{"id":205699,"date":"2026-07-12T14:08:14","date_gmt":"2026-07-12T14:08:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/205699\/"},"modified":"2026-07-12T14:08:14","modified_gmt":"2026-07-12T14:08:14","slug":"orionnebel-radioteleskope-offenbaren-neue-gasstrukturen-die-bei-der-geburt-von-sternen-entstehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/205699\/","title":{"rendered":"Orionnebel: Radioteleskope offenbaren neue Gasstrukturen, die bei der Geburt von Sternen entstehen"},"content":{"rendered":"<p> <img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/orionnebel-radioteleskope-offenbaren-neue-gasstrukturen-die-bei-der-geburt-von-sternen-entstehen-178.jpeg\"  width=\"768\" height=\"432\" alt=\"Radioemission von neutralen Wasserstoffatomen in Richtung des Orionnebels. Die roten Farben zeigen die 21-cm-Emission von Wasserstoff, die erstmals mit diesem Detailgrad aufgel\u00f6st wurde. Bild: Juan D. Soler\/Universit\u00e4t Wien\/NRAO\/Jansky VLA\/NASA\/WISE\" title=\"Radioemission von neutralen Wasserstoffatomen in Richtung des Orionnebels. Die roten Farben zeigen die 21-cm-Emission von Wasserstoff, die erstmals mit diesem Detailgrad aufgel\u00f6st wurde.\"\/>Radioemission von neutralen Wasserstoffatomen in Richtung des Orionnebels. Die roten Farben zeigen die 21-cm-Emission von Wasserstoff, die erstmals mit diesem Detailgrad aufgel\u00f6st wurde. Bild: Juan D. Soler\/Universit\u00e4t Wien\/NRAO\/Jansky VLA\/NASA\/WISE   <img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1783865292_374_lisa-seyde.jpg\" alt=\"Lisa Seyde\" width=\"40\" height=\"40\"\/>    <a class=\"nombre text-hv\" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/autor\/lisa-seyde\/\" title=\"Lisa Seyde\" data-mrf-recirculation=\"pre_article_author\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lisa Seyde<\/a>     12.07.2026 &#8211; 15:18 Uhr   5 min   <\/p>\n<p>Der Orionnebel (auch M42 genannt) geh\u00f6rt zu den sch\u00f6nsten Himmelsobjekten \u00fcberhaupt \u2013 und zu den am besten erforschten. Denn an dem sogenannten Sternentstehungsgebiet l\u00e4sst sich hervorragend untersuchen, wie sich neue Sterne bilden. Nun zeigt eine neue Studie, dass das Verst\u00e4ndnis dieser kosmischen Kinderstube bisher unvollst\u00e4ndig gewesen sein muss.<\/p>\n<p>Unter Leitung von Juan Diego Soler von der Universit\u00e4t Wien erstellte ein internationales Team die bisher genauesten Karten des neutralen atomaren Wasserstoffs (HI, sprich: \u201eH eins\u201c) im Orionnebel \u2013 aus dem schlie\u00dflich Sterne gemacht sind. Die Studie ist das erste wissenschaftliche Ergebnis des NeAtHood-Projekts der Universit\u00e4t Wien, in dessen Rahmen atomarer Wasserstoff in nahen Sternentstehungsgebieten untersucht wird. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Astronomy &amp; Astrophysics ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Radiotechnik macht unsichtbares Gas sichtbar<\/p>\n<p>Radioteleskope erfassen kein sichtbares Licht, sondern nur Radiostrahlung. F\u00fcr die neueste Studie wurden Daten zweier besonders leistungsf\u00e4higer Radioteleskope miteinander verbunden, einmal des Karl G. Jansky Very Large Array (VLA) in den USA sowie des Five-hundred-meter Aperture Spherical Radio Telescope (FAST) in China. Die Teleskope detektierten schwache Signale des neutralen Wasserstoffs mit einer Wellenl\u00e4nge von 21 Zentimetern.