{"id":198102,"date":"2026-07-06T13:30:18","date_gmt":"2026-07-06T13:30:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/198102\/"},"modified":"2026-07-06T13:30:18","modified_gmt":"2026-07-06T13:30:18","slug":"spacex-will-eine-million-satelliten-ins-all-schiessen-und-astronomen-schlagen-alarm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/198102\/","title":{"rendered":"SpaceX will eine Million Satelliten ins All schie\u00dfen \u2013 und Astronomen schlagen Alarm"},"content":{"rendered":"<p>Die <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2607\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ische S\u00fcdsternwarte<\/a> (ESO) schl\u00e4gt angesichts neuer Ausbaupl\u00e4ne kommerzieller Raumfahrtunternehmen Alarm. Wie in einer zur Ver\u00f6ffentlichung im Fachmagazin Astronomy &amp; Astrophysics angenommenen Studie zu lesen ist, stellen die Antr\u00e4ge auf weit \u00fcber eine Million neuer Satelliten eine fundamentale Gefahr f\u00fcr erdgebundene Beobachtungen dar.<\/p>\n<p>Aktuell umkreisen rund 14.000 aktive Trabanten die Erde, wobei das Satelliteninternet Starlink einen erheblichen Teil dieser Systeme stellt. Diese bestehenden Konstellationen hinterlassen bereits jetzt extrem helle Lichtspuren auf den Sensoren der gro\u00dfen Observatorien und erschweren die Datenauswertung erheblich.<\/p>\n<p>\n                Gigantische Ausbaupl\u00e4ne belasten den Nachthimmel\n            <\/p>\n<p>Im Zentrum der aktuellen wissenschaftlichen Kritik steht vor allem das Raumfahrtunternehmen SpaceX aus Hawthorne im US-Bundesstaat Kalifornien, das etwa eine Million zus\u00e4tzliche Satelliten f\u00fcr weltraumgest\u00fctzte Rechenzentren in die Umlaufbahn bringen will. Wie <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Existenzielle-Bedrohung-fuer-optische-Astronomie-Warnung-vor-Satellitenplaenen-11350118.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Heise<\/a> berichtet, versch\u00e4rfen weitere Projekte wie Cinnamon von E-Space sowie verschiedene chinesische Netzwerke die prek\u00e4re Situation im Erdorbit zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Noch gravierendere optische Auswirkungen hat das Vorhaben des US-amerikanischen Startups Reflect Orbital, das bis zu 50.000 riesige Spiegelsatelliten f\u00fcr eine l\u00e4ngere Ausleuchtung irdischer Solarparks ins All schicken m\u00f6chte. Die Berechnungen des franz\u00f6sischen ESO-Astronomen Olivier Hainaut zeigen, dass ein einzelner dieser Spiegel aus dem direkten Lichtkegel betrachtet viermal heller als der Vollmond erscheinen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>\n                Instrumente der Sternwarten stehen vor der S\u00e4ttigung\n            <\/p>\n<p>Selbst au\u00dferhalb der direkt angestrahlten Zonen w\u00e4re jeder dieser Satelliten so hell wie die Venus am Morgenhimmel. In st\u00e4dtischen Gebieten mit ohnehin hoher Lichtverschmutzung w\u00fcrden diese k\u00fcnstlichen Objekte nach der Inbetriebnahme der Flotte als einzige verbleibende Lichter am Firmament sichtbar sein.<\/p>\n<p class=\"c-card__headline\">\n                Empfohlene redaktionelle Inhalte\n            <\/p>\n<p>            Hier findest du externe Inhalte von TargetVideo GmbH,<br \/>\n            die unser redaktionelles Angebot auf t3n.de erg\u00e4nzen.<br \/>\n            Mit dem Klick auf &#171;Inhalte anzeigen&#187; erkl\u00e4rst du dich einverstanden,<br \/>\n            dass wir dir jetzt und in Zukunft Inhalte von TargetVideo GmbH auf unseren Seiten anzeigen d\u00fcrfen.<br \/>\n            Dabei k\u00f6nnen personenbezogene Daten an Plattformen von Drittanbietern \u00fcbermittelt werden.