{"id":200065,"date":"2026-07-08T05:32:13","date_gmt":"2026-07-08T05:32:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/200065\/"},"modified":"2026-07-08T05:32:13","modified_gmt":"2026-07-08T05:32:13","slug":"saab-globaleye-als-nachfolger-der-boeing-e-3-sentry-das-steckt-hinter-dem-kuenftigen-fruehwarnsystem-der-nato","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/200065\/","title":{"rendered":"Saab GlobalEye als Nachfolger der Boeing E-3 Sentry: Das steckt hinter dem k\u00fcnftigen Fr\u00fchwarnsystem der Nato"},"content":{"rendered":"\n<p>Die zehn Saab GlobalEye sollen die aktuelle AWACS-Flotte, die seit 1982 im Einsatz ist, schrittweise erg\u00e4nzen und ersetzen. Die Nato betreibt aktuell 14 Boeing E-3 Sentry als Airborne Warning and Control System (AWACS).<\/p>\n<p>Saab GlobalEye erfasst Ziele in 650 Kilometern Entfernung<\/p>\n<p>Der Saab GlobalEye ist eines der modernsten luftgest\u00fctzten Fr\u00fchwarn- und F\u00fchrungsflugzeuge (AEW&amp;C \u2013 Airborne Early Warning and Control). Das skandinavische System fungiert als \u00abfliegendes Auge\u00bb und kann simultan den Luftraum, Seegebiete und Bodenziele \u00fcberwachen (\u00abMulti-Domain-F\u00e4higkeit\u00bb). Im Unterschied zu den vor dem Aus stehenden AWACS-Flugzeugen basiert GlobalEye nicht auf einem Verkehrsflugzeug. Vielmehr wird das System auf dem zivilen Langstrecken-Businessjet Bombardier Global 6500 installiert. Die urspr\u00fcngliche GlobalEye-Version basierte auf der Bombardier Global 6000. <\/p>\n<p>Eine Einheit bleibt elf bis zw\u00f6lf Stunden in der Luft, erfasst Ziele auf Entfernungen von bis zu 650 Kilometern und kann auch kleinere Flugpl\u00e4tze nutzen. Zum Vergleich: Die Northrop-Grumman-E-2D-Hawkeye bleibt sechs Stunden in der Luft und ist dagegen prim\u00e4r ein tr\u00e4gergest\u00fctztes Fr\u00fchwarnsystem der US Navy.<\/p>\n<p>Internationale Zulieferer f\u00fcr Saab GlobalEye<\/p>\n<p>Saab Technologies stattet das Flugzeug mit dem Erieye-ER-AESA-Radar sowie einer F\u00fclle von Sensoren und Missionssystemen aus. Die Kosten pro Gesamteinheit belaufen sich auf 600 bis 680 Millionen Euro, je nach Gesamtumfang (Ersatzteile, Training, Serviceleistungen).<\/p>\n<p>Von der steigenden Popularit\u00e4t des schwedischen Fr\u00fchwarnsystems profitieren indes nicht nur Saab und die kanadische Bombardier. Zwar ist GlobalEye ein milit\u00e4risches Flugzeug, das sich vom zivilen Global 6500 ableitet. Dennoch steckt im Gesamtsystem auch US-Technologie. \u00dcber die Bombardier-Basisplattform flie\u00dft unter anderem Avionik von Honeywell in ein. Das auf dem Rumpfr\u00fccken mit einem hochaufl\u00f6senden Radar montierte System basiert auf der Erieye-Technologie, die urspr\u00fcnglich von Ericsson entwickelt wurde.<\/p>\n<p>Idealer Zeitpunkt f\u00fcr Schwedens Luft- und Raumfahrtindustrie<\/p>\n<p>Rolls-Royce ist \u00fcber die Pearl-15-Triebwerke mit an Bord. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen \u2013 abh\u00e4ngig von Kundenanforderungen und Konfiguration \u2013 weitere westliche Zulieferer beteiligt sein. Saab ver\u00f6ffentlicht jedoch keine vollst\u00e4ndige Lieferantenliste. Einige Firmen sind jedoch aufgrund ihrer langj\u00e4hrigen Kooperation mit dem b\u00f6rsenkotierten schwedischen Konzern als wahrscheinliche beziehungsweise bekannte Zulieferer einzuordnen. Collins Aerospace aus North Carolina ist zum Beispiel ein bedeutender Bombardier-Zulieferer. Zu den europ\u00e4ischen Unternehmen, deren Komponenten je nach Kundenkonfiguration und Subsystemen zum Einsatz kommen k\u00f6nnen, z\u00e4hlen unter anderem Hensoldt, Rohde &amp; Schwarz (beide aus Deutschland), Thales (Frankreich), Leonardo (Italien) und die britische BAE Systems.<\/p>\n<p>F\u00fcr Schwedens Luft- und Raumfahrtindustrie k\u00f6nnte der Schachzug kaum zu einem g\u00fcnstigeren Zeitpunkt kommen: Ausgerechnet im Jubil\u00e4umsjahr der schwedischen Luftwaffe, die 2026 ihr 100-j\u00e4hriges Bestehen feiert, erh\u00e4lt Saab mit dem Nato-Auftrag einen der bedeutendsten Exporterfolge seiner Konzerngeschichte. Das schwedische Flygvapnet wurde am 1. Juli 1926 als Teilstreitkraft gegr\u00fcndet und begeht sein Jubil\u00e4um gerade mit landesweiten Feierlichkeiten und einer gro\u00dfen Flugschau in Link\u00f6ping. Daher lautet das Urteil des schwedischen Verteidigungsanalysten Renato Rios: \u00abDie Signalwirkung dieser Entscheidung l\u00e4sst sich kaum \u00fcbersch\u00e4tzen.\u00bb<\/p>\n<p>Saab GlobalEye spielte zuletzt wichtige Rolle f\u00fcr Emirate<\/p>\n<p>Profitieren wird auch die milit\u00e4rische Luftfahrt in den Vereinigten Arabischen Emiraten, einem der engsten Sicherheitspartner am Golf. Denn die Emirate waren 2015 Erstkunde und operieren heute mit f\u00fcnf GlobalEye-Systemen. Und je mehr GlobalEyes im Einsatz sind, desto mehr Erfahrungsdaten werden generiert, die f\u00fcr den Ernstfall Gold wert sind. <\/p>\n<p>F\u00fcr das Scheichtum sind insbesondere Erfahrungen \u00fcber Gew\u00e4ssern von Interesse, trennt doch der Persische Golf das Land vom Iran, der die Emirates w\u00e4hrend des Krieges nach Angaben von Abu Dhabi mit 551 ballistischen Raketen, 29 Marschflugk\u00f6rpern und 2265 Drohnen beschossen hat. GlobalEye spielte bei der Luftraum\u00fcberwachung und Zielzuweisung w\u00e4hrend der Abwehr iranischer Projektile eine wichtige Rolle. Das System demonstrierte die royale Luftwaffe zuletzt stolz an der Dubai Airshow im November 2025.<\/p>\n<p>365 Tage Luftfahrtjournalismus \u2013 fair, fundiert und unabh\u00e4ngig. Damit das so bleibt, brauchen wir Ihre Unterst\u00fctzung. 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