{"id":207854,"date":"2026-07-14T05:48:13","date_gmt":"2026-07-14T05:48:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/207854\/"},"modified":"2026-07-14T05:48:13","modified_gmt":"2026-07-14T05:48:13","slug":"museum-insel-hombroich-stille-als-kunsterlebnis-im-zwoelf-raeume-haus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/207854\/","title":{"rendered":"Museum Insel Hombroich &#8211; Stille als Kunsterlebnis im Zw\u00f6lf-R\u00e4ume-Haus"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Welch ein Bewohner kann sich schon r\u00fchmen, ein Zw\u00f6lf-R\u00e4ume-Haus zu bewohnen? Auf der Museumsinsel Hombroich ist das m\u00f6glich, und die Nutznie\u00dferin ist die Kunst im gro\u00dfen Stil.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nach langj\u00e4hriger Sanierung ist das dortige Zw\u00f6lf-R\u00e4ume-Haus endlich wiederer\u00f6ffnet. Doch statt den zentralen Ausstellungspavillons gleich wieder mit Kunstwerken zu bef\u00fcllen, soll das Geb\u00e4ude bis Ende September als begehbare Skulptur von Erwin Heerich in seiner puren Form und ohne die installierte Sammlung zu erfahren sein.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Kunst wird es dennoch reichlich geben: \u201eIn dieser Zeit begegnen die Besuchenden \u2014 \u00fcberwiegend an den Wochenenden \u2014 auch zahlreichen k\u00fcnstlerischen Interventionen. Der Raum selbst, seine klare Ordnung und ein ganz besonderes Licht bilden den Rahmen f\u00fcr auf den Ort bezogene Beitr\u00e4ge aus Tanz, Performance und Musik\u201c, schreibt die Stiftung Insel Hombroich. Aber: Auch die pure Form des Geb\u00e4udes ist bereits ein Erlebnis.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mit einem neuen Glasdach erscheint das ganze Geb\u00e4ude nicht nur lichtdurchflutet, sondern pr\u00e4sentiert sich als charaktervolle Fl\u00e4che. Und das gleich zw\u00f6lfmal. Auch ohne die Sammlungen sind das starke Eindr\u00fccke. Den st\u00e4rksten inneren Widerhall produziert die Stille. Der Mensch ist auf sich selbst verwiesen und l\u00e4sst sich f\u00fcr eine selbst gew\u00e4hlte Zeit einmal auf das Ausbleiben gewohnter Ger\u00e4uschkulissen ein. Nur die in D\u00fcsseldorf gestarteten Flugzeuge holen die andere Welt herein \u2013 ebenso die zuf\u00e4lligen B\u00f6llersch\u00fcsse eines nahen Sch\u00fctzenfestes.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die R\u00e4ume sind f\u00fcr nahezu alle Beitr\u00e4ge geeignet, die das Herz der Besucher h\u00f6herschlagen lassen werden. Ende Juli werden unter anderem zw\u00f6lf Soundcubes in den zw\u00f6lf R\u00e4umen platziert, die ein miteinander korrespondierendes Klangbild erzeugen. F\u00fcr Anfang August ist eine Vokalperformance vorgesehen. Und solche breit gestreuten k\u00fcnstlerischen Auftritte sollen auch bis zur Installation der zuvor gewohnten Sammlungen beibehalten werden. Denn genau das bietet dieses Museum einfach an: das Besondere herauszugreifen und einem daf\u00fcr sensiblen Publikum zu offerieren.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Einigen am Samstag zun\u00e4chst sp\u00e4rlich eintr\u00f6pfelnden Besuchern ist das voll bewusst. Sie sch\u00e4tzen vor allem die lichtdurchflutete R\u00e4umlichkeit und malen sich insgeheim aus, was hier demn\u00e4chst zur Realit\u00e4t wird. Mit fehlenden Beschriftungen, wie sie in Hombroich als eisernes Gesetz gelten, werden sie auch in Zukunft leben m\u00fcssen. Stattdessen sind ihre eigenen Eindr\u00fccke gefragt und hochgesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eIm Mittelpunkt der Programme\u201c, so hei\u00dft es in der Ank\u00fcndigung, \u201estehen das Fl\u00fcchtige, aber auch das intensive Erleben des Augenblicks und die r\u00e4umlichen Strukturen\u201c. Sowohl die kulturellen als auch die architektonischen \u00c4stheten mit ihren offenkundigen Verschr\u00e4nkungen kommen hier auf ihre Kosten. \u201eJeder Mensch ist Gast\u201c, betonte Karl-Heinrich M\u00fcller, Gr\u00fcnder des Museums Insel Hombroich, von Anfang an, \u201edenn die Kunst geh\u00f6rt allen.\u201c So erstrahlt das Zw\u00f6lf-R\u00e4ume-Haus wieder im alten Glanz. Und hat zugleich architektonisch eine Menge hinzugewonnen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dass der Fantasie f\u00fcr diese oder jene neue Auff\u00fchrungsart mit den Neuerungen kaum Grenzen gesetzt sind, muss nicht eigens betont werden. Die Verbindung von Produktion und Leben war hier stets ein Anliegen. Auch das leibliche Wohl wird hier laufend bedacht. Im Kern ist und bleibt \u201eHombroich\u201c also eine Heimst\u00e4tte der Kultur, die neuerdings so viel wie m\u00f6glich mit Glas \u00fcberdacht. Die sorgf\u00e4ltige Sanierung des Zw\u00f6lf-R\u00e4ume-Hauses ist daf\u00fcr ein Mosaikstein, wenn auch ein sehr wichtiger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Welch ein Bewohner kann sich schon r\u00fchmen, ein Zw\u00f6lf-R\u00e4ume-Haus zu bewohnen? 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