{"id":200365,"date":"2026-07-08T09:20:11","date_gmt":"2026-07-08T09:20:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/200365\/"},"modified":"2026-07-08T09:20:11","modified_gmt":"2026-07-08T09:20:11","slug":"popstar-madonna-zeigt-der-vogue-ihre-kunstsammlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/200365\/","title":{"rendered":"Popstar Madonna zeigt der &#171;Vogue&#187; ihre Kunstsammlung"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Tour startet im Badezimmer: Dieses sei, erkl\u00e4rt <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/madonna\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Madonna<\/a> in einem vor wenigen Tagen auf Youtube ver\u00f6ffentlichten Video, ihr eigentliches B\u00fcro. Wie das? Das Bad in ihrem Londoner Haus, seufzt die 67 Jahre alte, ewig junge Diva, sei der einzige Raum, in dem man sie in Ruhe lasse. Ob die \u201eSammlung von Schw\u00e4nzen\u201c (O-Ton Madonna), die sie dort auf einer Marmorablage platziert hat, konzentrierter B\u00fcroarbeit zutr\u00e4glich ist, darf man allerdings bezweifeln. Jedenfalls \u2013 und damit ist der Ton in dem Video gesetzt \u2013 unterstreichen die handzahmen Objekte ihr Interesse an Kunst. Handelt es sich doch um Penis-Skulpturen des jungen brasilianischen K\u00fcnstlers Anderson Asteclines. Von dem Sch\u00fctzling der bekannten britischen K\u00fcnstlerin Tracey Emin hat Madonna bereits einige Arbeiten erworben.<\/p>\n<p>Was der Diva lieb und teuer ist      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die zehnmin\u00fctige Hausbesichtigung, produziert von der Zeitschrift \u201eVogue\u201c, entstand als flankierende Ma\u00dfnahme des Madonna-Covers f\u00fcr die Juli-Ausgabe der \u201eVogue Italia\u201c, fotografiert von Rafael Pavarotti. Au\u00dferdem bietet Madonnas 15. Studioalbum \u201eConfessions on a Dance Floor II\u201c (kurz \u201eConfessions II\u201c), erschienen am 3. Juli, die passende Hintergrundmusik zu diesem Bekenntnis in puncto Privatsph\u00e4re. Es gibt Aufschluss dar\u00fcber, welche Dinge Madonna besonders lieb und teuer sind. Lieblingsgegenst\u00e4nde, die sich zu einer Mischung summieren, f\u00fcr die das Wort \u201eEklektizismus\u201c eine glatte Untertreibung ist.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Gem\u00e4lde von Frida Kahlo nehmen hier den gleichen Rang ein wie eine Skulptur, die ihr Sohn Rocco (ebenfalls K\u00fcnstler) ihr zum Geburtstag geschenkt hat. Hochhackige Stiefel, die Yves Saint Laurent ihr vor 21 Jahren f\u00fcr die \u201eConfessions Part One\u201c-Tour auf die F\u00fc\u00dfe geschneidert hat, r\u00fcckt Madonna ebenso sorgsam-stolz in den Blickpunkt wie einen Rosenkranz, einen Parf\u00fcmflakon ihrer fr\u00fchverstorbenen Mutter, eine Spieluhr, die Madonnas Lieblingslied \u201eBella Ciao\u201c abschnurrt, oder das Kuscheltier \u201eOctavia\u201c. Kurios, irgendwie auch irritierend: W\u00e4hrend die S\u00e4ngerin von dem spricht, was ihr am Herzen liegt, sucht man in ihrem makellosen, perfekt geschminkten Gesicht vergeblich nach einer Gef\u00fchlsregung. <\/p>\n<p>Kuriosit\u00e4tenkabinett eines Stars      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In gewisser Weise erinnert Madonnas Kuriosit\u00e4tenkabinett an die krausen Wunderkammern der Renaissance und des Barock. W\u00e4hrend einst F\u00fcrsten, reiche Kaufleute oder Gelehrte Gem\u00e4lde und Skulpturen, Mineralien und exotische Pflanzen, ja sogar ein ausgestopftes Krokodil an einem Platz vereinten, um ein Modell der Welt in Zimmergr\u00f6\u00dfe zu schaffen, hat sich Madonna innerhalb einer radikal subjektiven Wunderkammer heimisch eingerichtet. Ein Modell ihrer selbst.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In dieser Sph\u00e4re er\u00f6ffnet sich reichlich Spielraum f\u00fcr Ausdeutungen vielerlei Art. So beschreibt \u201eVogue Italia\u201c den Star in seiner aktuellen Story als \u201eewige Janusfigur\u201c \u2013 ein Wesen, das mit einem Gesicht auf seine Wurzeln zur\u00fcckblicke, w\u00e4hrend das andere punktgenau auf das gerichtet sei, was als n\u00e4chster Trend die Popkultur befeuert.<\/p>\n<p>Warum Madonna Frida Kahlo liebt      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Eine Konstante allerdings gibt es in ihrem Leben. Das ist die Verehrung von Frida Kahlo. Madonna nennt sie \u201emeinen Schutzengel\u201c. Schon in ihrer Jugend, als sie Stammgast im Detroit Institute of Arts war, zog es sie in den Bannkreis der mexikanischen Surrealistin: \u201eIch war einfach total fasziniert von ihrer Selbstbeherrschung und ihrer einzigartigen Sch\u00f6nheit.