{"id":200421,"date":"2026-07-08T10:01:14","date_gmt":"2026-07-08T10:01:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/200421\/"},"modified":"2026-07-08T10:01:14","modified_gmt":"2026-07-08T10:01:14","slug":"weltraumteleskop-euclid-hat-frueheste-bisher-bekannte-quasare-entdeckt-extrem-leuchtstarke-objekte-aus-dem-jungen-universum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/200421\/","title":{"rendered":"Weltraumteleskop Euclid hat fr\u00fcheste bisher bekannte Quasare entdeckt &#8211; Extrem leuchtstarke Objekte aus dem jungen Universum"},"content":{"rendered":"<p>\u201eEine Rotverschiebung von 7 bringt uns in eine Zeit zur\u00fcck, als das Universum gerade einmal 750 Millionen Jahre alt war, also weniger als 6 % seines heutigen Alters.\u201c Prof. Joseph Hennawi<\/p>\n<p>Wie Daming Yang vom Leiden Observatory erkl\u00e4rt, strahlt die Erdatmosph\u00e4re\u00a0aber ebenfalls im Nahinfrarotbereich. Sie \u00fcberdeckt deshalb oft das Licht von weit entfernten Quasaren, die deshalb kaum von der Erde entdeckt werden k\u00f6nnen.\n<\/p>\n<p>\u201eDiese beiden Dinge machen es unglaublich schwierig, Quasare in diesen Entfernungen zu finden. Auf jeden einzelnen von ihnen kommen Tausende Sterne in unserer Milchstra\u00dfe und in nahen Galaxien, die in den Himmelsdurchmusterungen fast identisch aussehen. Und da ihr Licht in solchen Entfernungen ins Infrarote verschoben wird, brauchen wir eine Durchmusterung, die sowohl gro\u00dffl\u00e4chig genug ist, um diese seltenen Objekte einzufangen, als auch tief genug, um ihr schwaches Licht nachzuweisen.\u201c Daming Yang<\/p>\n<p>Weltraumteleskop Euclid soll Quasare und Co. entdecken<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Weltraumorganisation (ESA) hat deshalb 2023 das Weltraumteleskop Euclid gestartet. Weil sich das Weltraumteleskop oberhalb des Infrarotlichts der Erdatmosph\u00e4re\u00a0befindet, kann es Himmelsbereiche erfassen, die deutlich gr\u00f6\u00dfer sind als die von Teleskopen am Boden. Forscher des Euclid Consortium, das \u00fcber 150 Forschungseinrichtungen aus Europa, den USA, Kanada und Japan umfasst, haben nun unter Leitung von Daming Yang publiziert, dass das Weltraumteleskop inzwischen 31 Quasare aus dem fr\u00fchen Universum entdeckt hat, so viele Quasare wie nie zuvor in diesem extremen Rotverschiebungsbereich. Die Quasare stammen aus einer Epoche, in der der Kosmos erst f\u00fcnf Prozent seines aktuellen Alters erreicht hatte.\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eEuclid ist ein echter Wendepunkt. Fr\u00fcher konnten wir nur eine Handvoll der allersichtbarsten uralten Quasare finden, aber Euclid erm\u00f6glicht uns eine viel effizientere Suche \u00fcber riesige Himmelsgebiete hinweg, um deutlich schw\u00e4cheres Licht einzufangen. Es ist ein einzigartiges Werkzeug f\u00fcr die Quasarjagd.\u201c Daming Yang<\/p>\n<p>Wie Yang erkl\u00e4rt, hat die Astronomie zuvor vor allem au\u00dfergew\u00f6hnlich\u00a0helle Quasare aus dem fr\u00fchen Universum entdeckt, weil diese am leichtesten\u00a0gefunden werden k\u00f6nnen. Weil es sich dabei um \u201eSonderf\u00e4lle\u201c handelt, haben die Funde nicht f\u00fcr eine systematische Untersuchung gereicht.\n<\/p>\n<p>Rekord als fr\u00fcheste jemals gefundene Quasare<\/p>\n<p>14 der 31 neuentdeckten Quasare, die in den Daten der Euclid-Wide-Durchmusterung, die \u00fcber ein Drittel des gesamten Himmels abdecken soll, entdeckt wurden, besitzen eine Rotverschiebung von mindestens 7. Die beiden \u00e4ltesten Objekte haben mit einer Rotverschiebung von 7,69 und 7,77 den vorherigen Rekord f\u00fcr den fr\u00fchesten jemals gefundenen Quasar \u00fcbertroffen. Beide Objekte sind mehr als 13 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt und stammen aus den ersten 670 Millionen Jahren des Kosmos.