e4ngt. Wie die Forscher schreiben, hoffen sie, damit \u00bbein Werkzeug zur Vorhersage und zum Verst\u00e4ndnis der Morphologie von Exkrementen \u00fcber verschiedene Arten und Gr\u00f6\u00dfenskalen hinweg\u00ab geschaffen zu haben. <\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist Physiker und Redaktionsleiter Physical Sciences. <\/p>\n<p>Digitalausgaben Printausgaben Topseller Bundles<\/p>\n<p>Habibi, M. et al., Nature Communications 10.1038\/s41467\u2013026\u201372566\u20137,\u00a02026 <\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00e4kalphysik: Wattw\u00fcrmer offenbaren Gravitationsgesetz der Kothaufen &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum Inhalt F\u00e4kalphysik: Wattw\u00fcrmer offenbaren Gravitationsgesetz der Kothaufen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":185945,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[42073,4009,46,39291,67,66,42074,42075,16423,45,44,42072],"class_list":["post-185944","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-ausscheidungen","tag-biologie","tag-ch","tag-faekalien","tag-gesundheit","tag-health","tag-kot","tag-materialphysik","tag-physik","tag-schweiz","tag-switzerland","tag-wattwuermer"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116820762766359436","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/185944","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=185944"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/185944\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/185945"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=185944"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=185944"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=185944"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}