{"id":197504,"date":"2026-07-06T04:34:16","date_gmt":"2026-07-06T04:34:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/197504\/"},"modified":"2026-07-06T04:34:16","modified_gmt":"2026-07-06T04:34:16","slug":"vom-umgang-mit-geld-seniorweb-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/197504\/","title":{"rendered":"Vom Umgang mit Geld &#8211; Seniorweb Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Die Ausstellung \u00abBankenland Schweiz\u00bb im Landesmuseum Z\u00fcrich zeigt die Geschichte des Schweizer Bankwesens von der Antike bis zur digitalen Finanzwelt. Neben historischen Objekten wird auch die Rolle des Vertrauens, der Krisen und der Wandel des Bankenalltags beleuchtet.<\/p>\n<p>\u00abBankenland Schweiz\u00bb, die neue Schau im Landesmuseum in Z\u00fcrich geht der Frage nach, wie aus einem kleinen Alpenland einer der bedeutendsten Finanzpl\u00e4tze der Welt wurde. Dabei wird der Bogen von den ersten Geldgesch\u00e4ften der Antike bis zur heutigen digitalen Finanzwelt gespannt und gezeigt, wie eng das Schweizer Bankgesch\u00e4ft mit der Geschichte des Landes verbunden ist.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-140357 size-full lazyload\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"729\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1-nationalbank.jpg\"  data- data-eio-rwidth=\"1000\" data-eio-rheight=\"729\"\/><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-140357 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1-nationalbank.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"729\"   data-eio=\"l\"\/>Nationalbank in Bern. Das Geb\u00e4ude des Architekten Eduard Joos (1869-1917) wurde von 1907-1912 geplant und gebaut. Foto: Photo-House R\u00fcedi S.A., Lugano 1956 <\/p>\n<p>Wer sein Geld nicht unter der Matratze oder im privaten Tresor verstecken will, bringt es zur Bank. Der Bank vertraut man. Hier wird unser Verm\u00f6gen nicht nur verwahrt, sondern noch vergr\u00f6ssert, zumindest in guten Zeiten. Bevor es Banken gab, vergruben die Menschen ihr Geld im Boden. Solche M\u00fcnzhorte sind aus der Antike und dem Mittelalter in grosser Zahl \u00fcberliefert. Aus der r\u00f6mischen Zeit sind \u00fcber 17\u2019000 M\u00fcnzhorte mit zusammen \u00fcber sieben Millionen M\u00fcnzen von Portugal bis nach Ostasien bekannt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-140358 size-full lazyload\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/2-01-neuzeitlicher-muenzhort-von-ueberstorf-fr.jpg\"  data- data-eio-rwidth=\"1000\" data-eio-rheight=\"800\"\/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-140358 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/2-01-neuzeitlicher-muenzhort-von-ueberstorf-fr.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"800\"   data-eio=\"l\"\/>Neuzeitlicher M\u00fcnzhort von Ueberstorf FR. Auswahl franz\u00f6sischer Goldm\u00fcnzen und Schweizer Silberm\u00fcnzen, nach 1555<\/p>\n<p>Bereits in der Antike und im Mittelalter kannten Gesellschaften mit einer auf Geld basierten Wirtschaft Geldwechsel, Kreditvergabe und Verm\u00f6gensverwaltung. Der Vater des r\u00f6mischen Kaisers Vespasian machte als Geldleihgeber auf dem Gebiet der heutigen Schweiz Kreditgesch\u00e4fte. Mit dem Aufkommen des Christentums waren Zinsgesch\u00e4fte durch das Wucherverbot nicht mehr erlaubt. Die Herrschenden verpflichteten deshalb Nicht-Christen, haupts\u00e4chlich Juden, im Geldverleih t\u00e4tig zu sein. Das f\u00fchrte dazu, dass im Umfeld der ersten Pestwelle Mitte des 14. Jahrhundert vielerorts Juden vertrieben oder ermordet wurden. Man schob ihnen die Schuld an der Pest zu und entledigte sich seiner Schulden bei den Kreditgebern. In Basel, in Z\u00fcrich und anderswo wurden 1348 der j\u00fcdische Friedhof verw\u00fcstet und die in der Stadt verbliebenen Juden umgebracht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-140359 size-full lazyload\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"941\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/3-_The_Moneylender_and_his_Wife_\u2014_1514.jpg\"  data- data-eio-rwidth=\"1000\" data-eio-rheight=\"941\"\/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-140359 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/3-_The_Moneylender_and_his_Wife_\u2014_1514.