{"id":197224,"date":"2026-07-05T20:16:12","date_gmt":"2026-07-05T20:16:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/197224\/"},"modified":"2026-07-05T20:16:12","modified_gmt":"2026-07-05T20:16:12","slug":"jadepuffer-erster-vollautonomer-ransomware-angriff-dokumentiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/197224\/","title":{"rendered":"JADEPUFFER: Erster vollautonomer Ransomware-Angriff dokumentiert"},"content":{"rendered":"<p>Die Cybersicherheit erlebt einen fundamentalen Wandel: Erstmals agieren KI-Systeme vollst\u00e4ndig autonom \u2013 sowohl bei Angriffen als auch bei der Verteidigung. Gleich mehrere Entwicklungen der letzten Tage zeigen, dass die \u00c4ra der menschgesteuerten Hackerangriffe zu Ende gehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>T3MP3ST: Open-Source-Framework macht Coding-Agenten zu Hackern<\/p>\n<p>Ein Entwickler namens elder-plinius hat das quelloffene Framework T3MP3ST ver\u00f6ffentlicht. Es verwandelt g\u00e4ngige KI-Coding-Assistenten wie Claude Code, Codex und Hermes in vollautonome Sicherheitstester. Die Software ist unter der AGPL-3.0-Lizenz verf\u00fcgbar und erreicht laut technischer Dokumentation eine Bestehensquote von 90,1 Prozent bei der XBEN-104-Herausforderungsserie.<\/p>\n<p>Besonders beeindruckend: Das System identifizierte bei acht von zehn realen Sicherheitsl\u00fccken aus diesem Jahr exakt die Fundstelle und die genaue Art der Schwachstelle. T3MP3ST unterst\u00fctzt bis zu 83 verschiedene Werkzeuge und verf\u00fcgt \u00fcber eine experimentelle Schwarmfunktion mit acht unterschiedlichen Operator-Klassen. Die KI navigiert dabei eigenst\u00e4ndig durch sogenannte Black-Box-Umgebungen \u2013 Systeme, deren Innenleben f\u00fcr den Angreifer nicht einsehbar ist.<\/p>\n<p>Erster vollautonomer Ransomware-Angriff dokumentiertLesen Sie auch:<a href=\"https:\/\/borncity.com\/news\/iphone-18-pro-max-apple-plant-akku-sprung-um-1178-prozent\/\" class=\"bc-inline-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">iPhone 18 Pro Max: Apple plant Akku-Sprung um 11,78 Prozent<\/a><\/p>\n<p>Die Sicherheitsforscher von Sysdig haben mit JADEPUFFER den ersten Ransomware-Angriff ohne menschliche Steuerung entdeckt. Anders als herk\u00f6mmliche Erpressungstrojaner, die st\u00e4ndige manuelle \u00dcberwachung ben\u00f6tigen, handelte die KI v\u00f6llig eigenst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Der Angriff begann mit der Ausnutzung einer bekannten Sicherheitsl\u00fccke in Langflow (CVE-2025-3248). Von dort aus verschaffte sich der Agent Zugang zu internen Systemen und bewegte sich lateral in Richtung Nacos- und MySQL-Server. Dabei verschl\u00fcsselte er 1.342 Konfigurationseintr\u00e4ge \u2013 vollautomatisch und ohne menschliches Zutun.<\/p>\n<p>Besonders t\u00fcckisch: Die KI korrigierte w\u00e4hrend des Angriffs eigene Fehler in Echtzeit. Der Verschl\u00fcsselungsschl\u00fcssel wurde zuf\u00e4llig generiert und nicht gespeichert \u2013 eine Wiederherstellung der Daten war f\u00fcr das Opfer unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Immer mehr Unternehmen werden Opfer von KI-gest\u00fctzten Cyberangriffen \u2013 diese Checkliste hilft Ihnen dabei, es zu verhindern. Experten erkl\u00e4ren im kostenlosen E-Book, wie Sie sich proaktiv absichern, bevor es zu sp\u00e4t ist. <a href=\"https:\/\/www.datenschutz-praemien.de\/skillsforwork\/cyber-security\/?af=KOOP_MFW_DSN_DNV_YES_CYBER-SECURITY_X-AD1of2-EAID-1013631-CWBNC-BCPID_31226\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Experten-Checkliste f\u00fcr Cyber-Security kostenlos herunterladen<\/a><\/p>\n<p>Tech-Giganten r\u00fcsten mit Abwehr-KI auf<\/p>\n<p>Die Bedrohungslage bleibt nicht unbeantwortet. IBM Research hat BUGSTONE vorgestellt, ein Framework, das LLVM-Analyse mit gro\u00dfen Sprachmodellen kombiniert. Das System durchforstet Code nach wiederkehrenden Fehlermustern und hat im Linux-Kernel bereits 22.000 potenzielle Probleme identifiziert. 