<br \/>\n            <br \/>\n            Inhalte anzeigen<\/p>\n<p class=\"u-text-small\">\n                <a href=\"https:\/\/t3n.de\/datenschutz\/\" target=\"_blank\" title=\"Die externe Seite im neuen Tab\/Fenster \u00f6ffnen\" rel=\"noopener nofollow\"><br \/>\n                    Hinweis zum Datenschutz<br \/>\n                <\/a>\n            <\/p>\n<p class=\"c-card__headline\">\n                Leider ist etwas schief gelaufen&#8230;\n            <\/p>\n<p>            An dieser Stelle findest du normalerweise externe Inhalte von TargetVideo GmbH,<br \/>\n            jedoch konnten wir deine Consent-Einstellungen nicht abrufen.<br \/>\n            Lade die Seite neu oder passe deine Consent-Einstellungen manuell an.<\/p>\n<p>                Datenschutzeinstellungen verwalten<\/p>\n<p>Die \u00dcberf\u00fclle an k\u00fcnstlichen Himmelsk\u00f6rpern f\u00fchrt dazu, dass die hochempfindlichen Kameras der wissenschaftlichen Teleskope unbrauchbare Bilder liefern. Von der Sonne beleuchtete Satelliten ziehen bei der Durchquerung des Sichtfeldes extrem helle Spuren \u00fcber die Aufnahmen und \u00fcberdecken dabei ferne Galaxien oder potenziell gef\u00e4hrliche Asteroiden.<\/p>\n<p>\n                Massive Verluste bei astronomischen Messungen\n            <\/p>\n<p>Beim Very Large Telescope der ESO in der chilenischen Atacama-W\u00fcste w\u00fcrde das Vorhaben von SpaceX zu einem errechneten Verlust des nutzbaren Sichtfeldes von knapp 28 Prozent f\u00fchren. Noch weitaus st\u00e4rkere Einschr\u00e4nkungen erg\u00e4ben sich f\u00fcr umfassende Himmelsdurchmusterungen mit hochaufl\u00f6senden Optiken, da extrem helle Lichtstreifen sogenannte Geisterspuren auf den Detektoren erzeugen.<\/p>\n<p>Besonders kritisch sind die Prognosen f\u00fcr Anlagen wie das Vera C. Rubin Observatorium der US-amerikanischen National Science Foundation im chilenischen Cerro Pach\u00f3n. Die hochdichte und komplexe Elektronik der dort verwendeten Kameras reagiert auf extrem helle Lichtstreifen mit gravierenden Datenverlusten, die im schlimmsten Fall die Arbeit mehrerer Stunden vollst\u00e4ndig vernichten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Neben den direkten Lichtstreifen, die entstehen, wenn ein Satellit exakt durch das Bildfeld eines Teleskops fliegt, droht ein weiteres, fl\u00e4chendeckendes Problem: die sogenannte diffuse Hintergrundhelligkeit. Die geplanten Spiegelsatelliten von Reflect Orbital werfen intensives Sonnenlicht aus dem All auf die Erde. Wenn diese extrem hellen Lichtstrahlen von oben in die Erdatmosph\u00e4re eindringen, treffen sie auf unz\u00e4hlige Luftmolek\u00fcle, Wassertr\u00f6pfchen und Staubteilchen. Diese Partikel wirken wie winzige Prismen und streuen das einfallende Licht in alle Richtungen.<\/p>\n<p>Der physikalische Effekt ist vergleichbar mit dem Aufblenden von Autoscheinwerfern im Nebel: Nicht nur der direkte Lichtkegel ist hell, sondern die gesamte Umgebung beginnt milchig zu leuchten. Durch diese Streuung entsteht ein permanenter Lichtschleier \u00fcber dem gesamten Himmelsgew\u00f6lbe. Die Berechnungen der ESO zeigen, dass allein die 50.000 Spiegel des Reflect-Orbital-Netzwerks diesen Schleier so stark verdichten w\u00fcrden, dass der gesamte Nachthimmel drei- bis viermal heller wird als in seinem nat\u00fcrlichen Zustand. Lichtschwache Sterne, ferne Galaxien und potenziell gef\u00e4hrliche erdnahe Asteroiden werden von diesem diffusen Leuchten schlichtweg \u00fcberstrahlt und verschwinden dauerhaft f\u00fcr die Instrumente der Wissenschaft.<\/p>\n<p>\n                Eine absolute Obergrenze wird gefordert\n            <\/p>\n<p>Um erdgebundene Astronomie auch in Zukunft auf wissenschaftlichem Niveau m\u00f6glich zu machen, beziffert Hainaut die absolute Kapazit\u00e4tsgrenze auf maximal 100.000 Objekte im Orbit. Diese Grenze greift jedoch nur unter einer strikten Bedingung: Die Satelliten m\u00fcssen so lichtschwach sein, dass sie selbst an den dunkelsten Orten der Erde nicht mehr mit blo\u00dfem Auge zu erkennen sind.