{"id":20576,"date":"2026-02-25T22:22:27","date_gmt":"2026-02-25T22:22:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/20576\/"},"modified":"2026-02-25T22:22:27","modified_gmt":"2026-02-25T22:22:27","slug":"dritter-weltkrieg-schon-2027-experte-warnt-vor-taiwan-konflikt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/20576\/","title":{"rendered":"Dritter Weltkrieg schon 2027? Experte warnt vor Taiwan-Konflikt"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"h-full object-cover\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/fa32dc0d-e8da-4bfd-a0ac-ba5b0259a596.png\" alt=\"Donald Trump im Kreise der Europ\u00e4er. Moritz P\u00f6llath beurteilt ihn selbst bei Gr\u00f6nland positiver als viele Kommentatoren.\" loading=\"lazy\"\/>Donald Trump im Kreise der Europ\u00e4er. Moritz P\u00f6llath beurteilt ihn selbst bei Gr\u00f6nland positiver als viele Kommentatoren.<\/p>\n<p>Bild: Keystone<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Der Ukraine-Krieg geht in sein f\u00fcnftes Jahr. In Ihrem Buch aber schildern Sie eine Invasion Taiwans als gr\u00f6ssere Gefahr f\u00fcr den Weltfrieden. Wie begr\u00fcnden Sie das?<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Moritz P\u00f6llath: Es ist die gr\u00f6sste Bedrohung f\u00fcr den Weltfrieden, weil die Grossm\u00e4chte \u00fcber Taiwan in einen direkten Konflikt geraten w\u00fcrden. Es w\u00e4re ein grosser Krieg zwischen China und den USA denkbar, anders als in der Ukraine, wo der Konflikt zwischen den Grossm\u00e4chten noch managebar ist.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Im schlimmsten Fall k\u00f6nnte es im von Ihnen geschilderten Zeitfenster von 2027 bis 2030 sogar zu einem Dritten Weltkrieg kommen?<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Viele Indizien sprechen daf\u00fcr, dass China in diesem Zeitfenster gen\u00fcgend hochger\u00fcstet und kriegsbereit ist, um gegen Taiwan loszuschlagen. Dazu geh\u00f6rt auch, dass Machthaber Xi Jinping immer \u00e4lter wird. Es ist oftmals ein Faktor f\u00fcr solche Personen, dass sie noch einmal einen Platz in der Geschichte haben wollen. Sein biologisches Zeitalter l\u00e4uft ab, und auch das ist ein kriegsbeschleunigendes Argument.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"h-full object-cover\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/16c573af-319d-40ae-a571-9040b51d265b.png\" alt=\"Der Historiker Moritz P\u00f6llath ist Dozent an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen und Reserveoffizier der Bundeswehr.\" loading=\"lazy\"\/>Der Historiker Moritz P\u00f6llath ist Dozent an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen und Reserveoffizier der Bundeswehr.<\/p>\n<p>Bild: zvg<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Er w\u00fcrde gerne Taiwan \u00abzur\u00fcck ins Reich\u00bb holen, wie Sie das in Anspielung auf gewisse historische Vorbilder formulieren.<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Ich mache diese Anspielung ganz bewusst als Historiker, weil Xi Jinping selbst eine Blut-und-Boden-Rhetorik benutzt. Er rechtfertigt seine Grossmachtpolitik damit, dass die Taiwanesen Familie sind, gleiches Blut. Das sind seine Worte. Und deswegen argumentiert er so, wie 1938 argumentiert wurde oder wie heute von Wladimir Putin argumentiert wird.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Als Gegenargument k\u00f6nnte man anf\u00fchren, dass es in Taiwan keine Bestrebungen zu einer vollst\u00e4ndigen Unabh\u00e4ngigkeit gibt. Spielt das keine Rolle?<\/p>\n<p class=\"liveticker-child !leading-xl max-w-article font-secondary mx-article-width text-xl font-normal text-neutral-800\">Taiwan f\u00e4hrt einen schwierigen Kurs. An sich gibt es genug Kr\u00e4fte f\u00fcr eine Unabh\u00e4ngigkeit, aber das Risiko ist zu gross. Abgesehen davon beunruhigen die Chinesen eher die Waffenlieferungen der USA und die Verteidigungsf\u00e4higkeit Taiwans. Milit\u00e4rische Indikatoren spielen wahrscheinlich eine gr\u00f6ssere Rolle als die Bestrebung, unabh\u00e4ngig zu werden. Ich denke, Taiwan verh\u00e4lt sich ganz klug, dieses Fass nicht aufzumachen. Russland hat sehr gut an den Europ\u00e4ern verdient. Putin ist wahrscheinlich der reichste Oligarch und einer der reichsten Menschen der Welt, weil wir Europ\u00e4er seinen Krieg bis heute finanzieren.