{"id":207892,"date":"2026-07-14T06:22:20","date_gmt":"2026-07-14T06:22:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/207892\/"},"modified":"2026-07-14T06:22:20","modified_gmt":"2026-07-14T06:22:20","slug":"phytoplankton-wendet-das-zwiebelschalen-prinzip-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/207892\/","title":{"rendered":"Phytoplankton wendet das Zwiebelschalen-Prinzip an"},"content":{"rendered":"<p>                \tWie eine\u202fZwiebel\u202f\u00a0<\/p>\n<p>Zu ihrer \u00dcberraschung\u202fstellten sie fest, dass die\u202fKonzentration an Fucoxanthin in der N\u00e4he der Phytoplanktonzelle viel st\u00e4rker ansteigt als erwartet. Dies deutet darauf hin, dass die Phycosph\u00e4re\u202ftats\u00e4chlich aus mehreren Schichten besteht. Sie\u202fsind\u202fwie Zwiebelschalen in immer gr\u00f6sseren\u202fkugelf\u00f6rmigen H\u00fcllen\u202fum die Mikroalge in der Mitte\u202fgewickelt.\u202fDabei bestimmen die chemischen Eigenschaften\u202fder abgegebenen Stoffe,\u202fwie weit sich die einzelnen Schichten ausdehnen.\u202f\u202f\u00a0<\/p>\n<p>Die Forschenden kamen zum Schluss, dass es deutliche Unterschiede zwischen den Substanzen gibt:\u202fNur wasserl\u00f6sliche\u202fStoffe\u202fwie Zucker oder Aminos\u00e4uren verhalten sich so, wie es man aufgrund der einfachen Diffusion erwarten w\u00fcrde. Ihre Konzentration nimmt sehr allm\u00e4hlich ab, je gr\u00f6sser der Abstand zu den Mikroalgen wird.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Anders ist es bei wasserabweisenden Stoffen wie Fucoxanthin, dasdass eines der wichtigsten Photosynthese-Pigmente in vielen Mikroalgen ist. Diese Substanz bleibt in der N\u00e4he der Mikroalge stark konzentriert und ihre Konzentration nimmt rund zehn\u202fMikrometer von der Zelloberfl\u00e4che entfernt sehr stark ab.\u202fWie ist das m\u00f6glich? Zachary Landry und Riccardo Foffi, die beiden Erstautoren der Studie, stellten fest, dass\u202feine d\u00fcnne Schicht aus schleimartigen Stoffen rund um die Mikroalge\u202fdaf\u00fcr verantwortlich ist.\u202f\u00a0<\/p>\n<p>Schleim mit doppelter Funktion\u202f\u00a0<\/p>\n<p>Eine Art Schleim umh\u00fcllt die Mikroalge,\u202fder gem\u00e4ss den Forschenden eine doppelte Funktion erf\u00fcllt: \u00abEinerseits\u202fhilft er wasserabweisenden Stoffen, sich\u202fim Wasser zu verteilen\u00bb, sagt Foffi.\u202fAndererseits\u202fhalte\u202fder Schleim\u202fdie Molek\u00fcle zur\u00fcck \u2013 und hindere\u202fsie daran,\u202fsich\u202fvon der Zelle weg zu\u202fbewegen, was zu den deutlich h\u00f6heren Konzentrationen in der N\u00e4he der Zelloberfl\u00e4che f\u00fchre.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abDadurch\u202fentstehen\u202fviel st\u00e4rkere chemische Signale\u00bb, f\u00fcgt Landry hinzu. \u00abSie machen es\u202fden Bakterien einfacher, die winzigen Mikroalgenzellen im Ozean zu finden.\u00bb\u202fDas ver\u00e4ndert das bisherige Bild der\u202fPhycosph\u00e4re\u202fgrundlegend.\u202fDen Forschenden zufolge haben ihre Ergebnisse wichtige Auswirkungen auf Modelle der Wechselwirkungen zwischen Phytoplankton und Bakterien. Zudem\u202fzeigen sie, dass gute experimentelle Arbeiten auch in einer zunehmend rechnergest\u00fctzten Welt weiterhin wichtig bleiben.\u202f\u00a0<\/p>\n<p>Die Studie zeigt, dass die unmittelbare Umgebung von Mikroalgen viel komplexer aufgebaut ist als bisher angenommen. Diese neuen Erkenntnisse k\u00f6nnten helfen, die Wechselwirkungen zwischen Mikroalgen und Bakterien \u2013 und damit einen wichtigen Teil des Kohlenstoffkreislaufs der Meere \u2013 besser zu verstehen.\u202f\u202f\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie eine\u202fZwiebel\u202f\u00a0 Zu ihrer \u00dcberraschung\u202fstellten sie fest, dass die\u202fKonzentration an Fucoxanthin in der N\u00e4he der Phytoplanktonzelle viel st\u00e4rker&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":207893,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[25],"tags":[7984,248,43,45,14072,104],"class_list":["post-207892","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-zuerich","tag-d-baug","tag-homehero","tag-news","tag-schweiz","tag-umweltwissenschaften","tag-zuerich"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116916888646075690","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/207892","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=207892"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/207892\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/207893"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=207892"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=207892"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=207892"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}