{"id":207984,"date":"2026-07-14T07:35:06","date_gmt":"2026-07-14T07:35:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/207984\/"},"modified":"2026-07-14T07:35:06","modified_gmt":"2026-07-14T07:35:06","slug":"gaby-koester-ueber-pflegenotstand-dann-sollen-die-mal-das-maul-aufmachen-komikerin-rechnet-mit-der-politik-und-der-afd-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/207984\/","title":{"rendered":"Gaby K\u00f6ster \u00fcber Pflegenotstand: \u201eDann sollen die mal das Maul aufmachen\u201c \u2013 Komikerin rechnet mit der Politik und der AfD ab"},"content":{"rendered":"<p>Seit einem Schlaganfall sitzt Gaby K\u00f6ster, 64, im Rollstuhl. Sie wei\u00df, wie wichtig Pflegekr\u00e4fte f\u00fcr Menschen wie sie sind\u00a0\u2013 auch und gerade, wenn privat das Geld knapp ist. An die Adresse von Politik und Parteien hat die Schauspielerin deshalb eine klare Botschaft.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Gaby K\u00f6ster fehlt das Fernsehen, und das nicht nur aus kreativen Gr\u00fcnden: \u201eAlso finanziell muss ich sagen: Ja, ich vermisse das Fernsehen. Ich habe auch wirklich Panik, wie es weitergeht\u201c, sagte sie im Interview der Deutschen Presse-Agentur in M\u00fcnchen. Im Jahr 2008 beendete ein Schlaganfall die erfolgreiche Karriere der Schauspielerin und Komikerin j\u00e4h. Heute ist sie auf einen Rollstuhl angewiesen.<\/p>\n<p>\u201eIch hab&#8216; Pflegestufe zwei und kann mir selber nichts kochen, zum Beispiel. Aber wenn ich der Krankenkasse sage, ich brauche eine h\u00f6here, hei\u00dft es, ich sei nicht dement genug und der Schlaganfall auch schon lange her. Ich wiege noch 58 Kilo bei 1,76 und das ist alles nicht lustig\u201c, sagte die K\u00f6lnerin der dpa.<\/p>\n<p>\u201eIch habe eine Reinigungsfrau und jemand, der f\u00fcr mich einkaufen geht, und habe eine unfassbar liebenswerte Nachbarin, die sich auch ein bisschen um mich k\u00fcmmert. Wenn es das alles nicht g\u00e4be, w\u00fcrde ich jetzt hier nicht sitzen, sondern wahrscheinlich in einer Urne.\u201c<\/p>\n<p>Von der Politik f\u00fchle sie sich im Stich gelassen. \u201eIch habe in meinem Leben, ich wei\u00df nicht wie viel, an Steuern bezahlt. Und so kann man nicht mit Menschen umgehen.\u201c<\/p>\n<p>K\u00f6ster: Jeder Politiker sollte eine Pflegeschicht machen<\/p>\n<p>K\u00f6ster nutzt das Gespr\u00e4ch auch f\u00fcr eine Abrechnung mit der Politik: \u201eIch w\u00fcnsche mir, dass alle Politiker mindestens mal eine Schicht von den Pflegekr\u00e4ften machen. Und dann sollen sie mal das Maul aufmachen. Applaus f\u00fcr Pflegepersonal reicht nicht, da k\u00f6nnen die weder Miete von zahlen noch sich ern\u00e4hren oder ihre Kinder anst\u00e4ndig beaufsichtigen.\u201c Die Menschen in Pflegeheimen h\u00e4tten alle lange f\u00fcr dieses Land gearbeitet und wie sie jetzt behandelt w\u00fcrden, das gehe einfach nicht.<\/p>\n<p>Was sie sich auch noch w\u00fcnscht: \u201e80 Prozent aller Menschen, die in Pflegeheimen und Krankenh\u00e4usern arbeiten, sind Ausl\u00e4nder. Und ich freue mich auf den Tag, wenn ein AfDler irgendwo rumliegt und dann auf eine Brasilianerin angewiesen ist, die ihm hoffentlich den Arsch mit Schmirgelpapier abwischt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDass das Machos waren, das war mir ja egal\u201c, sagt sie im R\u00fcckblick<\/p>\n<p>K\u00f6ster ist von diesem Donnerstag an in dem Dokumentarfilm \u201eWas haben wir gelacht\u201c im Kino zu sehen, der sich mit dem Frauenbild in deutschen Fernsehshows der 1990er und fr\u00fchen 2000er Jahre auseinandersetzt. Die Komikerin galt damals als Pionierin, war zum Beispiel meist die einzige Frau in der RTL-Show \u201e7 Tage &#8211; 7 K\u00f6pfe\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDie Kollegen von \u201a7 Tage, 7 K\u00f6pfe\u2019 waren total s\u00fc\u00df zu mir hinter der B\u00fchne, weil ich da eben auch Angst hatte. Und die haben mich dann gedr\u00fcckt und so. Und die haben gesagt: Die tun dir da drau\u00dfen nichts, mach einfach und fertig\u201c, sagte die 64-J\u00e4hrige. \u201eDas war superklasse und dass das Machos waren, das war mir ja egal. Ich hatte meine Ausbildung in der Kneipe gemacht und da ist das an der Tagesordnung.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bin jetzt 64 und jetzt hau&#8216; ich raus\u201c, sagt K\u00f6ster<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend habe die Arbeit in der Kneipe sie perfekt auf das Fernsehen vorbereitet: \u201eDa erlebt man auch sehr viel Elend und hat auch gerade mit solchen Dingen zu tun, mit Popoklatschern und so. Bei mir war das so ein Automatismus, ich habe mich dann direkt rumgedreht und die Hand weggeschlagen. Dat war die beste Schule f\u00fcrs Fernsehen.\u201c<\/p>\n<p>Inzwischen wisse sie, dass das, was sie als eine der damals wenigen Frauen im deutschen Humorfach getan habe, auch eine gesellschaftliche Bedeutung hat: \u201eJe \u00e4lter ich wurde, desto mehr habe ich gemerkt, dass es schon politisch ist, was ich tue. Ich arbeite nicht im B\u00fcro und habe die M\u00f6glichkeit, Dinge zu sagen, die andere Menschen nicht sagen k\u00f6nnen aufgrund ihrer Arbeit oder whatever. Ich bin jetzt 64 und jetzt hau&#8216; ich raus.\u201c<\/p>\n<p>dpa\/krott<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit einem Schlaganfall sitzt Gaby K\u00f6ster, 64, im Rollstuhl. 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