{"id":189747,"date":"2026-06-30T08:54:11","date_gmt":"2026-06-30T08:54:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/189747\/"},"modified":"2026-06-30T08:54:11","modified_gmt":"2026-06-30T08:54:11","slug":"einfluss-von-migraenetherapie-auf-die-inzidenz-von-morbus-meniere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/189747\/","title":{"rendered":"Einfluss von Migr\u00e4netherapie auf die Inzidenz von Morbus Meni\u00e8re"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" class=\"articleimage lazy-load\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/morbus-meniere1.webp\" alt=\"Morbus Meniere \" title=\"Morbus Meniere \"\/> <\/p>\n<p>M\u00f6gliche Assoziation zwischen Migr\u00e4ne und Morbus Meni\u00e8re<\/p>\n<p>Morbus Meni\u00e8re geh\u00f6rt zu den vestibulocochle\u00e4ren Erkrankungen. Charakteristisch sind episodischer Drehschwindel, fluktuierende H\u00f6rminderung, Tinnitus und Ohrdruckgef\u00fchl. In den letzten Jahren gewinnt die Verbindung zwischen Migr\u00e4ne und Morbus Meni\u00e8re zunehmend an wissenschaftlicher Bedeutung. So deuteten fr\u00fchere Arbeiten darauf hin, dass Patienten mit Migr\u00e4ne \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig Morbus Meni\u00e8re typische Beschwerden aufweisen.<\/p>\n<p>Studie untersuchte Inzidenz von Morbus Meni\u00e8re bei Migr\u00e4nepatienten sowie den m\u00f6glichen Einfluss von Migr\u00e4netherapeutika<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund untersuchte eine aktuelle retrospektive Studie den Zusammenhang zwischen Migr\u00e4ne, Migr\u00e4netherapie und dem Auftreten Meni\u00e8re-assoziierter Symptome.<\/p>\n<p>Ziel war es, die Inzidenz von Morbus Meni\u00e8re und Meni\u00e8re-assoziierten Symptomen zwischen verschiedenen Patientengruppen zu vergleichen. Dazu wurden sowohl Migr\u00e4nepatienten und Nicht-Migr\u00e4nepatienten als auch behandelte und unbehandelte Migr\u00e4nepatienten untersucht.<\/p>\n<p>Hierf\u00fcr nutzte die Arbeitsgruppe Daten von rund 61.000 Menschen aus der TriNetX- Datenbank im Zeitraum von 2013 bis 2025. Mittels Propensity-Score-Matching erfolgte eine Adjustierung f\u00fcr potenzielle St\u00f6rfaktoren wie Alter, Geschlecht, ethnische Zugeh\u00f6rigkeit sowie bekannte Risikofaktoren f\u00fcr Morbus Meni\u00e8re. Untersucht wurden sowohl die Inzidenz eines manifesten Morbus Meni\u00e8re als auch typischer Symptome wie Tinnitus, H\u00f6rverlust, Vertigo und Ohrdruckgef\u00fchl \u00fcber\u00a0<br \/>Zeitr\u00e4ume bis beziehungsweise \u00fcber f\u00fcnf Jahre hinaus.<\/p>\n<p>Migr\u00e4ne-Patienten wiesen erh\u00f6hte Meni\u00e8re-Inzidenz auf<\/p>\n<p>Die Studienautoren zeigten, dass Migr\u00e4ne Patienten eine h\u00f6here Inzidenz an Morbus Meni\u00e8re bzw. Morbus Meni\u00e8re assoziierten Symptomen (Ohrdruckgef\u00fchl, Tinnitus, H\u00f6rminderung und Schwindel) aufwiesen, als Personen ohne Migr\u00e4ne.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse st\u00fctzen damit die Hypothese einer gemeinsamen pathophysiologischen Grundlage beider Erkrankungen.<\/p>\n<p>Erh\u00f6hte Meni\u00e8re-Inzidenz bei Patienten mit behandelter Migr\u00e4ne<\/p>\n<p>Bisher nicht bekannt war, dass Migr\u00e4nepatienten, die eine Therapie erhielten, eine h\u00f6here Pr\u00e4disposition hatten, einen Morbus Meni\u00e8re bzw. Morbus Meni\u00e8re assoziierte Symptome zu entwickeln, als solche ohne medikament\u00f6se Behandlung.<\/p>\n<p>Die Autoren weisen darauf hin, dass diese Ergebnisse nicht zwangsl\u00e4ufig einen kausalen Zusammenhang zwischen Medikation und Erkrankungsentstehung belegen. Denkbar ist laut den Wissenschaftlern vielmehr, dass diese Patienten st\u00e4rkere Migr\u00e4nesymptome aufwiesen, die eine Therapie notwendig machten. Studien zeigten, dass eine schwergradigere Migr\u00e4ne mit erh\u00f6hten Leveln des vasoaktiven CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) korrelieren. Dies k\u00f6nnte zu einer h\u00f6heren trigeminalen Entz\u00fcndung f\u00fchren, die die Patienten anf\u00e4lliger f\u00fcr Morbus Meni\u00e8re assoziierte Symptome macht.<\/p>\n<p>Dagegen ergaben sich keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Inzidenz von H\u00f6rverlust oder auralem Druckgef\u00fchl zwischen behandelten und unbehandelten Migr\u00e4nepatienten. Dieses Ergebnis erkl\u00e4rten die Wissenschaftler mit der Wirksamkeit von Migr\u00e4netherapien, auch vestibulocochle\u00e4re Symptome zu lindern.<\/p>\n<p>Unbehandelte Migr\u00e4nepatienten litten h\u00e4ufiger an Tinnitus<\/p>\n<p>Migr\u00e4nepatienten ohne Therapie hatten hingegen ein erh\u00f6htes Risiko, einen Tinnitus zu entwickeln, wie bereits aus der Literatur bekannt ist. Hierzu passend zeigten Studien, dass Medikamente, die in der Migr\u00e4netherapie eingesetzt werden, den Tinnitus Functional Index Scores verbessern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>K\u00f6nnten Migr\u00e4nemedikamente auch bei Morbus Meni\u00e8re helfen?<\/p>\n<p>F\u00fcr die klinische Praxis k\u00f6nnte die Studie Hinweise darauf liefern, dass bei Patienten mit Migr\u00e4ne, die an Schwindel, Tinnitus oder H\u00f6rminderung leiden, auch an einen Morbus Meni\u00e8re gedacht werden sollte. Die Wissenschaftler merkten zudem an, dass Migr\u00e4netherapien m\u00f6glicherweise auch Morbus Meni\u00e8re Patienten helfen k\u00f6nnten. Vielleicht erm\u00f6glichen sie sogar, die Progression der Morbus Meni\u00e8re Erkrankung bei Migr\u00e4nepatienten zu verhindern oder zu verlangsamen und k\u00f6nnten so zur Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t der Betroffenen beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00f6gliche Assoziation zwischen Migr\u00e4ne und Morbus Meni\u00e8re Morbus Meni\u00e8re geh\u00f6rt zu den vestibulocochle\u00e4ren Erkrankungen. 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