{"id":197728,"date":"2026-07-06T08:20:11","date_gmt":"2026-07-06T08:20:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/197728\/"},"modified":"2026-07-06T08:20:11","modified_gmt":"2026-07-06T08:20:11","slug":"nostro-rat-am-puls-der-eigenveranlagung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/197728\/","title":{"rendered":"Nostro-Rat: Am Puls der Eigenveranlagung"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anforderungen an die Eigenveranlagung von Banken sind vielschichtig und auf das Gesch\u00e4ftsmodell zugeschnitten. Im Fokus stehen dabei die Steuerung von Liquidit\u00e4t, Risiko und Regulierung. Beim \u201eNostro-Rat 2026\u201c der Raiffeisen KAG in Innsbruck stand vor allem die K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) im Fokus. <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit 2016 unterst\u00fctzt der Fondsanbieter verst\u00e4rkt die Landes- und Raiffeisenbanken beim Veranlagen ihrer eigenen Liquidit\u00e4t. Mit aktivem Management soll ein Mehrwert generiert werden. \u201eIm Nostro wei\u00df man das besonders zu sch\u00e4tzen\u201c, betont Dieter Aigner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Raiffeisen KAG. Trotz der geopolitischen Herausforderungen sei die Stimmung am Kapitalmarkt \u201esehr, sehr gut\u201c. Man sehe eine positive Performance, das sei ein wichtiges Signal an Investoren.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEs gibt nicht die eine L\u00f6sung, die f\u00fcr alle passt. Unser Anspruch ist es, uns vom Produkt- zum L\u00f6sungsanbieter weiterzuentwickeln\u201c, erkl\u00e4rte Andrea V\u00f6lkl, Senior Relationship Managerin bei der Raiffeisen KAG. Festgeld sei in der Regel in den meisten H\u00e4usern ein wichtiger Baustein f\u00fcr Sicherheit und Liquidit\u00e4t. Gemeinsam mit Anleihen bildet sie den Kern der Nostro-Veranlagung. Fonds kommen dann ins Spiel, wenn ein hohes Ma\u00df an Diversifikation gefragt ist. Zertifikate und Aktien finden sich in den Nostro-Portfolios eher im geringen Ausma\u00df.\u00a0<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aktuell managt die Raiffeisen KAG einen Nostro-Bestand im Ausma\u00df von rund 1,3 Mrd. Euro. Besonders gefragt seien momentan Einmalerl\u00e4ge in Laufzeitenfonds und Ansparpl\u00e4ne in themenbasierten Aktienfonds wie dem Raiffeisen-MegaTrends-ESG-Aktien oder Raiffeisen-Smart Energy-ESG-Aktien. Das Nostro-Fondssparen beginnt bei 10.000 Euro monatlich. Pro Jahr werden rund 50 Mio. Euro \u00fcber diese Schiene investiert. Dar\u00fcber hinaus sind auch Spezialfonds beliebt, die auf ein Volumen von 360 Mio. Euro kommen. \u201eNicht jeder braucht jeden Baustein, aber f\u00fcr jeden gibt es eine geeignete L\u00f6sung\u201c, betonte V\u00f6lkl.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/RCM_Nostro_0262-1024x682.jpg\" alt=\"Jens David Lehnen, Leopold Quell, RLB-Tirol-Vorst\u00e4ndin und Hausherrin Gabriele Kinast und Dieter Aigner\" class=\"wp-image-25083\"  \/>Jens David Lehnen, Leopold Quell, RLB-Tirol-Vorst\u00e4ndin und Hausherrin Gabriele Kinast und Dieter Aigner \u00a9 Sabine Klimpt<\/p>\n<p>\u201eKI ist neues Tier\u201c<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Trends am Kapitalmarkt analysierte Fondsmanager und KI-Experte Leopold Quell. Seit Jahrzehnten seien b\u00f6rsenotierte Softwarefirmen im Vergleich zu anderen Branchen zyklusunabh\u00e4ngig immer gr\u00f6\u00dfer geworden, weil sie in den Unternehmen und der Gesellschaft tief verwurzelt seien und eine entsprechende Preismacht h\u00e4tten. Deshalb wurde in B\u00f6rsekreisen der Satz \u201eSoftware eats the world\u201c gepr\u00e4gt. <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eJetzt ist ein anderes Tier da \u2013 die KI\u201c, so Quell. In den vergangenen Monaten haben global gesehen Softwareunternehmen an der B\u00f6rse relativ schwach performt. Hintergrund ist, dass die KI diese Software-Bastion angreife und zum Teil Softwarel\u00f6sungen programmiere. \u201eKI ist aus unserer Sicht nur ein Brandbeschleuniger f\u00fcr die Schw\u00e4chen der Branche\u201c, sagte Quell. Diese sei in den vergangenen Jahren innovationstr\u00e4ge geworden. Hyperscalers wie Google, Amazon, Meta und Microsoft d\u00fcrften heuer allein in die KI-Infrastruktur rund 700 Mrd. Euro investieren, n\u00e4chstes Jahr sollen es 950 Mrd. Euro werden. Eine spannende Frage sei, wie viel diese Infrastruktur in ein, drei oder f\u00fcnf Jahren wert sein wird.