{"id":188725,"date":"2026-06-29T15:07:09","date_gmt":"2026-06-29T15:07:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/188725\/"},"modified":"2026-06-29T15:07:09","modified_gmt":"2026-06-29T15:07:09","slug":"statt-emulator-bastler-baut-apple-ii-plus-komplett-in-hardware-nach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/188725\/","title":{"rendered":"Statt Emulator: Bastler baut Apple II Plus komplett in Hardware nach"},"content":{"rendered":"<p>              Statt Emulator: Bastler baut Apple II Plus komplett in Hardware nach<\/p>\n<p>Ein Bastler aus Schottland hat einen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/40-Jahre-Apple-II-Der-Computer-fuer-jedermann-3685934.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Apple II Plus<\/a> mit modernen Bauteilen konstruiert. Statt sich einer Software-Emulation zu bedienen, wagte Simon Boak einen echten Hardware-Nachbau. Der SB Mini II, der den Klassiker von Steve Wozniak rekonstruiere, behalte trotz einiger Ver\u00e4nderungen aber dessen Schaltungsprinzipien weitgehend bei, betont er.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Wie Boak in <a href=\"https:\/\/unimplementedtrap.com\/sb-mini-ii-apple-ii-clone\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">seinem Blog Unimplemented Trap<\/a> schreibt, war der Apple II\/II Plus seinerzeit aus Standardbauteilen aufgebaut \u2013 viele der damals verwendeten Logikbausteine und der 6502-Prozessortyp sind bis heute erh\u00e4ltlich. Hinzu kommt, dass Apple im Handbuch zum Apple II die kompletten Schaltpl\u00e4ne ver\u00f6ffentlichte und ganze B\u00fccher die Funktionsweise erkl\u00e4ren. Es bleibe damit, so Boak, \u201ekein Geheimnis\u201c, wie der Rechner intern arbeite. Die offene Dokumentation war eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr sein Bastelprojekt.<\/p>\n<p>Im Zentrum des SB Mini II arbeitet ein handels\u00fcblicher 65C02, getaktet mit rund 1,024 MHz. Boak erzeugt diesen Wert durch einen 4,096-MHz-Quarzoszillator, dessen Frequenz durch vier geteilt wird \u2013 der Originalwert lag bei 1,023 MHz f\u00fcr die 60-Hz-Modelle. Beim Arbeitsspeicher kommen 48 KByte zum Einsatz, realisiert \u00fcber anderthalb 32-KByte-SRAM-Bausteine, wobei 16 KByte ungenutzt bleiben. Der Wechsel von DRAM zu SRAM vereinfacht die Schaltung erheblich, weil die beim Original n\u00f6tige Refresh-Logik wegf\u00e4llt. DRAM war damals eine reine Kostenentscheidung; heute sei SRAM preislich vertretbar, sagte Boak.<\/p>\n<p>Eine integrierte Language-Card-Logik f\u00fcr volle 64 KByte hatte Boak zun\u00e4chst angedacht, dann aber wegen der Komplexit\u00e4t verworfen. Stattdessen steckt im Slot 0 eine Replica einer Saturn-128-KByte-Karte. Das ROM liegt als 12-KByte-Image in einem 32-KByte-EEPROM; per Jumper l\u00e4sst sich zwischen oberer und unterer H\u00e4lfte des Chips umschalten, wobei in der zweiten H\u00e4lfte Adrian Blacks Diagnoseprogramm \u201eDeadtest\u201c untergebracht ist.<\/p>\n<p>Abstriche beim Nachbau<\/p>\n<p>Boak weist noch auf einige weitere Abstriche bei seinem Nachbau hin: Die Steckpl\u00e4tze f\u00fchren kein DMA-Signal, kein USER-1-Signal und keinen 7M-Takt. Auch einen Kassettenanschluss gibt es im Gegensatz zum Original nicht.