<\/p>\n<p>In der Astronomie wird dies mit der sogenannten scheinbaren Helligkeit gemessen. Da diese Skala r\u00fcckw\u00e4rts z\u00e4hlt (je h\u00f6her der Wert, desto schw\u00e4cher das Licht), liegt die Grenze der menschlichen Sichtbarkeit bei perfekter Dunkelheit bei etwa Magnitude 6. Die Studie fordert daher, dass k\u00fcnftige Satelliten zwingend schw\u00e4cher leuchten m\u00fcssen als Magnitude 7.<\/p>\n<p>Sollten diese physikalischen Werte ignoriert oder hellere Systeme genehmigt werden, s\u00e4ttigen diese die Sensoren der Teleskope. In diesem Fall muss die Gesamtanzahl der zugelassenen Flugk\u00f6rper laut der Untersuchung drastisch reduziert werden. Die Genehmigungshoheit f\u00fcr einen Gro\u00dfteil dieser Antr\u00e4ge liegt bei der US-Kommunikationsbeh\u00f6rde FCC.<\/p>\n<p>Die ESO hat daher gemeinsam mit der britischen Royal Astronomical Society in London offizielle Stellungnahmen zu den laufenden Genehmigungsverfahren eingereicht. Betty Kioko, Referentin f\u00fcr institutionelle Angelegenheiten bei der ESO, weist darauf hin, dass der Beh\u00f6rde bereits Hunderte Kommentare und Beschwerden zu den Vorhaben vorliegen.<\/p>\n<p>Top-Artikel<\/p>\n<p>        ${content}<\/p>\n<p>\n                    ${custom_anzeige-badge}<br \/>\n                    ${custom_tr-badge}<br \/>\n                    ${section}\n                <\/p>\n<p>                <a class=\"c-suggestNews-title\" href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/spacex-million-satelliten-astronomen-alarm-1750765\/${url}\" data-upscore-url=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">${title}<\/a><\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/spacex-million-satelliten-astronomen-alarm-1750765\/${url}\" class=\"c-suggestNews-image\" title=\"${title}\" data-upscore-url=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/t3n.de\/news\/spacex-million-satelliten-astronomen-alarm-1750765\/${image}\" width=\"88\" height=\"88\"\/><\/p>\n<p>            <\/a><\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/spacex-million-satelliten-astronomen-alarm-1750765\/${url}\" class=\"c-suggestNews-image\" title=\"${title}\" data-upscore-url=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/t3n.de\/news\/spacex-million-satelliten-astronomen-alarm-1750765\/${image}\" width=\"88\" height=\"88\"\/><\/p>\n<p>            <\/a><\/p>\n<p>\n                Wissenschaft und \u00d6kologie in Gefahr\n            <\/p>\n<p>\u201eDie Astronomie erbringt einen enormen Wert f\u00fcr die Menschheit \u2013 in wissenschaftlicher, technischer, wirtschaftlicher und bildungspolitischer Hinsicht \u2013 und hilft uns, unseren Platz im Universum zu verstehen\u201c, ordnet der ESO-Generaldirektor Xavier Barcons die Gesamtsituation ein. Neben den astronomischen H\u00fcrden weisen die Forscher:innen zudem auf die noch unerforschten Folgen durch Zehntausende Raketenstarts und das sp\u00e4tere Vergl\u00fchen in der Erdatmosph\u00e4re hin.<\/p>\n<p>Die zunehmende Lichtverschmutzung st\u00f6rt laut der vorgelegten Studie zudem grundlegende biologische Rhythmen und beeintr\u00e4chtigt empfindliche \u00d6kosysteme auf der Erde. F\u00fcr Olivier Hainaut ist die niedrige Erdumlaufbahn eine wertvolle und vor allem begrenzte Ressource. Er fordert, die \u00f6kologischen und optischen Auswirkungen der gigantischen Satellitennetzwerke streng zu regulieren, damit der ungest\u00f6rte Blick in den Weltraum f\u00fcr kommende Generationen erhalten bleibt.<\/p>\n<p>Dieser Artikel wurde urspr\u00fcnglich am 02.07.2026 ver\u00f6ffentlicht, interessiert jedoch immer noch sehr viele unserer Leser:innen. Deshalb haben wir ihn aktualisiert und hier nochmals zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"vgWortPixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/7be522bc91d248b0be12fd20a70c3b0c.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Europ\u00e4ische S\u00fcdsternwarte (ESO) schl\u00e4gt angesichts neuer Ausbaupl\u00e4ne kommerzieller Raumfahrtunternehmen Alarm. 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