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/orionnebel-radioteleskope-offenbaren-neue-gasstrukturen-die-bei-der-geburt-von-sternen-entstehen-178.png\"  width=\"768\" height=\"432\" alt=\"Erweiterte H\u00fclle des Orionnebels (M42) in einer Kombination aus HI-, H\u03b1- und Infrarotdaten. Markiert sind die EON- und M43-H\u00fcllen, ihre vermuteten Ursprungssterne sowie die Aufl\u00f6sung der HI-Beobachtungen (atomarer Wasserstoff). Bild: Soler et al., 2026\" title=\"Erweiterte H\u00fclle des Orionnebels (M42) in einer Kombination aus HI-, H\u03b1- und Infrarotdaten. Markiert sind die EON- und M43-H\u00fcllen, ihre vermuteten Ursprungssterne sowie die Aufl\u00f6sung der HI-Beobachtungen (atomarer Wasserstoff).\"\/>Erweiterte H\u00fclle des Orionnebels (M42) in einer Kombination aus HI-, H\u03b1- und Infrarotdaten. Markiert sind die EON- und M43-H\u00fcllen, ihre vermuteten Ursprungssterne sowie die Aufl\u00f6sung der HI-Beobachtungen (atomarer Wasserstoff). Bild: Soler et al., 2026<\/p>\n<p>\u201eDiese Studie ist ein spannender Beweis daf\u00fcr, wie leistungsf\u00e4hig Radioteleskope der neuesten Generation sind, um neue Puzzleteile zur Entstehung von Sternen aufzudecken\u201c, erkl\u00e4rt Mitautorin Claire Murray vom Space Telescope Science Institute.<\/p>\n<p>Die Beobachtungen enth\u00fcllten riesige expandierende Schalen, neue Hohlr\u00e4ume und langgezogene Gasstrukturen. Weil das kalte atomare Gas nur \u00fcber Radiostrahlung sichtbar wird, waren diese Strukturen in fr\u00fcheren Untersuchungen verborgen geblieben.<\/p>\n<p>\u00dcberraschend war auch, dass die Masse einer gro\u00dfen Gash\u00fclle rund um den Orionnebel neubewertet werden musste. Fr\u00fchere Berechnungen waren von etwa tausend Sonnenmassen ausgegangen. Die neuen Messungen weisen jedoch auf eine fast zehnmal geringere Masse hin.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1783865293_684_orionnebel-radioteleskope-offenbaren-neue-gasstrukturen-die-bei-der-geburt-von-sternen-entstehen-178.png\"  width=\"768\" height=\"432\" alt=\"Der Orionnebel und seine Umgebung im Orion-Molek\u00fclwolkenkomplex (OMC), dargestellt mit CO-Emission. Markiert sind die Hauptkomponenten der Molek\u00fclwolke und der oben gezeigte Bildausschnitt. Bild: Soler et al., 2026\" title=\"Der Orionnebel und seine Umgebung im Orion-Molek\u00fclwolkenkomplex (OMC), dargestellt mit CO-Emission. Markiert sind die Hauptkomponenten der Molek\u00fclwolke und der oben gezeigte Bildausschnitt.\"\/>Der Orionnebel und seine Umgebung im Orion-Molek\u00fclwolkenkomplex (OMC), dargestellt mit CO-Emission. Markiert sind die Hauptkomponenten der Molek\u00fclwolke und der oben gezeigte Bildausschnitt. Bild: Soler et al., 2026<\/p>\n<p>\u201eMasse zu messen ist grundlegend\u201c, sagt Juan Diego Soler vom Institut f\u00fcr Astrophysik der Universit\u00e4t Wien, \u201edenn sie sagt uns etwas \u00fcber die Effizienz dieser neu entstandenen Sterne, die ihre Umgebung mit Wind und Strahlung formen.\u201c<\/p>\n<p>\u00dcber mehrere Sternengenerationen entstanden<\/p>\n<p>Die neuen Karten zeigen au\u00dferdem eine zweite expandierende Hohlstruktur innerhalb der bekannten Hauptschale. Hinzu kommt eine etwa vier Lichtjahre lange Ausw\u00f6lbung aus atomarem Gas, die aus der Blase herausragt.