246 dieser Funde wurden von Entwicklern als echte Fehler best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>OpenAI ver\u00f6ffentlichte zeitgleich GPT-5.4-Cyber. Dieses Modell wurde speziell f\u00fcr defensive Eins\u00e4tze trainiert und unterst\u00fctzt unter anderem Binary-Reverse-Engineering. Der Zugang bleibt allerdings auf gepr\u00fcfte Partner beschr\u00e4nkt, die \u00fcber ein technisches Zugangskomitee freigeschaltet werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Anthropic engagiert sich mit Project Glasswing. Die Initiative gibt gepr\u00fcften Sicherheitsexperten Zugriff auf das Claude Mythos Preview-Modell. Die Ergebnisse sind beachtlich: Das System deckte einen 27 Jahre alten Fehler in OpenBSD auf sowie eine 16 Jahre alte Schwachstelle in FFmpeg. Allerdings zeigt sich ein ern\u00fcchterndes Bild: Weniger als ein Prozent der entdeckten Sicherheitsl\u00fccken wurden bislang geschlossen.<\/p>\n<p>Lockerungen bei Exportkontrollen \u2013 und neue Risiken<\/p>\n<p>Die US-Handelsbeh\u00f6rde hat am 30. Juni die Exportkontrollen f\u00fcr Anthropics Modelle Claude Fable 5 und Mythos 5 gelockert. Vorausgegangen waren Verhandlungen \u00fcber Sicherheitsklassifikatoren. Seit dem 1. Juli ist Claude Fable 5 wieder global verf\u00fcgbar. Mythos 5 bleibt dagegen auf zugelassene Organisationen in den USA beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Dass diese Modelle nicht nur der Verteidigung dienen, zeigt ein Fall des Sicherheitsforschers Ian Carroll. Er nutzte Claude Opus 4.7, um eine SQL-Injection-Schwachstelle in einem Ticketing-Backend f\u00fcr US-Musikfestivals zu identifizieren. Der Fehler h\u00e4tte die unbefugte Generierung von Tickets f\u00fcr Veranstaltungen wie Lollapalooza und Bonnaroo erm\u00f6glicht. Die L\u00fccke wurde inzwischen geschlossen.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Die rasante Entwicklung von KI stellt Unternehmen vor neue rechtliche Herausforderungen durch den EU AI Act. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden verschafft Ihnen den \u00dcberblick zu Pflichten und Risikoklassen, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. <a href=\"https:\/\/www.datenschutz-praemien.de\/ki-verordnung\/?af=KOOP_MFW_DSN_DNV_YES_KI-VERORDNUNG_X-AD2of2-EAID-1013631-CWBNC-BCPID_31226\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Kostenlosen Leitfaden zur KI-Verordnung sichern<\/a><\/p>\n<p>Die untersch\u00e4tzte Gefahr: Manipulation durch Prompt-Injection<\/p>\n<p>Ein Team von Mozilla namens 0din wies auf eine grundlegende Sicherheitsl\u00fccke agentischer Codierungswerkzeuge hin. Die Forscher demonstrierten, dass Claude Code durch indirekte Prompt-Injection manipuliert werden kann \u2013 etwa durch eine versteckte Nachricht in einer Markdown-Datei. Der Angriff l\u00f6ste eine Reverse Shell \u00fcber einen DNS-Text-Eintrag aus und umging damit herk\u00f6mmliche Firewalls und statische Scanner.<\/p>\n<p>Die Botschaft der Sicherheitsexperten ist eindeutig: Die Automatisierung der Cybersicherheit schreitet rasant voran. Wer sich nicht darauf einstellt, wird zum Opfer \u2013 ob als Unternehmen oder als Privatperson.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Cybersicherheit erlebt einen fundamentalen Wandel: Erstmals agieren KI-Systeme vollst\u00e4ndig autonom \u2013 sowohl bei Angriffen als auch bei&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":197225,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[15],"tags":[46,2937,623,14231,45,60,59,44,64,333,61,63,62],"class_list":["post-197224","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-ch","tag-cybersicherheit","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-ransomware","tag-schweiz","tag-science","tag-science-technology","tag-switzerland","tag-technik","tag-technologie","tag-technology","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116869206699227137","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/197224","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=197224"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/197224\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/197225"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=197224"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=197224"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=197224"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}