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Als Historiker erkennen Sie Parallelen zu den 1930er Jahren. Was deutet neben dem Blut-und-Boden-Argument darauf hin?<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Blut und Boden ist vor allem Rhetorik. Es gibt einen Einblick in Xis Denken. Er hat aber auch gesagt, er behalte sich vor, milit\u00e4rische Mittel gegen Taiwan einzusetzen. Und wir wissen aus der Geschichte, dass Diktatoren uns ganz genau sagen, was sie denken und was sie tun. Und dann gibt es, und das f\u00fchre ich in dem Buch aus, eine recht konkrete Vorbereitung technologischer und milit\u00e4rischer Natur.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Was kann man sich darunter vorstellen?<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Zum Beispiel die grossen Landungsbarken, mit denen man eine Invasion \u00fcber Wasser machen k\u00f6nnte, oder die fehlenden Luftlandekapazit\u00e4ten des chinesischen Milit\u00e4rs, die man bei den Russen einkauft. Daran erkennt man, dass die chinesischen Land- und Seestreitkr\u00e4fte auf diese Invasion ausgerichtet sind. Gleichzeitig m\u00f6chte man verhindern, dass die Amerikaner frei im westlichen Pazifik operieren k\u00f6nnen. Mit Langstreckenraketen versucht man, die amerikanische Marine davon abzuhalten, Taiwan \u00fcberhaupt zu Hilfe zu kommen. Das ist in der Summe schon sehr eindeutig und widerspiegelt das Interesse der Chinesen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"h-full object-cover\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/7aafdf49-35c4-4bc7-8aa9-6e8841db2d46.png\" alt=\"Moritz P\u00f6llaths Buch erscheint am 24. Februar.\" loading=\"lazy\"\/>Moritz P\u00f6llaths Buch erscheint am 24. Februar.<\/p>\n<p>Bild: zvg<\/p>\n<p class=\"liveticker-child !leading-xl max-w-article font-secondary mx-article-width text-xl font-normal text-neutral-800\">Auf der anderen Seite kann man sagen, wir leben heute in einer ganz anderen und viel st\u00e4rker verflochtenen Welt. Spielt das da keine Rolle?<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Das ist die Hoffnung. Aber dieses globale Narrativ hat sich schon auf unserem Kontinent nicht bewahrheitet. Russland hat sehr gut an den Europ\u00e4ern verdient. Putin ist wahrscheinlich der reichste Oligarch und einer der reichsten Menschen der Welt, weil wir Europ\u00e4er seinen Krieg bis heute finanzieren. Und dennoch hat er sich mit seinem nationalistischen Blut-und-Boden-Denken und dem Traum vom Wiederaufbau der Grossmacht f\u00fcr diesen Krieg entschieden. Das Gleiche kann man im chinesischen Fall bef\u00fcrchten. Die chinesische Wirtschaft oder Xi k\u00f6nnten das wegstecken, selbst einen verlustreichen Krieg oder einen weltweiten Ansehensverlust.<\/p>\n<p class=\"liveticker-child !leading-xl max-w-article font-secondary mx-article-width text-xl font-normal text-neutral-800\">K\u00f6nnten sie das wirklich? China ist wirtschaftlich nicht mehr so stark, wie noch vor einigen Jahren. Sie erw\u00e4hnen selbst Beispiele wie die Jugendarbeitslosigkeit.<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Das ist das Problem in der Vorhersage. Doch auch Putin l\u00e4sst sich aus \u00f6konomischen Gr\u00fcnden bisher nicht von seinem Krieg abbringen. Und Xi spricht immer wieder \u00fcber seinen Grossmachttraum. Leider redet er so, sonst k\u00f6nnten wir vielleicht beruhigter schlafen. Er hat auch gesagt, die Chinesen m\u00fcssten bereit sein, Bitterkeit zu essen. Wenn wir \u00fcberlegen, was Mao Zedong seinem Volk zugemutet hat, dann k\u00f6nnte Xi noch sehr lange viel Schaden anrichten. Das ist das, was wir aus der Geschichte bef\u00fcrchten m\u00fcssen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"h-full object-cover\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/e21c3567-bccb-4edd-a5b4-fabdfdd4c200.png\" alt=\"Taiwanesische Marinesoldaten testen eine Angriffsdrohne: Die Insel unternimmt grosse Anstrengungen bei der Verteidigung.