\u201c Aufs Sch\u00f6nste harmoniert das Video mit der derzeitigen \u201eFridamania\u201c, die an der Themse wegen der gro\u00dfen Tate-Ausstellung \u201eFrida: The Making of an Icon\u201c ausgebrochen ist.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Von ihrem Langzeitidol besitzt die S\u00e4ngerin zwei Bilder. Zum einen ein Selbstportr\u00e4t der Kahlo. Der Affe, der auf ihrer Schulter sitzt, mag der Tierliebe der Malerin geschuldet sein; bekanntlich besa\u00df sie mehrere kleine Affen als Haustiere, die sie wie Kinder behandelte. Zudem steht der Affe in der mexikanischen Mythologie f\u00fcr Lust und Fruchtbarkeit. Madonna f\u00fcgt dem eine alternative Deutung hinzu, die zwar keine kunstwissenschaftliche, aber anekdotische Evidenz hat. Frida Kahlo, glaubt sie, habe ihre Affen darauf trainiert, lautstark Alarm zu schlagen, wenn ihr Ehemann, der Maler Diego Rivera, sich in seinem Atelier mit weiblichen Models vergn\u00fcgte, sodass sie ihn nach dem Seitensprung entsprechend bestrafen konnte.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das zweite Kahlo-Werk, das in Madonnas Wohnzimmer h\u00e4ngt, betitelt \u201eMi nacimiento\u201c, zeigt eine drastische Geburtsszene und ist ebenfalls ein Selbstbildnis. Die Geb\u00e4rende liegt mit gespreizten Beinen in einem gro\u00dfen Bett. Wir blicken frontal auf den \u00fcberproportional vergr\u00f6\u00dferten Kopf der kleinen Frida, die die Vulva soeben verlassen hat. Weil die Malerin das Gesicht ihrer Mutter mit einem Tuch verh\u00fcllt hat, erscheint die Entbindung als unpers\u00f6nlicher, ja mechanischer Vorgang. Frida, erkl\u00e4rt Madonna in dem Video, habe \u201eniemals eine emotionale Verbindung zu ihrer Mutter gehabt. Sie f\u00fchlte sich von ihr in gewisser Weise gemieden; der Mutter war es egal, ob sie existierte oder nicht. Deshalb stellt sie ihre Mutter in diesem Gem\u00e4lde mit einem Laken \u00fcber dem Kopf dar \u2013 irgendwie losgel\u00f6st von der gesamten Situation, losgel\u00f6st von Frida. Und ich bin ohne Mutter aufgewachsen, sodass ich mich auch hier wieder ungemein auf ihre Geschichte beziehen konnte.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die finale Station der Madonna-Tour, die dem Voyeurismus Nahrung in H\u00fclle und F\u00fclle gibt, ist das Schlafzimmer. B\u00fccher von Luchino Visconti (ihr Lieblingsregisseur) und Simone de Beauvoir (ihre Lieblingsfeministin) gehen hier eine seltsame Allianz ein mit einer Decke, die ihre Tochter Esther geh\u00e4kelt hat. Und mit \u201eOctavia\u201c \u2013 der leicht abgenutzte Pl\u00fcsch-Oktopus, der mit Madonna das Bett teilen darf, erinnert sie an eine Krankenschwester, die ihr einst auf der Intensivstation Mut zusprach.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Vielleicht das Erstaunlichste dieses Video-Streifzugs, der auf YouTube schon rund eine Million Aufrufe erzielt hat: Obwohl der Star seinen Fans das Privateste auf dem Pr\u00e4sentierteller darbietet, verharrt die Homestory im Status einer unnahbaren Inszenierung. Auch das eine Leistung. So vielschichtig der Rundgang, so eindeutig Madonnas letzter Satz, der das Video beendet: \u201eRaus aus meinem Schlafzimmer!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Tour startet im Badezimmer: Dieses sei, erkl\u00e4rt Madonna in einem vor wenigen Tagen auf Youtube ver\u00f6ffentlichten Video,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":200366,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[46,42179,44395,68,2367,44398,44399,44396,3761,44394,85,86,3381,12434,45,4575,44,44397,69,22777],"class_list":["post-200365","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-musik","tag-ch","tag-confessions","tag-diva","tag-entertainment","tag-frida-kahlo","tag-fridamania","tag-lautstark","tag-londoner","tag-madonna","tag-madonnas","tag-music","tag-musik","tag-mutter","tag-popstar","tag-schweiz","tag-star","tag-switzerland","tag-ton","tag-unterhaltung","tag-vogue"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116883614088486212","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/200365","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=200365"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/200365\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/200366"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=200365"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=200365"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=200365"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}