{"id":192000,"date":"2026-07-01T18:49:11","date_gmt":"2026-07-01T18:49:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/192000\/"},"modified":"2026-07-01T18:49:11","modified_gmt":"2026-07-01T18:49:11","slug":"geplante-17-millionen-satelliten-bedrohen-weltraumforschung-und-ihren-schlaf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/192000\/","title":{"rendered":"Geplante 1,7 Millionen Satelliten bedrohen Weltraumforschung &#8211; und Ihren Schlaf"},"content":{"rendered":"<p>In den kommenden Jahren wollen Unternehmen 1,7 Millionen Satelliten in die Erdumlaufbahn bringen. Eine neue Studie warnt, dass dies verheerende Folgen f\u00fcr die Astronomie h\u00e4tte.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Nach Angaben der <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/videos\/eso2607a\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte<\/a> (ESO), die die Studie durchgef\u00fchrt hat, stellen die Pl\u00e4ne, die Erde mit riesigen, extrem hellen Satelliten zu umgeben, eine &#171;existenzielle Bedrohung&#187; f\u00fcr Teleskope dar, die ins Universum blicken &#8211; und damit f\u00fcr die Erforschung des Weltraums. <\/p>\n<p>Forscher fordern Obergrenze f\u00fcr Satelliten im All<\/p>\n<p>Damit die Menschheit den Nachthimmel weiter erforschen kann, fordert das Team eine Obergrenze von 100.000 Satelliten im Erdorbit.<\/p>\n<p>Die Untersuchung berechnet erstmals, wie stark die geplanten Konstellationen gro\u00dfer, besonders heller Satelliten astronomische Beobachtungen beeintr\u00e4chtigen w\u00fcrden, weil sie den Nachthimmel deutlich aufhellen.<\/p>\n<p>Inzwischen kreisen 14.000 Satelliten um die Erde, deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren. Viele sind Teil der Starlink-Internetkonstellation des Multi-Milliard\u00e4rs Elon Musk.<\/p>\n<p>Doch das ist erst der Anfang.<\/p>\n<p>Musks Unternehmen SpaceX plant, bis 2028 mehr als eine Million Satelliten zu starten. Sie sollen als Datenzentren den Boom der K\u00fcnstlichen Intelligenz antreiben.<\/p>\n<p>Was das All f\u00fcr Satelliten zu bieten hat<\/p>\n<p>Weitere Projekte, etwa &#171;Cinnamon&#187; des Start-ups E-Space sowie die chinesischen Konstellationen CTC-1 und CTC-2, k\u00f6nnten Hunderttausende zus\u00e4tzliche Satelliten in die Umlaufbahn der Erde bringen.<\/p>\n<p>Das US-Start-up Reflect Orbital will 50.000 gro\u00dfe Satelliten mit riesigen Spiegeln ins All schicken. Sie sollen Sonnenlicht zur Erde zur\u00fccklenken und nachts f\u00fcr Beleuchtung sorgen.<\/p>\n<p>Insgesamt k\u00f6nnten damit bald mehr als 1,7 Millionen Satelliten den Nachthimmel erhellen und die Sicht bodengebundener Teleskope verdecken oder vollst\u00e4ndig blockieren.<\/p>\n<p>Nachthimmel bis zu viermal heller<\/p>\n<p>&#171;Wenn ein Satellit durch das Bild zieht, das wir beobachten, hinterl\u00e4sst er einen hellen Streifen und \u00fcberstrahlt alles, was dahinter liegt&#187;, sagte der ESO-Astronom Olivier Hainaut, der die in Astronomy &amp; Astrophysics ver\u00f6ffentlichte Studie leitete.<\/p>\n<p>&#171;In den vergangenen Jahren ist das bereits passiert, bislang konnten wir damit noch umgehen&#187;, sagte Hainaut der Nachrichtenagentur AFP.<\/p>\n<p>Die Satelliten von Reflect Orbital bedrohen den dunklen Nachthimmel besonders stark.