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"941\"   data-eio=\"l\"\/>\u00abDer Geldwechsler und seine Frau\u00bb, \u00d6lgem\u00e4lde auf Holz aus dem Jahr 1514 des fl\u00e4mischen K\u00fcnstlers Quentin Massys (1466-1530). Foto: Wikimedia Commons<\/p>\n<p>Im 15. und 16. Jahrhundert wanderten andere auf das Kreditwesen oder auf den Geldwechsel spezialisierte Personen ein und glichen ihr unternehmerisches Risiko durch horrende Zinsen aus: Norditalienische Geldh\u00e4ndler und Pfandleiher, \u00abLombarden\u00bb genannt, aber auch \u00abKawertschen\u00bb, s\u00fcdfranz\u00f6sische Geldh\u00e4ndler. In der Folge setzte die Obrigkeit Vorgaben wie H\u00f6chstzinsen fest. Ab dem 17. Jahrhundert \u00fcbernahmen einheimische Privatbankiers das Geldgesch\u00e4ft und boten ihren Kunden Anlegem\u00f6glichkeiten an. Ab 1752 wurden Staatsbanken gegr\u00fcndet, die als Kreditgeber ganze Wirtschaftszweige wie das Textilgewerbe oder den Detailhandel st\u00fctzten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-140360 size-full lazyload\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"1001\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/4-wechslerwaage-aus-genf.jpg\"  data- data-eio-rwidth=\"1000\" data-eio-rheight=\"1001\"\/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-140360 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/4-wechslerwaage-aus-genf.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"1001\"   data-eio=\"l\"\/>Wechslerwaage von Jacques Blanc aus Genf, um 1700, und ein Set von M\u00fcnzgewichten f\u00fcr die verschiedenen W\u00e4hrungen.<\/p>\n<p>Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wandelte sich die Schweizer Geldwirtschaft. Pers\u00f6nlichkeiten wie Alfred Escher (1819-1882) ebneten den Weg zu einem modernen Bankensektor. F\u00fcr die Finanzierung des Gotthardtunnels gr\u00fcndete er 1856 die ehemalige Schweizerische Kreditanstalt, sp\u00e4ter Credit Suisse. In allen Kantonen entstanden Kantonalbanken. Heute halten die 24 noch bestehenden Kantonalbanken 30 Prozent des Inland Bankengesch\u00e4fts der Schweiz.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-140361 size-full lazyload\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"1333\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/5-IMG_4851.jpg\"  data- data-eio-rwidth=\"1000\" data-eio-rheight=\"1333\"\/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-140361 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/5-IMG_4851.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"1333\"   data-eio=\"l\"\/>Alfred Escher Denkmal vor dem Hauptbahnhof Z\u00fcrich. Als treibende Kraft der Industrialisierung transformierte Alfred Escher die Schweiz in einen modernen Staat, baute das Eisenbahnnetz auf, gr\u00fcndete die Credit Suisse und etablierte die heutige ETH Z\u00fcrich. Foto: rv<\/p>\n<p>Die erste Sparkasse in der Schweiz wurde 1812 gegr\u00fcndet. Arbeitnehmer der Industrie legten ihr Erspartes auf einem Sparheft an. Im Jahr 1850 gab es in der Schweiz 181 Banken, 150 davon waren Sparkassen. Sie vereinigten die H\u00e4lfte der auf Schweizer Bankkonten liegenden Gelder. Bis 1987 konnten verheiratete Frauen, obgleich sie meistens das Haushaltsgeld verwalteten, kein eigenes Bankkonto er\u00f6ffnen. Kinder wurden mit einem Sparheft zum Sparen animiert. Ich erinnere mich noch gut an mein schweres dunkelgraues \u00abSpark\u00e4sseli\u00bb, das wir hin und wieder zur Sparkasse an der Z\u00fcrcher Bahnhofstrasse brachten. Die Schalterhalle wirkte auf uns Kinder m\u00e4chtig und ehrfurchtgebietend.