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Geld f\u00fcr die KI-Infrastruktur flie\u00dfe vor allem zu Unternehmen wie Nvidia, die man grob als \u201eHardware\u201c-Branche bezeichnen k\u00f6nnte. Geografisch sitzen diese Konzerne \u00fcberwiegend in Asien, allen voran in Taiwan, S\u00fcdkorea und Japan. Das Zur\u00fcckholen dieser Produktion ist oftmals nicht nur wegen der Kosten, sondern auch wegen des Know-hows nicht mehr m\u00f6glich\u201c, so Quell. Deshalb investiere die Raiffeisen KAG auch gezielt in die asiatischen M\u00e4rkte. In Anlehnung an \u201eAmerica First\u201c von US-Pr\u00e4sident Donald Trump hei\u00dft es vor allem in der KI-Industrie \u201eAsia Next\u201c, so Quell.<\/p>\n<p>KI im Kundenservice<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die M\u00f6glichkeiten des Einsatzes von KI-Agenten im Kundenservice skizzierte Alexander Wahler, CEO und Mitbegr\u00fcnder des Start-ups Onlim. Dabei stellt Wahler klar: \u201eZwischen KI-Marketing und produktiver Realit\u00e4t liegt ein gro\u00dfer Unterschied.\u201c Vom Markt werde eine 100-Prozent-Automatisierung versprochen, realistisch seien aber 50 bis 70 Prozent. Seiner Erfahrung zufolge haben Unternehmen, die fr\u00fchzeitig neue Technologien ausprobieren, selbst wenn sie R\u00fcckschl\u00e4ge erleiden, im Vergleich zu Betrieben, die zuwarten, die Nase vorn, weil sie Learnings mitnehmen k\u00f6nnen. Er warnt davor, das Thema KI ausschlie\u00dflich an einen Dienstleister auszulagern. \u201eKI ist auch ein Ver\u00e4nderungsprozess im Unternehmen\u201c, berichtete Wahler. Es gehe auch darum, interne Prozesse so zu optimieren, um den gr\u00f6\u00dften Nutzen aus der neuen Technologie ziehen zu k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"819\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/RCM_Nostro_0634-1024x819.jpg\" alt=\"Karin Kunrath\" class=\"wp-image-25086\"  \/>Karin Kunrath schaute hinter die Kulissen des Kapitalmarktes. \u00a9 Sabine Klimpt<\/p>\n<p>Preisdruck l\u00e4sst nach<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die globale Wirtschaftsentwicklung beleuchteten Karin Kunrath, Chief Investment Officer (CIO) der Raiffeisen KAG, und Kurt Schappelwein, Leiter von Multi Assets und stellvertretender CIO. \u201eDie gr\u00f6\u00dfte \u00dcberraschung in diesem Jahr ist die Aktienseite, wo das Wachstum anh\u00e4lt\u201c, so Kunrath mit Blick auf die geopolitischen Konflikte. Schappelwein strich hervor, dass der Inflationsdruck mit fallenden \u00d6lpreisen nachlassen wird. Diese seien mittlerweile wieder auf unter 80 US-Dollar je Fass zur\u00fcckgekommen. Bis sich das im Markt auswirkt, k\u00f6nnte es ein paar Monate dauern. Dennoch k\u00f6nne ein weiterer Zinsschritt der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) heuer im Herbst nicht ausgeschlossen werden. Die EZB reagierte im Juni nach Ansicht des Raiffeisen-KAG-Experten \u201esehr widerwillig\u201c mit der Erh\u00f6hung des Leitzinssatzes um 25 Basispunkte auf 2,40 Prozent, weil die Wirtschaft in der Eurozone nach wie vor schwach sei. Sollte es irgendeine M\u00f6glichkeit geben, auf eine Zinserh\u00f6hung zu verzichten, \u201ewird die EZB das machen\u201c.\u00a0<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Orientierung im Nostro-Universum zu verbessern, entwickelte die Raiffeisen KAG das Tool \u201eNostro Fund Viewer\u201c, das alle Fondsinformationen an einem Ort b\u00fcndelt, berichtete Michael Schmid, Leiter des Risikomanagements der Raiffeisen KAG. Der Fokus sei dabei auf die transparente Darstellung von Risiko, Performance und Struktur gerichtet. Im Vordergrund stehe \u201eder niederschwellige Zugang zu entscheidungsrelevanten Daten\u201c. Der n\u00e4chste Schritt sei nun eine mehrw\u00f6chige Testphase, die man mit bis zu maximal zehn Testbanken anstrebe, betonte Jens-David Lehnen, Leiter des Institutionellen Gesch\u00e4fts der Raiffeisen KAG. Im Herbst sollte dann der Rollout im Raiffeisen-Sektor erfolgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Anforderungen an die Eigenveranlagung von Banken sind vielschichtig und auf das Gesch\u00e4ftsmodell zugeschnitten. 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