\" loading=\"lazy\"\/>Taiwanesische Marinesoldaten testen eine Angriffsdrohne: Die Insel unternimmt grosse Anstrengungen bei der Verteidigung.<\/p>\n<p>Bild: Keystone<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Gerade erst hat er seinen rangh\u00f6chsten General abgesetzt. Wie kann man das interpretieren?<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">In die R\u00e4nkespiele des chinesischen Milit\u00e4rs und des Politkaders zu blicken, ist unglaublich schwierig. Es ist davon auszugehen, dass es internen Widerstand gegen Xi gibt. Aber leider kann ich dies nicht durchschauen.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Putins Russland ist ein Mafia-Staat. In China weiss man nicht, was wirklich abgeht.<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Deutsche Geheimdienste und Aufkl\u00e4rungsdienste haben immer noch gute Einsichten zu Russland. Die Amerikaner auch. Und wir haben viele \u00dcberl\u00e4ufer von russischer Seite. Im Falle Chinas ist das eine andere Geschichte. Das ist eine verschlossene Welt.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Es gibt auch unterschiedliche Einsch\u00e4tzungen zur Volksbefreiungsarmee. Sie schildern sie als sehr stark. Aber der gerade abgesetzte General Zhang Youxia soll gesagt haben, sie sei vor 2035 nicht bereit f\u00fcr eine Invasion Taiwans.<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Da ist viel Wahres dran. Die Modernisierung der chinesischen Streitkr\u00e4fte bis 2027, das vermutlich fr\u00fcheste Datum f\u00fcr einen Angriff, ist auch nur ein Teilziel. Xi Jinping hatte urspr\u00fcnglich selbst 2035 vorgegeben. Die Streitkr\u00e4fte sind noch nicht durchgehend auf Weltklasse-Niveau. Aber man sollte sie nicht untersch\u00e4tzen. Die Man\u00f6ver der chinesischen Marine im Westpazifik sind beeindruckend, sowohl in technologischer Hinsicht als auch mit Blick auf die F\u00e4higkeit, sich zu koordinieren. Die Invasion Taiwans w\u00e4re ein Megaprojekt. Die russische Armee hat f\u00fcr die Ukraine in Syrien trainiert. Das hat die chinesische Armee alles nicht.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Es gibt auch das Argument, dass die chinesische Armee keine Kriegserfahrung hat. Seit ihrem letzten Krieg ist fast ein halbes Jahrhundert vergangen, und das war ein relativ kurzer Grenzkonflikt mit Vietnam.<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Das sind hemmende Argumente. Die Invasion Taiwans w\u00e4re ein Megaprojekt. Die russische Armee hat f\u00fcr die Ukraine in Syrien trainiert. Das hat die chinesische Armee alles nicht.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Taiwan hat in den letzten Jahren auch viel unternommen, um die Abwehrbereitschaft zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Ich finde es beeindruckend, wie pr\u00e4sent sie in der taiwanesischen Gesellschaft ist. Sie \u00fcbt regelm\u00e4ssig den Ernstfall, auch unter Einbezug der Zivilisten. Da geht es um Erste Hilfe und wann man in die Bunker gehen muss. In der fr\u00fchen Phase des Kalten Krieges in Europa war dies in unseren K\u00f6pfen \u00e4hnlich pr\u00e4sent. F\u00fcr die Taiwanesen ist es leider Alltag.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Beim Zeitfenster f\u00fcr eine Invasion bis 2030 erw\u00e4hnen Sie auch die Demografie als Faktor. Eigentlich ist sie jetzt schon ein Problem. Etwas salopp k\u00f6nnte man sagen, dass die Volksbefreiungsarmee aus Einzelkindern besteht.<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Das finde ich eine gute Formulierung. Die Einkind-Politik wurde erst vor einigen Jahren aufgegeben. Die Demografie w\u00e4re ein kriegsmindernder Faktor, wenn wir einen rationalen Herrscher h\u00e4tten. Ansonsten k\u00f6nnte ihm das egal sein, denn so schnell werden die Soldaten nicht ausgehen. China ist immer noch ein Land mit 1,3 Milliarden Menschen. Aber die chinesische Demografie ver\u00e4ndert sich aufgrund des Wohlstands \u00e4hnlich wie unsere europ\u00e4ische, sie wird \u00e4lter.