<\/p>\n<p>Selbst wenn ihre Spiegel nicht direkt auf Beobachter gerichtet sind, streuen sie so viel Licht, dass jeder Satellit so hell wie die Venus erscheint, der sogenannte Morgenstern, erkl\u00e4rte Hainaut.<\/p>\n<p>Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass fast alle Aufnahmen der gr\u00f6\u00dften je gebauten Kamera unbrauchbar w\u00fcrden. Sie ist Teil des neuen Vera C. Rubin Observatory in Chile.<\/p>\n<p>Ob in Frankreich, in der Sahara oder in Chile: Der Himmel w\u00e4re \u201enicht mehr klar und w\u00fcrde eher dem Himmel \u00fcber den Vororten einer Stadt \u00e4hneln\u201c, warnte er.<\/p>\n<p>In lichtverschmutzten St\u00e4dten w\u00e4ren die Satelliten \u201edie einzigen \u201aSterne\u2018, die am Nachthimmel noch zu sehen sind\u201c, so die ESO.<\/p>\n<p>Alle 50.000 Reflect-Orbital-Satelliten zusammen w\u00fcrden den gesamten Nachthimmel zudem bis zu viermal heller machen, f\u00fcgte die Organisation hinzu.<\/p>\n<p>Ein Sprecher von Reflect Orbital sagte AFP, das Unternehmen lasse unabh\u00e4ngige Studien zu den Auswirkungen seiner Technologie erstellen und sei \u201ezu einem kontinuierlichen Dialog mit Astronomen bereit\u201c.<\/p>\n<p>Im Normalzustand sollen die Satelliten abgeschaltet sein, \u201eund wir werden systematisch vermeiden, Licht in der N\u00e4he von Observatorien umzuleiten\u201c, f\u00fcgte der Sprecher hinzu.<\/p>\n<p>Entscheidung liegt bei der FCC<\/p>\n<p>Hainaut fordert, die Zahl der Satelliten im Erdorbit auf 100.000 zu begrenzen und sie so abzudunkeln, dass sie mit blo\u00dfem Auge nicht mehr zu erkennen sind.<\/p>\n<p>Reflect Orbital und SpaceX warten nun auf eine Entscheidung der US-Regulierungsbeh\u00f6rde Federal Communications Commission (FCC), ob sie ihre Konstellationen starten d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Die neue Studie bildet die Grundlage f\u00fcr die Stellungnahme der ESO zu den Antr\u00e4gen. Daran beteiligt sind auch die britische Royal Astronomical Society und die Internationale Astronomische Union.<\/p>\n<p>&#171;Jetzt liegt der Ball bei der FCC&#187;, sagte Betty Kioko, Leiterin der institutionellen Beziehungen der ESO, in einer Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>&#171;F\u00fcr die optische Astronomie ist dies eine existenzielle Bedrohung, und wir hoffen, dass die Regulierungsbeh\u00f6rden das ebenso sehen.&#187;<\/p>\n<p>Die Lichtverschmutzung durch Konstellationen sehr heller Satelliten betrifft nicht nur Astronomen.<\/p>\n<p>Der Verlust des dunklen Nachthimmels st\u00f6rt die biologischen Rhythmen von Menschen und Tieren und greift in \u00d6kosysteme ein.<\/p>\n<p>Hinzu kommen der Energieverbrauch und die Umweltfolgen, wenn knapp zwei Millionen Satelliten ins All geschossen werden.<\/p>\n<p>Zudem w\u00e4chst die Sorge, dass gro\u00dfe Mengen Weltraumschrott aus Satelliten immer h\u00e4ufiger zusammensto\u00dfen k\u00f6nnten, in einer gef\u00e4hrlichen Kettenreaktion, die als &#171;Kessler-Syndrom&#187; bekannt ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In den kommenden Jahren wollen Unternehmen 1,7 Millionen Satelliten in die Erdumlaufbahn bringen. 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