<\/p>\n<p>Bei Tastatur und Peripherie zeigt sich der Spagat zwischen Original und Moderne besonders deutlich. Ein Raspberry Pi Pico stellt eine USB-Tastaturschnittstelle bereit, erzeugt elektrisch aber die gleichen parallelen Datensignale wie die originale ASCII-Tastatur des Apple II. Pegelwandler sind nicht n\u00f6tig, da der Pico nur Logik auf der Platine treibt und die 3,3 Volt f\u00fcr die verwendete CMOS-Logik ausreichen. \u00dcber Control+Print Screen l\u00e4sst sich ein Reset ausl\u00f6sen, beim Einschalten f\u00fchrt der Pico einen Power-On-Reset durch. Ein integrierter Lautsprecher entspricht funktional dem des Originals.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Video ausschlie\u00dflich \u00fcber VGA-Karte<\/p>\n<p>Auf Onboard-Grafik verzichtet der SB Mini II komplett. Die Videoausgabe \u00fcbernimmt ausschlie\u00dflich eine Apple-II-VGA-Karte im Erweiterungsslot. Beim originalen Apple II diente ein erheblicher Teil der Schaltung der Erzeugung eines Composite-Videosignals. Diese Logik entf\u00e4llt hier zugunsten der VGA-Karte und eines sch\u00e4rferen Bildes.<\/p>\n<p>Der SB Mini II ist Boaks erstes vierlagiges Platinendesign: Die inneren Lagen f\u00fchren die Spannungsversorgung, die Signale laufen au\u00dfen. Versorgt wird die Platine mit 12 Volt, ein Pololu-Regler erzeugt daraus die 5 Volt.<\/p>\n<p>3D-gedrucktes Geh\u00e4use und passender Monitor<\/p>\n<p>Das Geh\u00e4use besteht aus mehreren 3D-gedruckten Teilen, die verklebt und anschlie\u00dfend lackiert werden. Das Design orientiert sich am Apple-ProFile-Festplattengeh\u00e4use, kombiniert dessen Form aber mit L\u00fcftungsschlitzen und der R\u00fcckseite des Apple II. Wie beim Original l\u00e4sst sich der Deckel ohne Werkzeug einklippen und f\u00fcr einen Blick ins Innere wieder abnehmen.<\/p>\n<p>Passend dazu hat Boak den Studio-II-Monitor gestaltet, ein 3D-druckbares Geh\u00e4use f\u00fcr ein 8-Zoll-LCD mit 1024 \u00d7 768 Pixeln und dem \u00fcber eBay oder AliExpress erh\u00e4ltlichen Treiberboard HE080IA-01D. Die Farbgebung erinnert an den Apple II und an Apple-Displays der fr\u00fchen 2000er-Jahre. Zum Bausatz geh\u00f6ren neben Front, R\u00fcckseite, zweiteiligem Standfu\u00df und Tastengeh\u00e4use auch eine Reihe von Schrauben, Gewindeeins\u00e4tzen und Schaumstreifen; die Montageanleitung umfasst zehn Schritte. Die Schaltpl\u00e4ne, St\u00fccklisten und CAD-Dateien des SB Mini II stehen auf <a href=\"https:\/\/github.com\/simonboak\/SB-mini-II\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">GitHub<\/a> bereit, der Studio-II-Monitor liegt als <a href=\"https:\/\/www.printables.com\/model\/1747176-studio-ii-8-retro-styled-lcd-monitor\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Original-Entwurf auf Printables<\/a> unter einer Creative-Commons-Lizenz (Attribution-ShareAlike 4.0) vor.<\/p>\n<p>Wer den Apple II als pr\u00e4gendes System der fr\u00fchen Heimcomputer-\u00c4ra einordnen m\u00f6chte, findet im heise-Artikel <a class=\"heiseplus-lnk\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/ratgeber\/Apple-II-Nostalgische-Zeitreise-und-Interview-mit-Zeitzeuge-John-Romero-9847196.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Apple II: Nostalgische Zeitreise und Interview mit Zeitzeuge John Romero<\/a> den passenden Kontext.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:mki@heise.de\" title=\"Malte Kirchner\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mki<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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