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Und daraus entsteht der Druck auf dieses Zeitfenster von drei Jahren?<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Es betrifft das Zusammenfallen von Xis Lebenszeitfenster mit der Modernisierung der Streitkr\u00e4fte. Ob er kurz vor seinem hohen Alter diesen Krieg wagt, ist das grosse Fragezeichen. Aber bei Wladimir Putin sehen wir: Wenn der Grossmachttraum da ist, dann neigen auch diese alten Herren dazu, die Welt in Brand zu setzen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"h-full object-cover\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6ba3e4fc-9578-4dd9-a2f0-197d520abaf9.png\" alt=\"Die Achse der Autokraten: Wladimir Putin, Xi Jinping und Kim Jong Un letztes Jahr in Peking.\" loading=\"lazy\"\/>Die Achse der Autokraten: Wladimir Putin, Xi Jinping und Kim Jong Un letztes Jahr in Peking.<\/p>\n<p>Bild: Keystone<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Putin f\u00fchrt nach wie vor den Krieg in der Ukraine, aber ohne die Achse der Autokraten mit China, Iran und Nordkorea w\u00e4re er wahrscheinlich in grossen Schwierigkeiten.<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Das ist ein wichtiges Argument, das unsere westliche Gesellschaft besser verstehen sollte. Die Ukrainer verstehen es. Sie sind mit iranischen Drohnen am Himmel, nordkoreanischen Soldaten in den Gr\u00e4ben, chinesischen Ersatzteilen, chinesischer Satellitentechnik und russischen Panzern konfrontiert. Es ist l\u00e4ngst ein Krieg der Autokraten gegen uns im Westen. Weil das von unseren Politikern nicht so deutlich gesagt oder auch nur wahrgenommen wird, sehe ich es als meine Aufgabe als Historiker zu sagen: Schaut doch hin, da haben sich gleich und gleich verb\u00fcndet und k\u00e4mpfen gegen unsere Weltordnung.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Die entscheidende Hilfe f\u00fcr Putin ist wohl jene der Chinesen, auch weil sie viele Rohstoffe von ihm kaufen.<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Salopp k\u00f6nnte man sagen, dass China den Ukraine-Krieg jederzeit beenden k\u00f6nnte, wenn es ein globaler Player sein will, wie sich Xi Jinping gerne gibt. Er redet von Frieden und hat alle Hebel, um Putin \u00f6konomisch und milit\u00e4risch zum Einhalten zu dr\u00e4ngen, aber er tut es nicht, denn Ukraine und Taiwan sind verkn\u00fcpft. Wenn Putin in der Ukraine gewinnt, sieht es sehr schlecht f\u00fcr Taiwan aus. Wenn wir die russische Expansion eind\u00e4mmen oder zur\u00fcckwerfen, sieht es sehr gut f\u00fcr Taiwan aus. Da gibt es eine direkte Verbindung.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Es gibt ein noch schlimmeres Szenario. In dem von Ihnen beschriebenen Zeitfenster k\u00f6nnte nicht nur China Taiwan angreifen, sondern Russland einen NATO-Staat.<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Wir sind in eine Phase voller Konflikte eingetreten. Ein amerikanischer Kollege hat sie mit der Weimarer Republik verglichen, aber nicht mit dem politischen System, sondern weil es jedes Jahr eine neue Krise gibt. Daraus ergibt sich die Frage, welche Staatsm\u00e4nner unsere L\u00e4nder in den n\u00e4chsten Jahren lenken werden. Es br\u00e4uchte eine besonders hohe F\u00fchrungsqualit\u00e4t, um diesen Herausforderungen zu begegnen.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Ist sie vorhanden?<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Das ist eine schwierige Frage. Ich sehe noch keinen Winston Churchill oder Franklin Roosevelt oder Robert Schuman, wenn man auch ihn nennen will, am Horizont. Man k\u00f6nnte sagen, wir haben eine gute Mittelklasse, in der Hoffnung, dass einige den Herausforderungen gerecht werden. Giorgia Meloni macht einen sehr interessanten und guten Job in transatlantischer Hinsicht. Friedrich Merz schickt sich auch an, ein guter aussenpolitischer Kanzler zu werden. Hoffen wir, dass sie die Pr\u00fcfungen bestehen.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Gefordert sind vor allem die USA, wenn es zu einem multipolaren Krieg kommt. Ist das mit Donald Trump noch m\u00f6glich, kann man sich auf ihn verlassen?