<\/p>\n<p>Die Formen sprechen daf\u00fcr, dass der Orionnebel nicht durch ein einzelnes Ereignis entstanden ist. Stattdessen d\u00fcrfte er durch mehrere Phasen stellaren Feedbacks gepr\u00e4gt worden sein \u2013 also durch den Einfluss junger Sterne auf ihre Umgebung, etwa durch Strahlung und Sternwinde.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1783865293_523_orionnebel-radioteleskope-offenbaren-neue-gasstrukturen-die-bei-der-geburt-von-sternen-entstehen-178.png\"  width=\"768\" height=\"432\" alt=\"Oben: HI-Emission (atomarer Wasserstoff) \u00fcberlagert auf Karten der Staubverteilung und Staubtemperatur. Unten: HI-Emission in drei Bereichen der EON-Blase bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Bild: Soler et al., 2026\" title=\"Oben: HI-Emission (atomarer Wasserstoff) \u00fcberlagert auf Karten der Staubverteilung und Staubtemperatur. Unten: HI-Emission in drei Bereichen der EON-Blase bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten.\"\/>Oben: HI-Emission (atomarer Wasserstoff) \u00fcberlagert auf Karten der Staubverteilung und Staubtemperatur. Unten: HI-Emission in drei Bereichen der EON-Blase bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Bild: Soler et al., 2026<\/p>\n<p>\u201eUm die Sternentstehung zu verstehen, arbeiten wir an physikbasierten Simulationen, die Ergebnisse liefern sollen, die den Beobachtungen \u00e4hneln\u201c, sagt Daniel Seifried von der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. Diese Beobachtungen w\u00fcrden die theoretischen Modelle und numerischen Simulationen infragestellen, mit denen die Forschenden urspr\u00fcnglich verstehen wollten, wie massereiche Sterne ihr direktes Umfeld beeinflussen.<\/p>\n<p><a class=\"imagen \" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/nachrichten\/astronomie\/james-webb-teleskop-enthullt-die-geburtsstatten-der-sterne-im-orionnebel-in-nie-dagewesener-detailtiefe.html\" title=\"James-Webb-Teleskop enth\u00fcllt die Geburtsst\u00e4tten der Sterne im Orionnebel in nie dagewesener Detailtiefe\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy img-body non-editable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/james-webb-teleskop-enthullt-die-geburtsstatten-der-sterne-im-orionnebel-in-nie-dagewesener-detailti.jpeg\"  width=\"320\" height=\"225\"\/><\/a><\/p>\n<p>Orion sei nur der Anfang, sagt Soler. \u201eUnsere neu entwickelten Methoden zeigen, wie zuk\u00fcnftige Interferometer die verborgene Struktur und Dynamik des interstellaren Mediums aufdecken werden \u2013 selbst in Regionen, die Astronom*innen bereits als gut verstanden glaubten.\u201c<\/p>\n<p>Artikelreferenz<\/p>\n<p class=\"article-reference__body\">Soler, J. D., Beuther, H., Glover, S. C. O., Klessen, R. S., Ott, J., et al. (2026). <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1051\/0004-6361\/202659272\" target=\"_blank\" data-mrf-recirculation=\"end_article_citation\" rel=\"nofollow noopener\">The Neutral Atomic Hydrogen in the solar neighborhood (NeAtHood) project I. Ghost in the shell: Neutral atomic hydrogen in the extended Orion nebula<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Radioemission von neutralen Wasserstoffatomen in Richtung des Orionnebels. 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