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-140362 size-full lazyload\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"536\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/6.jpg\"  data- data-eio-rwidth=\"1000\" data-eio-rheight=\"536\"\/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-140362 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/6.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"536\"   data-eio=\"l\"\/>Sparb\u00fcchse der Leih- und Sparkasse vom Linthgebiet, 1967-1970. Die heute unter dem Namen \u00abLLB Schweiz\u00bb bekannte Leih- und Sparkasse vom Linthgebiet wurde 1848 in Uznach SG gegr\u00fcndet. <\/p>\n<p>Die Schau stellt auch die Gr\u00fcndung der Schweizerische Nationalbank (SNB) vor, die ab 1907 als unabh\u00e4ngige Zentralbank die Geld- und W\u00e4hrungspolitik der Schweiz f\u00fchrt. Sie ist keine gewinnorientierte Gesch\u00e4ftsbank, sondern regelt den Geldumlauf und ber\u00e4t den Bund in W\u00e4hrungsfragen. Ihre Hauptaufgabe ist die Stabilit\u00e4t des Schweizer Frankens. Interessant ist auch zu erfahren, dass die Schweizer Banken vor 1907 ihre eigenen Banknoten druckten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-140363 size-full lazyload\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"630\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/7-bank-in-basel-50-chf.jpg\"  data- data-eio-rwidth=\"1000\" data-eio-rheight=\"630\"\/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-140363 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/7-bank-in-basel-50-chf.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"630\"   data-eio=\"l\"\/>Bank in Basel, Banknote zu 50 Franken, Zug 1879. <\/p>\n<p>Banken stehen in der Schweiz bis heute f\u00fcr Diskretion, Sicherheit und Stabilit\u00e4t. Das Thema Vertrauen ist die Grundlage jedes Bankgesch\u00e4fts. Doch zeigt die Ausstellung auch, dass dieses Vertrauen immer wieder ersch\u00fcttert wurde: durch Bankenkrisen, Diskussionen um das Bankgeheimnis oder j\u00fcngste Ereignisse wie die \u00dcbernahme der Credit Suisse durch die UBS. Von diesen Herausforderungen aus wird eine Br\u00fccke zur heutigen digitalen Welt geschlagen, vom E-Banking bis zur Kryptow\u00e4hrung. Technische Innovationen haben den Umgang mit Geld massiv ver\u00e4ndert. Durch das Vertrauen in die digitale Verwaltung der Bankgesch\u00e4fte schwindet die pers\u00f6nliche Beziehung zur eigenen Bank.<\/p>\n<p>Titelbild: Schweizerische Kreditanstalt am Paradeplatz in Z\u00fcrich, wurde nach Pl\u00e4nen von Jakob Friedrich Wanner (1830-1903) zwischen 1872 und 1877 erbaut. Historische Aufnahme um 1885.<\/p>\n<p>Alle Fotos: \u00a9 Schweizerisches Nationalmuseum <\/p>\n<p>Bis 8. November 2026<br \/>\u00abBankenland Schweiz\u00bb im Landesmuseum Z\u00fcrich. Weitere Informationen <a href=\"https:\/\/www.landesmuseum.ch\/bankenland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">finden Sie hier<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Ausstellung \u00abBankenland Schweiz\u00bb im Landesmuseum Z\u00fcrich zeigt die Geschichte des Schweizer Bankwesens von der Antike bis zur&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":197505,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[25],"tags":[43956,13611,43957,5329,2754,14461,43958,43959,45,21878,43960,104],"class_list":["post-197504","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-zuerich","tag-alfred-escher","tag-bank","tag-bankenland-schweiz","tag-finanzwelt","tag-geld","tag-kantonalbank","tag-kreditwesen","tag-nationalbank","tag-schweiz","tag-sparkasse","tag-zinsgeschaefte","tag-zuerich"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116871165203014718","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/197504","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=197504"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/197504\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/197505"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=197504"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=197504"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=197504"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}