<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Ich habe eine andere Interpretation von Trumps Aussenpolitik. Er macht derzeit sehr viel, um die europ\u00e4ische Sicherheit zu st\u00e4rken. Er hat Nicol\u00e1s Maduro in Venezuela entf\u00fchrt und damit den Russen und den Chinesen das \u00d6l f\u00fcr ihre Kriegsmaschine genommen. Wenn sie einen grossen Krieg f\u00fchren wollen, brauchen sie \u00d6l. Das haben sie nicht mehr. Auch den Iran als Teil der Achse der Autokraten hat er geschw\u00e4cht, durch Bombardements oder das Ausschalten der iranischen Verb\u00fcndeten. Insofern leistet er f\u00fcr den Westen geopolitisch sehr gute Arbeit. Man kann dankbar sein f\u00fcr diese Entscheidungen des US-Pr\u00e4sidenten. Was er in Zukunft macht und wie seine Launen w\u00f6chentlich umschlagen, werden wir sehen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"h-full object-cover\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5dc3b3f3-76b2-4a2b-ac91-786a9e19db79.png\" alt=\"Die Entf\u00fchrung von Nicol\u00e1s Maduro und seiner Frau war ein schwerer Schlag f\u00fcr China und Russland.\" loading=\"lazy\"\/>Die Entf\u00fchrung von Nicol\u00e1s Maduro und seiner Frau war ein schwerer Schlag f\u00fcr China und Russland.<\/p>\n<p>Bild: Keystone<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Sie schildern Trump auch im Buch positiv. Sie finden, er macht nicht alles falsch.<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Ich w\u00fcrde dem Medienbild in Deutschland und Europa widersprechen. Ich bewerte ihn aussen- und sicherheitspolitisch aus einer europ\u00e4ischen Perspektive. Trump sagt seit 2019: Kauft kein russisches \u00d6l und Gas, ihr finanziert damit einen Krieg. Und deutsche Politiker haben auf Gazprom gesetzt, auf Nord Stream 2. Er hat verstanden, welche Deals gegen den Westen ablaufen und ist bereit, tatkr\u00e4ftig dagegen anzugehen. Das muss man anerkennen.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Auf der anderen Seite hat er eine Schw\u00e4che f\u00fcr starke M\u00e4nner. Von Putin l\u00e4sst er sich um den Finger wickeln. Und er ist zwar kritisch gegen\u00fcber China, aber f\u00fcr Xi Jinping scheint er eine gewisse Faszination zu empfinden.<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Trump hat keine Ber\u00fchrungs\u00e4ngste mit grossen, m\u00e4chtigen M\u00e4nnern oder Diktatoren, die eine Sprache der Macht sprechen. Menschenrechte oder andere Bedenken interessieren ihn nicht. Er sieht jemanden, der auch m\u00e4chtig ist und mit dem er Deals machen will. Dieses Verhalten kann besorgniserregend sein, aber mittel- und langfristig hat er sehr positive Schritte f\u00fcr den Westen unternommen. Ein Gr\u00f6nland unter st\u00e4rkerer amerikanischer Herrschaft oder Einflussnahme bindet die Amerikaner eher an Europa. Dann grenzt der amerikanische Einflussbereich an Grossbritannien und Norwegen.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Was halten Sie von der Theorie, dass Russland, China und die USA die Welt unter sich aufteilen wollen?<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Wir wissen, dass es der Wunsch Russlands und Chinas ist, die Weltordnung zu begraben, in der wir leben und die es eigentlich nicht mehr vollst\u00e4ndig gibt. Wenn sie von Multipolarit\u00e4t sprechen, meinen sie die Herrschaft Russlands und die Herrschaft Chinas. Auch die USA erweitern ihre Einflusssph\u00e4re, oder ich w\u00fcrde sagen, sie verfestigen sie. Denn Gr\u00f6nland oder der Panamakanal geh\u00f6rten f\u00fcr sie schon immer zu ihrem Einflussgebiet. Nun greifen sie wieder tatkr\u00e4ftiger oder entschiedener durch, zur \u00dcberraschung der Verb\u00fcndeten, weil die Amerikaner das 30 oder 40 Jahre so nicht mehr getan haben.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Trumps Gel\u00fcste auf Gr\u00f6nland k\u00f6nnten die Europ\u00e4er aufwecken?