\n<\/p>\n<p>\u201eJeder weitere Schritt zur\u00fcck in der Zeit macht das R\u00e4tsel noch verwirrender: Wie konnte das Universum so schnell supermassereiche Schwarze L\u00f6cher hervorbringen? Wir finden Schwarze L\u00f6cher mit Hunderten Millionen Mal der Masse unserer Sonne zu einem Zeitpunkt, als das Universum gerade erst begonnen hatte.\u201c Prof. Joseph Hennawi<\/p>\n<p>Eine Analyse des zweit\u00e4ltesten Quasars zeigt, dass sich dieser in einer staubreichen, gasgef\u00fcllten Galaxie befindet, in der mit hoher Geschwindigkeit neue Sterne entstanden sind. Dies ist ein deutliches Indiz daf\u00fcr, wie die Wirtsgalaxien fr\u00fcher Quasare aufgebaut waren.<\/p>\n<p>Einsatz von K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI)<\/p>\n<p>Laut den beteiligten Wissenschaftlern haben nicht nur das Weltraumteleskop Euclid die Entdeckung der Quasare erm\u00f6glicht, sondern auch eine K\u00fcnstliche Intelligenz (KI), die aus den Millionen\u00a0Objekten die wenigen echten Quasare herausgefiltert hat. Es war dadurch m\u00f6glich, die Zahl der bekannten Quasare aus dieser extrem fr\u00fchen Zeit innerhalb eines Jahres mehr als zu verdoppeln. Die Forscher planen nun, die Entfernungsgrenze\u00a0weiter\u00a0zu vergr\u00f6\u00dfern und den ersten Quasar\u00a0mit einer Rotverschiebung von 8 zu finden, also aus einer Zeit, in der das Universum erst 630 Millionen Jahre alt war.\n<\/p>\n<p>\u201eDie gr\u00f6\u00dfere Vision besteht darin, all das zu einer zusammenh\u00e4ngenden Zeitleiste zu verweben, eine Quasar-Chronik der ersten Milliarde Jahre.\u201c Prof. Joseph Hennawi<\/p>\n<p>Quellen:\n<\/p>\n<p>Studie im Fachmagazin <a href=\"https:\/\/www.aanda.org\/10.1051\/0004-6361\/202658883\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Astronomy and Astrophysics<\/a>, doi: 10.1051\/0004-6361\/202658883<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-worthy-pixel-img skip-lazy \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/fdc9b7643a67422599ee2a093c0839cd.gif\" loading=\"eager\" data-no-lazy=\"1\" data-skip-lazy=\"1\" height=\"1\" width=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>7. Juli 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Robert Klatt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eEine Rotverschiebung von 7 bringt uns in eine Zeit zur\u00fcck, als das Universum gerade einmal 750 Millionen Jahre&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":200422,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[15],"tags":[46,26562,44417,45,60,59,44,64,61,7715,24587,63,62],"class_list":["post-200421","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-ch","tag-euclid","tag-quasar","tag-schweiz","tag-science","tag-science-technology","tag-switzerland","tag-technik","tag-technology","tag-universum","tag-weltraumteleskop","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116883775516920944","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/200421","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=200421"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/200421\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/200422"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=200421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=200421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=200421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}