{"id":209964,"date":"2026-07-15T14:32:16","date_gmt":"2026-07-15T14:32:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/209964\/"},"modified":"2026-07-15T14:32:16","modified_gmt":"2026-07-15T14:32:16","slug":"das-richtige-mass-an-medizin-dgim-veroeffentlicht-5-neue-klug-entscheiden-empfehlungen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/209964\/","title":{"rendered":"Das richtige Ma\u00df an Medizin: DGIM ver\u00f6ffentlicht 5 neue \u201eKlug entscheiden\u201c-Empfehlungen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" width=\"300\" height=\"61\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Dgim_logo.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" decoding=\"async\"  \/><\/p>\n<p class=\"postDate\">15.07.2026 14:19<\/p>\n<p class=\"postExcerpt\">Welche Diagnostik ist notwendig, welche Therapie verbessert die Versorgung und wann ist Zur\u00fcckhaltung medizinisch sinnvoller? Mit 5 neuen Empfehlungen der Initiative \u201eKlug entscheiden\u201c zeigt die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Innere Medizin e. V. (DGIM), wie wichtig das richtige Ma\u00df in der Inneren Medizin ist. <\/p>\n<p>Die Empfehlungen aus Gastroenterologie und Kardiologie behandeln Themen wie Reizdarm, Mangelern\u00e4hrung oder Bewegungstherapie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie wurden erstmals im April 2026 auf dem DGIM-Kongress vorgestellt und sind nun im Deutschen \u00c4rzteblatt erschienen.<\/p>\n<p>Fehlversorgung hat immer zwei Seiten: Manche wirksamen Ma\u00dfnahmen werden im Alltag zu selten eingesetzt. Zugleich erhalten Patientinnen und Patienten Untersuchungen oder Behandlungen, die ihnen voraussichtlich nicht weiterhelfen. \u201eMit \u201aKlug entscheiden\u2018 adressieren wir deshalb \u00dcber-, Unter- und Fehlversorgung in der Inneren Medizin in konkreten alltagsnahen Positiv- und Negativ-Empfehlungen\u201c, erkl\u00e4rt Professor Dr. med. Sebastian M. Schellong, der als Sprecher der Konsensus-Kommission die Entstehung der Empfehlungen mit den internistischen Schwerpunktgesellschaften koordiniert.<\/p>\n<p>Mit den 5 nun im Deutschen \u00c4rzteblatt erschienenen Beitr\u00e4gen aus der Gastroenterologie und der Kardiologie hat die Initiative unter Leitung der DGIM nunmehr \u00fcber 170 g\u00fcltige Empfehlungen verfasst. Diese geben \u00c4rztinnen und \u00c4rzten Hilfestellung, um in konkreten Versorgungssituationen die richtige Entscheidung zu treffen. 4 der 5 neuen Empfehlungen sind Positiv-Empfehlungen, die \u00c4rztinnen und \u00c4rzte auf Instrumente zur Risikoeinsch\u00e4tzung, Pr\u00e4vention und strukturierten Versorgung mit konkretem Nutzen f\u00fcr die Patientinnen und Patienten hinweisen. Hinzu kommt eine neue Negativ-Empfehlung, die dazu beitragen soll, vermeidbare Diagnostik bei Reizdarm-Erkrankungen einzud\u00e4mmen.<\/p>\n<p>\u201eBei \u201aKlug entscheiden\u2018 geht es darum, genau das richtige Ma\u00df an Medizin f\u00fcr die individuelle Situation und Erkrankung einer Patientin oder eines Patienten zu finden\u201c, sagt Schellong. Damit sei die Initiative kein reines Instrument zur Kosteneinsparung. \u201eTats\u00e4chlich f\u00f6rdert \u201aKlug entscheiden\u2019 die Qualit\u00e4t in der Medizin und gegebenenfalls auch einen sparsamen Umgang mit begrenzten Ressourcen\u201c, sagt auch Professor Dr. med. Georg Ertl, Generalsekret\u00e4r der DGIM.<\/p>\n<p>Die neuen Empfehlungen im \u00dcberblick<br \/>\nTumorerkrankungen: Mangelern\u00e4hrung fr\u00fch erkennen und behandeln<\/p>\n<p>Viele Krebspatientinnen und -patienten verlieren im Verlauf ihrer Erkrankung Gewicht oder nehmen zu wenig Energie und Eiwei\u00df auf. Die DGIM empfiehlt deshalb, den Ern\u00e4hrungsstatus ab der Diagnose regelm\u00e4\u00dfig mit validierten Instrumenten zu erfassen. Wird ein Risiko f\u00fcr Mangelern\u00e4hrung erkannt, kann eine fr\u00fchzeitige Ern\u00e4hrungsberatung oder -therapie helfen, Kr\u00e4fte zu erhalten, um die Behandlung besser bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Langj\u00e4hriger Reflux: Einmalige Magenspiegelung soll Barrett-\u00d6sophagus erkennen<\/p>\n<p>Rund ein Viertel der Menschen in Deutschland ist