<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Es hat sie aufgeweckt. Es gibt die Mission \u00abW\u00e4chter der Arktis\u00bb, an der wir Deutschen beteiligt sind. Es ist ein Signal an die Amerikaner. Wir k\u00f6nnen das Territorium sichern und wichtige Sicherheitsaufgaben \u00fcbernehmen. Und ich m\u00f6chte etwas einwerfen, das \u00fcberhaupt nicht bedacht wird. Ein Gr\u00f6nland unter st\u00e4rkerer amerikanischer Herrschaft oder Einflussnahme bindet die Amerikaner eher an Europa. Dann grenzt der amerikanische Einflussbereich an Grossbritannien und Norwegen. Gr\u00f6nland kann wiederum nicht ohne Norwegen verteidigt werden. Man sollte vielleicht Gr\u00f6nland als Br\u00fccke sehen und nicht als Graben. Wenn das ein Staatsmann erkennen w\u00fcrde, k\u00f6nnten die n\u00e4chsten Jahre ganz anders ausgehen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"h-full object-cover\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/ad7a45a3-d974-4151-9cb7-dd464b5b5aee.jpg\" alt=\"Ein niederl\u00e4ndisches Kriegsschiff nimmt an der Mission \u00abW\u00e4chter der Arktis\u00bb teil.\" loading=\"lazy\"\/>Ein niederl\u00e4ndisches Kriegsschiff nimmt an der Mission \u00abW\u00e4chter der Arktis\u00bb teil.<\/p>\n<p>Bild: Keystone<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Sie sehen in Ihrem Buch eine gewisse Chance, dass es nicht zum Worst Case kommen wird. Was k\u00f6nnen Sie dazu sagen?<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Katastrophenprophet zu sein, ist ein einfaches Gesch\u00e4ft. Es w\u00fcrde sich besser verkaufen. Aber wenn man sieht, was die Amerikaner machen, gibt es positive Indizien. Die Chinesen und Russen haben genau erkannt, mit welcher Schlagkraft Trump gegen Maduro vorgegangen ist. Das sind moderne Technologien, die wir noch gar nicht alle kennen \u2026<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">\u2026 zum Beispiel mit KI.<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Es war ein ph\u00e4nomenaler Einsatz. Und die Amerikaner zeigen jetzt auch, wie sie gegen den Iran vorgehen wollen. Da schauen die Diktatoren genau hin. Was der amerikanische Pr\u00e4sident derzeit macht, zeigt ihnen, dass sie einen Gegenspieler haben. Der war jahrelang weg. Sie konnten machen, was sie wollten. Und wir Europ\u00e4er \u00fcbernehmen mehr und mehr Verantwortung. Wir erh\u00f6hen unsere Beitr\u00e4ge, nicht nur Deutschland, vor allem Polen, das seit vielen Jahren die Gefahr ernst nimmt. Das ver\u00e4ndert die Risikokalkulation von Putin und Xi. Jetzt ein europ\u00e4isches Land anzugreifen, ist deutlich schwieriger als vor f\u00fcnf oder sechs Jahren, vor dem Angriff auf die Ukraine. Das ist kein leichtes Spiel mehr.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Einiges deutet darauf hin, dass Trump den Iran angreifen wird, mit den vielen Kriegsschiffen und Flugzeugen, die er in die Region schickt. K\u00f6nnte das auch einen abschreckenden Effekt haben?<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Das w\u00e4re der gr\u00f6sste abschreckende Effekt nach Venezuela, nach dem Interesse an Gr\u00f6nland, nach dem Druck auf Russland. Denn die USA nehmen auch die russische Schattenflotte hoch. Die Europ\u00e4er diskutieren \u00fcber Sanktionen. Wir tun nichts. Die \u00d6ltanker fahren in der Nordsee vorbei. Die Amerikaner machen sie dingfest und unterbinden damit den Geldfluss. Das sind zwei unterschiedliche Handlungen. Iran w\u00e4re das gr\u00f6sste Signal an Putin und Xi, dass die Amerikaner weiterhin ernst zu nehmen sind.<\/p>\n<p class=\"font-secondary mx-article-width liveticker-child !leading-xl text-xl font-semibold text-neutral-800\">Es w\u00e4re eine seltene Ironie, wenn Donald Trump damit quasi den dritten Weltkrieg verhindern w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"mx-article-width liveticker-child font-secondary !leading-xl pl-6 text-xl font-normal text-neutral-800\">Aber es w\u00e4re gut f\u00fcr uns alle, und dann sollte er seinen Friedensnobelpreis bekommen, von dem er anscheinend immer tr\u00e4umt, mit seinem grossen Ego.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Donald Trump im Kreise der Europ\u00e4er. Moritz P\u00f6llath beurteilt ihn selbst bei Gr\u00f6nland positiver als viele Kommentatoren. 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