regelm\u00e4\u00dfig von saurem R\u00fcckfluss wie Sodbrennen betroffen. Bestehen die Beschwerden \u00fcber Jahre, kann sich hinter dem vermeintlich bekannten Sodbrennen ein Barrett-\u00d6sophagus verbergen. Dieser gilt als Vorstufe f\u00fcr ein Adenokarzinom der Speiser\u00f6hre. Im Rahmen einer Meta-Analyse kam heraus, dass nur bei 5 Prozent der Menschen mit Barrett-Karzinom zuvor ein Barrett-\u00d6sophagus bekannt war. Die DGIM empfiehlt daher bei chronischem Reflux mindestens eine Magenspiegelung zur gezielten Abkl\u00e4rung einer relevanten Risikokonstellation. Ein allgemeines Screening der Bev\u00f6lkerung wird wegen fehlender Daten jedoch nicht empfohlen.<\/p>\n<p>Reizdarmsyndrom: Nach sicherer Diagnose keine routinem\u00e4\u00dfigen Wiederholungsuntersuchungen<\/p>\n<p>Das Reizdarmsyndrom belastet Betroffene erheblich und schr\u00e4nkt die Lebensqualit\u00e4t durch Bauchschmerzen, Bl\u00e4hungen, Durchfall oder Verstopfung teils deutlich ein. Sind Warnzeichen und relevante Differenzialdiagnosen ausgeschlossen, \u00e4ndert sich Studien zufolge die Diagnose Reizdarm \u00fcber 2 bis 30 Jahre bei mehr als 95 Prozent der Betroffenen nicht mehr. Die DGIM betont deshalb: Ohne neue Hinweise f\u00fchrt eine wiederholte Untersuchung, die die Ursprungsdiagnose infrage stellt, meist nicht weiter. Wichtiger sei dann eine verl\u00e4ssliche Behandlung und Begleitung.<\/p>\n<p>Herz-Kreislauf-Risiko: Bewegungstherapie gezielt verordnen<\/p>\n<p>Bei Menschen mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko oder chronischem Koronarsyndrom ist Bewegung keine Wellness-Empfehlung, sondern fester Teil der Therapie. Gro\u00dfe Studien und Metaanalysen zeigen, dass regelm\u00e4\u00dfiges Training die Prognose verbessert und die Gesamt- und kardiale Mortalit\u00e4t senkt. Entscheidend ist, dass das Bewegungsprogramm individuell auf die Patientin und den Patienten zugeschnitten wird und Belastbarkeit, Begleiterkrankungen und m\u00f6gliche andere Risiken beachtet.<\/p>\n<p>Vorhofflimmern: Schlaganfallrisiko mit neuem CHA\u2082DS\u2082-VA-Score einsch\u00e4tzen<\/p>\n<p>Vorhofflimmern ist die h\u00e4ufigste anhaltende Herzrhythmusst\u00f6rung. Etwa 1 von 3 Menschen entwickeln diese im Laufe des Lebens. Weil die Rhythmusst\u00f6rung das Risiko f\u00fcr Schlaganfall und andere Komplikationen erh\u00f6ht, ist die Entscheidung \u00fcber eine orale Antikoagulation zentral. Die DGIM empfiehlt daf\u00fcr den neuen geschlechtsunabh\u00e4ngigen CHA\u2082DS\u2082-VA-Score. Dieser gibt \u00c4rztinnen und \u00c4rzte anhand eines Punktesystems eine Einsch\u00e4tzung, wie hoch das Schlaganfallrisiko ist und ob eine blutverd\u00fcnnende Behandlung sinnvoll ist. Die Grundlage des Scores bildet eine Erhebung von Risikofaktoren wie Alter, Bluthochdruck, Diabetes, Herzschw\u00e4che, fr\u00fcherer Schlaganfall und Gef\u00e4\u00dferkrankungen.<\/p>\n<p>\u00dcber \u201eKlug entscheiden\u201c<\/p>\n<p>Seit 2015 entwickelt die DGIM im Rahmen von \u201eKlug entscheiden\u201c Empfehlungen f\u00fcr die Innere Medizin. Von 2016 bis 2024 wurden nahezu 200 Empfehlungen erarbeitet. Nach Pr\u00fcfung und Aktualisierung waren zuletzt 165 als g\u00fcltig klassifiziert. Die neuen Empfehlungen kn\u00fcpfen an diesen Aktualisierungsprozess an.<\/p>\n<p>Mehr Informationen<\/p>\n<p>Deutsches \u00c4rzteblatt: \u201e\u201aKlug entscheiden\u2018 in der Inneren Medizin: F\u00fcnf neue Empfehlungen ver\u00f6ffentlicht\u201c, Raffi Bekeredjian, Stefan Frantz, Thomas Frieling, Sebastian M. Schellong, Juni 2026: <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/klug-entscheiden-in-der-inneren-medizin-fuenf-neue-empfehlungen-veroeffentlicht-e683d913-eab8-4e71-a948-28bc3fce88a1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">https:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/klug-entscheiden-in-der-inneren-medizin-fuenf-neue-empfehlungen-veroeffentlicht-e683d913-eab8-4e71-a948-28bc3fce88a1<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"15.07.2026 14:19 Welche Diagnostik ist notwendig, welche Therapie verbessert die Versorgung und wann ist Zur\u00fcckhaltung medizinisch sinnvoller? 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